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Der Israelit · 1908-11-26 · Heft 47 (26.11.1908) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
49 (1908)
Issue
Heft 47 (26.11.1908)
Date
1908-11-26
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6. Rr. 47. Der Israeli!. 26. November. 1908 26. erweisen, auch das erwähnte Gutachten Chorins war darin erschienen. Das Buch wurde im Jahre 1818 in Dessau gedruckt) eine Ode dichtete, zu Ehren des Verfassers eines Buches, worin unter anderen Liebenswürdigkeiten folgende, einen Pfefferkorn in Schatten stellende niederträchtige Lüge aufgetischt wird: SinET tilb ON2 'ft mT ^2 bvü 'M xb ft'21!2lpn '22 D'Ö2 1LV2N ftrn TT2in vbw 10*12122'N2V pn bw nbbrt tobö OlbttDI DS-1K DlbtP2 y?finr6*>- Mit solchen — Liebenswürdigkeiten " bestrebte man sich die Feinde der Reformen einzuschüchtern**) Darüber, daß dieser Mann in seiner Gemeinde kleinere und größere Reformen einführte, wie dieser „Rabbiner" sich nennende Mann den Grundstein dazu legte, daß die ehemalige jüdische Gemeinde in Arad zu einer jirrfol W geworden, in deren Tempel auch schon Ehen zwischen Juden und Christen „eingesegnet" wurden, möchten wir kein Wort verlieren. Nur das noch wollen wirerwähnen, daß derselbe im Jahre 1842, in seinem 77. Lebensjahre, da er bereits am Rande des Grabes stand, noch für gut fand, in dem bekannten Streite zwischen dem Oberrabbiner Tiktin und Abraham Geiger, — ersterer weigerte sich bekanntlich den vom Breslauer Gemeindevorstand zum zweiten Rabbiner gewählten Reformer Geiger als Amtsgenoffen anzueickennen, — die Partei des letzteren zu ergreifen, die Partei eines Geigers, den ein nicht orthodoxer Rabbiner einst mit folgenden Worten charakterefiert hat: „-spricht er doch fernerlaut den Segen über die „Thorat emeth^, die er in klaren Worten wiederum als gefälschte und Lügen jeder Art enthaltende Thora bezeichnet hat,- bat er doch unzählige Mal diese „Thorat Emeth" in feierlichem Zuge einhergetragen, die er im Herzen für ein durch und durch untergeschobenes Werk hält, unzählige Mal gewiß von „unseren weifen Lehrern" gepredigt, die er im Grunde für Thoren, bornierte Geister hält u. s. w. u s w." -Rabb. Dr. Treuenfels in Stettin in seiner „Israelitische Wochenschrift", *) Erbittert ruft P. Mose Sofer f. A. aus: ■rem «in 16o «ipftv wft '2 -lptr »im TTftH nübmv 12'7N21 021 .'121 N'VN NX ^2« .Dana 01^V21 ni2boSr N01^>V2 „bb&nnS npofi #b Ir«' D2nao 'n or *wk nro D2 '121 N2^N2 omon ’oo it mm* (Ch. ®. vi,.95>. **f Auch die neologen Champione in Ungarn verschmähen nicht von Zeit zu Zeit eine ähnliche KampfeSweife. So rief z. B. der heutige neol. Kanzleipräses Mimrus Mezei in seinen Flegel"jahren w e folgt aus! »Die Talmudthora- -- chulen und die Jeschiboth werden wir knisteren, denn diese Anstalten find vernichtendes Gift für die Kultur und ziehen nur die icheinueilige Andächtelei groß!" (M. Zfiido, 1908, 1. Nummer, S. 8.) Doch hierüber ein andermal. 1870, Nr. 41—42). Und für diesen Mann trat der 77 Jahre alte Chorin in die Schranken, fürwahr 2N1VN THH 02/1*? *6-’. Zugleich spricht er in dem zu Gunsten Geigers abgegebenen Gutachten aus, daß alle mosaischen Gesetze nur im Lande Jsroel von verbindender Kraft seien (S. Rabbinische Gutachten, Breslau 1842 und 1843. — Bergl. Jost, Gesch. d. Jsr., 10. B., 3. Abt., S. 175 u. f.) Ein Jahr darauf veröffentlicht der spätere Großkanischaer Reformapoftel Hirsch B. Fasset i« „Orient", 1833, Nr. 5—8, einen famos«? Sistierungsplan, wonach man auf Grund VM drehter oder nicht verstandener TalmudstellAM Beruflich tungskraft des alten Schulchan Wtsich bis — auf bessere Zeiten suspendieren soll! Das ist die in damaliger Zeit so berühmt getdotbene Faffelsche rti’V niOin oder viel richtiger iW nm W £f>eorte! Die anderen reformatorischen Heldentaten dieses Mannes sind erwähnter Haupttheorie gegenüber wahrlich nicht der Rede werte Kleinigkeiten", darunter auch die Aeußerung' in dessen „Mosaischem Zivilrechte", daß die Ehe zwischen Juden und monotheistischen Nichtjuden gar kein so großes Malheur sei. (Bgi. Jeschurun, II. Jahrg., S. 167.) Und dieser Mann*) war später einer der Hauptrnfer im Streite der Kongreßler gegen die ungarische Orthodoxie! (Schluß iolgt.) LVfC,.. orrespondenzen und M^achrichten. Deutsches Deich. Frankfurt a. M., 25. November. Wir haben in der Besprechung des von Herrn Dr. Loewe gegen die Pekidim gerichteten ungerechtfertigten Angriffs vor 14 Tagen hier der *) fU(*i der gegen Hirsch min gerichtete N*1L2 211N (1839) stammt von demselben. ' Erwartung Ausdruck gegeben, Herr Dr. Loewe werde ehrenhaft genug denken, um feinen Irrtum cinzugestehen und die darauf basierenden Beschuldigungen zurückzunehmen. Wir konstatieren mit aufrichtigem Bedauern, daß wir uns in dieser Erwartung getäuscht. Herr Dr. Loewe glaubt seiner Sache zu schaden, wenn er die Wahrheit bekennt, und zieht es vor, zu schimpfen, statt zu diskutieren. Er druckt unsere Korrespondenz loyaler Weise -vollinhaltlich ab, leitet sie aber mit folgenden Sätzen ein:; „Es war selbstverständlich, daß ich mit meinem ^Artikel über die Chalurah in ein Wespennest gegriffen habe. Es wäre auch noch schöner, wenn sich der „Israelit" in Mainz (sie!) die Verteidigung der „Religion" gegen mich hätte entgehen lassen sollen. Um keinen unserer Leser darüber im Zweifel zu lassen,.was für ein Kerl ich bin, dessen Feindschaft gegen Religion und Chalukah keine Grenze kennt, erlaubt mir die „Jüdische Rundschau" hier den Angriff des „Israelit" in extenso abdrucken:" Hierauf folgt, nicht in extenso, sondern wörtlich unser „Angriff", und alsdann heißt es weiter . „Was da die Pekidim und Amarkalim zum Abdrucl bringen, sandten sie mit gutem Grunde dem „Israelit" ein, denn die Merkmale einer preßgesrtzlichen Berichtigung trägt ihr Eingesandt in keiner Weise. Es war daher vorsichtig von ihnen, für den Abdruck im „Israelit" zu sorgen, den diese ideale Ketzerverbrennung in majerem Chalucae gloriam bei seinen Lesern kn noch größeren Geruch der Heiligkeit versetzt. dagegen nmß erstlich festgestellt.rvecden, daß ich die neueste Mrechnung der Pekidim und Amarkalim meinem Artikel zugrunde gelegt habe, und baß es nicht meine „grobe Fahrlässigkeit" ist, wenn die Abrechnung aus dem Jahre 5666 erst jetzt erfolgt ist. Ueberhaupt ist es ein schwerer Mißbrauch, daß stets Jahr und Tag verstreichen, ehe die Mrechnung veröffentlicht wird. Ich konnte keine andere Abrechnung zugrunde legen, als d ie soeben veröffentlichte. Sobald eine neuere Mrechnung veröffentlicht wird, werde ich keinen Augenblick zögern, mit ihr abzurechnen. Das ungleich wichtigere an dem Eingesandt der Pedikim und Amarkalim ist ihr verstecktes, aber sehr verständliches Eingeständnis, daß alle die Mißgriffe, die ich seit anderthalb Jahrzehnten rüge und anklage, dazu geführt haben, daß Jahrzehnte lang der unter einander allseitig versippte ,Kvlel Hob" trotz seinernotorisch guten materiellen Lage die „für die Gesamtheit der Armen des Heiligen Landes" gesammelten Armengelder geschluckt hat. .Wenn den Herren in Amsterdam der Ausdruck „Familie" nicht gefällt, so werden sie das deutschere Wort „Sippe" für die gleichnamigen Chalukahnehmer keineswegs zurückweisen können, umsomehr, als ja auch die ungleichnamigen nicht minder nahe miteinander verwandt sind. Die bisherigen Chalukahgelder sind zum Teil gut verwaltet, da ihre Empfänger sie zu so guten Zinsen anlegerr konnten, daß die Kolonie Pethach-Thikwah noch heute ein Lied davon zu singen roeiß. Dem nach Palästina entsandten „verantwortlichen Beamten" empfehle ich dei Schulverhältnisse gewisser Güter daselbst eingehend zu studieren. Die Pekidim und Amarkalim sollten nicht berichtigen, was nicht zu berichtigen ist, sondern b e s s e r m a ch e n!" 4 gesetzl nachd rwmr nn I friede Gerät Berti srchtli Loew des ' haup dame dem" run zige bilde Loen der sei, 1 gelt, gehöi Lifte noch lei 0 Loe« fr cm stam Mul von feit" sond weit kidir ges d er off Mei p 1 nur sorü des glei Ruj zufl' kein übe! übli Dir wie als nu Wie von stär und mel Lär tik hol' der mit stär and wurde. Das Verfahren.wurde vielmehr gegen einen christlichen Schlächter eingeleitet, der aber wegen Mangels an Beweisen freigesprochen wurde. Die Gerichte haben die antisemitischen Lügen gekennzeichnet als das, was sie sind. Ein trauriges Zeichen der Zeit aber ist es, daß solche Prozesse am Ausgang des 19. Jahrhunderts überhaupt noch möglich waren. IZur Statistik der Jaden in Bosnien und Herzegowina.) Herr Ch. Weitzner, Mitglied der Huldigungs-Deputation beim österreichischen Kaiser, machte der „Neuen National-Zeitung" in Wien nachstehende Mitteilungen über die Juden in Bosnien und Herzegowina. Die letzte. VolEzählung fand im Jahre 189-3 statt. Damals verteilten sich die Jude,: wie folgt: Sefardim Aschkenaznn 1. Sarajewo 3633 1068 2. Banjaluka 403 345» 3. Bihac 161 59 4. Dolnija-Tuzla 749 596 5. Travnik 655 265 6. Mostar (Herzegowina)_84 141_ 5729 2484 im Ganzen 8213 Diese Zahl der Juden dürfte sich jedoch inzwischen bedeutend vermehrt haben. Genaues wird erst nach der nächsten' Volkszählung im Jahre 1910 zu erfahren fein. Unter den österreichisch-ungarischen Staatsbürger« überwiegen an Zahl die Ungarn, dann kommen die Galizianer an die Reihe. Unter den 2484 Afchkenazim im Jahre 1895 waren a«S Ungarn 1441 und aus Aalizien. 515. in der Heyzegowina, und zwar in weife daran«, weil vor der österreichischen Okkupation das Land durch häufige Einfälle der wilden Horden der Montenegriner, die die nahe Grenze bei Gaeko. überschritten und oft Raubeinsälle übten, stets beunruhigt wurde. (Die Zahl der Inden in Russisch-Polen.) Aus Warschau wird der „N. I. K." geschrieben: Nach den Angaben des Warschauer stattstischen Komitees betrug die Zahl der Juden in Polen am 1. Januar 1908 1,716,064, und zwar in der Stadt Warschau 277,787, im Gouvernement Warschau 198,597, Gouvernement Kalisch 100,080, Gouvernement Kielye 104,515, Gouvernement Lomza 103,394, Gouvernement Lublin 205,894, Gouvernement Petrikau 282,075, Gouvernement Plozk, 69,781, Gouvernement Radom 150,733, Gouvernement Sulwalk 80,599 und Gouvernement Sidlce 149,317. Tie Gesamtzahl der Juden beläuft sich auf 14,5 Prozent der Bevölkerung Russisch-Polens. (Reolog, Spezialitäten.) Im vorigen Jahre ist in Wien Donato Taußig gestorben. .Derselbe traf die letztwillige Verfügung, daß von seinem Vermögen eure Million Kronen der Orden der Barmherzigen Brüder erhalten sott, dagegen wurden vom Genuß, seiner übrgien Verlasfenschaft die sog. „polnischen" Juden ausdrücklich ausgeschlossen. Ter Fall wurde durch eine eigentümliche Szene wieder aktuell, die sich kürzlich in der Wiener Synagoge in der Seitenstettengasse abspielte. Zu Beginn des Gottesdienstes erschienen hier nämlich zwei Mitglieder des Barmherzigen Ordens in vollem Ornat. In ihrer Begleitung befanden sich auch sechs Polizisten in Uniform. .Die kleine Gesellschaft begab sich, wie sie gekommen war, in den Tempel und Nahm in der ersten Bankreihe auf den heften Schert Platz... Sie warteten stlll daS Gide des ".. WiÄÄ-‘' Reihe kam, erhoben sich die beiden Ordensbrüder und verrichteten mit den übrigen jüdischen Trauernden andächtig das Gebet für das Seelenheil des Verstorbenen. Später erklärten sie, warum sie dies getan haben. Weil Taußig die Million Kronen dem Wiener Ordenshause der Barmherzigen Brüber unter der Bedingung vermacht hat, daß der Orden am Jahrestage des Ablebens des Erblassers zwei Mitglieder in die Synagoge zu entsenden yat, um dort das Gebet für das Seelenheil des Verstorbenen gleichzeitig mit den übrigen Kadischsagern zu verrichten. Der Orden habe die Million auch unter dieser Bedingung angenommen. (Schädelmessung.) In Bechhold's „Umschau" veröffentlicht der bekannte Naturforscher Professor Tr. Klaatsch einen Artikel über „den Bankrott der alten Schädelmessung" und die' von ihm eingeschlagenen neuen Bahnen der Forschung. Er konstattert, daß die alte Craniometrie (Schädelmeffung), welche glaubte, durch die tabellarische Anhäufung von Maßen und Indizes Schädel wissenschaftlich bearbeiten zu können, oollstandig bankrott sei. Die ganze Fragestellung, mit der die Anthropologie bisher aü die Bearbeitung des Materials herangetreten Ist, hat sich als verkehrt erwiesen und konnte keine Resultate liefern. Es würde weit führen, die außerordentlich sinnreichen Methoden hier nachzuweisen, die Klaatsch bei seinen Schädelforfchungen anwendet. Bon unserem Standpunkte aus ist es indessen besonders wertvoll, nunmehr von autoritattver Seite festgestellt zu sehen, auf welchen Grundlagen der von Chamberlain, Ammon und anderen jahrzehntelarm betriebene anttsemittfche Unfug beruht , hat, der mit Lang- und Kurzschädeln und ähnlichem Willfährigen" mtthropologifchem Material ausgeübt wurde. 1i; J&SSfiS'''

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