Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 49 (1908)
- Issue
- Heft 41 (8.10.1908)
- Date
- 1908-10-08
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 41. 8. Oktober 1908 Der JSraelit. «eite 11 And Erern und auch einem kleinen Sümmchen Geldes, das er bei seinen Kollegen und Bekannten zusammenbrachte. Auf seinen Bericht zog der Richter die Strafe zurück und berichtete den Fall an die Verwaltung des Mischen Wohltätigkeitsvereins. Rew-Aork, 28. September. Die Juden in New- York erheben eine eigentümliche Anklage gegen die Polizei, die sie beschuldigen, den Juden feindlich gesinnt zu sein und in ihrer Feindseligkeit so weit zu gehen, daß fte Verbrechern jüdische Namen geben. Diese Beschuldigung ruft in New-York, d. h. in der größten Judenstadt der Welt, lebhaftes Interesse hervor. Man versichert, daß der Prozents««» der Juden in New-York mindestens 33 Prozent beträgt und daß von der ganzen jüdischen Bevölkerung der Welt ein Sechszehntel auf dem Gebiete von New-York wohnt. Die Polizei wird beschuldigt, von dem Grundsätze auszugehen, daß jeder verhaftete Mann, der der englischen Sprache nicht mächtig ist, ein Jude sei, und daß sie ihm dementsprechend einen jüdischen Namen gebe. Die Mehrzahl der Polizisten in New-York ist irischer Nationalität, und die Juden behaupten, das? die Irländer Amerikas der jüdischen Bevölkerung ge».au so feindlich gegenüberständen wie der deutsch-amerikanischen Bevölkerung. Der offene Protest der Juden gegen die Polizei in New-York wurde dadurch hervorgerufen, daß der Chef der Polizei, trotz der neuerdings veröffentlichten Statistik, erklärte, daß die meisten Verbrechen von Leuten mit jüdischen Namen begangen würden. New-Uoek, 25. September. Im August d. I. ftnfen in New-York insgesamt 3766 jüdische Emigranten ein, von denen 2715 aus Rußland kamen. 8749 Einwanderer blieben in New-York, die übrigen ließen sich in anderen Städten der Union nieder. Im August vorigen Jahres erreichte die Zahl der jüdischen Einwanderer in New-York 13,525. verelurveze«. Heidelberg, 30. Sept. Wir können es uns ersparen, heute auf die Einzelheiten im Arbeitsplan des mm absolvierten Semesters der Heidelberger „Bereinigung jüdischer Akademiker" einzugehen, im Ganzen setzte er fich aus Quellenstudien in rnifi und in Sirschs Werken und aus Vorträgen wissenschaftlichen barakters zusammen. Es ist erfreulich, wie dieser Bereinigung, so klein ihre Mitgliederzahl auch ist, im badischen Lande in grsetzestreuen Kreisen regstes Interests entgegenaebracht wird. Ein sichtbarer Beweis hierfür konnte in der hohen Zahl der Gäste, welche zu der Samson Raphael Hirsch-Gedenkfeier nach Heidelberg gekommen waren, erkannt werden. Man weiß es auch in Baden, trotzdem es von höherer Stelle immer wieder bestritten wurde, wohl zu schätzen, daß das gesetzetztreue Judentum als „ftöhliche, heitere Lebenssymphonte der Schöpfung" empfunden und als solche in Ehren gehalten wirb. Wir wünschen der „Bereinigung jüdischer Akademiker" Heidelberg auch weiterhin ein für weite Kreise erfpriehliches Gedeihen. Bis zum Beginn des neuen Semesters erteilt Herr stud. med. dent. Carl Levy, Heidelberg, Labenburgstraße 52 gerne Auskunft über Studienangelegenheiten und was damit zusammenhängt. Posen, 1. Oktober. Die Krankenverpflegungs- und Beerdigungs-Gesellschaft der hiesigen jüdischen Gemeinde hatte im abgelaufenen Bereinsjahrc an Einnahmen: 2573.75 Mk., mit dem Bestand aus dem Vorjahre, einschließlich anderer bedeutender Einnahmen 136,343.95 Mk. Die Ausgaben betrugen an Gehältern, Unterstützungen, Krankenwesen usw. 24,448.55 Mark, so daß ein Bestand für das lausende Jahr von 111,895.40 Mk. verbleibt. Schwersenz, 1. Oktober. Der hiesige Verein für jüdische Geschichte und Literatur hielt seine Generalversammlung ab. Nach Begrüßung der Anwesenden durch den Vorsitzenden, Herrn Aron' Katz, erstatten: Lehrer Broh als Schriftführer den Jahresbericht. Nach diesem zählt der Verein 34 Mitglieder-, im Winterhalbjahr sind vier Vorträge gehalten und drei Vereinsfestlichkeiten begangen worden. Dem Rendanten wurde nach Prüfung der Rechnung Entlastung erteilt und schließlich der ganze Vorstand wiedergewählt. Auch der hiesige jüdische Krankenberein, der älteste der in der jüdischen Gemeinde bestehenden Vereine, geleitet von den Herren Julius Salomon und Samuel Kempner, hielt kürzlich seine Generalversammlung ab. Der Jahresbericht stellte fest, daß sämtliche Mitglieder der jüdischen Gemeinde dem Vereine angehören. Krotoschin, 1. Oktober. Hier fand zu Ehren des am 1. Oktober nach einer mehr als 40jährigeu Tätigkeit im Schuldienste aus dem Amte scheidenden Hauptlehrers Ries ein Festkommers statt, an dem neben den Amtsgenotien auch Hreünde des Scheidenden aus der Bürgerschaft leilncchmen. Mehr als 23 Jahre hat Hauptlehrer Ries in unserer Stadt gewirkt. Ausgerüstet mit reichen Gaben des Geistes und des Herzens, hat er es verstanden, die ihm anvertraute' Lugend zu tüchtigen Menschen zu erziehen. Infolge seiner vorzüglichen Charaktereigechchasten und feiwä gesunden Humors war er hier allgemein geachtet. Durch Verleihung des Kronenordens 4. Maste hat die Vorgesetzte Behörde, die im Jahre 1899 Hauptlehrer Ries auch zum Ortsschulinspektor ernannte, dessen Verdienste gern anerkannt. Der Lehrerverein, besten langjähriger stellvertretender Vorsitzender der Jubilar war. hat denselben zum Ehrenmitgliede ernannt und durch Ueberreichung eines künstlerisch ausgeführten Diploms durch den gegenwärtigen Vorsitzenden ihren Gefühlen auch sichtbaren Ausdruck verliehen. Rektor Storch und Kreisschulinspektor Schulz richteten herzliche Dankes- und Abschiedsworte an den Scheidenden. 5precd5aal. Randglossen zu dem berüchtigten Schriftstücke des Herrn Antöbi. Das bezeichnet Schriftstück hatt der „Israelit" beim rechten Namen: „Denunziantentum" genannt. Sein Verfasser wollte aber andere mklagen, schließlich klagt er nur sich selbst an. Herr Antebi war niemals Chacham, wird es auch nie seiner lebt so wenig wie ein Chacham, so wenig er überhaupt von den Chachamim hält. Gleichwohl hat er vor zwei Jahren, gleichzeittg mit Chacham Meir, fich zum litt Präsidenten des Laienkollegiums, wählen lassen, ungeachtet dessen heißt es in feiner Eingabe: „Denn dieses erwähnte Mitglied des Berwaltungsrates ist nicht nur kein Geistlicher, wie dies da- Gesetz verlangt. . Ja, wenn dies bas Gesetz verlangt, so war er der erste, der dieses Gesetz übertreten hatte. An ihm bewährt fich wohl der BerS: 2'tPÖ *YinK D’ÖDn - . - Daß das ganze Schriftstück ohne Ueberlegung abgefaßt wurde, zeigt auch folgender Passus. ,Herr Panizel," heißt es da, „der . . . die Stellvertretung dos OberravbinatS in Jerusalem an fich gerissen hatte.. während zuletzt wieder gesagt wird, den — infolge der ungesetzlichen Eingriffe des stellvertretenden OberrabbinerS von Konstantinopel, Mosche Levi, zum stellvertretenden Oberrabbiner von Jerusalem ernannten Herrn Panizel abzusetzen . . Me konnte Pantzel aber bas Rabbinat an fich gerissen haben, nachdem er doch dazu von R. Mosche ha-Levi ernannt wurde? DaS Ganze aber ist eine plumpe Unwahrheit. Denn während des Chacham Baschi-Streites war Panizel in Jerusalem gar nicht anwesend. Und eben darum, daß er allein an oer Sache unbeteiligt war, hatte ihn R Mosche Ha-Levi ernannt. Eine der Haupttugenden — eine Tugend allerdings, die heutzutage nicht gtt angebracht ist, wenigstens doch nicht überall — die Panizel zieren, ist seine Bescheidenheit. Als nun der Tumult beim Bekanntwerben der Konstttutton fich gegen ihn — Pantzel — wa.idte, - da war er entschlossen, sein Amt fteiwillig niederzulegen. Er, sprach er, habe die Ehre, Chacham Baschi zu sein, nicht gesucht, mag daru u auch den unverdienten p'T2 nicht. Allein die sämtlichen Borsteher, sowohl seitens der Sephürdim, wie seitens der Aschkenafim, beschworen ihn, dies nicht zu tun- Es dauerte lange, endlich gab Panizel dem Drangen der Gemeinde nach und blieb im Amte. Und bas war zumal in diesen Taren ein gro es Glück, das der zu würdigen weiß, der mit den Verhältnissen in Jerusalem bekannt ist. Den Sitzungen, in welchen über die beabstchttgte Abdankung Pcmtzels verhandelt wurde, wohnte auch Schreiber dieser Zeilen bei. Chacham Baschi Pantzel hat also nicht allein das Amt nicht an fich gerissen, sondern es ist thm geradezu aufgedrängt worden. Dies der wahre Sachverhalt. Dr. Grünhut. Sehr geehrte Redaktion! Die Anregung in Ihrem gesch. Blatte, in plR SiOtt1/ die nWTÖ min '"ILO Herstellen zu lassen, hat sicher überall Beifall gefunden und wird hoffentlich einen vollen Erfolg haben. Vielleicht dürfte im Anschluß daran auch noch Folgendes Beachtung verdienen. Im Laufe der Jahre wurden mir, und eS wirb vielen so gegangen sein, unbestellterweise fort und fort '121 '"1BD zugesandt, welche bei öem Ueberfluß an solchen L'"lLOnachdem das entsprechende Entgelt dafür abgesandt war, ungelesen weggesetzt wurden. Ich schließe daraus, daß in WTO' pR eine Anzahl jüdischer Druckereien geben muß. Trotzdem wird — wie mir von sachver ständiger Sette mitgeteilt wurde dort der Bedarf in 2'"I1T2 /D'tPÖ’in ,711N'^O ,O'"!11NO von Rußland und Deutschland aus gedeckt. Wte wäre es nun, wenn die betreffenden Druckereien für den Druck dieser O'^LV eingerichtet würden? Sicher ist doch in Palästina und tm ganzen Orient großer Bedarf darin und auch die sowohl tm Orient, als auch in anderen Weltteilen, z. B. Bereinigten Staaten von Nordamerika vorhandenen Absatzmügttchkeiten könnten teilweise von Palästina au8 benutzt werben. Für einen der einem von Palästina aus zuaefandt würde, würde jeder gern einen Gegenwert leisten, und bet entsprechender kaufmännischer Leitung könnten wohl eine ziemliche Anzahl Arbeiter Port Unterkommen finden. ' IST pR 2w' fßlD> Ergebenst N. N. UtreiR$kaltnder. herein Mekor-Chajim, Samstag den 10. Oktober 1908 (1. Tag Surkaus), nachmittags halb 4 Uhr, Sukkaus-Bortrag des Herrn Redakteur Schachnowitz. i; ■!* ' Ij Samstag den 17. Oktober 1908 (Schemini-Azeres), nachmittags halb 4 Uhr, Bortrag des Herrn Heinrich Guggenherm, Amsterdam. Briefkasten. H. B. in B. Kann wegen Raummangels nicht verwendet werden. W. in M. Jüdische Zeitungen in der betr. Landessprache existieren fast in allen Ländern, in denen Juden in größerer Anzahl wohnen. Es geht nicht gut an, fie alle aufzuzählen. Ihre literarischen Bemerkungen haben wir dem Autoren des betr. Werkes zugestellt. L. B in D. Wenden Sie fich bitte an das Bureau für Statistik der Juden, Berltn-Halenfee> Georg Wilhelmstr. 22. B K. L. in F. Wie wir? Ihnen bereits mitgeeilt, können wir in der Sache nichts machen. Zu dem betr. Herrn, der ihre Gesuche unbeantwortet läßt, stehen wir in keinerlei Beziehung. Bezüglich des „Choreb" finden Sie in der heutigen Nummer Aufklärung. E. K. in M. l"nn p'J 2"' war am 2«. März 1896. Die Barmizwoh findet' somit 1¥ 'S/ also am Smi rot?/ statt. M. D. in B. Da sollten zunächst die Wohltätigkeitsinstitutionen in hen nächsten Großstädten eingreifen. H. M. in K- Nur Beitrage in deutscher Sprache können für uns in Betracht kommen. H. C. Für uns ungeeignet. Hausfrau in F. Ist, wte Sie aus der Notiz der letzten Nummer ersehen, nun gegenstandslos. Jüdische Bottsküche. Ist unS unbekannt. Bl. in Dr. Läßt fich von der Ferne nicht beurteilen. B. in M. O. Die Juden Bulgariens haben allen Grund, fich ob der Erstarkung des Herrscherhauses, das allezeit entschieden für fie gegen die antisemitischen Umtriebe eintrat, zu freuen. Daß fie an der tnnerpolittschen Umgestaltung keinerlei Anteilnahmen, ist selbstverständlich. Weder im Mtntsterrate, noch in der SoÜranje find Juden vertreten. Iamitte««acdricdte>. ««barten: Einen Sohn: Rosenzweig, hier. Brück» hofstr. 9. Verlobte: Clementine S lern, Dr. Siegfried Oppenheimer. beide dahier. — Olga Salomon, Alfred David, beide dahier. Verstorbene: Frau Abraham Lindheimer geb. Maier, hier. 49 Jahre. — Neumann, Rahel, hier, 16 Jahre. Frau Caroline Baer geh. Grünebaum, hier. 69 Jahre. Sabbat-Anfang u. Ausgang m 2 D 1 'R ORT: Anfang AuSgan, UhriMm. 1908 1 5669 UhrlRm. 10.Oktbr.15. Tischr' Jrankfnrt *. M 5 15 6 30 Berlin .... — —, ’ 6 10 München . . . 5 15 6 14 Straßchnrg . 5 30 6 30 Stuttgart. . . 5 30 6 25 Posen .... — — 6 10 Nürnberg . . — — 6 14 Hamburg. . . — — 6 30 Prag. — — 6 10 Sonntag, 11. Oktober Montag, 12. „ Dienstag, 13. „ Mittwoch, 14. „ Donnersrag, 15. „ Freitag, 1«. „ Samstag, 17. „ Sonntag, 18. „ ni2D"f '2 „ önn"r // „ // tf R2"i Rtfttnn mxr 'rau min nnött 'R ,2 'J muß man besonders vorsichtig sein, denn man hat einen Katarrh weg, eh man's fich verficht. Da muß man denn immer gleich FahS ächte Sobener Mineral-Pastillen zur Hand haben, kamst so ein Katarrh auch gleich tm Anstmg bequem und ohne Berufsstörung bekämpft werben kann. Fays ächte Sodener habe« ihrer prompten Wirkung wegen einen Wel ruf und fie find heute für ungezähtte Taufende schm» ganz unentbehrlich. Der Preis ist niedrig: 85 Pfmntg die Schachtel uw find dieselben in jeder Apotheke^ Drogerie oder MineraÜv^serhandlung zu haben. Achten fie bitte, daß fie keine RachaPn mg erhalten.