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Der Israelit · 1908-12-17 · Heft 50 (17.12.1908) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
49 (1908)
Issue
Heft 50 (17.12.1908)
Date
1908-12-17
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite k Nr. 50. Es gibt fjeute eine gayze Anzahl jüdischer Zeitgenossen, die den t&abbat entweihen, sich über bie iübifdjen Speisegesetze und über andere fundamentale Satzungen des Judentums hinweg setzen, dabei aber mit gereimtem und ungereimtem Pathos, in Vereinen und Gesellschaften, durch Vorträge und — Lieder (Lhanuka feiern. Daß die gefeierten Hasmonäer für dasselbe Gesetz ihr Leben Hingaben, das die Feiernden mit Außen treten, ist und bleibt eine solche Ungeheuerlichkeit, daß man die nicht minder nnbegreistichen Begleiterscheinungen dieser modernen Chanukaseierlichkeiten nicht so hoch einschätzt als sie es verdienen. Ob diese Veranstalter der modernen öffentlichen Ehanukafeierlichkeiten zu 'Hause ihr Ehanukalicht anzünden, oder die Chanukatage gar in der vorgeschriebenen Weise durch Einschaltung von Halle! und Al Hanissim in ihr , tägliches Gebet auszeichnen, mag dahin gestellt bleiben. Hier soll nur eine einzige grundlegende Verschiedenheit betont werden, die zwischen den modernen Chanukaveranstaltungen einerseits, und der überlieferten Art und Weise andererseits besteht, in welcher das Chanukafeft seit mehr als zweitausend Jahren von den Bekennern des historischen Judentums begangen wird. Jene können nicht genug von dem Makkabäermute und dem HasmonäerHeldentum predigen, singen und deklamieren während wir für diese Seite der Chanukageschichte nicht nur kein Srerbenswörtchen übrig haben, sondern nicht müde werden geradezu das Gegenteil nachdrücklich zu betonen. Wohl gedenkt auch unsere Chanukafeier der Kämpfe, der Machttaten und Siege, aber nicht die unsere Väter, sondern die Gott für sie vollzogen hat. Sie nennt die O'Da und N1VN7I2 in einem und demselben Atemzug und führt die einen wie die anderen auf Gott zurück. Nicht erzählt sie uns, daß die Schwachen die Starken, die Minderzähligen die Zahlreichen, die Reinen die Unreinen und die Thorabeflissenen die Uebermütigen überwältigt und sie besiegt hätten, sondern daß Gott sie ihnen preisgegeben habe. Die Dmaa stehen aus der anderen Seite, während unsere eigenen Reihen als D'irSn bezeichnet werden. Unsere Lichter erzählen nichts von panzergerüsteten, schwertgegürteten sondern von heiligen Priestern, durch welche Gott unseren Väter die wunderbaren Siege errungen hat. Die Makkabäer mögen gewiß löwenmutige Helden gewesen sein, aber die Art und Weise, niit welcher wir ihr Gedächtnis feiern, geht mit so geflissentlichem dödfwei^en barübev fyinmeg, daß unsere modernen ha? rr-^-Festredner das vermeintlich Versäumte i.jii’l.oicn und bie kriegerische Lorbeeren derHasmouäer nicht nachdrücklich genug hervorheben zu müssen glauben. Es liegt System in diesen Reden und in jenem Schweigen. Diese Verschiedenheit ist die direkte Folge des Zwiespalts, der die Leugnung und die Anerkennung eines unmittelbaren Eingreifens Gottes in die Lebensgeschicke von Menschen und Völkern bedeutet. In einer Zeit, in welcher gewonnene und verlorene Schlachten noch immer die Marksteine der ganzen Völker- und Menschengeschichte bilden, tut es unfern nattonal und assimilatorisch angehauchten Brüdern wohl, vor aller Welt auf Ahnen Hinweisen zu können, die den tapfersten Kriegshelden aller Zetten und Zonen nicht nachstehen. Und dabei waren es Priester, die ihren Tempeldienst mit dem Kriegsdienst, die ihr Priestergewand mir der Kriegsrüstung verrauschten und auf dem blutigen Schlachtfeld ebenso ihren Mann stellten, wie in der stillen Tempelklause. Solche Ahnen, die als Priester des „Königs Rock" in Ehren trugen, müssen Leuten imponieren, die lüstern nach Offiziers-Epautetten schielen und im günstigsten Falle es doch nur zum Reserveleutnant bringen können! Ja, die Dynastie der Hasmonäer yer> einigte noch Jahrhunderte lang nach den Ereignissen, welchen unser Chanukafeft gilt, die Priesteruno die Königswürde in einer Person,- kann es ehren besseren Ausgleich zwischen. König und Der JSraelit. 17. Dezember 1908 Priester, zwischen Thron und Altar, zwischen Staat und Kirche geben, als eine solche Bereinigung beider Würden in einer und derselben Hand? Und die jüdische Sitte, die von den Altvordern überkommene Chanukafeier und der sie deutende Wortlaut unserer Liturgie fehlt dafür so jedes Verständnis, daß sie mit tiefem Schweigen darüber hinweg geht! Vielleicht ist dieses Schweigen beredter, als die lauteste Hurrabegeisterung für das Heldentum der Hasmonäer. Diese Vereinigung entspricht in der Tat dem jüdischen Ideal nicht! Es tritt sogar>der bloßen Berührung des Altars durch Eisen entgegen um den Gegensatz zwischen Schwert und Altar, zwischen dem Werkzeug des Kampfes und der Stätte des Friedens immer lebendig im Bewußtsein zu erhalten. Wohl sollte dieser Gegensatz, an dem schon so viele Völker verblutet sind, überhaupt nicht bei einem Volke aufkommen, dem bereits in der Stunde der Erwählung feine Aussöhnung durch die Mahnung besiegelt wurde, ein D'anu N-Sva, ein K ö nigreich von P r.i e - st e r n und ein heiliges Volk zu sein. Aber eben deshalb konnte und sollte die Königs- und die Priesterkrone ihre besonderen Vertreter in einem Volke haben, in dem beide einem und denselben Zwecke dienen n id ein Widerstreit oder gar eine Rivalität dieser beiden Gewalten ganz undenkbar ist. Von Moses und Aron an, von welchen jener die Königs- und dieser die Priesterwürde inne hatte, waren diese Würden geteilt und werden es selbst dann bleiben, wenn am Ende der Zeiten der königliche Messias und neben ihm der Priester mit den Nrim und Tumim ihrem Volk erstehen werden. Die einzige Ausnahme in der jüdischen Geschichte bildet die Dynastie der Hasmonäer, die in der Tat Priester und Könige zugleich waren. Ihre glorreiche Siege, welchen wir das Chanuka- Fest verdanken, fallen allerdings in die erste Zeit ihres Auftretens, in der sie nur Priester und zwar heilige Priester waren. Wie verhängnisvoll diese Vereinigung aber, für Staat und Volk, für Tempel und Altar werden kann, das hat keine Epoche so drastisch veranschaulicht, als eben die fast zweihundertjährige der Hasmonäer-Könige. Die Geschichte berichtet uns in eingehender Weise, „wie sie vom Glanz der Krone geblendet, verweltlichten" und „das zur Rettung des Gesetzes undseines Heiligtums ursprünglich gezogene Schwert nun zur Erftreitung einer politischen Größe und Unabhängigkeit, sowie einer im selbstsüchttgen Interesse ihrer eigenen, königlich gewordenen Macht führten". Wenn wir deshalb mit dem Chanukafeft das Gedächtnis der Hasmonäer aufs neue beleben, so erinnert ein gottbegnadeter jüdischer Dichter daran, daß nicht diese spätere Bereinigung, sondern die Scheidung der Königs- und Priesterwürde dem Ideal entspricht, das unsere Propheten verkündet haben. Er knüpft an die Worte der Propheten Secharjohu (Cap. IV Ende) an, der zwei Oelbiume geschaut, die nach der Deutung der Weisen die beiden mit Oel gesalbten Würdenträger des Mischen Volkes, den König und den H 0 h e n p r i e st e r darstellen. Jene gehören den Nachkommen Davids an, die nach der Geburtsstadt Davids Efrat die Efratiden genannt werden, während die Priester nach ihrer levitischen Abstammung von Kehat, die Kehattden heißen. Aber wie der Dichter das prophetische Gesicht nun vor unseren Auge erstehen laßt, die unerschöpfliche Fülle von Bildern, Gleichnissen und Metaphern, mit welchen er sein Volk schildert, als den abgeschlossenen Garten, über den hinaus die beiden Bäume strahlen, als der Leuchter, dem eine ganze Welt ihre Erleuchtung verdankt, dessen Glanz aber vor allem im eigenen Lager alle. Golkskreise aus die lichten Spuren werft, die aus diesen leuchtenden Kronen ausstrahlen und zu ihnen zurücksühren, das Leid und das Weh, das sich an die Zertrümmerung dieser Krone und das Glück und der Jubel, die sich an ihre verheißene Medererstehung knüpft, die gedrungene, vollendete Sprache, der hohe Gedankenstug und die Tiefe der Auffassung und Empfindung, diese einzig herrliche, ergreifende Eigenart, läßt sich durch keine Uebertragung wiedergeben. Aus dem Rythmus, aus der Meisterschaft, mit der er Sätze aus unserem heiligen Schrifttum ungekürzt und zwanglos mit seiner Darstellung kunstvoll verwebt, hat man wohl mit Recht einen der größten Dichterfürsten, Gabirot, als Verfasser vermutet. Aber aus welcher Brust sich diese herrlichen Weisen auch zum ersten male emporgerungen baben, heute sind sie Gemeingut der jüdischen Zerstreuten geworden. Wenn sie sich am Chanuka-Sabbat zu der Bitte um das neue Licht anschicken, dessen Aufgang die Nacht verscheucht, die über Zion lagert und sie um das Glück bitten, daß ein Strahl dieses Lichts auch auf die es Ersehnenden fallen möge, dann kleidet sich ihr heißes Sehnen und ihr zuversichtliches Hoffen, in die Worte: rrnar vw nw mincn nnaan brr wirr rvn: iaa N2N22 p TTKmiJoma Sia Sk ovh nr avnaa Tra jaa rrnar trnnp tf*na D’miSKT Ein Oliven-Bäume-Paar Jetzt gefällt, des Schmuckes bar Wird im eingefried'ten Garten Wieder einst des Lichtes warten. Auf dem Haupt der Kehatiden Auf dem Haupt der Ephratiden Werden einst die beiden Kronen In dem alten G!anze tronen. Aus dem Leuchter, auf dem reinen Wird's wie Lichtglynz wieder scheinen Werden allen Volkeskreisen Zu dem Licht die Richtung weisen Diwm Saarn *v Sr ’T* nswinS cm ms? Sar nar nn 0:1 DHD* Dpa »nmKDTI San Saa cSttna nvn Taren* ,t Srai ttb' anraa nanaa ,sn it*’ miaan ne Sia Sk nne* jaS nnaa pc rnn ntPK San pw rwon pS * rann nm Sam 'Sa.tjr iaa n*na mar n*n “i?tk Saa *rra imar annar iaa Ist dem edlen Königssohne Jetzt entrissen auch die Krone §st er heute auch geworden leich der Blüte, der verdorrten Den gesalbten Priestersproß Ringt zu Boden roher Troß Gleich dem Schiff, dem steuerlosen Irrt es in der Brandung Tosen — Trotzdem unvergeßlich nah' i Glänzt baß SSitb, wie einst es sah Secharjohu in Babel. Wie du damals sie bedacht Hilfe ihnen hast gebracht Durch Serubabel: So wolle wieder sie bedenken Hilfe ihren Kindern schenken Und ihr Jubeljahr verkünden. Laß sie dort, am Bäter-Ort Der Menschheit Leitung wieder finden Und der Häscherhand, die alles lins entwand Den ureignen Ring entreißen, Daß sie allen Volkeskreisen . Z 1 dem Licht die Richtung weisen. Tarn n* Tanrn npiS "w* npnom ' rian na? mm *Si nmaaa nnarw rvrrr pn* ^2 nanaa p VTK’rmaönne SiaS* natriaa naSaa naaw pat -pj?S nrrar aHa „nmaa nai na*’an na* n'aS nreacni m'aam naoTOi. "th ivrna neStra neaata? naa’pn pn* trma Die Köuigspracht, so lang in. Acht Laß nach Zion wiederkehren!

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