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Der Israelit · 1908-09-10 · Heft 37 (10.9.1908) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
49 (1908)
Issue
Heft 37 (10.9.1908)
Date
1908-09-10
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 37. Sette 10. Der JSraeltt. 10 September 19C8 Palästina über, um mm doch noch auf fremdem Boden, fern von den Seinen zu sterben. Budapest, 8. Sept. Der langjährige Schulvorsteher der Budapester autonomen orthodoxen israelitischen Gemeinde und Vizepräsident der orthodoxen msn ilttmp hauptstädtischer Advokat Dr. Wilhelm Totis, ist heute gestorben. Der Verblichene hat sich um das Emporblühen der Gemeinde und insbesondere um die Entwicklung des Schulwesens derselben hervorragende Verdienste erworben. Binkowce (Slavonien), 1. Sept. Hier, wurde heute Sr. Ehrw. Herr Bezirksrabbiner Dr. Arthur Marmor et er, ein Schüler deS Berliner Hildesheimerschen Seminars, bisher Rabbiner in Jamnitz (Mähren) in sein neues Amt feierlich eingeführt. Der junge gelehrte Rabbiner, der einer berühmten, weitverbreiteten Rabbinersamilie entstammt und fich trotz seiner Jugend wegen feiner wissenschaftlichen Tätigkeit in Fachkreisen einen guten Namen und vorzüglichen Ruf erworben, wurde von feiner Gemeinde mit g.oßer Ehre empfangen. In Binkowce wurde der Rabbiner und seine Begleitung von der B Gemeinde am Bahnhof erwartet und warm ,t. Nachmittag um 4 Uhr fand die eigentliche Amtseinführung in der festlich geschmückten und vollen Synagoge statt, im Beisein der politischen Behörden. Im Vestibül der Synagoge begrüßte der Vorsteher, Herr Ignatz Löwh, Herrn Dr. Marmorrter und begleitete ihn nebst den anwesenden Gästen zu den Ehrenplätzen Nach dem Mincha- Sebet führte Sr. Ehrw. Herr Oberrabbiner Dr. Alexander sordan mit einer überaus geistreichen gelungenen Rede ihn in sein neues Amt ein. Hicrauf ergriff Sr. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. Marmoreter des Wort zu ferner inhaltsreichen und erhebenden Antrittsrede, die auf die ganze Gemeinde einen nachhaltign Eindruck ausgeübt hat. Koster (Mähren), 1- Sept. Dieser Tage wurde der neugrwählte Rabbiner der hiesigen Kultusgemeinde, Herr Jakob Hofsmann, feierlich in sein Amt ein- Sesührt. Die von der roch echkjüdrschen Gemeinde mit leifall aufgcnommene Antrittsrede behandelte die Aufgaben eines im gesetzestrcuen Sinne wirkenden Rabbiners. Sprecdraal. Mit großer Freude kann jeder fromme Jehudi wahr- Mhmen, daß in den großen Städten das religiöse Leben immer mehc erstarkt, indem Vereine ins Leben gerufen werden, durch welche in den jungen Leuten das religiöse Bewußtsein geweckt wird. Doch wird dabei manches übersehen. So finden am Rosch-Haschono und besonders am Kol Nidre viele junge Leute keinen Einlaß in Synagogen oder Betlokalen, obschon fie von einem Lokal zum andern laufen. Es schmerzt viele Leute, gerade zu dieser Zeit leinen öffentlichen Gottesdienst besuchen zu können. Ich glaube, bei einigem guten Willen könnte auch hier Abhilfe geschaffen werden. Die jungen Leute werden zur Synagogensteuer herangezogen, so können fie doch wohl mit Recht von der Gemeinde fordern, einer Synagoge oder einem Betsal zugeieilt zu werden. Den betr. Herren Chefs wird angezeigt, daß das Personal in diesem oder jenem Lokale Platz findet und diese teilen es ihren Leuten mit. M. H. S. .Hi .. DD7S . Sie Alexander «nd Fanny Simonsche Stiftung in Hannover. In Nr. 35. des „Israelit" wird die Frage gestellt, „was denn eigentlich die Männer, die durch das Vertrauen eines Stifters zur Verwaltung seines Bermächtniffes für die Juden des gesamten Reiches berufen wurde, leisten?" Die Anjrage wurde veranlaßt durch unbegründete Angriffe eines ununterrichteten Mitarbeiters einer Berliner Wochenschrift. Da von uns Wert darauf gelegt wird, daß der geschätzte Leserkreis des ^Israelit" über unsere Arbeiten unterrichtet ist, gestatte ich mir, als Syndikus der Simonschen Stiftung folgende Mitteilungen zu machen * 1. Die Simonsche Stiftung erhielt am 23. Januar 1907 die landesherrliche Genehmigung. Von diesem Termin ab ist also ihre Entstehung zu rechnen. Der Vorstand der Stiftung war von vornherein der Ansicht, daß eine so umfangreiche Organisation nicht allein im Nevenamt verwaltet werden konnte und ging an die Errichtung eines modernen Bureaus, das am 15. August 1907 eröffnet worden ist. Seitdem besteht der vrdeuttiche Geschäftsbetrieb der Stiftung. Im Augenblick ihrer landesherrlichen Genehmigung hatte die Stmonsa e Stiftung rund 2,1 Millionen verfügbares Kapital. Der Rest war vom Stifter in Grundstücken angelegt worden, über deren endgiltigen Erlös heme noch garnichts feststeht. 2. Daß fich die Verwaltung der Simonschen Stiftung über die Grundlinien ihrer Tätigkeit von Anfang an klar war, bew ist eine im Jahre 1807 m etwa 10 000 Exemplaren verbreitete Broschüre „Die Ziele der StmonMn Sliftung in Hannover". Diese Broschüre muß man meines Erachtens neben unserer Snstungsversassung gelesen haben, bevor man üeer unsere Stiftung irgend welches Urteil fällt. Sie kann jederzeit von uns koftenfre bezogen weiden. r , . 3. Was ist nun in dem einen Jahr unserer bre hörigen Tätigkeit geleistet worden? Ich weiß nicht, ob mmsa.on nach dieser Zeit die Vollendung eines „Ewigkeitswelkes", von dem der Herr Einsender sprichr, erwarten darf, wenigstens nach den Ansprüchen, die von uns an ein solches Wort gestellt werden. Immerhin hoffen wir, der Verwirklichung eines Planes ziemlich nahe gekommen zu sein, der für die jüdische Bolkserziehung von nicht zu unterschätzender Bedeutung sein dürste. Es wird nämlich eine Anstalt errichtet werden, in der jüdische Lehrer des In- und Auslandes nach amerikanischem Vorbild eine technische vollkommene Ausbildung auf dem Gebiete des schulmäßigen Gartenbaues, des Handfertigk«itSunterrichts in Holz und Metall und verwandte Zweige erhalten. Die jüdischen Kultusverwaltungen und Lehrervereine stehen dem Plan sympathisch gegenüber, und eine von uns unter 1600 jüdischen Lehrern vorgenommene Enquete hat ergeben, daß diese Anstalt einen sehr starken Besuch zu erwarten haben wird. Durch Ausbildung deutscher, osteuropäischer Lehrer, aber auch solcher, die später in die Kolonien gehen, kann diese Anstalt dann bewirken, daß die Erziehung des jüdischen Volkes auf eine gesundere und für das wirtschaftliche Fortkommen geeignetere Grundlage gestellt wird Simons Grundsatz ist bekanntlich gewesen, daß nicht durch Almosen, sondern nur durch Erziehung zur Arbeit unseren armen Glaubensgenoffen geholfen werden kann, und alle Erfahrungen der jüdischen Kolonisationsbewegung haben gezeigt, daß mit dieser Erziehung zur Arbeit in der frühesten Jugend begonnen werden muß! Erst wenn in die jüdische Kindercrziehung der Arbeitsunterricht Angeführt worden ist, können die Bestrebungen, die auf Verbreitung von Ackerbau und Handwerk unter den Juden gerichtet find, größere Erfolge zeitigen. Hier laufen unsere Bestrebungen übrigens durchaus Hand in Hand mit denen der fortgeschrittenen deutschen Pädagogen, wie z. B. des Schulrats Dr. Kerschensteiner in München. Um aber diesen Unterricht in die Wirklichkeit umsctzen zu können, bedürfen wir zunächst eines ausgebildeten Stammes dazu befähigter Lehrer. Deswegen gehen wir an die Errichtung dieser Anstalt, für die übrigens bereits die angesehensten jüdischen Korporationen ihr Interesse bekundet haben. Wenn ich Ihnen schließlich noch mitteile, daß da - LandwirtschaftsmiNtsteriüm eines großen deutschen Bundesstaates uns ein ausgedehntes Grundstück zur Errichtung von Plantagen und Anlagen von Gebäuden überläßt, so dürfte hieraus h rvorgehen, daß dieser Plan auch von solchen Seiten anerkannt wird, die bisher noch wenig Gelegenheit gefunden haben ihre Sy:i patbie für gesunde jüdische Bestrebungen zu bekunden. Sobald die Verhandlungen über das betreffende Grundstück zu Ende geführt worden sind, wird mit dem Bau der Anstalt begonnen werden. Der Unierricht und der Unterhalt werden für die angehenden Lehrer und die Lehrer, die fich bereits tm Amte befinden, während der Dauer des Anstaltsbesuches kostenfrei sein. 4. Unsere fernere Täiigkeit in diesem Jahr Hut fich erstreckt auf die Ansässigmach ur. g von jüdischen Handw er kern und Gä rtnern in Deutsäland und Galizien, aus die Gewährung von Kredit an notleidende jüdische Lan d w irte und Handwerker, auf die landwirtsä aftiiche Ausbildung junger Leute, auf die Ermöglichung des Besuchs landwlrlschaftkicher Hochschulen für besonders Vorgeschrittene, auf die Ermöglichung des Besuchs höherer Handwerkerschulen seitens begabter jü sicher Handwerker, auf Stellennachweis und Stellenvermittlung für jüdische Landwirte, Gärtner, Handwerker und Industriearbeiter. Ferner haben wir allein in Deutschland an ^3 jüdischen Unterrrchtsanstaiten die Einführung von Gartenbau- und Handfertigkeits-Unterricht bewirkt, wodurch anderthalblausend jüdischer Kinder körperlich ausgebüdet werden, Liebe zum Boden und Verständnis für die Materie gewinnen und wodurch der beste Grund zu einer gesunden Berufswahl unter den Juden Deutschlands gelegt wird. Auch haben w r jüdische Lehrer zu diesem Zweck besonders ausbilden lassen und für gute Leistungen Prämien gewährt. Ein Fachmunn auf dem Gebiet des Schulgartenwesens wurde beauftragt, die Abfassung eines Werkes zu unternehmen, das dem Lehrer, der Verständnis und Neigung für dt-.sen Zweig besitzt, das nötige Material an die Hand gibt. In unserex lrtzten Sitzung ist dem israelitischen . Lehrerseminar in Würzbu g zur Ausbildung se ner Zöglinge im Schulgartenwesen ein besonders hoher Beitrag bewilligt worden. Endt ch haben wir mit anderen Korpo ationen gemeinsam begonnen, die Förderung des jüdischen Gewerbes in Palästina systematisch in die Wege zu leiten 5. Wir haben bisher Abstand davon genommen, in der Oeffentlichleit allzu laut von unserer Tätigkeit zu reden. Dies geschah keimswegs aus einer Mißachtung der öffent ichen Meinung. Wir find uns vielmehr vollkommen darüber klar, daß wir die Mitwirkung der Orffentlichkeit garnicht entbehren können. Wir benötigen stets neuer Anregungen, Mitteilungen über tatsächliche Verhältnisse, und schließlich auch Geldbeiträge für unsere Unternehmungen, denn im Verhältnis za der riesenhaften Aufgabe, i er wir gegenüber stehen, sind selbst die Zinsen eines Kapitals von 10 Millionen Mark unzureichend. Was wir aber verlangen dürfen, das ist, daß die öffentliche Kritik, sobald sie sich mit unseren Bestrebungen beschäftigt, sachlich bleibt und daß uian sich zunächst unterrichtet, bevor man unbegründete Angriffe in die Oeffent- Uchkeit schleudert. Sachliche Kritik ist uns nur erwünscht, im besonderen, wenn sie von solchen kommt, die Mitarbeiten wollen. Hannover. Dr. Eugen Katz. Syndikus der A. u. F. Simon'schen Stiftung. Ucrcinskalcnder. ' Verein Mekor-Chajim, Samstag, 12. Septbr., Nachmittags 41/* Uhr, Mikro-Vortrag des Herrn Leopold Schwab. Jüdischer Frauenverein e. V. „Ausgewählte Stücke aus dem Rosch-Haschonoh Machsor". Dozent: Dir. Dr. Lange. Beginn: Montag, 14. September 9 Uhr in der Realschule der Israelitischen Religions gesellschaft, Am Tiergarten. Briefkasten. Cantor S. G. in D. Es ist uns leider unmöglich, aus die Sache, die wir von der Ferne nicht prüfen rönnen, .einzugehen. Wegen des Aufrufus wenden Sie sich bitte an „Haasenstein & Vogler" (Zeil 48), die über den Inseratenteil verfügen. I. G. Das Gedicht ist wohl sehr gut gemeint, aber zur Veröffentlichung ungeeignet. A. St. in K. Wird verwendet. Ein Bericht wird uns willkommen sein. R. N. Ausland. Eignet fich für die Kinderrck; nicht. Rr. 10. 1. Tarf geschehen. 2. Wenn es absolut nicht anders geht, ist auch dies gestattet. 3. -N2I2 DD^nn von Samuel Ha. Napid. Aehnliche Einführur gswerke in deutscher Sprache erhalten Sie bei den größeren jüdischen Buchhandlungen. Lehrer M. in A. Wie Sie .in unseren Ausführungen eine Lehrerfeindlichkeit erblicken, ist uns unerfindlich. Sie' schildern die Sachen nicht wie sir sind, sondern wie sie. sein sollen. Darüber sind wir einig. Drucksehler-Berichtigung. Jur Wochenrundschau-Artikel „Orientalia" in der letzten Nummer soll es aus Seite 2, Spalt: 2 statt „vom Altäre herunter". ,ch >»m Atta ne herunter" heißen. Im Artikel „Das bayerische R;visionstv?rk" soll es auf Seite 5, Spalte 2; Zeile 9 v. u. „in jedem Stadium der R e v i s i o n" (statt Reserve) heißen. In der drittletzten Zeile desselben Artikels muß es natürlich „modernen Ge m e i n d e re cht e s " (statt „Gemeinderates") heißen. In der Korrespondenz aus Budapest auf Seite 12, Spalte 3, Zeile 9, ist statt „weit schlechteres" „ein weniger bedeutendes" zu lesen. Tie erste Korrespondenz aus Berlin stammt nicht von E. B., sondern von E. R. her. lamMennaebricdlei». Geburten: Eine Tochter: Hermann Li Pinski (Hirsch) hier. — Einen Sohn: Moses Rapp (Schmidt) hier. Verlobte: Bertha Schwab. Willy Mainz, beide dahier. — Tony Grüne bäum. Arthur Joseph» Frankfurt a. M-Metz. — Martha Stern» Alexander Rosenthal Ems-ftOestrich. Vermählte: Hermann Wallerstein» Recha geb. Eisemann, beide dahier. — Philipp Lipschitz, Nanny geb. Hirsch, Frankfurt a. M.-Kelsterbach. — Nathan Halberstadt, Henriette geb. Hildesheimer, Frankfurt a. M.-Halberstadt. Verstorbene: Frau Hedwig Heß geb. Bing, hier. 60 Jahre. Barmizwohfeier: Joseph, Sohn von Will^ Mayer, hier, Synagoge der Jsr. Religionsgesellschaft» Friedberger Anlage. Sabbat-Anfang u. Ausgang. toan *0 - ORT: Anfang Datum Ausgang Uhr iMin. 1908 5668 UhrlMm. IL.SePtbr. 16. Elul Frankfurt a M 6 15 7 30 Berlin .... — — 7 14 München . . 6 15 7 12 Straftburg . 6 — 7 35 Stuttgart. . . 6 30 7 22 Posen .... — — 7 10 Nürnberg . . — — 7 10 Hamburg . . . — — 7 30 Prag. .... — — 7 05 Kür de» Reklamenteil ist die Redaktion nicht verantwortlich; insbesondere ist es ausschließlich Sache der Leser, die im Reklameteil enthaltene« Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angabe» religionsgefeH« liche» Charakters auf ihre Auverlüfstgkrit zu prüfe«. ml. M lim Ron! nicht hangen lassen i Sie werden morgen wieder ganz wohlauf sein und die Tour mit uns machen können, wenn >sie nur ein halb Dutzeno Fahs ächten Sodenev Mineral-Pastillen in heißer Milch nehmen. Dann können Sie ja auch noch 'n paar lutschen, aber dann sind Sie morgen auch wieder völlig in Ordnung. Da nehmen Sie — ich versvrgr mich vor der Sommerresie immer ordentlich mit Fays Sodenern und kann Ihnen schon ein paar ablassen. Sind übrigens gar nicht teuer — die Schachtel kostet nur 85 Pfennig, und man kann sie in allen Apotheken, Drogerien und Mineraltvasserhandluttgen haben. Nachahmungen jedweder Art weise rnzn sntschisden zurück. * v

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