Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 49 (1908)
- Issue
- Heft 47 (26.11.1908)
- Date
- 1908-11-26
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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'N ' '*. Dt 47 Der Israelit 36. November 1Sv8 im Falle von Berechtigung, auf friedlichem Wege die Erziehungsarbeit in andere, bessere Bahnen zu führen, wird nicht verfehlen können, die gegen den umfassendsten Verein der auf der Erdenrunde lebenden Glaubensgenossen ber unzähligen derselben bestehenden Beschwerden zu beseitigen. Damit aber dieser erhabene Zweck in Wirklichkeit erreicht werde, möge sich das verehrte C. C. dazu entscheiden, die geplante Prüfungskommission zu ergänzen mit einer Autorität von allgemein anerkannter streng traditionell-gesetzestreuer jüdischer Richtung. Diesem Mitgliede werde die Vollmacht erteilt, den Zustand auch von seinem Standpunkte selbständig zu untersuchen. Das verehrte C. C. sei davon überzeugt, daß diese Bitte allein und ausschließlich dem herzlichen Wunsch entsprießt, dem im weiten Kreise bestehenden, für den edlen Namen und die glückliche Entwickelung der Alliance so bedauernswerten Mißtrauen ein Ende zu machen. Nur auf diesem Wege kann ja dieser große jüdische Weltbund sein, und unter des Allgütigen Obhut bleiben, das was ihre seligen Stifter beabsichtigten und auch das heutige C. C. wiederholt als sein Bestreben kennzeichnete: eine von allen Glaubensgenossen gleich geachtete und kräftig geförderte materielle und moralische Hülfsugelle für unsere um ihren Glauben leidende Brüder und Schwestern; indem der jüdische Bund seiner Erziehungsarbeit den Geist und d'ic Richtung des alt-überlieferten und für die bedeutende Mehrheit der jüdischen Volksgemeinschast allein gültigen Judentums zu Grunde legt. Einer recht baldigen günstigen Berücksichtigung ihrer Bitte gerne entgegensehen-, zeichnen rc. Man wird nicht behaupten wollen, daß Form oder Inhalt dieser beiden Schreiben eine reiche Fülle der Sympathie für die „Alliance" und ihre Leistungen vermissen lassen, daß ein Mißtrauen gegen die Absichten, welche das Zentral-Komitee bei Entsendung der Prüfungskommission leiteten, auch nur im Tone leisester Andeutung darin zum Ansdrucke gelangte, oder daß etwa gar der Wunsch Unfrieden zu stiften, einen Zankapfel in die Mitgliedschaft der Alliance za schleudern, bei dem Schreiben Vater gestanden hätte. Vielmehr lediglich der heilige Drang im Herzen ernster, im Leuen gereifter Männer, die nur allzulange im Gewissenskampfe mit sich selbst die Fahne der Alliance trotz aller religiösen Bedenken hochgehalten haben, die sich darbictende Gelegenheit zu ergreifen, um zur Klarheit über die Dinge zu kommen, die ihnen schon so oft und so viel Herzenskummer bereiteten; das Vertrauen, daß, wenn ihre Bedenken berechtigt, von dem Gerechtgkeitsgesühl der Allianceleitung deren Beseitigung und Verhütung für die Zukunft erwartet werden dürfe/ nur der selbstverständliche Wunsch dieser Männer, durch einen Gleichdenkenden, mit denselben Voraussetzungen wie sie an die Sache herangehenden Gesinnungsgenossen den Befund ausnehmen und seststellen zu lassen. — das allein ist's, was für jeden Unvoreingenommenen aus jenem Schreiben spricht. Und diese Charakterisierung des Schreibens wird durch die Namen m •m Der Segelt des Selters und die Uorsebung. Eine Betrachtung zum Wochenabschnitt von Rabbiner Israel Nobel in Filehne. Unfte Welsen haben die Thränen, die Jfaks Auge verdunkelt und umnachtet haben, gezählt. Sie haben durch die Gründe, die sie für die erloschene irdische Sehkraft - unseres Vaters Jsak auffinden, gleichsam das geistige Auge unseres Patriarlen wachgebracht, daß es nun für immer in überirdischem Glanze segnend auf uns herntkderstrah t. Drei Gründe gaben sie uns vornehmlich für das zu frühe Greisentum unseres Eaters Jsak an. Einmal bringen die Kränkungen im Leben den Menschen zu ftüh zur Gruft. ]TDn*l pTO )pl '2 ’TPI VW Als Jsak alt war, wurden seine Augen zu schwach zum Sehen. Ja, Jsak ist ein Greis geworden. der Unterzeichner, die wir mit ihrer Genehmigung hier Mitteilen dürfen, sicherlich nicht beeinträchtigt: Rabbiner Dr. A Ackermann, Brandenburg, Rabbiner I. Ansbacher, Labischin, Rabbiner Tr. Jsaac Auerbach, Halberstadt, Rabbiner Dr. O. B ä h r, Prenzlau, Prof. Dr. Bart h, Berlin, Prov.- RabbinerDr.Bamberger, Hanau, Distriktsrabbiner Nathan Bamberger, Würzburg, Rabbiner Dr. Seckel Bamberger, Kissingen, Oberrabbiner Dr. Baßfreund, Trier, Rabbiner Tr. I. Bondi, Mainz, Rabbiner Dr. Carlebach, Lübeck, Rabbiner Dr. Ephr. Carlebach, Leipzig, Rabbiner Dr. I. Cohn, Rawitsch, Rabbiner Dr. Cohn, Kattowitz, Rabbiner Dr. N. Cohn, Burgpreppach, Rabbiner Tr. A. Cohn, Basel, Rabbiner Dr. L. Dünner, Rogasen, Rabbiner Dr. Friedmann, Grätz, Rabbiner Dr. S. Golliner, Beuthen, Distrikts-Rabbiner Dr. S. G o i t e i n, Burgkundstadt, Rabbiner Dr.Gradenwrtz, Tarnowitz, Rabbiner Dr. Ehrentreu, München, Rabbiner Tr. I. G u g e n h e i m, Saarunion, Rabbiner Tr. Heppner, Koschmin, Rabbiner Tr. Meier Hildesheimer-, Berlin, Rabbiner Tr. M. Hossmann, Randegg, Rabbiner Dr. M. Kahn, Seminarlehrer, Eßlingen, Rabbiner Tr. M. Kottek, Homburg v. d. Höhe, Rabbiner Tr. W. Lew in, Wreschen, Rabbiner Dr. Liebermann, Königsberg, Landrabbiner Tr. I. L ö b, Emden, Rabbiner Tr. Loewenthal, Hamburg, Bezirksrabbiner Tr. L o e w e n st e i n, Mosbach, Tisiriktrabbiner Dr. Mannes, Schwabach, Landrabbiner Dr. M a n n h e i ni e r, Oldenburg, Rabbiner Tr. Marx, Darmstadt, Rabbiner Dr. M. Marx, Recklinghausen, Distriktsrabbiner Dr. S. Meyer, Regensburg (Redakteur der Deutsch..Israelit. Zeitung), Provinzialrabbiner Dr. L. Munk, Marburg, Rabbiner Dr. I. M ü n.z, Berent Westpr., Rabbiner Dr. S. N e u w i r t h , Bingen a. Rh., Rabbiner Dr. N e u h a u s, Ostrowo, Rabbiner Nobel, Halberstadt, Rabbiner Dr. Js. Nobel, Filehrre, Rabbiner Dr. R o s e n a k, Bremen, Bankdirektor Siegmund Rose nb a u tu (Mitglied des Landes-Comitss des Großherzogtums Baden), zugleich im Namen von Eduard Bauer, Hermann Kauffmann, Max Kauffmann, S. Mendel, Leopold Simon, Machol Straus,, sämtlich in Mannheim, Rabbiner Dr. R o s e n t h a l, Köln, Tr. med. R u b e n s, Aclsenkirchen, Distriktrabbiner Dr. S a l v e n d i, Dürkheim a. H., Rabbiner Dr. S a e n g e r , Mergentheim, Rabbiner Dr. Sal. Schüler, St. Ludwig, Rabbiner S. H. Schüler, Bollweiler, Rabbiner Dr. Silberb e v g, Schrrmm, Rabbiner Dr. Schweizer, Weikersheim, Rabbiner Dr. Max Staripolski, Zobern, Distriktrabbiner Dr. S. Stein, Schweinfurt, Rabbiner Dr. Jsaac Stein, Memel, Dr. G. Dachauer, Wttrzburg, Rabbiner Dr. W e i l l, Buchsweiler, Bezirksrabbiner Tr. W ei n garten, Ems, Rabbiner Dr. B. Wolf, Köln, Distrittsrabbiner Dr. Z. Wolf, Bischheim, Rabbiner Dr. W r e s ch n e r, Samter. A. van Loen, Oberrabbiner, Haag, A. Rodriguez Pereira Szn., Oberrabbiner der Portng. Gemeinde, Haag, I. van I. P a l a ch e, Oberrabbiner der Portng. Gemeinde, Amsterdam, L. Wage narr, Oberrabbiner Arnheim, S. R u d e l s h e i m, Oberrabbiner, Leeuwarden, S. I. S. Hirsch, Oberrabbiner, Zwolle, E. Hamburg, Mzn., Oerrabbiner Groningen, M. M o n a s ch, Oberrabbi'ner Meppel, S. Heertjes, Oberrabbiner, 's Hertogenbosch. Oder wollte jemand Männern, wie dem greisen Posener Rabbiner, der zwei Menschenalter lang seine Tatkraft für die Sache hier Alliance eingesetzt hat, wie Dr. S a l v e n d i, dessen ganzes Leben nur ein Wirken im Sinne vorurteilslosesterhingebendster Nächstenliebe ist, v taWi quanti, wollte er den im praktischen Leben stehenden Männern, die sich zur Unterzeichnung des Schriftstücks bereit fanden, unterstellen, daß sie von faktiöser Oppositionslust getrieben oder theoretisierender Kleinkrämerei zuliebe, zu jenem Schritte sich bewegen ließen? Diese Vorstellung ist wahrlich zu absurd, als daß man sie den Männern, die das weitschauende Alliancewerk zu leiten haben, sollte zutrauen dürfen, wiewohl sie sich einem Unbefangenen bei dem Passus in dem Antwortschreiben des deutschen Bureaus förmlich aufdrängen muß. Doch darüber weiter unten/ von den Männern des Zentral-Komitees der Alliance möchten wir diese Vorstellungen nicht gewinnen/ umso schwerer hält es aber, den ablehnenden Bescheid zu versichert, den trotzdem das Zentral-Komitee auf die Eingabe zu erteilen für gut fand. Der Beschluß des Zentral-Komitees lautet: „Das Zentral-Comits Hai mehrere Zuschriften erhalten, in denen beantragt wird, der nach dem Orient zu entsendenden Inspektions-Kommission einen Vertrauensmann der „gesetzestreuen Juden" beizugeben. In Erwägung 1. daß das Zentral-Comits sich bei der Wahl der zu delegierenden Männer durch.keinerlei Rücksicht aus deren Parteirichiung innerhalb des Judentums hat leiten lassen, 2. daß für die Auswahl und für die Wahl allein bestimmend waren die Festigkeit der religiösen lleberzeugung, die Würdrgteit der Lebensführung, die Unabhängigkeit des Charakters, die wissenschaftliche Autorität, das persönliche und berufliche Ansehen; daß alle diese Forderungen durch die Eigenschaften der gewählten beiden Rabbiner in jedenr Betracht gewährleistet werden, 3. daß man von vornherein die Unparteilichkeit der Kommission verdächtigen und ihre Mitglieder auss schwerste beleidigen würde, wenn man ihr den Vertrauensmann irgend einer Parteirichtung beigeben würde, bedauert das Zentral-Comits dem Wunsche der Antragsteller nicht Folge leisten zu können." Es liegt uns völlig fern, in diese Worte des Zentral-Komitees das mindeste Mißtrauen zu setzen, und wir unterstellen als Tatsache, daß die Herren an die Wahl ihrer Vertrauensleute herangegangen sind, ohne daran zu denken, daß die Judenheit in allen modernen Ländern in religiösen Fragen in zwei scharf geschiedene Lager geteilt ist. Wir unterdrücken den überaus naheliegenden Gedanken der Kritik, ob Männer, die an die Behandlung jüdischer Angelegenheiten mit so sorgloser Unberührtheit von der Macht des Tatsächlichen Herangehen, geeignet sind, das Judentum universell zu vertreten und gegebenenfalls mit verhängnisvollster Wirkung zu engagieren. Wir unterdrücken diese Gedankenreihe, um nicht einen Ihn haben die Jahre und Tage übermannt, fie find mit ihrem Leid und ihren Vitterniffen über ihn gekommen, nicht daß er wie Abraham und Sarah Q’fcO in die Zeit und die Jahre des Lebens, die man bei andern Menschen Greisenjahre nennt, jugendftisch hineingeschritten wäre. ' VW 'N27l1 Jsaks Augen wurden zu schwach zum sehen: miWÖ THE? lbtf bw ptPtfS flVHDpbl vom Rausche götzendienerischer Opfer, die der eigene Sohn darbrachte. Wenn das Kind nicht in den Wegen frommer edler Lehren wandett, sondern ihnen jrn fVIÖ Herzleid antut, das gräbt fich gar bald in die fröhlichen Züge des Gesichts ein, macht Ettern vor der Zeck grau und alt, nimmt ihnen die Freude, weiter in diese Welt zu schauen, und bevor ste noch von hinnen gehen, ist ihr Auge schon zum Himmel entflohen. Wenn das eigene Kind ausartet, was nützt dann aller Reichtum und Besitz? Da mag das Korn hundertsälttg aus eigener Flur sprießen, da mögen Könige um die Freundschaft des Greises fich bewerben, das Glück ist entschwunden. Und wie v el roher und herzloser ist Esaus Gebühren, als er es doch vor einem Gottesmann zeigt, dem die Engel schon das Wiegenlied gesungen -haben und dessen Lebens geschickte von seiner Geburt an mit göttlichen Wundern durchwirkt und verwoben ist. Wie gottlos, das Auge des Mannes durch verbotenen Opferrauch zu trüben, der in der ganzen Geschichte der Menschheit das rührendste Beispiel gerade für ein wahres Gottesopfer auf dem Berge Mortah darbot. Doch ein wenig bester können wir das Benehmen des götzendienerischen Sohnes Esau gegen den Patriarchen Jsak verstehen, wenn wir die zweite Begründung uns vergegenwärtigen/ die unsere Weisen für die Erblindung Jsakß anführen. Npvw2 nmö IW pN2N1 1N71B2 TOP 1M82 *110TWb HSV") V*2K fpm N272N mn 2'212 vm mm '2X2V irni 2'VVN ♦TW TOB1? IW *72 1*7B21 D*TTOm Jsaks Auge war deshalb getrübt für irdischen Blick, weil bei seiner Opferung, als der Vater schdn im Begriffe war, ihn darzubringen, die Engel vom Himmel herab weinten und ihre Tränen Jsaks Auge trafen. Für einen solchen Mann, der die Engel im Himmel um seine Opferung weinen sah, dessen Auge vom himmlischen Lichte bereits auf Erden gesättigt war, ist Esau nicht geschaffen. Es fehlt ihm das Verständnis dafür, daß sein Vater, ein lebendiges Hetligtunr aus Erden, empfindlicher ist und beim Anblick der Sünde körperlich mehr leiden muß als andere. Und nun wollen wir das Greisentum Jsaks von diesem zweiten Gesichtspunkt aus betrachte *. Wer ist ein Greis? Der dem Himmel näher steht als der Erde. Wer ist blind für das Anschamn irdischer Dinge? Der Sänger und Seher der Zukunft, der als ein Busenfreund der göttlichen Majestät vom himmlischen Ltchtze zu sehr gesättigt ist, als daß noch irdische Strahlen sein Auge lebendig berühren könnten. Ja Jsak ist der Liebling Gottes: Nur auf heiligem Boden darf er weilen. nLin prri TOan nbiy nna» nonate Tin ba "jb •»*"12 Gehe nicht nach Aegypten, ruft ihm Gott zu, denn du bist als Mensch schon ein fehlerfreies Opfer des Himmlischen, und ungeheiligter Boden ziemt dir nicht zum Aufenthalt. Der Allmächtige erscheint dem. fliehenden Jakob als der Gott seines Vaters schon zu Jsaks Lebzeiten. Sonst bleiben die riD3 'iT)/ die Gottesprüfungen dem Menschen bis an fein Levensende nicht erspart, wie Eliphas im Buche Hiob sagt: 'Ul pnir WH!» m Gott traut seinen Heiligen nicht und die Himmel find nicht lauter in seinen l