Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 49 (1908)
- Issue
- Heft 43 (29.10.1908)
- Date
- 1908-10-29
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2446951-2449298-2449342--64981-2507597- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
ftr. 43 Sette 10. Der JSraelit. 20. Oktober 19(8 mitten rastloser geschäftlicher Tätigkeit war es eben diese Vielseitigkeit der Btldungsintereffen, die ihn auszetchnete. Daß er lernte sein Leben lang, in ernsten und frohen Tügr», und zwar lernte nicht nur im güten allen Sinne von rmri , sondern bis ins hohe Alter lernte wie ein Jüngling, der mtt offenen, wißbegierigen Augen hineinschaut in die reiche schöne Gotteswelt, bas konnte man bet jedem Wort der Unt> rhaltung mit ihm merken. Dann wußte man nicht, was mehr zu vewuniern war, die vornehme, adlige Ruhe seines Wesens, die reise Milde deS Urteils oder die unglaubliche geistige Lebendigkeit, die ihn namentlich zn den Naturwissenschaften hinzog und ihn deren Fortscl ritte unablässig verfolgen ließ. Nickts konnte dabei die Harmonie und die innere Geschlossenheit semer jüdischen Weltanschauung erschüttern, und diese aüein war es ja,, die ihn zur Lösung der wahrlich riesengroßen Aufgabe befähigte, in einer Zeit der Verwirrung und des Abfalls acht wackere Eöhi e dem xesktzestreuen Judentum zu» erziehen und zu erhalten. Und wie manchem fremden Jüngling widmete er seine väterliche Fürsorge. Er haßte dle Methode der Wohltätigkeit, d e ohne Verständnis für die individuellen Bedürfnisse der Jugend dem hungernden Studenten kalte Gaben reicht, ohne sich um sein Seelenleben zu kümmern. Er kannte seine Schutzbefohlenen Und war als Greis noch ehr Freund und ihr verstehender Berater. So weinen an seiner Bahre die Nahen wie die Fernen. Die ihn ,ur sahen, vermissen die ragende Säule echljüdischer" Vornehmheit. Die das Glück hatten, . ihn zu kei. nen aber, ihnen wird sein lichtts Bild in ewigem Glanze vor Augen stehen und seinen Kindern und Enkeln wird es als Psadwri,er auf ihrem Lebenswege voranleuchten. . . •n"DX2n * Cöln Deutz, 25. Olt. Am ersten Tag -ir-lvn fYDD vrrsch cd nach kaum vollendetem 74. Lebensjahre Ul |tt Lehr er und Kantor a. D. Herr Israel Blumenthal. Sein Tod versetzte nicht nur die allgemein geachtete Familie m tiefe Trauer, sondern die ganze Gemeinde, in der er 52 Jabre lang segensreich gewlrlt hat. In allen Kreisen ohne Unterschied der Konfessionen erfreute sich ter Berbttc: ene großrr L hmpathten. Wer ihn nicht näher ürnnte, der könnte auS den siltenen Ehren, die ibm bei der rv'b erzeigt wurden, er,ryen, in welchem Ansehen er gestanden. Dem t ar ge folgten die Vertreter der rtobt, die rl orstände der Synagc gengemeinde zu Cöln> die Geistlichkeit, die Vorstände beider Konfessionen, und eine große Anzahl von Sckülern und Schülerinnen samt v-elen zur letzten Ehrung de> Verstorbenen herbeigeeilten au wärt, gen Freunden desselben. Redlches Streben nach dem Guten, sowie Offenheit und Geradheit bilderen die Char akterzüge dieses Mannes. Treu und pflichteifrig im Berufe, verband er mit einem' glänzenden Wissen eine große Bescheidenheit. Den Schülern, die er durch seinen anregenden und interessanten Unterricht zu effeln wußte, war er steis das vollkon-menste Muster. Sein Unterricht zeitigte treffliche Erfolge. D für wurde ihm im Jahre 1904 bei seinem 50j, hrtgen Amtsjubiläum die Anerkennung Sr. Majestät des Kaisers durch Aushändigung des Kronenordens 4. Klasse jutttt. Aber nicht nur ein Lehrer der Jugend, sondern auch, ein Lehrer des Volkes war er. DieS bewiesen seine mhalrreiche und formvollendete Vorträge, die er allsaböattich in der fl&ÖJI niDH deren Ehrenmitglied er war, hielt. So möge denn )iin Andenken ein gesegnetes sein und bleiben. Aronhause«, 25. Okt. Ein überaus großer Leichenzug bewegte sich heute nach dem nrapH JV2 unseres OiteS. Es galt die sterblichen Uiberrcste einer edlen Frau zur lctzun Ruhestätte zu geleit, n, der Frau Simon Löwen st ein, die bei ihren Kintern in Jesberg zu Besuch weilend, durch einen piötzlichtn Tod, im nahezu 70 Jahre abbcrusen wurde. War es doch der letzte Wunsch der Verblichenen gewesen, an der Stätte begraben zu werden, wo auch ihr Gatte ruht, auf . eai n*-Qpn W2, daS letzterer einst seiner G.meinde als Geschenk überwiestn hat. Viele Prüfungen waren der Heimgegangenen im Leben aufcrlegt worden, die sie alle mir Gortvertrauen trug. Auo dem heilig n Oüell unserer Religion schöpfte sie immer wieder neue Kraft, die ste nie;> als zus mmcndrechen ließ unter der Wucht der Ereignisse. Selbst des Trostes bcdüritig, vergaß sie oft eigene schmerze», um andere zu >rösten, und überall mit d m rrichrn Schatze weiser Lebenserfahrung den Armen beratend und helfend zur Seite zu stehen. Erst ihr Tod bract te ans Licht was fie den Armen gewesen, da es letztere selbst erzählen. Wie i och sie im Ansehen Aller stand, zeigte sich an ihrcm Begräbnislage, der sich zu ihrem Ehrentage gestaltete. . . rraaun. BurgprcpPach, 21. Ott. Gestern vormitlagc bet* starb tahier der w.il bekannte und allbeliebte Oberlehrer Neumann der ißraelitnchen Präparandenschu e Burgp' cp. ach, der genanntem Institute naht zu 30 Jah.e als Lehrer urd Oder ehret Vorstand uno sich ab gemeiner Hochaä tung und Belieblhcit rrftente. — Wir bei alten une eine eingehendere Wür tgung dieses verdienten Lehrers für die nächste Nummer vor. Osterode, 23. Okt. Am 19. Oktober feierte der weit über die Provinz be annte und geehrte P>e fter und Religio sichrer Jakob Stur mann der im vor g n Jahre sein 50jäbriges Amtsjubiläum begii g, seinen 70 . Geburtstag. Nach einem Morgengottesdienn inder Sym goge, woseibst der Sitz des Jub lar^ bekränzt ui d äefchmückt war, fand im Haufe zunächst im Kreise seiner linder, Enkel und Verwandten eine erhebende F. mtlicn* feiet statt. Daran schloß sich die Gratulation res Vorstandes und des Vorstandes des ofipr. tsr. Lehrervereins, der in voller Zahl herbetgeeilt war, um seinem langjährigen Vorsitzenden durch Herrn Waisenhausinspektor Peritz seinen Dank und Glückwunsch zu übermitteln. Bewegt dankte Herr Stnrmann unter Anführung manches darauf bezügl. Wortes aus der Bibel. Biele Aufmerksamkeiten in Form von Geschenken, Telegrammen etc. wurden Herrn Sturmann von Seiten einzelner Gemeindemitglieder, seiner Schüler und Schülerinnen, deS jüdischen Fiauendercins, dessen Begrünter der Jubilar ist, gewidmet. Eine Famtltenfestlichkett am Abend, an dem auch einige Herren deS Vorstandes des ostpr. tsrael. Lehrervereins teilnahmen, beschloß das seltene Fest, welches Herr Sturmann, geschmi ckt mit dem Adler des hohenzollernschen HauSordens, in voller Rüsttgkett begehen konnte. Möge eS ihm vergönnt sein, in gleicher Frische noch lange zum Heile seiner Gemeinde und des Judentums zu wirken.^ -Hirschaid bei Bamberg, 25 Okt. Am 'fi JVTZNCQ wurde hier das Jubiläumsfest des fett 25 Jahren daselbst wirkenden Herrn Lehrers A. M. R a u feierlich begangen. Die jüdische (Temelnde ehrte die Verdienste des Jubilars in schönster Weise durch herrliche, wertvolle Geschenke und Worte der Anerkennung. Um daS Gelingen des Ganzen haben sich insbesondere die Herren Schütz und Jonas Strauß sehr verdient gemacht. Am Freitag abend trugen die jüngsten Schülerinnen entsprechende Gedichte vor und Alt und Jung fand sich in der reizend geschmückten Wohnung des Gefeierten zur Gratulationskur ein. Sabbat-Bormitlag wurde Festgottes- -jenst abgehalten, den Herr Lehrer Hammelburger, Nachbarlollege auS Mühlhausen, 'in würdiger Weise leitete. Nach dem Einheben hielt Herr Oppenheimer-Sulzbürg, Jugendfteund des Geehrten, eine längere, sehr inhaltsreiche, der Feier des Tages angemessene Rede. Herr Lehrer Hammelsburger sprach sodann namens der Kultusgemeinde nach Mussaf. Ter Jubilar dankte gerührt ob der zahlreichen Beweise von Liebe und Verehrung. Am Abente sollte aber erst die eigentliche Festlichkeit beginnen, wozu eine vorzügliche Musikkapelle aus Bamberg engagiert war. Im Zenkschen geräumigen Saale hatte sich eine illuslre Gesellschaft etngefundm und rasch waren alle Plätze besetzt, ^räul. Hellmann eröffnte den Reigen der Vorträge, worauf Herr Kultusvorsteher Hellmann ein Hoch auf den Jubt'ar ausbrachte. Herr Schütz sprach namens der ehemaligen Schüler, die ein sinniges und wertvolles Geschenk überreichten. Der .Lokalschulinspektor und katholische Pfarrer Schramm aus Hirschaid hiett eine wirkungsvolle Anrede, worin er mit herzlichen Worten der vielen Verdienste des Jubilars gedachte. Ihm schloß sich Herr Lehrrer Oppenheimer-Sulzbürg namens des israelitischen Lehrervereins an, zu dessen Verwaltung der Ju ilar eine Zeitlang gehörte. Er dankte und gratulierte dem Jubilar und widmete ihm ein sinnreiches zu seinen Ehren verfaßtes Gedicht. Herr Lehrer L eich er- Hirschaid sprach für den Bezirkslehrerverein, Herr Hauptlehrer F i s ch l e r namens der Lehrerschaft, denen mtt der Ehiung des Herrn Rau gleichfalls Ehre und Auszeichnung widerfuhr. Noch mehrere Herren kamen zu Worte und Herr Rau sprach wiederholt seine Dankbarkeit aus für die mannigfachen, unerwarteten Ebrungen. Die Gemeinde Hirschaid, welche vor einigen Jahren die ehemalige Religionsschule in eine öffentliche umwandette verdient bet dieser G legenhett speziell Erwähnung und rübn liche Anerkennung. Das schöne, in jeder Beziehung wohlgelungene Fest wirb allen Teilnehmern in unvergeßlicher Erinnerung bleiben. Ma-u! ernheim, 24. Oktober. In der j-jntttP N-f17l-Nacht verstarb hier Herr Louis Liebenstein, einer der Edeltsten unserer Gemeinde, nach kurzem, aber schwerem Krankenlager. Die Kinder beweinen den besorgten Vater, die Armelt des hl. Landes einen ihrer besten Gönner. Er war ein schlichter Mann. Demutsvoll hielt er sich stets vor Augen, daß Gott seine Arbeit gesegnet hat, und wie dieser Segen ihn erfreute und beglückte, so war er auch bestrebt, andere zu beglücken, einzugreifen, überall, wo es galt, Tränen zu trocknen und N.t zu lindern. Sein Andenken sei gesegnet. vereivriralenaer. Verein „Mekor-Chajim, Samstag den31.Oktober 1908, nachmittags3*/, Uhr, Mikro-Vortrag des Herrn Gustav Kaufmann. Vereinigung zur Pflege jüdischer Lebens anschauung (122LSamstag, 31. Oktober mittags 12 Uhr, tm Hörsaa e der Synagoge Frtedberger Anlage: Kursorische Lettüre des Pentateuch-Kommentars unter Leitung des Herrn S. Schachnowih. Montag, 2. November, abends 9 Uhr, im großen Laale des ftüheren Karttm. Vereins, Langestr. 26, Vortrag des Herrn M. A. Loeb: „Gibt es ein liberales Judentum?" Diskussion. Gäste, auch Damen willkommen. Jüdischer Frau"nderein. Montag, den 2. November, abends 8®/4 Uhr, tut Hörsaale der Jsr. Religionsaesellschaft, Schützenstr.: Einiges aus der Psychologie und Pädagogik. II. Herr Dr. med. Alb. Feuchtw nger. Die Vorlesung von Herrn Dir. Dr. Lange sinder m dieser Woche nicht statt. Verein zur Pflege füd. Wissens (Tifereth Bachurim). Sonntag den 1. November (Eröffnung) Herr Ravb ner Tr, I. Horovitz: „Michael Sachs". Briefkasten. G. N. in A Ist noch nicht erschienen. M. B. in. Df. Ist auch in diesem Fall nicht erlaubt. L. H. in F. Wir nehmen von ihrer Bemerkung daß erst im Tischri nächsten Jahres der siebzigste GeburStags Rabbi Mofts Sofer y'jtf ist, dankend Notiz. S. N. in W. Kann wegen Raummangels nicht erscheinen. Manuskript erfolgt zurück. I. H. in I. Für den Bericht besten Dank. Das Gedicht eignet sich leider für uns nicht. £>■ B. Darüber herrscht Meinungsverschiedenheit. Vorherrschend ist die Annahme, daß sieb daS Wort nicht auf die Tage, sondern auf den Monat ^bezieht und muß somit in allen Fällen joji lauten. Bl. in K. Darüber gibt Ihnen die Wochenrundschau der heutigen Nummer genügend Auskunft. Tamiiiennacimten, Geburten: Zwei Töchter: Wallach (Landau) hier- Habsb. Allee. Verlobte: Ernestine MoSbacher, Siegmund Bondi, Frankfurt a. M.-Wien. — Emy Sachs, Philipp Heinrich, Frankfurt a. M. — Hermine Kaufmann, Dr. Marcus Lange, Frankfurt a. M. — Alice Bock, Leo S. Goldschmidt, Frankstrrt a. M. Verrnfthlte: Robert Aron, Anna gef). Cohn, Frankfurt fl. M.-Altona. Verstorbene: Max Bier» Frankfurt a. M.» 69 Ir. Karl Fränkel, Biblis, 48 Ir. Sabbat-Anfang u. Ausgang. ORT: Anfang Datn« Ausgang UhrlMin. 1998 5899 UhrlMin. 3l.Okb.6.Cbeschwon Frankfurt a. M 4 35 5 50 Berlin .... — — 5 18 München . . . 4 50 5 39 Stratzburg . 5 — 5 55 Stuttgart. . . 4 45 5 45 Pose«. — — 5 20 Nürnberg . . — — 5 40 Hamburg. . . — — 5 55 Prag. — — 5 17 Für de» Reklamenteil ist die Redaktion nicht verantwortlich; insbesondere ist es ausfchlietzlich Sache dev Leser, die tm Reklametetl enthaltene» Empfehlungen ritueller Ware» oder sonstige Angaben religionsaesetz» liche« Charakters ans ihre ZnverlSsstgkeit zu prüfe«. > j Lande§buter h ~ ~ ~W Leinen- und Gebild-Weberei F.V. Grünfeld Königl., Qrossherzogl. u. Fürstlicher Hoflieferant Berlin W-, IttylllRtNin 21-2. Grösste Aaswafil aller Wäscheartikel für dei Hausbedarf. ünfertiiBBi ganzer HasstatiBAieB. Preisliste mit Abbildungen sowie KostenanschlSge zu Diensten. llssv Der Mensch bat Keinen tückischeren Jeind als die Erkältung. Die kann man zu jede? Jahreszeit haben und meist dann, wenn man's am wenigsten vermutet. Und wie oft schon ist aus einer vernachlässigten Erkältung schwere Krankheit und Siechtum entstanden. Da ist fö eben ein wirkliches Glück, daß man diesem Feind bequem und wirksam zugleich begegnen kann, indem man sich daran gewöhnt. Bet allen Anzeichen einet Erkältung sofort Fays ächte Sodener zu brauchen. Natürlich werden Fays ächte Sodener Mineral-Pastillen auch vorbeugend verwendet. Man rauft sie überall für 85 Pfennig die Schachtel.