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Der Israelit · 1908-12-03 · Heft 48 (3.12.1908) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
49 (1908)
Issue
Heft 48 (3.12.1908)
Date
1908-12-03
Page
– (sequence 12)
Language
German
Belongs to
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Jakobs Todesstunde, die nichts direkt übernatürliches enthält, an mehreren Stellen der Litratur (s. o.) zu finden ist, wenn man ferner bedenkt, -aß die Talmudquelle das Gleichnis des Babyloniers R. Amoni zitiert,' jedoch das in Debarim Rabba gebrachte Gleichnis des mit die sem Amoräer so oft zuiammengenannten R. Afsi verschweigt, dagegen eine Mitteilung des jüngeren -Palästinensers Abahu wohl anführt, wenn wir uns weiterhin vor die Seele fuhren, daß die an unserer Stelle des Debarim-Rabba erwähnten Autoren der Epoche der Amoräer angehören, die des Jalkut aber dem Zeitalter der Tannaiten, weshalb diesem Berichte vielleicht größere Glaub Würdigkeit beizumeffen ist, so dürfte wohl die Annahme berechtigt sein, daß wenigstes der zweite Teil unseres Midrasch in Debarim Rabba nicht ganz authentisch ist. (Schluß folgt.) iüKerschav. Jugenvlehre von Dr. Fr. W. Fo er st er. Berlin, Druck und Verlag von Georg Reimer. 740 Seiten. Preis brosch. 5 Mk., geb. 6 Mk. Dr. Foerster selbst nennt seine „Jugendlehre" ein Buch für Eltern, Lehrer und Geistliche und in der Tat liegt uns in diesem Buche ein Werk vor, das jedem der Kinder hat, oder dem Kinder zur- Erziehung anvertraut sind, pädagogisch wertvolle Winke und Anleitungen gibt. Ein Geist ernsten Wollens, liebenden ' Verständnisses sür die Jugend durchweht das Werk: Nicht ein Theoretiker urteilt vom grünen Tische aus, sondern ein erfahrener Mann, der mit der Jugend rn sinnigster Beziehung steht und reiche Erfolge zu verzeichnen hatte, schrieb seine Erfahrungen und Ansichten nieder, um sie anderen zu Gute kommen zu lassen. Den größten Teil seines Werkes widmet Foerster der Frage des Moralunterrichts. Er ist der Ansicht, daß Moralohne Religionsunterricht ohne großen Wert sei, und daß der Moralunterricht die Aufgabe habe, die Erzählungen des Religions-Unterrichtes zu begleiten, sie den Kindern näher zu bringen und so zu vertiefen. Das Kind soll die Menschenseele mit ihren Tugenden und 'Lastern, Kräften und Schwächen kennen lernen und das rm Religionsunterricht Gelernte praktisch aus das Leben übertragen lernen. Foerster zitiert hier Jeremias Gotthelfs Wort, daß der Mensch die Namen von Tugenden und 'Lastern kenne, aber er erkenne sie im Leben nicht, noch viel weniger im eigenen Herzen. In diesem Sinne bietet Foerster ln dem Kapitel „Religionslehre und ethische Lehre" einige Proben, wie man mit Kindern den „Sündenfall", den Verkauf der Erstgeburt und anderes besprechen könne. — Wenn Foerster trotz seiner hohen Meinung von der religiösen Erziehung — er selbst sagt, gerade die pädagogische Praxis habe in ihm die Ueberzeugung von der unvergänglichen ethischen Bedeutung der Religion auf's höchste verstärkt — ln den meisten seiner Beispiele, wie der Mvralunterricht ' zu gestalten sei, ausschließlich soziale und natürliche Begründungen des Sittlichen verwertet, so ist der Grund ein rein äußerlicher. „In der öffentlichen Schule", so sagt er in feiner Anleitung, „ist ein obligatorsscher Religionsunterricht auf die Dauer nicht haltbar, wegen der dabei unvermeidlichen Bergewalttgung anders denkender Eltern, und eine konfessionell neutrale Sittenlehre ist hier der einzige Ausweg. Aber umso dringender ist es zu wünschen, daß dann außerhalb der Schule für Raum und Gelegenheit zu religiöser Ergänzung und Vertiefung der Sittenlehre gesorgt werde." Der Verfasser hofft sogar, daß gerade sein Buch religiös gleichgiltige Eltern in Bezug auf das Fernhalten ihrer Kinder von religiösen Einflüssen etwas nachdenklicher machen werde. „ ' Für uns bilden Foersters Ausführungen wertvolle Belege für die Berechtigung und 'Notwendigkeit der konfessionellen S^chule. Eine große Rolle spielt in Foersters Beispielen die Frage der Selbstbeherrschung, der Enthaltsamkeit. Oft und oft, in Kapiteln, die sich für 8- bis 9 jährige Kinder eignen, bis zu solchen, die halberwachsenen Knaben und Mädchen gelten, weist Foerster die Jugend darauf hin, daß der Mensch der freieste sei, der sich selbst zu beherrschen versteht und nicht jeder'slüchtigen Laune und Neigung willenlos folgt. In seiner und Kindern verständlicher Weise führt er werter aus, daß der freie, der starke Mensch mild und gut und voll- Verständnisses für andere sei. Foerster betont ausdrücklich, daß man in biefen Besinnungsstunden nicht an die Fehler, sondern an das' vorhandene Gute in dem Kinde anknüpfen soll Auch soll bas Kind nicht so sehr erfahren, was ihm verboten, sondern was ihm alles erlaubt sei, „wieviel Kräfte der Beglückung es in sich habe, von denen es nichts wisse, wieviel Gelegenheit zur Uebung seiner Kräfte sich täglich darbieten, ohne daß Gebrauch davon gemacht wird." Enthaltsamkeit, unbedingte 'Enthaltsamkeit fordert Foerster auch für den Jüngling, der gerade so rein wie das junge Mädchen in die Ehe schreiten soll, und weist daraus hin, daß der Jüngling um die Ziele erreichen zu können auch bezüglich Nahrung, Kleidung und Lager mäßig und nicht verweichlicht sein dürfe. Scharf wendet er sich gegen diejenigen, die das Ausleben der jungen Männer als Notwendigkeit zur Erhaltung der Gesundheit fordern. Für Gefallene fordert er Liebe und mildtätige Hilfe, doch eindringlich warnt er vor jener Bewegung, die aus einem zu weichen oder kurzsichtigen Mitleid heraus die sittlichen Unterschiede zwischen ehelicher und. unehelicher Mut terschaft verwischen möchte. Eigentümlich jst es, wie oft Foerster Pestalozzis Schriften erwähnt, obgleich sowohl in der Auffassung, als auch in der Art auf seine Umgebung zu wirken, ein unendlich großer Unterschied zwischen dem Helden mutigen Waisenvater der bedrückten Schweizer Bauern kinder und dem Züricher Privatdozenten besteht. In einem aber sind beide gleich, gleich Pestalozzi kämpft auch Foerster in seiner Schrift gegen bestehende Schäden in der Erziehungswelt, und in gewissem Sinne können wir auch auf ihn das Wort anwenden, das Jean Paul auf Pestalozzi prägte: „Erist der Gegen gistmischer seines Zeitalters." n"ix r*wb bhiö "rn X2'n -ibd <x ♦arm x ri h n nimn ap 'x pSn n&Tnp 'n n"w innain aajsnb naa (a nxa na t jvani mrun ar msnai axT o*n 'n 'jrr a"-ina xax amax .■nxnrrcxpa an nrmp rra1? b"r Selbstverlag des Verfassers: Rabbiner A. Krieger, St. Koschedorh, Gouvernement Wilna (Rußland). In einer Zeit, in der man allgemeine Klage über die Abnahme des Thorastudtums führt, stnd Werke wie die hier angezetgten eine doppelt erfreuliche Erscheinung, die von allen Freunden der Thora herzlich begrüßt werden wird. Sie sagen unS, daß die Thora doch ni.i t verwaist und verlassen sei, so lange sie solche Kenner, Pfleger und Träger besitzt und daß unser Lebensbaum von seinen alten, urwüchsigen, Zeiten und Menschen überwindenden Lebenskraft nichts eingebüßt haben kann, so lange er solche Blüten treibt und solche Früchte zeitigt. Daß die Thora nicht vergessen und nicht verloren ist, wenn sich auch ganze Länder und Generationen von ihr abwenden, daS ist die beglückende Uebetzeugung, die ein Blick in diese Werke neu belebt. Sie öehandeln Themata aus den ersten zwei Bänden des Schulchan Aruch, die zum Teil neu, zum Teil aber schon so oft und so gründlich allseitig behandelt wurden, daß es fast ausgeschlossen scheint noch neue Setten der Behandlung zu finden. Die große Belesenheit, der ungewöhnliche Scharfsinn und die tiefe T orakunde des gelehrten Verfassers hat das unmöglich Scheinende aber dennoch in einer Weise möglich gemacht, daß alle Kenner der Thora mit großer Befriedigung sich in diese Schatzkammer talmudischen Wisiens vertiefen und sich an den dort niedergelegten geistigen Schätzen erfreuen werden. Dabet handelt es sich um einen Gelehrten, der in Deutschland nicht einmal dem Namen nach bekannt ist und der auch keine Aussicht hat, bet uns geschätzt und gewürdigt zu werden, wenn er n cht auf diese Weise eingeführt wird. Die Vortelle, welche ein geregelter Buchhandel für Absatz und Verteilung der Bücher bietet, gehen den jüdischen Autoren infolge der ganzen eigenartigen Lage des jüdischen Bücherbetrtebs ab. Unsere jüdischen Verfasser nehmen daher die Früchte ihrer literarischen Tätigkeit in Selbstverlag, wo ihre Verbreitung selten über den kleinen Kreis hinaus reicht, in dem der Verfasier lebt und wirkt. Wenn der Autor so großer Werke, das berechtigte Stteben hat die Ergebnisse seines jahrelangen Gtudtums einem größeren Kreise zugänglich zu machen, um nur auf die DrucKosten zu kommen, fo ist er genötigt selbst dafür tätig zu fein. Das ist ein großer Mtßstand, unter dem die Ehre der Thora und ihrer treuen Jünger schwer leidet. Je betrübender dieser Umstand ist, der schwer auf unserem helligen Schrifttum lastet, um so weniger werben die wahren Freunde der Thora dem Einzeln entgelten lassen, der durch diese Ungunst der Verhältnisse genötigt ist die wohlwollende Berücksichtigung seiner Werke von den Interessenten zu erbitten. Diese Bitte wird nur dem Buch in feiner äußeren Form gelten, fein gediegener Inhalt bedarf keiner Empfehlung, er spricht für sich selber viel' beredter als eS die lauteste Anpreisung vermöchte. , ♦‘■"aa Die Gewissensfreiheit und die Orgamsatiensfrage der Jude» in Ungar» von Jakob Gabel. Budapest 1908. 2. Auflage. Diese reltgtonS-poltttsche Broschüre ist zum erstenmale im Jahre 1890 erschienen. In einer Zeit, wo die neologen Machthaber ihren Bernichtrmgskamps gegen die königlich sankkümierte Landesorganisation der orthodoxen Juden Ungarns durch ihre Bertretar im Abgeordneten- Haufe intensiver durchzuführen wieder versuchten. Da die allgemeine Meinung-und die Politiker immer nur die Stimmen der Neologte hörtm, die im Namen der K ltur und des Patriotismus die Bereinigung der beiden Parteien im Parlamenti in der Presse so laut rote möglich forderten, dem Abgeordnetenhaus sogar mit Obstruktion drohten, hatte diese Schrift eine überaus nützliche Wirkung. Sie hatte manchem liberalen , Politiker, wie Jokai, Zsedenyi, Madaraß rc. die Augen geöffnet. Selbst die Regierung fühlte fich nunmehr veranlaßt, ihre Politik zu ändern und wies die Memoranden der neologen Kanzlei rundweg mit der Bemerkung zurück, daß ste die Gewissensfreiheit in keiner Weise zu verletzen geneigt sei. Unsere neologen Brüder in Ungarn schwärmen noch immer für die „einheitliche Organisation", nur die Taktik ist eme andere. Das Kompromittieren orthodoxer Rabbiner, das Verschmähen orthodoxer Institutionen, der sJeschiboth, ist ihr Programm einerseits, andererseits senden sie ihre Friedensboten von Rabbiner zu Rabbiner, von einer Gemeinde zur anderen. Leider haben einige — gewiß nur unbedeutende — Gemeinden ihren bisherigen, orthodoxen Standpunkt .aufgegeben und agitieren sogar sür das „einheitliche Judentum". Dies veranlaßte den Verfass r, feine gediegene Broschüre wieder vor die Oeffentltchkeit zu bringen, die Entstehungsgeschichte uns den vierzigjährigen Kampf der ungarischen Orthodoxie der heutigen Generation vorzuführen, den in Aussicht gestellte „Segen" eines „einheitlichen Judentums" ins rechte Licht zu rücken. 8. Literarischer Zprecdral. Zahlengc-Lude. In Nr. 96 dieses Blattes wurden von mehreren Seiten an meiner Besprechung der Goldvergschen Schrift „Die fünf Bücher Mosts ein Zahlengebäude" Ausstellungen gemacht. Die Herren Opponenten haben, an cheinend sämtlich, leider nicht die Schrift selbst, sondern nur meine Rezension gelesen. Eine sorgfältige Lektüre von G's Arbeit hätte sie wohl von dem s. v. v. etwas schnellen Ur» teile, das Ganze für Spielerei zu erklären, zurückgehalten. Die Zahlenkunststücke, durch welche die beiden ersten Herren Opponenten G's Hypothese ad absurdum führen wollen, beweist nur die allerdings nicht neue Tatsache, daß man mjt BuchstaVenzah en allerlei geistreiche Spielereien treiben kann, aber nicht, baß G. es getan hat. Die Hypothese G's, die fich ja nicht auf sporadisch auftreteudo Momente, unter Verschweigung alles nicht Passenden stützt, sondern ein überall streng durchgehendes System aufgedeckt haben will, ist nicht spielend ad absurdum zu führen. Sofern man sie nicht aus dogmaiisch - rationalistischen Gründen ablehnt, müßte man von innen heraus entweder Nachweisen, daß ste sich nicht durchführen läßt, oder daß man das auf 4 Faktoren beruhende System willkürlich überall hineintragen kann. MoseS Auerbach, Köln. Sehr geehrte Redaktion! In einer Ihrer letzten Nummern bringen Sie eine Besprechung der von einem jungen Forscher kürzlich veröffentlichten Schrift „die fünf Bücher Mosis — ein Zahlengebäude." Mit Recht mahnt der Rezensent zur Vorsicht bei der Aufnahme derartiger Untersuchungen. Ich möchte mich diesem Urteil umsomehr anschließen, als jaft gleichzeitig auch von christlicher Seite ein ähnlicher Versuch gemocht wird, mit Hülfe von Zahlerckombinationen die Göttlichkeit der Schriften Allen und Neuen Testamentes zu erweisen. In dem Oktober-Heft b. I. des von einem Pommerschen Bibelbund u. d. I. „Nach dem Gesetz und Zeugnis" herausgegebenen Monatsblattes erscheint soeben von einem anonymen Verfasser ein Aussatz über den „planmäßigen Aufbau der hettigm Schrift. ES geht doch wohl nicht an, jede mathematische Kombination, die sich cmfden Wortlaut unserer helligen Thora bezieht, mit dem Wort „Zahlenspteleret" abzutun. Denn es atebt bekanntlich noch mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, wovon fich unsere Schulweisheit nichts ttäumen läßt. Wo hört die Grenze auf zwischen dem frommen tnn, der in jedem Worte unseres hl. Schrifttums auch äußerlich etwas höheres zn ahnen fich verechttgt glaubt, und wo beginnt die bloße Spielerei, die weiter nichts will als fich die Zeit angenehm vertteiben? Das Maufstf keduschoh ai hachol ist unS fett den ältesten Zeiten eine liebe Pflicht, wir möchten sie uns nicht gerne verkümmern lassen durch sogenannte wissenschaftliche Beweise, baß wir weiter nichts als Spielktnder find. Ich habe dabei noch nicht einmal den hohen mnemotechnischen Wett der Ziffernverbindungen in» Auge gefaßt, der doch wahrlich auch Nicht gering angeschmgen werdey darf, Abram., £itcrari$cftt ßotiz. Wie läßt es fich erklären, daß die, grammatisch genommen, verbindende HMDp XV^n durch dik rvohi überall gleiche Melodie, einen häufig den Sinn entteilenden trennenden Charakter erhalten hat? S. 1. B. M. 30, 35 -Beritt NX X1NN DTS *p'1 1B. M. so, i3 n^wn nx amax mp n^x usw. - v'S--; vi %

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