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Der Israelit · 1908-11-19 · Heft 46 (19.11.1908) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
49 (1908)
Issue
Heft 46 (19.11.1908)
Date
1908-11-19
Page
– (sequence 10)
Language
German
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wär-srH’? Nr. 46. Sette 1V. Der JRraAtt. 19. November 19^8 eine gebildete Leiterin wird dort angestellt werden. Der Pensionspreis ist durchschnittlich auf 40 ML monatlich tzstgelegt worden, und ein Zimmer soll möglichst von zwei MÄichen bewohnt werden. Gut, reichlich und, wie Versichert wird, auch streng rituell wird die Verpflegung sein und im übrigen sollen. die Bewohnerinnen sich ganz zu Hause fühlen. Durch Zuwendungen seitens der Plautstiftung, des Humänttären Vereins und durch Privatgeschenke sowie durch Mit-- altedSbettrSge tritt der Verein mit einem Vermögen von «Ser 13000 Mk. an das neue Unternehmen heran. Der Vorstand setzt sich aus 20 Damen zusammen, denen noch Helferinnen zur Seite stehen. Camberg, 11. Nov. Den Eröffnungsvortrag im hiesigen „Verein für jüdische Geschichte und Literatur" hielt Herr Leopold Perlmutter aus Frankfurt a. M. über .Samson Raphael Httsch. In schwungvollen Worten, klarer und übersichtlicher Darstellung gab der jugendliche Redner das Lebensbild des gewaltigen Mannes. Bon der Boraussttzung ausgehend. Hatz die Lebensarbeit Hirschs nur an der seinem Wirken vorangegangenen Zeit zu beu . teilen sei, zeichnete Herr Perlmutter die Zeit des. Abfalls nach Mendelssohns Tobe und die Entstehung und Entwicklung der Reform. An Hand der .einzelnen Phasen aus dem Wirken S. R. Hirschs und Beispielen aus seinen grundlegenden Werken züchneie der Redner das Levenswrrk Hirschs, das mir Macht die Judenheit Deutschlands ein-r neuen Epoche zuführte, ln der man es gelernt hat, ein moderner Mensch zu fein, ohne auch nur ein Jota von seinem gesetzestreuen Judentum aufzugeben. Dem einstündigen Bortrage, der mit großem Beifall ausgenommen wurde, folgte eine sehr angeregte und lebhafte Diskussion, die Herr Lehrer Reichenberg eröffnete und in welcher der Redner die Notwendigkeit betonte, auch und besonders in Unserer heutigen Zeit, im Sinne S. R. Hirschs zu Ie&en unb zu arbeiten. Prrstburg 16. Nov. Eine außerordentlich zahlreiche Zuhörerschaft folgte am vergangenen Sonntag einer Einlaung des hiesigen fQtP '"112w-Berelns zu einem Bortrag des Herrn Moritz &. Loed aus Frankfurt a. M. Über den „Verband der ^abbathfreunbe, seine Ziele und Leistungen". Der größte Saal, der unserer Gemeinde zur Verfügung steht, war lange vor Beginn des Bortrages bis auf den letzten Platz besetzt, hauptsächlich waren die Bachurtm stark vertreten. Galt es doch einmal einen Deutschen zu hören, und besonders Herrn Loeb, dem der Ruf eines vorzüglichen Redners vorausging. Nach einer kurzen Ansprache des Präsidenten des hier erst kürzlich gegründeten fntp HÖltP Vereines, des Herrn Frey, begann Herr Luev mit i einen interessanten Ausführungen. Er gab in seinem Bortrag ein anschauliches Bild von der Gründung beS Vereins ’HISW/ der vor ca. Äs Jahren ins Leben gerufen wurde, wie der Verein anstmgS mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, wie aber der gerechten Sache schließlich der Sieg blieb. Er erzählte von guten Erfolgen der Stellenvermittlung, von der Wirksamkeit der Versicherung jüdischer gesetzestreuer GeschäftSangestellten gegen Stellenlosigkeit, von der Gründung des „Verbandes der -Sabbathfreunde," der Errichtung von Brockenhäusern in größeren Städten Deut chlands, von den vielen großen und kleinen Errunamschasten, die dem „Verbände der Sabbathfreunde", hinter welchen nunmehr 5000 gesetzestreue deutsche Juden stehen, zu verdanken find. Dann Mrte er hauptsächlich jenen großangelegten Plan aus, die Gründung einer Kredttgesellschast, welche kleine Kapitalien an gesetzestreue Juden ausleihen soll zur Gründung von Geschäften, die am geschlossen bleiben. Das alles war in einer so klaren und leichtverständlichen Sprache vorgetragen, daß reicher und lebhafter Beifall den Redner lchme. Mögen die begeisterten Worte des Redners auf fruchtbaren Boden gefallen sein und auch der hiefige j-QtP '"DIV-Berein eine segensreiche Tätigkeit entfalten. Personalien. Anrich, 15. Nov. Am 1. November d. Js. trat Herr Hauptlehrer und Prediger R eu ß in den Ruhestand. , Zu seinem Nachfolger hat die hiefige Gemeinde Herrn B. Wolfs, den rühmltchst bekannten Vorkämpfer für die Sache der gesetzestreuen Lehrer gewählt. Am bestieg nun unser neuer Prediger die Kanzel, nm seine Antrtttspredigt zu halten, die allgemeine Begeisterung entfachte und ungeteilten Beifall fand. In der ganzen Gemeinde ist man der festen Ueberzeugung, baß die Wahl unseres Predigers und Lehrers eine glückliche ist und wir uun vollen Ersatz für den in den Ruhestand getretenen Beamten gefunden haben. Möge eS Herrn Wolff, besten tiefes ^Wissen, Charakterstärke und Ueberzeugungstreue allgemein gerühmt werben, vergönnt fein, feines neuen Amtes zum Segen für unsere Gemeinde zu walten. Fischhansen, 8. Nov. Das Fest der Diamantenen Hochzeit feierte heute in körperlicher und geistiger Frische das Ehepaar Abrahamsohn (pens. Lehrer) in Meeenau. Schmieheim, 14. Nov. Im Alter von 84 Jahren starb hier nach kurzem Krankenlager der allgemein geachtete Herr Isaak Weil. Der Verstorbene zeichnete sich' durch geraden Charakter Und wahre Frömmigkeit aus. Bon dem hohen Ansehen, in welchem der Heimgegangene bet allen Teilen der hiesigen Bevölkerung stand, zeigte hie große Beteiligung an seiner rr*)b/ die am 9. d. Mts stAtffand. .tf'asan Briefkasten. H, in Z. Die S. R. Hirfch-JttbtlänmSnummer ist, solange noch der kleine Borrat reicht, bei der Expedition unseres Blattes zu haben und kostet gebunden 4,50 Mk., broschiert 3,50 Mk. - Rabb. Dr. F. in B. Rezension wird demnächst erscheinen. - I. B. in M. Die von Ihnen als Trostquelle hervorgehobene Lektüre erscheint UNS nur wenig „ttöstlich". Da besitzt doch unsere Literatur noch ganz andere Schätze. Manuskript folgt zurück. L. E. MB. Die fraglichen Fletschteile müffen gewissenhaft „geporscht" werben. Wie läßt sich hier nicht gut erklären. S. K. TVD^n rODÖ- Für Ihren Zweck dürste sich die Ueversetzung kaum etgnen. B. B. Dürfen, insofern ihre Herstellung resp. Praparierung nicht bekannt ist, nicht benutzt werden. K. L. in W. Wenden Sie sich an baS „Bureau für Statistik der Juden" in BerliN-Halensee, Johann Sigismundstr. 3. V. in Hr. Ist, wie Sie sehen, verwertet. Besten Dank! I. Kin L. Der Bolksbote erscheint zweimonatlich und wird den Mitgliedern der „Freien Bereinigung" gratis zugestellt. Im übrigm wenden Sie sich an das Bureau der genannten Bereinigung, Frankfurt a. M., Schützenstr. 14. QereittSRalenäcr. Berein Mekor-Chajtm, Samstag, 31. Novvr., Nachmittags 3% Uhr, S chützenstr. 3, Mikro-Vortrag des Herrn Fritz Wolfarth. — Sonntag, 23. Rovbr., abends 6 Uhr, im alten Saale des Kaufm. Vereins, Langestr. 26, Bortrag des Herrn Dr. Raphael Breuer über: „Die vier schönsten Frauen der Welt. Eine talmudische Allegorie." Beretni'gung zur Pflege jüdischer Lebens anschauung '22t Mittwoch, 25. November, abends 9 Uhr, im Beretnslokale Schützenstr. 3, „Betrachtungen zum Wochenavschnitt «Referent Herr Emil Gottlieb. Dozent Herr Prof.«. Weyl — Samstag, 21. Nov. fällt der Lektüren-Kursus aus. Jüdischer Frauenveretn e. B. Mittwoch, 25. Nov., abends 9 Uhr, in der Realschule: „Lektüre und Erläuterung des Buches Hwb". Dir. Dr. Lange. inderecke. w Doppefräfsel. (Bebräisch.) i. In schöner, entschwundener Zeit Stieg ich als Dank, Dem Allmächt'gen geweiht, Als Sühne, für ernste Begangepe Schuld, Als Jubel, Für gütig erwiesene Huld. Einen Laut nur verändre Und Verwüstung und Graus, Wo einst gestanden Das göttliche Haus. Wo das erste stieg Zum himmlischen Zelt Nun Trümmer und Oede Sich eingestellt! Der Priester Wort,) Ihr Ruhm, ihr Glanz Verhallet, verschwunden, Verloren ganz. — Unsrer Tränen Born, Unser innig Gebet Als erstes Das Ende des Zweiten erfleht. II. Ich bin Dir gegeben Zum Wirken und Streben Zum Helfen und Schaffen — — Kurz jetzt und kalt Mal heiß und lang, — Ich mache froh, Ich mache bang. Nicht meine Zahl Erhöht dich meist, Wie Du mich gelebt, Allein Dich preist. Emen Laut nimm ab Und ich rolle heran In endlosen Wogen Breche mir Bahn, Ich trenne die Länder Und schaffe doch Wege, Ohn' festes Geleise, Ohn' Brücken und Stege. Des Menschengeist's Hasten Nicht scheut meine Tiefe,. Auf spielenden Wellen Stolz gleiten die Schiffe. — — Doch ein Hauch nur des Ew'gen Ausbäumt sich der Schlund, Der Mensch und sein Werk Versinkt in den Grund. Sabbat-Anfang u. Ausgang. m» "n ORT: Anfang Datum Ausgang UhrlMin. 1908 5669 UhrlMin. 21.Nv.27.Cheschwon «ra«kfnrta.M 4 10 5 25 Berlin .... — — 4 53 München . . 4 20 5 13 Straßbnrg . 4 30 5 30 Stuttgart. . . 4 15 5 17 Pose« .... ’— — 4 47 Nürnberg — — 5 13 Hamburg. . . — . — 5 30 Prag. — — 4 45 Tamlliennacftricbten. Geburten: Eine Tochter: Marcus Beermann (Hirsch) Hannover. — Dr. Leop. Nebenzahl (Hirsch) hier, Musikantenweg. — Hermann Frankenthal (Meyer) hier, HermeSweg. — Israel Hirsch (Selka) Ostrowo. — Emen Sohn: Josef I. GanS, hier, Weiherstr. — Neumann (Svringgut) hier, Sch. Aussicht ll. Terlobte: Frieda Meyer, Isidor Isaak, Frankfurt a. M.-Hamburg. — Bertha Müller, David Strauß» WindeSheim-Selters. — Jenny Horn, Ludwig Wallachs Köln a. Rh. Versterben«: Moses-Sund hei wer» hie^ Börnestraße 44. — Emanuel Kleemann, Würzburg, 84 Jahre. Barmfswobfeier: Hermann, Sohn von Simon Jeid el, hier»' Sandweg 30. In der Synagoge am HermeSweg. — Sally, Sohn von Josef Hornarad, hier, Langestr. 63. In der Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschast, Friedberger Anlage. Für de» Reklamenteil ist die Redaktion nicht verantwortlich; insbesondere ist es ansschließlich Sache de» Leser, die im Reklametett enthaltene» Empfehlungen i itneller Waren oder sonstige Angabe» religion-gesetzliche» Charakters ans ihre ZnverlSsslgkeit z» prüfen. Nun sagen Sie bloss, was soll das werden! Schlaflose Nächte, weil der Husten mir keine Ruhe gönnt: Mattigkeit, Schmerzen in den Bronchien am Tagees macht mich ganz elend. — Ja, lieber Herr, ich kann Ihnen nur immer raten, was ich Unzähligen zu ihrem Glück geraten habe: Nehmen Sie Jays ächte Sodener Mineral- Pastillen nach Vorschrift. Ich verspreche Ihnen gewiß nicht zuviel, wenn ich Ihnen sage, daß Sie bald wieder ruhig schlafen und frei atmen iönncn Wenigstens machen Sie einmal einen Versuch. Die Schachtel ist für 85 Pfg. überall erhältlich. Circus Angela gibt täglich abends 8'/« Uhr Vorstellung und istauS dem Programm desonderS hervorzuheben: „84 Söhne der Wüste", welche als eine erstklassige Sensation und vollständig neu für Frankfurt zu verzeichnen sind, als die best«» Akrobaten, die die Welt je gesehen hat. Ferner sind noch nm eine ganze Rejhe ausgezeichneter Artisten, von denen die JB ol« foutS* in erster Linie zu nennen sind. Bon einem köstlichen natürlichen Humor durchweht, verrät die Nummer der BalfourS in ihrer ganzen Aufmachung die denkenden Künstler, die» frei von aller Schablone» etwas wirklich Originelles geschaffen haben. Einen ausgezeichneten Akrobatenakt bringen die Gebrüder Franeoni. Direktor Angela mit feinen konkurrenzlos dastehenden FreiheitSdresinren erntete wieder reichen Beifall. Ein Besuch des Zirkus ist also äußerst lohnend und ist die Landwirtschaftliche Halle tadellos geheizt. -

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