Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 49 (1908)
- Issue
- Heft 40 (1.10.1908)
- Date
- 1908-10-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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1 / r c t c t c t x t ) x s x x t 1 i e r / e e i e r e e t x t e i x r/ x X X e r n n n l. d d n e a e >t n a 1 Ok ober 1908. Der JSraelit. Gette S. No. 40 ermannt und sind unter mutiger Anführung ihes Rabbiners den neologen Gernegroßen so entschieden und energisch entgegengetreten, daß dieselben es für ratsam hielten, ihre Stellung als Geheimagenten der neologen Landeskanzlei in der orthodoxen Muttergemeinde aufzugeben und eine separate Kongreßgemeinde zu gründen. Dieser wackere Entschluß der neologen Herren wurde sowohl von den dortigen Orthodoxen, wie auch im ganzen Lande um des Friedens willen mit Befriedigung ausgenommen. JH2 IW 1V2PQ rufen die dortigen Orthodoxen und die wahren Friedensfreunde aller Parteien im Lande aus. Denn: „Wenn die Ueberzeugungen weit auseinander gehen, muß die Scheidung den Streit ausgleichen!" Höchst eigentümlich aber sind die tränenumflorten Reflexionen, die „der Wächter Israels" in Unifikationsanaelegenheiten, der „Märtyrer" des „Einen Judentums" im Lande, der Redakteur des neologen Wochenblattes an diese Sezession der Neologen in Neutra knüpft. Chillul - Schabbos K'Dmsn ist dem Herrn Redakteur keine himmelschreiende Sünde, sondern das ist in den Augen dieses Herrn eine „jeroheamtische" Sünde und Untat, so sich eine orthodoxe Minorität von einer ultraneologen Majorität loslöst und einen neologen Seelsorger, der eventuell auch dVd rrnnn 7:0 ->L>n ist, indem er sich auf radikalstem bibelkritischen Standpunkte befindet, nicht als ihren Rabbiner anerkennen will. In dem Neutraer Falle aber erteilt der moderne Tetzel einen Ablaß für die Neutraer Neologen von der „jerobeamitischen" Sünde der Trennung von der Muttergemeinde, fron ’JKtv. jagt er, hier ist etwas anderes. Da der Rabbiner und die orthodoxen Mitglieder der Neutraer Muttergemeinde so rücksichtslos gegenüber den „intelligenten" (so werden im neologen Jargon die unreligiösen Elemente genannt) Elementen: Aerzten, Ädvokaten, Ingenieure rc. gewesen sind, d. h. da der Rabbiner und die Orthodoxen nicht länger zugeben wollen, daß eine unreligiöse Minorität sie bei der Nase herumführe und die Gesetzestreue in der Gemeinde untergrabe, so ist die Trennung der Neologen mit Fug und Recht geschehen, und alle Verantwortlichkeit hierfür fällt ausschließlich aufs Haupt des orthodoxen Rabbiners und Vorstandes zurück. Nun, der orthodoxe Rabbiner und Vorstand in Neutra werden sich schon mit ihrem Gewissen abzufinden wissen. Aber wie ist es, Herr Sz—i, wenn eine orthodoxe Minorität nicht zufolge verletzter Eitelkeit und zu Schanden gewordener Großmannssucht, sondern aus ernstesten Gewifsensbedenken aus .einer neologen Muttergemeinde ausscheiden will, weil sie weder die Gemeinde als eine echtjüdische Gemeinde, noch deren Rabbiner und .sonstige Beamten als echtj. dische Rabbiner und echtjüoische Funktionäre anerkennen will, ja anenentten darf, — da muß man es mir allen möglichen und unmöglichen Mitteln zu verhindern suchen, wie es z. Z. in Arad geschieht. England. London, 20. Sept. Aus Bulawayo wird geschrieben: Infolge der starken finanziellen Depression, die in manchen Teilen Südafrikas gegenwärtig herrscht, macht sich jetzt eine lebhafte Judeneinwanderung nach Ryodesien fühlbar. Rhodesien eignet sich zunächst für diejenigen, die in 'Gruben arbeiten oder im Farmerwesen einige Erfahrung besitzen, daher sind jüdische Einwanderer mehr oder weniger behindert. Es ist daher erfreulich, zu hören, daß trotzdem Juden mhlretch zu Grubenarbeiten genommen werden. Andere wieder wenden sich den Tabakbauarbeiten zu. Besonders interessant zu erwähnen ist, daß die berühmte Viehzucht von Zambesi fast ausschließlich in jüdischen Händen liegt, die in der Tat für den Aufschwung von Nordwest-Rhodefien das sie bis an den Kongo durchdrungen haben, hervorragende Pionierdienste geleistet haben. Einer dieser Pioniere, A. B. Diamond, ist der erste, der bas Land von Lialui, dem Territorium des Königs Lewanika bis an die Lobitabai durchkreuzt hat. Bulawayo, das geistige Zentrum der Juden Rhodesiensbefindet sich in sehr gesunder Lage, und die Juden daselbst befinden sich in durchaus guten Verhältnissen. Ksvbieri. Belgrad, 25. September. Dieser Tage fand hier die Einweihung der neuerbauten prachtvollen Synagoge der sephardischen Gemeinde statt. Zur Einweihungsfeier waren der König von Serbien, das gesammte Ministerium, Vertreter aller Belgrader Behörden und andere Persönlichkeiten der Belgrader Gesellschaft erschienen. Aus dem Platze vor der Synagoge konzertierte die serbische Hofkapelle. Der König wurde durch Oberrabbiner Dr. Alkalay in einer Rede begrüßt, die aus den König einen äußerst günstigen Eindruck machte. König Peter besichtigte die Synagoge und gab seiner Freude über die fortschreitende Entwicklung der Belgrader Judengemeinde Ausdruck. Türkei. Vor 9em Sturm. (Bon unserem Korrespondenten.) K o n st a n t i n o p e l, 24. Sept. Das am meisten in die Augen springende Kennzeichen der gegenwärtigen Lage ist die gähnende Leere in den Kassen des Großrabbinats. Die Haupteinnahmequelle des Konsistoriums, die ^genannte Gabella (Steuer auf Koscher Fleisch) ist vollkommen versiegt, da die Metzger sich berechtigt glauben, die Zahlung der Steuer zu verweigern. Die Folge ist, daß die armen Angestellten des Konsistoriums vergebens die Zahlung ihres Lohnes verlangen, die Rabbiner ohne Gehalt bleiben und die Talmud-Thora-Anstalten, soweit sie Subvention aus der Gemeindekasse erhielten, vor ihrer Auflösung stehen. Auf einen Appell des Myfchlijch umumi an das Volk, der die Aufnahme einer Anleihe von 30,000 Piaster zum Zwecke hatte, ist nicht einmal der dritte Teil eingegangen. Unter solchen Umständen wagt der Kaimakanr Chajim Nahoum nicht, die Wahlen zur Besetzung des Chacham Baschi-Postens aüszuschreiben, obwohl ihm die rasche Anordnung dieser Wahl bei seiner Bestätigung vom Großvezier zur Pflicht gemacht wurde. Indessen ist zu erwarten, daß die Regierung dem Großrabbinat in seinen finanziellen Nöten Helsen wird, sodaß die Chacham-Baschi-Wahlen binnen Kurzem bevor stehen. Die in Betrachtkommenden Kandidaten für den wichtigen Posten des Chacham Baschi, in dessen Hand leider das Geschick aller türkischen Gemeinden ruht, habe ich Ihnen bereits genannt. Für Herrn Chajim Nahoum machen seine Freunde und, von ihnen beeinflußt, auch das hiesige Organ der französischen Politik eine dick ausgetragene, fast „amerikanische" Reklame, und die „Alliance Jsraolite" sorgt natürlich dafür, daß die für Herrn Nahoum erzeugte Stimmungsmache in allen europäischen Zeitungen ihren Widerhall findet. So ist sogar die Verleihung des Medjiedie-Ordens dritter Klasse an Chajim Nahoum — eine selbstverständliche Formalität — als besonderes Ereignis in die Welt hinausposaunt werden. Erfreulicherweise beginnen sich indessen auch diejenigen Kreise, welche Herrn Nahoum für durchaus unwürdig zur Begleitung der höchsten geistlichen Würde der türkischen Juden halten, allmählich zu regen. So ist unter dem Titel flOW*/ *T1K" der Feder des Chacham Adahan, früheren Großrabbiners von Korfu, soeben eine Broschüre in spaniolischer Sprache erschienen, . welche interessante Aufschlüsse über die gewalttätige und rechtswidrige Weise enthält, mit der man Herrn Nahoum aus den Thron erhoben hat. Der Verfasser geißelt in scharfen Worten die Vorgänge bei der Beseitigung Rabbi Mosche Halevy's, der ohne jede Untersuchung einfach der Gewalt zum Opfer fiel und fährt dann fort: „Und wen habt Ihr an Stelle Rabbi Mosche Halevy's gewählt? Herrn Tannon und Herrn Nahoum. Crfterer kennt die Thora und glaubt nicht daran; letzterer kennt sie weder, noch glaubt er an sie". „Für einen SRabbi genügt es nicht", steht an einer anderen Stelle, „daß er eine Geschichte und Geographie Abessymens zu schreiben imstande ist, vor allem sollte er doch ein O'VB' X“!' sein." Am heftigsten greift der Verfasser die Chachamim an, die all diesen Vorgängen zusehen und sich schweigend dazu verhalten. Das wichtigste Ergebnis, zu welchem der Verfasser gelangt, ist die entschieden berechtigte Forderung, daß, bevor der Chacham Baschi gewählt wird, eine Neuwahl des gesamten Myschlisch umumi stattfinde. Ter gegenwärtige Wahlkörper ist als u n g e s e tz l i ch zu betrachten. Ten Protesten gegen das der Konstitution widersprechende Verfahren bei der Wahl des gegenwärtigen Kaimakam schließt sich ferner Heu Gabai in seinem Blatte „Jl Telegraf o" an. „Eine Schreckensorganisation", so schreibt er, „ist in Konstantinopel zu dem Zwecke gegründet worden, allen denen Furcht einzuflößen, die es wagen sollten, dem Willen dieser Organisation zu widersprechen." Gemeint sind damit die 10 bis 12 Herren, die den früheren Chacham Baschi zum Rücktritt zwangen, indem sie ihm vortäuschten, die ganze jüdische Bevölkerung stehe hinter ihnen. Besondere Beachtung verdient auch eine in dem politischen Blatte „La Turquie" enthaltene Zuschrift einer unparteiischen Dame, die etwa folgendes ausführt: Ter Myschlisch umumi, welcher Hajim Nahoum zum Verweser des Rabbinats gewählt hat, ist an und für sich schon illegal, da seine Zusammensetzung nicht den Artikeln 17 und 19 des Gesetzes entspricht. Bei seiner Wahl waren nämlich sämtliche aschkenasischen Juden ihres Wahlrechts beraubt worden. Genau so ungesetzlich ist man bei der Ersatzwahl der im Myschlisch umumi fehlenden 3 Mitglieder vorgegangen, bei der die leitenden Alliance-Herren 6 Kandidaten einfach willkürlich bestimmten; entgegen dem § 10 des Gesetzes, der einen so nahen Verwandten ausschließt, hat man überdies Herrn Tannon, den Schwiegervater des Kaimakam, in den Myschlisch ruachani gewählt." Unter diesen Umständen sollten sich die für die Wahl eines würdigen Chacham Baschi interessierenden Kreise so rasch wie möglich zusammenfinden, um zunächst durch Vorstellung bei der Regierung die Neuwahl des gesamten Myschlisch umumi durchzusetzen. , v ... Konstantinopel, 22. Sept. Unter dem - Namen „Ahava" .ist eine Liga der Juden des ottomanischen Reiches in der Bildung begriffen, welche zum Zweck har, „die geistige und moralische Vervollkommnung, sowie die materielle und soziale Hebung der jüdischen Nation im Ottomanischen Reiche, damit sie sich in nützlicher Weise am öffentlichen Leben beteiligen können". Hauptzweck ist, die Verteidigung der staatsbürgerlichen Stellung der Juden und die Ausbildung der Gesetzgebung in diesem Sinne. Die Liga will Lesesäle, Bibliotheken und Bolksuniversitäten gründen, das Studium der türkischen und der hebräischen Sprache fördern. Borträge zur politischen Erziehung der Juden und zur Aufklärung der öffentlichen Meinung über Hie Juden halten, Vorschußkassen, Kooperativ- und Konsumgenossenschaften gründen rc. rc. So nützlich diese Gesellschaft .auf praktisch materiellem Gebiete wirken kann, so notwendig wäre ihr gegenüver die Sammlung der gesetzestreuen Elemente. Die Bildung eines Verbandes der traditionell gesinnten Juden des ottomanischen Reiches ist die dringendste Notwendigkeit des Tages. Die frommen Massen müßten systematisch dazu erzogen werden, ihre religiösen Rechte und Bedürfnisse im politischen Leben mannhaft zu vertreten und auf diesem M . . .: vf.c; mm \ \ > Vf;s r-. ' ' -Ä '1