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Der Israelit · 1908-12-03 · Heft 48 (3.12.1908) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
49 (1908)
Issue
Heft 48 (3.12.1908)
Date
1908-12-03
Page
– (sequence 10)
Language
German
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ihr. 48. Sette 10. Der Israel«. 3. Dezember 1808 völligen Sonntagsruhe mehrfache Eingaben an Senat und Bürgerschaft richtete, in denen Sie um besondere Berückfichtigung der Geschäfte ersuchten, die am Sonnabend geschloffen haben. Wenn auch die reichsgesetzliche Regelung der Sonntagsruhe vertagt sei, so werde über kurz oder lang diese für alle Savbachsteunde wichtige Krage doch wieder zur Sprache kommen. Die Vorarbeiten Mr das geplante Kreditinstitut seien so wett gediehen, daß dessen Gründung vor einigen Wochen erfvlgen konnte. Die fett einigen Monaten schwebenden Verhandlungen wegen Errichtung einer Brockensammlung (Peah) werden vorauSfichtlich in allernächster Zeit zum Abschluß gelangen. Der Kassenbericht wurde genehmigt und statutengemäß ausscheidenden Herren Auerbach, C. Kleve Md M. FivrSheim jrwiedergewählt. Dann hielt Herr Dr. Arthur Sahn aus Berlin einen Bortraa über MrbeitSau'gaben in der Stabt und auf dem Lande" Er führte aus, wie sehr die Landflucht speziell der ge setzeStreuen Judenheit zum Schaden gereiche, und hielt es für notwendig, daß auf dem Lande eine Jugend im Svme des BrrbandeS herangezygen werde. Auch für die Heranbildung eines leistungsfähigen jüdischen Handwerkernandes müffe mehr getan werden. Der Redner berichtete dann über seine Erfahrungen bei der Berliner „Peah", die schon nach kurzem Bestehen gute Erfolge zeitigte, ohne mft den bestehenden drei nichtjüdischen Brockenfammiungen zu kollidieren. Emde», 3V. Nov. Drt „Monteftvre-Berein" eröffnte am Sonntag, 25. Oktober sein Winterprogramm WS Redner sprach <-r. Ehrw. Herr Landrabbiner Dr. Mannheimer aus Olinnburg über das Thema: »Erziehung, Bildung und Charakter einst und jetzt." Am SmnStag, 88. November veranstaltete der Verein einen Mttgltederabend, an welchem daS Veretnsmitglted Herr JsaÄ Hes einen Bortrag über „Gabriel Rießer, sein Sieben und Wirken" hielt. Der nachfolgende Teil deS Programms, der auS humoristischen Darbietungen bestand, hielt die Mitglieder in bester Stimmung noch lange zusammen. — Bom nächsten Freitag Abend an wird »er Verein regelmäßige Zusammenkünfte haben, an welchen besonders jüdische Themata Berückfichtigung ,find«r sollen. Kitzingen, 22. Nobbr. Im hiefigen israelitischen .Literaturverein" hielt Herr Rechtsanwalt Dr. Hommel einen längeren Bortrag über Shylock. Es Mang dem Redner, der das Thema in sehr erschöpfender Weise behandelte, bas zahlreich erschienene Publikum zu schein. Insbesondere stellte der Vortragende einen Vergleich an zwischen der früheren und jetzigen Stellung der Juden, wie er auch als Jurist die moderne Rechtspflege unseres ZeitalierS gegen die Vergewaltigung deS vergeblich um fein Recht kämpfenden, wenn auch nicht shuwathtschen Helden des Trauerspiels in das rechte Licht zu setzen verstand. Die Ausführungen fanden dm Beifall Der Zuhörer, in deren Namen der Borfitzende Herr Sttebel dem Redner den herzlichsten.Dank ausiprach. F. Personalien. Berlin. 80. Nov. Selten mag es Vorkommen, daß rin Mann, der abseits aller reltgionSgesetzltchen Borschriftm lebte, in entschiedener Weise für die religiöse Erziehung der seiner Obhut anvertrauten jungen Leute eintrat und bemüht war, ihre jüdische Gefiunungstüchtigkeit m stärken. Einen solchen Mann habm wir am verflossenen Freitag hier zu Grabe getragen. Der Königliche Oberamtmanu, und frühere SttttergutSbesttzer, Herr Ludwig Cohn, der Vorsitzende des „Vereins zur Förderung der Bodenkultur unter den Juden Deutschlands"seit dessen Gründung, starb plötzlich und unerwartet Dienstag abends, ohne Anzeichen irgmd eines Leidens. Ein aufrechter Mann mit klarem, durchdringenden Verstand, als Landwirt eine Kapazität ersten Ranges im steten Verkehr mit den adligen fchlefischen Großgrundbesitzern, derm Güter er verwaltete und deren unbegrenztes Verträum er genoß, hat er niemals auch nur tiftOi Augenblick seine Zugehörigkeit zqm Judentum verleugnet. Im Gegmleil betonte er seine jüdische Herkunft Uno Dmkweise um so entschiedener, je mehr er glaubte, daß man in dm höheren Kreisen, die fich seiner ungewöhnlichen ~ Tüchtigkeit bedienten, an ihm den Judm Nach- und übersehm wollte. Daß diese mannhafte Betonung seiner Zugehörigkeit zum Judentum ebensowenig wie der Name Cohn in seinem fachmännischen Verkehr Mit dem preußischen Hochadel ihm schadete, geht schon daraus hervor, baß rr noch vor wenigen Wochen von allerhöchster Seite als einzige ausschlaggebende Instanz für Gutachten berufen wurde. Als Vorfitzender des Bodenknlwrvereins war feine erste Sorge, daß die Zöglinge nicht nur rituelle Verpflegung und religiöse Fortbildung e. hielten, sondern auch demgemäß leben, fQtp und DV halten tonnten. Nicht ohne Besorgnis verfolgte er jahrelMr die rapide Abwanderung der Juden vom plattm Lande in die größerm Städte, besonderin Oftptmßm, weil nach seiner Ueverzeugung in Vieser Erscheinung ein phyfischer und sozialpolitischer Niedergang der Judm eingeleitet wurde. Cr hatte als Mitbegründer des jüdischen Arbeitsnachweises in Berlin die Anhäufung des jüdti ch^nGroßstadtproletariats ^kennen gelernt und vielfach wahrgenommen, wie viele regsame urch . arbeite willige Kräfte aus Mangel an BeschSsttj tgung werden und wie v ele Existenzen hier zum gelangen. Geblendet vom Glanz der Großstabt chraus jahrein jüdische Leute Me Heimat und ier sicheren, Berhälmiffe,, rgg jy einer neuen blendenden Umgebung völlig herabzustnton. Umsomehr hätten stch die Juden auf den Dörfern, ausschließlich wie der christliche Mitbürger, dem Ackerbau hingebm sollen. Aus solchen Erwägungen Heralls war er ein Pionier für Ackerbau der Judm geworden, und suchte ihn bei ihnm einzubürgern. Ein dauerndes Andenken wird ihn in allen Kreisen der Judenheit bewahrt werden. .n"3SI3n Wien, 35. Nov. Gestern ist hier der Lektor an der Jsraeltttsch-theologtschen Lehranstalt M. Frtedmann gestorben. Cr war 15. Jahre an dieser Lehnanstat tätig und gehörte zu dm Gründern des Bethamiörasch Verein s, an dessen Hause er 42 Jahre wirkte. Kassel, 29. Nov. Am Freitag, 37. November fand, die Bestattung der Frau Raphael Hahn statt. Die ganz unerwartet plötzlich Verstorbene war eine jener seltenen Frauen, die tiefe innige Frömmigkeit mit wahrer Bildung vereinen. Sie war in Wahrheit die Krone ihres Gatten, mtt dem fie ein ideales Faunllenleben führte. fttSHS HM Kein Armer ging ungetröstet von ihrer Schwelle, nutzer dem Ortsrabbiner Herrn Dr. Behrens sprachen auch die Schwiegersöhne der Hingeschiedei en am Grabe, Herr Distrtttsrabbiner Dr. Meyer-RegenSburg und Herr Seminardirektor Dr. Lazarus-Kassel. .ry'-ivin Gt lnhausen, 35. Nov. Am 24. d. M beging der noch als KretSvorsteher fungierende Herr D. Goldschmidt die Feier seines SO. GeburtSta eS. Der alte, noch rüstige Herr erfreut fich in allm Kreisen großer Verehrung, die an diesem Tage fich besonders zeigte. Der Lanorat des Kreises Gelnhausen, Herr v. Grö itng, überreichte persönlich im Ramm Sr. Malest St den Kronenorben 4. Klasse. Herr Provinzial-Raöbiner Dr. Bamberger aus Hanau brachte die Glückwünsche des Borsteheramtes und deS Rabbinats und hob in einer herzlichen Ansprache die Verdi nste deS Gefeierten hervor. Der Magistrat unter Führung deS Bürgermeisters Dr. Schmidt sowie das StadtverordnetentoÜegium, sogar das Presbyterium — durch Herrn Metropolitan Schmer vertreten — botm ihre Glückwünsche dar. Die jüdische Gemeinde gratulierte unter Uebergabe einer kunstvoll ausgearberteten Adresse. Die B'TNTfilsn welcher der alte Herr 66 Jahre und die DTOp*! KtP’Yp NN3Nwelcher er 64 Jahre angehört, waren durch Deputationen vertreten und ehrten ihr pflichttreues Mitglied ebenfalls durch Darreichung von tünftterisch ausgeführter Adressen. Hei-inqsfei-, 30. Nov. Herr Lehrer Freudenberger dahier feetrte am 14. KiSles seinen 80. Geburtstag. Wir wollen nicht unterlassen, auch an dieser Stelle dem allseititg geachteten und beliebten Lehrer die Wünsche seiner dankbarm Gemeinde, die lange in ihm einen treuen Führer hatte, zum Ausdruck zu bringen. Afjenheim, 30. Rov. Vergangenen Freitag feierte Herr Spier sein LSjährtgeS VorstandSjubtläum der Israelitischen Gemeinden Ässenheim und Bruchenbrücken. Aus diesem Anlaß wurde dem um feine Gemeinden sehr verdienstvollen Herrn Spier ein künstlerisches Ehrendiplom überreicht. AbeadS fand ein Festessen statt. Uereinskalender. Verein Mekor-Ehalim, Samstag, 5. Dezbr. Nachmittags 3% Uhr, > chützenstr. 3, Mikro-Vortrag des Herrn Emil Golöschmi'öt. Verein für jüdische Geschichte und Literatur. Montag, 7. Dezbr., abends 8 Uhr: Bortrag des Herrn Dr. Leopold Hirschherg, Mufikdozmt in Berlin, über „Die Bibel in der Musik", im Saale der Frankfurt-Loge, Eschershetmer Landstr. 37. - Briefkasten. D. W. in Z. Das Gesetz betrifft nur die Schulen in Preußen. S. S. in W. Nur Beiträge in deutscher Sprache kommen für uns in Betracht. PH. K. in H. Eine gesetzliche Verpflichtung hat die Gemeinde in dieser Beziehung nicht, wohl aber eine moralische, der fle vielleicht nach friedlicher Uebereinkunft auch nachkommt. F. R. in N. Da sollen vor allem die Wohltät gkettSinstttutionen der Nächstliegenden Großgemeinden eingreifen. — Gewiß dürfen Sie nochmals um Verlängerung einkommen und fich womöglich auch in dieser Beziehung die Hilfe einflußreicher Gemeindekretse in Königsberg sichern. M, I. in G. Für uns leider unverwendbar. M. G. D. in G. Es ist uns leider unmöglich, in der Sache etwas zu tun. Ch. A» in K. Als sehr geeignetes Chanukah- Geschenk empfehlen wir Ihnm „Dämon und PhintiaS in der Judengasse von Dr. Arthur Kahn und »Der Baalschem von Mtchelstabt" von JudöUs. Beide Bücher find von der Expedition des „Israelit" zu be ziehen. T. Z. in B. Wir habm die Veröffentlichung in der „Post" natürlich gelesen. Indessen Hallen wir die Sache nicht für so wichtig, um zu ihr irgendwie Stellung zu nehmen. OBT: Anfang Dalum Au-gang UhrlMin. 1908 566» ÜhrlMiu. 5. Dez. 11. Kißlew «rankfnrl n. M 4 — 5 IS Berlin .... — — 4 44 München . 4 15 5 07 Stratzbnrg . 4 30 5 20 Stnttgart. . . 4 15 5 12 Pole« .... — — 4 40 Nürnberg . . — — 5 05 Hamburg. . . - — 5 15 Prag. .... — — 4 40 inderecke. liülung des RSffels tn fit>. 1. pip - P“!rt s. «' - B’ ' Richtige Lösungen sandten ein: Salo Zuntz^ Frankfurt a. M., Eugen Kohn, Frankfurt a. M., Marcus Cohn, Hamburg, Ludwig Zinkes, Rödelheim, Arthur Spier, Langenschwalbach, B. Rohrheimer, Lehrer, Biblis, Hermine Dessauer, Sterbfritz, Leopold Löb, Hungen, Jozua Schill, Preßbura, Tom Berlorvitz, Wien, H. Maler, Riga, Frieda Prager, Frankfurt a. M., Alex. Speyer, Frankfurt a. M. und Karl Darmftädter, Ladenburg. Tamiliennacbricbten. Qeburten: Eine Tochter: Heß (Rosenthal) Frankfurt a. M.. Rechneigrabenstr. 12. Terinfthlte: Julius Lion, Klara geb. Heymann» Sötern-Bad Neuenahr. Verstorbene: Jakob Kahn, hier, Röderbergweg 97» 66 Jahre. — Israel Schönthal, hier, Rechnejstr. 4, 77 Saite. Labbat-Anfang u. Ausgang i Landeshuter t Leinen* und Gebild-Weberei F. V. Grünfeld Königl., Grossherzogi. u. Fürstlicher Hoflieferant Berlin W.» L!lpil|irslrJHI N i Grösste AnswaUHkr Wäscheartikel fir du Haasktdarf. iHfertiiHHi üizir Risstattniu. Preisliste mit Abbildungen sowie KostenansübiSge zu Diensten. (7959) Alte Leute firw manchmal wunderlich; aber was gut und der Gesundheit zuträglich ist, das wiffm Sie meist besser, als die jungen. Und w.ffen Sie, was Gnkel Gottlieb sagt: ächte Sodener! Bist du erkältet, huptet dein Kind, bist du verschleimt, weil du viel geraucht hast; hast du Schmerzen beim Atem-, holen, sprichst du heiser — nimm Sodener, Lays ächte Sodener Mineral-paMen. Ich hab's ausprobiert und ich weiß, was gut tut.« Die Schachtel kostet 85 pfg. und ist in allen Apotheken, Drogen- und Mineralwafferhandlungen erhältlich. , «7701 für Mufik in Ttuttgart. Zn der Organisation deS K. Konservatoriums für Mustk in Stuttgart ist vor kurzem eine bedeutungsvolle Aenderung vollzogen worden: die Berichmelzung dieses Instituts mit dem bisherigen »Verein zur Förderung des K. KcnservatoriumS sür, Mustk" (dem Eigentümer des von dem .. AnwesenS Lauaestr. nannten Anstalt jetzt ...... , «boten, wie ste bei dem bisherigen Verhältnis nicht bestand. Jur Erledigung der geschäftlichen Angelegmheitm des neuen lSeremS ist ein Kuratorium bestellt, an desien Spitze Geh. Kommerzienrat Dörtenbach steht. Dem Kuratorium gehört der Direistor der Lehrmrstall, Prof. Max Pauer von AmtSwegen an. Die künstlerischen Aufgaben deS Konservatoriums werden von dem Direktor in Verbindung mit^dem aus E^^Der^Nr7Ärmser«c^Mttschttft^ügtM^wtr^tt«n Prospekt der bekannten Seifenfabrik Aug. Kuhn A Go.» Grs. nt. Ir. A.» KorMrn-KMrrotzonsrn, vet, aus dm. wir nachträglich noch besonders Hinweisen.

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