Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 49 (1908)
- Issue
- Heft 47 (26.11.1908)
- Date
- 1908-11-26
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Leuilleton-Beilage zu Nr. ^7 des „Israelit". ’eutUeton mmm Samuel da ßagid. Eine jüdische Erzählung aus der spanisch-maurischen Zeit. Erster Band. (Fortsetzung.) Da nahm der Rabbi den Brief des Gaon, steckte ihn sorgfältig in sein Gewand/ mietete sich einen Maulesel und ließ sich von dessen Führer auf die al-Hambrah geleiten. Gerade hatte man bet dem Feste ein von Samuel früher verfaßtes Lobgedicht auf Chabbus den fremden Gästen vorgetragen. Samuel hatte es in sieben Sprachen gedichtet und von allen Seiten beglückwünschte man den König, dem es vergönnt war, einen solch großen Dichter seinen Vezier nennen zu dürfen, als ein Bote hereintrat und Samuel die Nachricht überbrachte, daß ein fremder Mann ihn in dringender Angelegenheit zu sprechen wünsche. Samuel befand sich in der denkbar schlechtesten Stimmung. Neben ihm die stolze Chabiba, die er nicht liebte und mit der er in drei Wochen bereits Hochzeit feiern sollte. Wie sollte er in dieser kurzen Zeit den Aufenthalt seiner Braut ausfindig machen können, nachdem alle seitherigen Versuche in-dieser Richtung mißglückt waren? /,Frage den fremden Mann," sagte er dem Boten, „ob er denn nicht wisse, daß ich heute mein Verlobungsfest feiere und daß man an solchen Tagen nicht gern mit Geschäften gestört sei." „Gerade deshalb," sagte der Mann, „müsse er den Vezier sprechen." „Gerade deshalb? Wie ist dies zu verstehen? „Falls du durchaus nicht mit mir gehen oder den Mann nicht vorlaffen willst, sagte der Bote, ,,dann soll ich fragen, ob du nicht heute Nacht einen Traum gehabt habest, in welchem dir deine frühere Braut erschienen und dir die Worte des Propheten Jeremia zugerufen: Siehe, ich führe zurück die Gefangenen der Zelte Jakobs, und seiner Wohnungen erbarme ich mich." Da ward Samuel bis ins Innerste getroffen, er sprang von seinem Sitze auf und rief: „Das ist kein anderer wie mein Freund Niffim ben Iaakob, der Deuter der Träume, der Niffim ben Nissim, (ein Wortspiel, da auch sein Großvater Nissim hieß.) Sage ihm, ich werde sofort bei ihm und glücklich sein, den Saum seines Gewandes küssen zu dürfen." — Samuel wechselte einige Worte mit dem König, eilte sodann hinaus, um nach einigen Minuten Arm in Arm mit seinem Freunde wieder zu erscheinen. Samuel stellte seinen Freund dem Könige vor. „Der Rabbi," sagte er dem König, „teilt mir mit, daß meine Braut Fatima sich in seiner Obhut in der Herberge befinde. Leider ist sie durch die Aufregungen der Reise und durch die Nachricht meiner anderweiten Verlobung erkrankt. Ich hoffe, o König, daß du mir aber nunmehr gestattest, die heutige Verlobung rückgängig zu machen und mich mit meiner früheren Braut nach deren Wiederherstellung zu verbinden." Der König, der seinen übereilten Schritt bereits aufs tiefste bereut hatte, willigte mit Freuden ein. Durch einen Ausrufer ließ er sofort verkünden, daß die Verlobung seines Veziers mit Chabiba der Tochter Josephs ibn Migas wieder aufgehoben sei, da Samuels ehemalige Braut plötzlich zurückgekehrt wäre. Totenbleich verließen Chabiba, ihr Vater und seine beiden Freunde Isaak ben Leon und Nehemia Aschkofa das Schloß. Samuel hatte zwar an diesem Abend seine Braut wieder erlangt, denn ein Bote, abgesandt von des Rabbis Gattin, meldete soeben, daß in dem Befinden Fatimes plötzlich sich eine günstige Wendung vollzogen und das Mädchen wieder als hergestellt zu betrachten sei, dagegen erwarb sich Samuel zur gleichen Zeit drei racheschnaubende Feinde und eine Feindin. Das ganze Sinnen und Trachten dieser Bier wurde in Zukunft nur noch von einem Wunsche beseelt und dieser war — das Verderben Samuels. Zweites Buch. Erstes Kapitel. Im Hause des Rabbi Samuel ha Levy, des Ministers von Granada, wurde ein herrliches Fest gefeiert. Seine junge Gattin, die eben so schöne, wie geistvolle und gelehrte Fatima hatte ihren: Gatten vor acht Tagen ein prächtiges Knäblein geschenkt. Er nannte seinen Namen Jehauseiph, mit dem königlichen Sänger ausrusend: „Als Zeugnis in Jehauseiph setzte ers ein, da er auszog gegen das Land Mizrajim." Bei Anbruch des Tages wurde das neugeborene Knäblein unter dem Geleite von Flötenspielern und Sheshtaschlägern, in einer Sänfte zur Synagoge geführt. Voran mit einem Tschenk, einem harfenartigen Instrument, schritt der erste Gehilfe des Mohel, der alle fünf Schritte das Zeichen zum Stehenbleiben gab, worauf dann ein Psalmvers in der Ursprache singend rezitiert wurde. In der Synagoge wurde der feierliche Akt der Anführung in den Bund unseres Vaters Abraham kurz vor dem Schlußgebet vollzogen. Der König hatte, um seiner Freude an dem Ereignis auch einen äußeren Ausdruck zu geben, zweihundert Wachskerzen übersandt, die auf seinen Wunsch während der Feier leuchten sollten. Sie wurden von Talmudjüngern, von denen viele die Schüler Samuels waren, die meisten aber durch ihn versorgt wurden, getragen. Hunderte von Gästen und Zuschauern waren von weit und breit herbeigeeilt. Eine große hölzerne Halle war auf dem freien Platze neben der Synagoge errichtet, in ihr sollten die Teilnehmer an der Feier drei Tage lang bewirtet werden. Auch die drei ersten Vorsteher der jüdischen Gemeinde Ibn Migas, ben Leon, und Aschkofah waren erschienen und wenn auch tief in ihrem Herzen der Haß gegen Samuel loderte, so dursten sie ihn doch nicht zeigen; der allgewaltige Minister, so edel, wie er sich gab, immerhin: er war nur ein Mensch und wissen konnte man es nie, ob er nicht doch für jede noch so kleine Geringschätzung, die ihm zugefügt, sich rächen würde. Also zeigte man sich von der angenehmsten Seite in der Hoffnung, daß sich vielleicht bei dem Feste Gelegenheit bieten könne, Samuel in einer Weise entgegenzutreten, daß er nicht ahnen konnte, von woher die Gegnerschaft kam. Man hatte in der großen Halle Platz genommen. Sie war durch allerhand in Kübeln gezogene blühende Bäume aufs prächtigste verziert. Oliven, Feigen, Mandeln, Bystazien, Lorbeer, Myrtzen und Zuckerrohr wechselten 'in bunter Pracht. In der Mitte der Tafel prangte eine Riesenmusches aus Porphyr, mit künstlich ab- und zufließendem Queckfllber gefüllt, das von ber durch Vorhänge gedämpften Sonne beleuchtet, einen blendenden Schein zurückstrahlte und das seinen Silberglanz über alle Menschen und Gegenstände zauberhaft ergoß. Auch diese Muschel war ein Geschenk des Königs und sie trug Sabbat-Ansang u. Ausgang. nn^n OBV: Anfang SotUR AuSgcmg UhrlMm. 1908 5669 UbrlMin. 28. Nv. 4. Kißlew »raukfurta-M 4 05 5 20 Serif« .... — — 4 47 Münch« . . . 4 15 5 08 Straftburg . 4 30 5 25 Stuttgart. . . 4 15 5 14 Poi« ... — — 4 42 »JtärttBerg . . — — 5 0ö Hamburg. . . — — 5 25 Brau. — — 4 40 Für de« Reklamenteil ist die Redaktion nicht verantwortlich; insbesondere ist es ansschliestlich Sache der Leser, die im Reklameteil enthaltenen Smpfehümoe« ,it«eüer Ware« oder sonstige «naade» religionSaefetz. liche» Eharakters auf ihre ZnverlSssigkeit zn prüfe». Meine Danen, Sin nachm mich wirtlich Bernds O O mit dem ewigen Husten. Sie tun gerade so, als ob's keine Fa?s ächten Sodener Mineral- Pastillen gäbe. Ich begreife überhaupt nicht» wie ein Mensch sich mit Hosten plagen kann, wenn er die Möglichkeit hat, ihn für ein paar pfe, nige auf bequeme Art Io» zu werden. Nehmen Sie $ays ächte Sodener und Sie hust.n nicht mehr. Die Schachtel kostet ja nur 85 pfg. und ist überall erhältlich. 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