Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 49 (1908)
- Issue
- Heft 47 (26.11.1908)
- Date
- 1908-11-26
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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«eite 14 Nr. 47. Der Israelit. 26. November 1908 auf ihrem vergoldeten Sockel in Anspielung der Verdienste, die sich Samuel um den Bau der al-Hambrah erworben, den Spruch: Tie Wiedergeburt der maurischen Kunst durchdrungen von denr Geiste des Judentums. Auf einem Speisebett an der Spitze der Tafel hatte Samuel Platz genommen. Rechts von ihm die höchsten.Beamten des Fürstentums, denn auch dem Bekenner des Moslem ist die Milah eine heilige Handlung. Auf der linken Seite saßen die ersten Vorsteher der Gemeinde, dann folgten die Rabbiner und Vorsteher sämtlicher Gemeinden des Königreiches Granada. Rabbenu Nissim hatte auf Anlaß des Gastgebers alle jüdischen Fremden der Herberge eingeladen. In dem Granadiner jüdischen Gasthause befanden sich stets Glaubensgenossen aus allen Weltteilen, denn Samuel unterstützte seine Brüder auf dem weiten Erdenrunde, überall wo man seine Hilfe heischte. Nachdem Diener mit silbernen Kannen und Waschbecken die Gäste sich die Hände hatten waschen lassen, sprach Samuel laut den Segensspruch über das Brot, dem ein hundertstimmiges Amen folgte. Junge gebratene Böckchen nrit persischen Aepfeln gefüllt^ wurden auf die. Tafeln gestellt und irdene Krüge mit hochgeschweiften Henkeln, in denen Chamr und Nabba (Rot- und Weißwein) funkelte, stellte man auf den Boden neben die SpeisebetteN 'der einzelnen Gäste. Den strenggläubigen Wabern, die keinen Traubenwein tranken, kredenzte man Nabid (Wein von Datteln und Feigen) und andere 'Fruchtsäfte. Samuel begrüßte seine Gäste und knüpfte an diese Rede eine talmudische Abhandlung, deren Scharfsinn und Klarheit das Staunen und die Bewunderung der talmudkundigen Gäste hervorrief. Nun ergriff der erste Mufti das Wort. In kunstvollen arabischen im Stegreif gedichteten Versen, einer bei den Moslemen äußerst geschätzten Kunst, entschuldigte er zunächst den König; ein leichtes Unwohlsein verhindere ihn an der Teilnahme an dem Feste. Sodann pries der Muftt den Gastgeber als einen Mann, der, obgleich viele Gegensätze in sich vereinigend,^ trotz alledem eine harmonisch geschlossene Persönlichkeit sei. Eine schönheitsfreudige, 'künstlerische Weltanschauung verbinde er mit einer Enthaltsamkeit und bescheidenen Lebensführung, deren sich manch finsterer Asket kaum rühmen könne. Er genüge den Forderungen, des wissenschaftlichen Denkens der Gegenwart, mit denen er den religiösen Gehalt des Judentums in Einklang bringe. Wo findet man, so schloß er, noch einmal in einer Person vereinigt, einen solchen Staatsmann, Grammatiker, Dichter und Talmudgelehrten? .Samuel dankte. Er freute sich innerlich, daß er auch der Gemüter der Araber sich bemächtigt hatte. Er erkannte in diesem Augenblicke sich noch immer und dauernd als den alleinigen Herrn der Lage. Er hatte die beiden großen Stämme des Landes der Berber und ihre Feinde, die Araber, völlig in seiner Hand, über ihm der König, der ihm vertraute und ihn bewunderte, unter ihm die arabischen Staatsbeamten, die ihm Zu Willen sein mußten und mit den Berbern fortwährend in den Haaren sich lagen. Ich habe mich nach der Herrschaft nicht gesehnt, sprach er zu sich. Du mein Gott, Du weißt es, aber jetzt, da ich sie besitze, möchte ich sie nicht wieder entbehren. Rur seiner eigenen Volksgenossen war er nicht durchweg sicher. Der Blick der drei Vorsteher« toeutt sie sich unbeachtet glaubten, .verkündete nichts gutes und er hatte sie doch auch, wenn auch gegen seinen Willen, beleidigt. Doch was konnten sie ihm tun? Die meisten der jüdischen Einwohner Granadas, ja der ganzen Welt, waren seine Freunde und Verehrer, und so würde er sich vollkommen beruhigt und der Freude ganz hingegeben haben, hätte ihn nicht die Erinnerung an eitlen wüsten Traum bedrückt, der in der vergangenen Macht ihn nicht zur Ruhe kommen ließ. An jedem anderen Tage, der solcher Traumnacht folgte, würde er sich jeder Speise und jeden Trunkes enthalten haben. Doch heute an diesem hohen Freudentage? Er nahm sich vor, sich an zwei anderen dafür desto mehr zu kasteien. Das höchste Anliegen Samuels war zunächst, die Gäste aus den fernen Ländern so unterzubringen, daß sie von den Einheimischen nicht etwa als Arme oder Bettler mißachtet würden, er hatte daher denjenigen unter ihnen, deren Kleidung durch die Reise oder durch Mangel der zum Ankäufen neuer Kleider nötiger Summen unvollständig oder mangelhaft war, neue Gewänder verabreichen lassen, dann setzte er sie mitten unter seine übrigen Gäste und richtete auch zuerst an sie das Wort: „Nun Rabbi Josua, frug er den ihm am nächsten Sitzenden, wie geht es bei Euch in der heiligen Stadt — möge sie doch erbaut und aufgerichtet werden recht bald in unseren Tagen. Amen." Der Angeredete erwiderte: „Noch immer sitzt einsam die Stadt wie zur Zeit des klagenden Propheten, noch immer ist die frühere Fürstin über Länder zinsbar anderen. Seit neuester Zeit sind wir von den Seldschuken und den ägyptischen Fatimiden bedroht, die Juden und Christen in gleicher Weise bedrücken. Während aber die Nazarener Sendboten an ihre Brüder im fernen Germanien und Gallien senden und von ihnen Hilfe erwarten, ist Niemand da, der uns Arme rettet. Wemi nicht Dein Sendschreiben an den Kalifen gelangt wäre, und dieser daraufhin uns unter seinen besonderen Schutz genommen, wahrlich wir wären längst dahingeschwunden. Darum Dank Dir, edler Vezier."; „Kernen Dank beanspruche ich, was ich getan, war meine Pflicht, ich werde Dir ein neues Schreiben meines Königs an Euren Kalifen mitgeben und auch eine Summe Geldes für Eure Schulen." Der Angeredete wollte sich mehrmals bedanken, doch bereits hatte sich Samuel an einen anderen Gast gewendet, dessen auffallende Kleidung schon lange die Aufmerksamkeit der anderen auf ihn gelenkt hatte. (Fortsetzung folgt.) lamMeunacdücdten. Geburten: Eine Tochter: Albert Bend heim (Nathan) Frankfurt a. M. — Einen Sohn: Heinrich B enjam in (Dülken) Frankfurt a. M. — Berthold Strauß (Mainz) Frankfurt a. M. Verlobte: Betty Oppenheimer, B. Schönwetter Frankfurt a. M., Obermainstr. 30-London E. C. — Lina Bamberger, Jules Nordmann Frankfurt a. M.-Bafel. — Sophie Lichtenstein, Leopold Groß Uermenh - NyergeS - Njfalu. Vermählte: Adolf Leiser, Laura geb. Weiß Biala-Tarnow. Verstorbene: Frankfurt a. M. Frau Therese May geb. Meyer Für den Inseratenteil ist die KeaaKtion ment Terantwortitch; insbesondere ist es ausschliesslich Saehe der Leser, die im Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen ritneilerWaren oder sonstige Angaben rellglonsgesetzllehen Charakters auf Ihre Zuverlässigkeit zu prüfen. Der heutigen Nummer unseres Blattes liegt ein Prospekt „Vesulan“ betr. von der Schwanen-Apotheke in Frankfnrt a. M. bei und machen wir unsere verehr!. Leser hierauf ganz besonders aufmerksam. Conffltorel Seligmana I Frankfurt am Main, Rechneigrabenstrasse 15 Unter Aufsicht Sr. Ehrw. des Herrn Rabbiner Dr. Breuer, Versand nach dem ln- und Ansland. TaunuSstr. 49 WlßSllSlIßD TaunuSstr. (am Kochbrunnen.) ‘rctt Pension e. Mlttagstlseh ■«« tm I. 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ES wird nachdrücklichst darauf hingewiesen, daß di« auS Ambcrg bezogenen Stopfgänfe religionsgesetzlich als genußtauglich OBO) nur angesehen werden können, wenn auf den Kopfe neben dem Koschersiegel des dortigen Schachet Herr« Godlewsky ein von d esem handschriftlich auSgefüllter Zettel mit Angabe der Schächtzeit und seinem NamenSzug befestigt ist. DaS Kontrollieren der Luftröhre (Weschet) liegt den Beziehern der Gänse ob. Die Gänse werden in Amberg nicht gesengt oder gebrüht. (11497 Sulzbürg, (Oberpfalz), Cbeschwan 5669. November 1908. Dr. M. Weinbeog, Distriktsrabbiner. Frankfurt a. M., RSaerbergweg' 30 Familienpensionat Ettlingen* für junge Mädchen zur Fortbildung in allen wissenschaftlichen Fächern. Gründliche bäusliche u. gesellschaftlich, Ausbildung. (11283 'mra? WIESBADEN KM-‘ur-*,e Pensionat and Mfiere NchteRCMde von Heratine Wolffe Aufnahme vo» Zöglinge« zn jeder Zeit. Prospekte and Refettuu dar» die Boriteberin. 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