Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 49 (1908)
- Issue
- Heft 38 (17.9.1908)
- Date
- 1908-09-17
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Israeli». 17. September 1908 AK. 88. Sette 10 «lstanmengefunden. Mit «ine« kurzen Ansprache begrüßte okr Bersammlungsleiter, Herr Bankier G. H. Loewh, sämtliche Anwesende, wobei er konstatieren konnte, daß die Bersammlung nicht nur von Angehörigen der Rawuscher Gemeinde sehr stark besucht war, sondern daß auch die Nachbargemeinden Ltffa, Bojanowo, Garne, Görchen, Jutroschtn und Herrnstadt respektabel vertreten waren und dieBreslauer und Posener Ortsgruppen deS „Verbandes her Sabbaihfteunbe", sowie die „Freie Bereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums" Delegierte eMmdt hatten. Km die Grüße der letzteren, die er als Schwester-Bereinigung des „Verbandes der Sabbathfcnrobe* bezeichnete, zu überbringen, nahm Herr Aron Kober-Breslau das Wort. Nachdem Herr Bankier Loewy noch ein bet ihm aus Berlin für die Versammlung etnaegangenes Begrüßungsschreiben des geschäfts führenden Ausschusses des „BerbandeS der Sabbachfreunde" verlesen hatte, erteilte er Herrn LouiS Kahn «Frankfurt a. M. daS Wort zu seinem angekündigten Bortrage: „Der Sabbath, eine Gegenwartsaufgabe deS Judentums." I« etwa halbstündigen Ausführungen wies der Redyer auf die Bedeutung des CabbathS in ideeller und realer Hhrstcht, sowie auf die materiellen und ethischen Bestrebmrgen des „Verbändeder Säbbathfreunde" hin. Der hohe Idealismus, von dem sich der Redner begeistert «igle, verschaffte ihm am Schluffe seines Vortrags warme Anerkennung und lebhaften Beifall, obwohl die Berfammlung nicht in allen Punkten seinen Ausführungen zustimmen konnte. An den Bortrag schloß fich eine lebhafte Dtskusfion,an der fich außer dem Vortragenden und dem Versammlungsleiter die Herren Rabbiner Dr. Cohn« Rawttsch, Rabb. Dr. Theodor-Boianowo, Aron Kober- BreSlau, Pletznbr-Posen, Golde-Ltfsa, Dzialoszynski-Jutrofthin und Zahnarzt Eohn-Rawttsch beteiligten. Mit rwchmaligem Danke an die Anwesenden für ihr Erscheinen «nd mit einem warmen Appell zu festem Zusan menschluß w» daS Banner deS EavvathS schloß Herr Loewy die «ftiyith tMrfftiifMt» ®etfuWüUuii|j, die dem „Verband mr Sabbathfreunde" einen ansehnlichen Mitgliederzuwachs gebracht hatte. Straftburg, lO.Sept. Die „Gesellschaft für israelitische Geschichte" veranstaltete gestern eine kleine Feier, um in Gegenwart einiger geladener Gäste d.s Israelitische Museum der Oeffentltchkett zu übergeben. Unter den Anwesenden befanden pch außer den beiden Direktoren deS Elsäsfischen Museums, Dr. Bücher und Dollinger, und dem Direktor des Israelitischen Museums, Ch. Levy, der Unterstaatssekretär Dr. Petri, der Oberrabbtner Ury, Srte zahlreiche Gönner des Museums. Trotzdem das raeltttsche Museum, das als ein Teil des Eisässtm Museums zu betrachten ist, sozusagen noch in den Kinderschuhen steckt, kann es bereits Anspruch auf eine gewisse Vollständigkeit i, sofern machen, als fast lückenlos der jüdische KultuS dem Besucher vor Augen geführt wird und auch den Nichtkenner rasch orientiert. Die Frier wurde durch eine Rede deS Herrn Ch. Levy eröffnet, der nach etntgen Worton der Begrüßung die Entstehung, den Zweck und die Ziele deS Museums erläuterte. Er dankte bau» im. Direktion des Elsäsfischen Museums, die den GedaqütMwMA Jüdischen Museums angeregt und stch «st AufnahM "H^Mdttchen Abteilung bereitwilligst er- AStte wb gchBWWM der hochherzigen Gönner und Giwnertssnw^MWMWwsführung der Idee so viel beitrugen. StugWH der Präsident des Elsäsfischen MusmnnS, WWWM und drückte tn herzlichen Worten seine Frenbe das Zustandekommen der Sammlung, die er willkommen hieß. Mit einer Ansprache des Herrn Rabbiner Dr. Ginsburger schloß die bescheidene, aber eindrucksvolle Feier. Basel, 15. Sept. Der „Berern zur Förderung deS gesetzestreuen Judentums in der Schweiz" halt am Sonntag, den 20. September, Nachmittags 2»/, Uhr, im großen Saale des „Kaufmännischen Vereins tn Zürich seine ordentliche Generalversammlung ab- Der Tagesordnung voran geht em Borttag von Herrn Rabbiner Dr. A. Cohn von Basel über.„Monismus und Judentum". Personalien. »reübnrg, Sept. Max Blumgrund, Oberbeamter der Apolls Petroleum-Raffinerie A.-G., ist am 4. d. M. nach längerem Leiden im 54. Lebensjahre gcstorben. Sein Tod versetzte nicht nur die allgemein «achtete Familse in riefe Trauer, sondern auch bie Institutionen, denen er seine selbstlose Tätigkeit gewidmet hat. Der Verblichene betättgte stch immer, sowohl im öfftntlichen, als auch im Privatleben als guter Jehudt, und erfreute sich in allen Kreisen ohne Unterschied der Kon- Jston großer Sympathien. An der Bahre des Berrtenen hielt sein Bruder, Rabbiner Dr. Na ft alt ln mg rund aus Mony, eine zu Herzen gehende Trauerrede susd entwarf ein tteueS Bild vom Leben des T ahingegangenen. Im Namen der Unternehmung, in deren Dienste der Verstorbene dreizehn Jahre gestanden, gab Direktor Friedrich Guttmann dem Schmerze ob deS Verlustes beredten Ausdruck. Auf dem orthodoxen Friedhöfe, wo er zu Grabe gebettet wurde, widmeten chm der -|"m L. Friedmann und Rechtsanwalt Dr. Bela BeSr.yö warme Nachrufe. E. B. Darnotv, 10. Sept. Vorige Woche verstarb hier der reiche Banker Hermann Mafchler. Der Verblichene, der ein seinem Volke und seiner Religion treu ergebener Jude war, hat fich durch seinen großen WohllätlgkettSstnn, mit dem er besonders arme, kleine Händler tn ihrer schweren Existenz zu unterstützen pflegte, die Liebe und Verehrung aller Veoölkerungskretse errungen, ^bekleidete sowohl in der jüdische», wie auch in der Stadtgemetrde verschiedene Ehrenstellen. So war er jahrelang Friedensrichter der Stadt Tarnow. An seinem Leichmbegängniffe hatten über 5000 Menschen teilgenommem Riga, 5. Sept. Sonntag wurde hier Herr Max Michelsohn, einer der angesehensten Vertreter der hiesigen jüdischen Kaufmannschaft zu Grabe gettagen. Der Verstört ene nahm am jüdischen gesellschaftlichen und Veretnsleven regen Anteil und widmete einen Teil feiner Energie und Kraft dm religiösen Interessen der jüdischen Gemeinde. Mit Hingebung nahm er fich der Erbauung der tnnerstädttschen Synagoge an, die, von Dr. W. Neumann entworfen, eine Sehenswürdigkeit unserer Stadt darstellt. Ein stiller, jedem äußeren Schein abholder Charakter, arbeitete er unentwegt im Dienste der Gemeinde und Wohltätigkeit trotz feiner geschwächten Gesundheit, die ihn' veranlaßt?, auf viele Remter zu verzichten. Dem Verstorbenen wurde die hier außergewöhnliche Ehrung zuteil, in die ynagoge gebracht zu werden, wo die Rabbiner Ilion und Weinberg Trauerreden hielten unter Zugrundelegung deS Wortes „Für seine Tatm zeugen die Steine". Alsdann setzte fich der Zug nach dem Friedhöfe in Bewegung, wo wiederum Trauerreden gehalten wurden. Namens des Synagogenvorstandes würdigte Herr L. Ltjschitz am Grabe die Verdienste d.s Verstorbenen. . 5precdraal. Die Reinheit der jüdischen Familie Mit dankenswerter Arsssührlichkeit schilderte der „JSraelit" die Gefahren, welche für das Judentum daraus entstehen könnten, wenn die unselige Reform, mit der die franzöfischen Rab.iner ihre Gläubigen zu beglücken wünschen, auch tatsächlich durchgefuhtt werden sollte. Die Befürchtung wäre nur allzu begründet, daß die jüdische Famtüenreiiiheit' durch Die eheliche Verbindung mit solchen Judm, derm mmn ö"y nnTDD durch das ihnen vom staatlichen Matrikelamte erteilte Prädikat „legitim" vermänteit würde, vollends untergraben werden könnte, welcher Gefahr man nur durch Errichtung von solchen Scheidewänden zwischen franzöfischen Juden und solchen anderer Nationalität zu vegegnen imstande wäre, welche auch die Ehe zwischen Juden und Andersgläubigen unmöglich machen. Wie ttaurtg steht es afct auch in anderen Ländern mit dem VtPITp »Nd hauptsächlich pgv| aus, die von den neologen Rabbinern fabriziert werden. Man darf ohne fich einer Uebertreibung schuldig zu machen, die Behauptung-waaen, daß z. B. in Ungarn — die Verhältnisse anderwärts find mir unbekannt, doch dürften sie sich im wesentlich»« von den hiesigen nicht unterscheiden — kaum von einem neologen Rabbiner Scheidungen vollzogen werden, die den Anforderungen des Schulchan Aruchs vollkommen entsprächen. An Beweisen zur Erhärtung dieser Behauptung mangelt eS wahrlich nicht, doch stnd diese für Kenner der Zustände, die tm neologen Lager herrschen, ganz überflüssig, da man hierzulande von der Gewissenlosigkeit bei der Vollziehung der Ehescheidungen so manches Liedchen zu stngen weiß. Und mit Sprößlingen derart getrauter und geschiedener Paare gehen Orthodoxen in unzähligen Fällen die Ehe ein, ja noch mehr, werden solche Mischehen sogar von orthodoxen Rabbinern vollzogen, eine traurige Tatsache, die aber beim besten Willen n cht geleugnet werben kann. Es ist die- — wie bereits bemerkt — für die jüdische Familienreinheit weit gefährlicher als es daS französische Reformprojekt im Verwirklichunasfalle sein könnte, va letzteres wenigstens eine gänzliche Separierung der Gesamtjudenheit von der franzöfischen zur Folge hätte, was aber bei dem hier geübten System, nicht konstatiert werben kann. Ich werde Gelegenheit haben, mit freundlicher Erlaubnis der Redaktion, aus dieses Thema zurückzukommen und einen Plan zu entwickeln, der meiner bescheidenen Anficht nach geeignet wäre, dieser Gefahr zu steuern. Doch wie immer auch das Urteil der kompetenten Faktoren über meinen Plan ausfallen wird, das eine ist gew-ß: „Hier muß unverzüglich Wandel geschaffen werten, wenn wir unserer Ahnen würdlg bleiben wollen, denen die Thora daS ehrende Zeugnis ausstellt. ntwi DmnsttUP.Samuel Reiner, Eperjes. Utrtinskaknder. Jüdischer Frauenverein e. B. „AuSgewählte Stücke aus -em Rosch Haschonoh Machsor". Dozent: Dir. Dr. Lange. Montag, 21. Septbr., 9 Uhr, in der Realschule der Israelitischen ReltgionSgesellschaft, Am Tiergarten 8. Briefkasten. W. 81. in S. Besten Dank für die freundliche Mitteilung, die aber leider zu spät kommt. nVJUil anrn>. I. M. „Bureau für Statistik der Juden", Berlin- Hallensee, Georg Wilhelmstraße 22. Für die Rezension besten Dank! Ihre weitere Anfrage wird brieflich beantwortet. R. M. Die Jahrzeit ist am 26. Siwan, der im nächsten Jahre auf 15. Juni fällt. Dr. W« M. Die Notiz betr. Gründung eines „WanderklubS" rührte, nicht vom Montefiore-Beretn her, der der Neugründung ganz fern steht. Schoel. Solche Anstalten existieren unseres Wisiens in Berlin. Näheres über dieselben erfahrm Sie am besten sm Ort und Stelle. H. 15V.' Es geht nicht an, über dieses historische Thema an dieser Stelle^ zu referieren. Wir empfehlen Ihnen „Die Geschichte der Frankfurter Judengeffe^ von Krakauer (I. Kauffmann, Frankfurt a. M.), tn welcher sie die nötige Auskunft finden. S. L. in M. Die von Ihnen gewünschte Lekcüre finden Sie in dem als Beilage des „Israelit" erscheinenden „BolkSfreund". Ferner — wenn Sie Mitglied der „Freien Bereinigung für die Jntereflen des orthodoxen Judentums" stnd — im „Sabbath" und im periodisch erscheinden „Bolksboten. lamiflemiacdricdten. Geburten: Einen Sobn: Max Rothschild Mauer) hier. — Eine Tochter: Henri Etting er (Simon) hier. Verlobte: Lilly Rosenbaum» Rechtsanwalt James Pol lack. Frankfurt a. M.-BreSlau. — Grete SK ei fei, Max O ffenstadt, Berlin-Frankfurt a. M. — BiancaDurlacher, Asseflor Dr. Alfted Wolfs» beide in Hamburg. Verm fehlte: Heinrich W o tf, Frida aeb. Mayer» Sulzbürg-Schnaittach. — Abraham Stern, Bertha geb. Sternbach» Nh. Mada-Munkäcs. Verstorbene: Therese Thalmann geb. Hamburger, Frankfurt a. M. Sabbat-Anfang «. Ausgang. ORT: Anfang Datum Ausgang UhrlMin. 1908 5668 MrlMia. IS.Sevtbr. 23. Elul afnmfyote.il. 6 — 7 15 »erliit .... — — 6 55 München . . . 6 — 6 56 Stratzburg . 6 — 7 20 Stuttgart. . . 6 15 7 10 »ose« .... — — , 6 50 Nürnberg . . — — 7 — Hamburg. . . — — 7 10 »«<*<*. — — 6 50 Für de» Reklamenteil ist die Redaktion nicht verant- »örtlich r insbesondere ist es ansschließttch Sache der Leser, die Im Reklameteil enthaltene« Gmpfehlunge» ritueller Ware« oder sonstige Anaade» religionSaesey« lichen Charakters ans ihre Znverlüsstgkeit »» prüfe». B--I. ' i ■ j Landesbuter | 1 —> Leinen^ und Gebild>Weberei F.V. Qrünfeld Königl., Qrossherzogl. tu Fürstlicher Hoflieferant Berlin W., Lti|2i|iritnw!H Grösste Aaswakl aller Wäscheartikel für dci Hausbedarf. fliferOini Inzer flisstattiiiei. Preisliste mit AMMldiingeii sowie Kostsnanschllos za Diensten. (7969) fas sagt Ihr m za meiner Bergpartie? Denkt nur, ich, die fich sonst bei jedem Windhauch erkältete, daß ich kein lauteS Wort Hervorbringen kann und Halsschmerzen gar nicht loS werbe — ich war oben auf der Zugspitze — und in einem Hundewetter. Und har mir nichts getan. Ursache? Ich habe FapS ächte Sobener gebraucht und ich sage Euch, die haben Wunder an mir getan. Ich bin ordentlich verliebt in die kleinen Dinger und fie gehen mir von nun an — auch auf der Reise - nicht mehr aus. Die Schachtel kostet ja nur 8d Pfennig und man kann fie in jeder Apotheke, Drogerie oder Mineralwaflerhandlung haben. Eine Bitte an Aller Unter dieser Spitzmarke werdet stch der Israelitische UnterstÄtzungS-Berein für Obdachlose in Hamburg", besten Hauptaufgabe die Fürsorge und Hilfe für die jüdischen Aus- und Mckwanderer ist, tn dem beiliegenden Aufruf an unsere GlaubenSgenoflm mit der Mtte, seiner segensreichen Wirlsamkeit zum bevorstehenden Roschhaschonoh zu gedenken und zur Ablösung der Neujahrs« gratulationen ihm Spenden zu reichen. Wtr können unter Bezugnahme auf den Inhalt des beiliegenden AufrchSnur dem Wunsche Ansdruck verleiben, daß fein Appell nicht ungehört verhalle, sondern offene Herzen und Hände bei unfern Lesern finde.