Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 49 (1908)
- Issue
- Heft 39 (24.9.1908)
- Date
- 1908-09-24
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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a. M «kl MMS LeSÄik Last knin dWi GrfMwg, Wrröiö «** die iyr^BsrtrrWtLe «llgemetnbttdwm, i-tttefiMhnetm ihn aus, Unentwegthelt tzlwß, Unerschütterliches Eintreten und offenes,' ehrliches Ringen und Kämpfen für tos Gesetz eine AuSfÜhtuflg warcnfttne höchfleZierde. Wie er sich mit glühendem Herzen in Mainz und in furt den Männern an, die er echten Sinnes wußte, fühlte er stch bei Ihnen heimisch und glücklich, wie kte er sttne Kräste, wie beschwingte er seine Begeiste-- in ihrer Gemeinschaft, suchte sich die leuchtenden Nkder seine- Lebrnsgcmges aus ihren Kreisen. Dir Übung jeder niSCtt war ihm eine NNQV, und wie -berettete er sich dazu mit rührender Liede und reinster Andacht, und mm gar die n^Ö JYlXö/ deren Erfüllung M begleitete seit langen Jahren, dis hm an da« Sterbe» läger! Sein Haus war ein vVQ SHpia, er war der llätvollste Gatte und Bruder, der treueste und besorgteste " Halter und Erzieher, Freudigkeit > nd unbegrenzte« Gott- WMüuett durchlruchleten sein Haus, s. ine Familie, seine Lebensführung. Der hohen Wertschätzung, die ihm unvergänglich nachbleibt, verlieh Herr Rabbiner Dr. Breuer ^aqr Grabe tiefempsHMene Worte. Außerdem würdigten - LM Herr Lehrer Schwab f .r die o*ip und Herr HUgo Bondk im/Rainen des Vereins der Sein Andenken wird ein segens reiches sein. Karlsruhe, 22. Sept. Eine echte Repräsentantin der tzütm allen Zeit wurde am auf dem Friedhöfe «r hiestgen Israelitischen Rettgwnsgeseüschaft zur Ruhe ^KÜeitet. Frau Therese Thaimann, die ihrenLebensabend in F ankfurt a. M. im Krei'e ihrer Kinder und verbrachte, wurde, ihrer letztwilligen Verfügung ^entsprechen^ hier in Karlsruhe bestattet, wo fie an der _0tm Ihres ausgezeichneten Gatten, de- Herrn Stifts» ^IrnMnerö Ephr-im ThalMüN», genannt R- Sumpel mch nach seinem vor 28 Jahren erfolgten Hinscheiden, IN Miem Geiste selbständig eine segensreiche Lrirksamkeit tzsHaltet hat. Die zahlreiche Brteuigung an dem letzten r legt ein Zeugnis ab für die allgemeine Hoch» ig und Liebe, die man trotz jahrzehntelanger Avftit für fie bewahrt hatte, und die meisterhaften ... nf die an ihrer Bahre von dem ehrw. Rabbiner Dr. Schiffer, von ihrem Schwieg rsohne, Herrn Prof. Dr. tzlltk und von einem Freunde des Hauses, Herrn Jeidel, /gehatten wurden, gaben ein lebenswahres Btid der Bergen. Wir salen fie alS wahre jpitPH im Hause lten und wirken. Glaubensgenossen vom Lande, die . . Kinder zur Fortbildung in die Hauptstadt brachten, pachten gerne das Thalmannfche Haus auf — und nicht o^te Ruhen. Bon den Pfleglingen dieses Hauses hat der eine und der andere die höchsten der den Juden zugäng- Mchen Stellungen in der Beamten- und Gelehrtenlaufbahn "«reicht. — Daß ihnen ihre Religion das Höchste blieb, baß fie zu Führern der deutschen Judenheit wurden, daran Wst dte Auge, tüchtige Frau auch rvreu bescheidenen Anteil Wer Tod ihres Gatten zwang fie, ihr Können und Wissen W entfalten. So konnte man fie sehen „Jüdisch^ unter» Whttmchre Söhne zur dorberetten, das Bild Mutter, ihrem Sohne «rie »Waffen anlegend — in« sche übertragen! — Wir konnten fie beobachten bei der uung ihrer schweren Pflichten und fie bei ihrer Erholung und Zerstreuung belauschen. Ihre Unterhaltung wocr geistreich — Bilder, Vergleiche, Anekdoten, ttefe WeishMfprüche standen ihr für jede Gelegenheit zur Verfügung. Wer ganze Inhalt von Deutsch-VQlN, ITlttD war ihr zum geistigen Etgemmn geworoen, dir Psalmen, ^ihr kannte fie wortwörtlich auswendig, fie sprach immer in Thoraworien, ohne es zu betonen, metfrens ohne daß fie es selber merkte. Bewußt ' tat fie es nur bet Tisch. Bei keiner Mahlzeit durste 'ifTIJV'HZtt fehlen. Man sollte wirklich bet Zeiten das «ülleue vebensbild dieser edlen Frau festhalten, zum 7Mvster und Borbilh der kommenden Generationen. . *n*3sr» . Jcheuhausen, 14. Sept. Der festlich geschmückte Sgal der Falkschm Restauration vereinigte gestern, Sonntag Abend, fast sämtliche Mitglieder der hiesigen israelitischen lkuttusgemeinüe, die, einer Einladung der Kultusverwaltung folgend, erscht nen waren, um den -Abschied ihre« langjährigen Kantors, Herrn Perlmutter, zu feiern. Mit bekannter Meisterschaft zeichnete ^tzerr DistriktSrabbiner Dr. Cohn unter Zugrunolegung M Worte NNA >]rö*l NNA “|rQ -jtoi Bild der fiebenunddreißigjährigen TäMgkett des Herrn Perlmutter als Kantor und ^chochet in hiesiger Gemeinde. JRä R^ht betonte er hierbei die. Berufstreue und Ge wisfenhasttgkeit des auch durch besonderer Friedensliebe sMWtzSchNÄM Mannes und schloß mit den Vesten Wünschen für bas fernere Wohlergehen deS Scheidenden. Warme Worte der Anerkennung fand hierauf der 1. Kul- ' tUSVorstand Herr Sulzer,. der dem Scheidenden als Zeichen der nnerkenmM und Dankbarkeit der KultuS» gemÄyde ^^inen prachwoflen Pokal, sowie 300 Mk. über- Aufträge tzoe hiefigen jüdischen Metzger «mroe von Herrn I- Wolf Herrn Perlmutter ein Werner PÄm ajS Beweis der Dankbarkeit für seine vesmwerS ausgezeichnete, Mttgkeit als Schachet übergeben. . Herr - Hauptleyrer -Bmder rühmte die Verdienste deS Scheibenden in seiner Eigenschaft als Dirigent des Shna» gogllichyreS, wägend der/LKultUSVorstand, Herr Heller, Herrft M/M ft,teile. Der Gesangverein Zion verjchön^tte' hm '.Abend durch prachwolle Liedervorttäge, sodast perr Pylmutter. in seiner Danksagung für die chm rrzetztm Ehrmtgeu mit dollem Rechte auSrufen durfte- »Dieser Abend wird mta und meiner Familie unvergeßlich bleiben.^ Möge eS dem nunmehr in München bei seinen Kindern Wohnenden beschieden sein, sich noch ad multos annos des wohlverdienten Ruhestandes erfreuen iu könntti. Alle Hochachtung über auch vor einer Gemeinde, die ihre Beamten so ehrt und schätzt. F. Uereift$ft»cnder. , /er Frauenverein e. B. ^Arwaewählte Stücke aus dem Kol-Ntbre und dem Jom-Ktpur-Machfor." Dozent: Dir. Dr. Lange. Dienstag, 2S. Septbr., S Uhr, in der Realschule der JSraelttischen ReltgionSgeftllschast, Am Ttergartm 8. Briefkasten. V L in I. Der „Bolksbote" wird an die Mitglieder der „Freien Bereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums" aratts versandt. Den „Sabbath" erhalten kostenlos die Mitglieder deS ^Verbandes der Sabbathfreunde". In der betr. Notiz war natürlich von solchen Mitgliedern der „Freien Bereinigung" die Rebe, btk zugleich auch MUgtteber des „BerbanbeS der Sabbathfreunde" find. S. H. in K. Die Arbeiten find von uns noch nicht geprüft und kann daher leider Ihr Wunsch noch nicht erfüllt werden. I. P. in W. ES steht leider nicht in unserer Macht, etwa« zu tun. Br. in P. Besten Dank für die Zusendung, von der wir gelegentlich Gebrauch machen werden. Fr. Gr. in Fr. Wir können die Entscheidung erst, nachdem wir die Arbett geprüft haben, fällen. , F. Gr. in P. Wir empfehlen Ihnen fl7pjp von Professor Sulzbach. (I. Kauffmmm, Frankfurt a. M.) Bl. in G. Fragen Sie «inen Arzt und dann, unter Wiedergabe seiner Meinung, einen Rabbiner. F. B. K. C. und viele andere. Kann wegen Anhäufung aktueüm Stoffes nicht erscheinen. CJft inderecke. Soladifl- .B,n E W. Eretv Rofch-hafchonoh ist es. Jomtof-Stimmung herrscht in jedem Winkel des festlich hcrgerichteten Zimmers. Geschäftig eilen die beiden Tächter des Hauses, die 17 jährige Sara und die 12 jährige Ruth hin und her, um die letzten Vorbereitungen für hie Festtafel zu treffen. Die blitzblanken silbernen Leuchter sind schon mit brennenden Kerzen versehen. Bevor die Mutter in „Schul"" gegangen ist, hat sie Licht gebenscht. „Schnell, Ruth, die Geschenke herbei!" Sarah stellt eiligst die bis jetzt versteckt gehaltenen Blumen in Basen, stellt sie mitten auf den Tisch und legt nun Ruths hebräisch geschriebenen Reujahrsmunsch unter die Berchesdecke. Indessen kommt Ruth atemlos zurück. Behutsam entnimmt sie ihrer Schürze ihr Roschhaschano- Geschenk für die Eltern. Ein Berchesdeckchen ist es. Sie selbst fand ihre Arbeit wunderschön; jetzt aber erfaßt sie doch Zweifel. „Du, Sara, sag" "mal, aber ehrlich, gefällt etz dir wirklich?" Sie wünscht eine 'bejahende Antwort, die ihr auch wird. „Sehr sauber gestickt; Mutter wird sich freuen." Mit stolzem Lächeln betrachtet Ruth rhr Werk. Bon dem roten Sammt heben sich,wirkungsvoll die in goldgelber Seide gestickten hebräischen Lettern ab. „Ruth, Ruth, beeile dich! Wo ist Davids Geschenk?" „Hier, Sarah, wunderfern ist das Eßrog- Kästchen ausgefallen!" Sarah stellt es auf den Tisch. „Dein Msrach ist aber unser Gtanzstück! Wenn ich doch auch MÄen Wnnte s" Mötzlich. Sara fährt erschrocken zusammen. „Wy fehlt's, Wildfang?" „Auf dem Tische, nämlich das Obst, der Süß^ apfel," lacht Ruth. , „Richtig! Hole es flink; dann wollen wir beten!" Die Mädchen lassen sich an dem herrliG dekorierten Tische nieder. Vorher haben sie au Flur- und Küchenlampe „Licht gebentscht". Feiere liche Stille lagert im ganzen Hause. Andächtig beten die Beiden. Die besonnene Sara bleibt in füllet Betrachtung an ihrem Platze. Ruth hat rasch Hut und Mantel geholt. „Ich hold die Eltern und David", ruft sie der Schwester zu. Und schon ist sie draußen die Treppe hinunter gesaust und in wenigen Minuten bei der nahen Synagoge angelangt. Gerade strömen aus der Synagoge die Andächtigen heraus. Ruth eilt auf Bekannte zu, ihnen gratulierend. Mit freudig pochendem Herzen führt sie ihre Lieben nach Hguse. Sie kann den Atoment gar nicht abwarten, da Vater und- Mutter Neujahrswunsch und Geschenke anstaunen werden. Endlich, endlich ist er da, der große Augenblick. Mit strahlendem Gesicht heimst sie das reichlich gespendete Lob ein. Jetzt macht Vater Kivdusch. Dann bespricht er eilrgehend den .Ernst dieses Festtages,^ fördert seine Kinder auf, nachzudenken über die ^begangenen Fehler, sie zu bereuen, Verzeihung zu erbitten von den Gekränkten, damit auch Gott uns vergebe. Ein ernster Blick trifft Ruth, deren Streitlust oft genug den Eltern Verdruß machte. „Ich bin mit niemandem böse!" beteuerte sie lebhaft. „Was nicht ist, kann noch werden," murmelte David. Schon will sie schnippisch antworten, da besinnt sie sich rechtzeitig, schluckt die heftige Bemerkung hinunter, die sie bereits auf der Zunge hatte und wendet sich achselzuckend von dem Bruder ab. - Am 1. Tage Roschhaschono nach dem Mmchagebete holt Ruth ihre Freundin Recha zum „Taschlichgebete" ab. Aus dem Wege zu dem Flusse treffen die beiden Unzertrennlichen eine Schulfreu-ndin, die in gleicher Msicht zu dem fließenden Wasser pilgert. Die drei Kinder unterhalten sich über diese Vorschrift. Abwechselnd erklären Recha und Ruth die sinnige Bedeutung des Taschlichbrauches, so gut sie es von der Religionsstunde her wußten. Wie das Wasser die Flüchtigkeit unseres Daseins versinnbildliche, die Fische uns daran erinnern, wie oft nach Israel die Netze des Verderbens ausgeworfen wurden, ohne daß es gelungen ist, es zu fangen.- Zornesröte steigt in Ruths Wangen, als- Klara bei dieser schönen Auslegung hell und dumm mlflacht. „Mit dir Amhvorez will ich nichts zu tun haben: geh" fort von uns?" schreit sie wütend. Mit Tränen in den Augen entfernt sich Klara. Ruth ist bestürzt über ihre Heftigkeit. An Rechas Kälte merkt sie wie sehr diese ihr liebloses Vorgehen verurteilte. Sie erinnert sich des Verbotes, andere zu beschämen und, denn dabei an den herannahenden VersöhnungDtag. Tief schämt sie sich vor Recha und konnte es ihrer Gewohnheit gemäß nicht unterlassen, die Scham durch neue Zornesausbrüche zu verdecken. „Wenn du"s mit Klara hältst, brauche ich dich nicht zur Freundin," erbost sich Ruth. „Wenn du mich entbehren kannst," ist die ruhige Antwort Rechas, „dann gehe ich Mn." . Ruth bleibt allein am Flusse zuÄck. Noch gesteht sie sich ihre Schuld an dem Zerwüpf, nis nicht ein. „Ich Hab" recht!" murmelte sie trotzig. . Trotzdem kann sie diese Nacht nicht gleich einschlafen. Am Morgen weicht sie der Freundipß aus, die gleich ihr während des SchojuMasenH im Tempel ist. Jetzt hätte sie Mitten könnet^ wären beide' in ihrer Nähe gewesem \ (Schluß folgt.-) ’ , ...'S V : . Wv'r-.K&i’-:FLÄLLSM V/ y..->?rt>yiy!;-