Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 49 (1908)
- Issue
- Heft 36 (3.9.1908)
- Date
- 1908-09-03
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Der ti I % 9t. 38. Sette 10. diKttchnl irr Königsberg i. Pr. gehört. Soweit ick . MÄH «Innern kann, mm er nach dieser. Stadt' im SvMm«c deSselbert Jahres und verblieb hier als Raö- -irrer -er russisch-polnischen Kolonie bis Mitte Ellul 187S. Er würde dann als Rabbiner nach KremenHchug ) Ln Rußland berufen und aut dem Wege dorthin,v:r- . starb er nach kurzer Krankheit in Kiew, wo er ach ersten Tage des n"T beerdigt wurde. (Bergt. Hauragrd 1879 S. 307.) Seine Ausweisung aus Mobilew erfolgte wahrscheinlich auf Grund seiner preußisch:» Staatsangehörigkeitdie er als Rabbiner in Wreschen ' etwa 1838 erworben hatte. (Brgl. Vorrede zu seinem nirr-'-r). Es wäre ein wertvoller Beitrag zur Rabbinergeschichte des neunzehnten Jahrhunderts, wenn dieser Hervorragende Mann, der zu den genialsten uno originellsten Rabbinern aller Zeiten gehört: und in den verschiedensten Gegenden unter schweren Kämpfen , amtierte, soweit ich weiß: in Wreschsn, Kempen i. .Pr., Bukarest, Leutschütz, Cherson, Mohilew, Kömgsbwg — einen kundigen und .verständigen Biographen jinden möchte. . Bei dieser Gelegenheit sei mir gestattet, auf den Artikel „Trauungen" im „Volksfreund" Nr. 6 mit einigen Worten zurückzukommen. Wie es in L?hr:rkreisen bekannt' sein dürfte, stehe ich nicht auf dem Standpunkt dieser Ausführungen. Mir liegt indes jede Polemik gegen deren Grundton fern,- ich respektiere jede Anstchr die &D& DV7 ausgesprochen wird. Nur den folgenden Satz will ich nicht ohne Protest lassen, Es wird in dem bezeichn eien Artikel gesagt: „Daß die heutigen Lehrer.diese Vorkenntnisse (pttnTpi pö'ja'ö finb gemeint) nicht besitzen, soll ihnen reicht, -um. Vorwurf gemacht werden. Die Seminarien haben si: damit nicht bekannt gemacht und können diese Gebiet: auch nicht in den Lehrplan aufnehmen. Diese Ding; gehören, wie das ganze Gebiet der Halacha, wenn man es nicht unter dem Gesichtspunkt allgemein gültig:r Pflicht zum Thorastudium, sondern nur vom Standpunkt des Lehrplanes für berufliche Vorbereitung betrachtet, in den Lehrplan des Rabbiner« eminars, aber nicht des Lehrerseminars." Dieser Satz hat mich mit Schmerz und Trauer erfüllt. Seit einer Reihe von Jahren vertrete ich ihr Wort uub Schrift den Standpunkt, daß jüdische Lehrer und Kultusbeamte -auf dem Gebiete des rabbimschen Schrifttums heimisch sein müssen, besonders heimisch in den — robn 'yw niD» 'liniö nun wird aus dem Munde eines der wärmsten Anhänger drs Rabbinismus und der Halacha der deutschen Judenheit verkündet, paß „diese Ding:" von zweierlei Gesichtspunkten aus zu betrachten seien, vom Gesichtspunkt allgemein gültiger .Pflicht zum Thorastuoiuin und dann — von dem des Lehrplanes für berufliche Ausbildung, in welchen eben „diese Dings" nur für Theologen nicht aber für Lehrer gehörten. Darf man da nicht in aller Mrfurcht fragen: Ist denn die allgemein gültige Wicht zum Thorastudium" .etwas Diatonisches, eine wohltönende Redensart für andächtige Parade oder ernstester Ernst? Ist diese allgemein gültige Pflicht denn nicht so groß, baß alle andern Mizwos sich ihr unterordnen müssen? Wie kann und wie darf diese Kardinalpflicht vom Lehrplan für Ausbildung jüdischer — nochmals jüdischer Lehrer getrennt werden, — jüdischer Lehrer, die — Gott sei es geklagt — in kleineren Gemeinden doch nur noch heute dre einzigen sein könnten, aus deren Mund Thora verlangt und Liebe zur Thora erweckt wird? — Mit betten, die Talmud unb Halacha für überwunden halten, diesen Disziplinen nur einen archäologischen Wert beimessen und dieselben darum nur als Konzession den Theologen zutoeisen, läßt sich nfcht rechten. Ihre Anschauung ist falsch, hat aber doch in ihrer Anwendung die Logik für sich: Lehrer brauchen keine Archäologie. Aber wie können, wie dürfen die ersten Vertreter des traditionellen Judentums, denen Talmud und Halacha lebendiges Leben ist — pT! 1JN JTBÜ sich zu der Ansicht bekennen) daß Halacha sich nur aus Theologen zu beschränken habe, daß Lehrer damit nichts zu tun batten? — Was dem deutschen Judentum in den letzten Jahrzehnten am meisten verhängnisvoll geworden, ist der Mangel an Thorakundigen. Wie aber soll es besser werden, wenn nicht mit aller Energie daraus gehalten wird, daß wenigstens die jungen Leute, die sich dem Lehrerberus widmen, zu Thorajüngern geschult werden, die sich auch einen Ausflug in -uyn p# und andere Codices gestatten dürfen? Und di: Lehrer selbst, würden sie nicht von der Thorakunde gewinn:», würde nicht ihre Stellung ges:stigter, ihr Ansehen gehobener, ihr Einfluß wirksamer werden? Unsre Gemeinden, auch die liberalen, auch di:, in denen kein Atom mehr von altjüdischer Gelehrsamkeit vorhanden, sind und bleiben Enkel derer, die am Sinai gestanocn und einst die jüdischen Lehrhäusrr gefüllt haben, und haben immer noch eine gewisse — latente — Verehrung und Hochschätzung für die, in denen sic Thorakunde verspüren. Dafür haben si: einen sehr seinen Sinn, er ist ihnen hereditär. <— Solche Lehrer würden auch in sehr fördernder Weise' aus die Tyorakapazität der Rabbiner influicren. Die immense rabbinische Gelehrsamkeit der alten Rabbinerin Deutschland und der heutigen noch in Rußland, Galizien und Ungarn ist nicht zum wenigsten daraus znrückzusi'chren, daß dieselben beständig in Konkurrenz und Kontrolle der großen Thorakunde vieler Gemeindemitglieder standen und noch stehendenen sie allezeit überlegen sein -mußtenwenn sie nicht ihr frestige und ihre Autorität verlieren wollten. Das höraniveau der Rabbiner wird ungeahnt steigen, wenn ihnen an den Lehrern Y'IOIO rw:p geboten wird. Wird aber, wie in jenem Artikel geschieht, die religiöse Unwissenheit systematisiert und echte Thorakundc nur als .Domäne der Theologen proklamiert, io muß mit der Zeit Talmud und Halacha auch bei den Rabbinern verkümmern. S. R. Hirsch schließt in einer Siwanbetrachtung einen Abschnitt mit der beißenden Ironie: „Warum ^lernt dein Kind nicht Chumesch?" — „Es soll kein' Theologe werden!" Darin liegt der ganze Jammer. (Jeschuram 1855, S. 477.) Ich wäre versucht, diese Worte zu varieren. „Warum wird der angehende Kehrer nicht genügend mit dem rabbinische» Schrifttum vertrankt gemacht?" — „Er soll kein Theologe worden!" — welch ein Jammer. Gleich befremdend ist die in Nr. 33 d. Bl. geäußerte Ansicht, daß komplizierte wirtschaftliche Probleme nicht mit ethisch-religiösen Fragen verquickt werden dürsten. Das traditionelle Judentum postuliert vielmehr, daß alle wirtschaftlichen Fragen und Handlungen, soweit nicht das Staatsgesetz in Betracht kommt, dem Regulativ des Choschen Mischpat unterstellt wird, und dieses Buch ist ein. eminent religiöses. Die Konkurrenzklausel ist wohl von mehreren Gesichtspunkten zu würdigen, zunächst nach niTDtP VI □vTtC! v bann ist vielleicht auch das Moment der NrDDDK, der Wortlaut her Klausel, die größere ober geringere Notlage des Angestellten, daneben auch Billigkeitsgründe 211271 *ncnn {Vffjfl- oder JJfD!? Mi» Tm (stehe rwff'änrny in ö"3 73 a) in Erwä mng zu ziehen. Glücklicherweise kommt bei dieser Materie die heutige gesetzliche Praxis rabbinische» Rechts- «mschauung sehr nahe, so baß wir — Jpie schon im Aussatz „Ethik und Wirtschaft" in Nr. 33 d. Bl. richtig hervorgehoben wird — mit der Stellung der modernen Gesetzgebung zu dies:r Frage zufrieden sein könnten. Wenn jedoch in demselben Aufsatz die Berechtigung der Konkurrenzkiauscl n,it den, siIVN "V)DK iP3:i begründet wird, so ist das .unzutreffend. Dieser "NDK im Sinne von Erwerbsbeeinträchtigung ist von den maßgebenden Decisoren mit gesetzgeberischem Scharfblick unter voller Würdigung des Existmzrechts eines jeden sehr eng begrenzt worden. Nicht, das Fortkommen oes Einzelnen in freier Konkurrenz, sondern an *>13 grenzende Ausschreitungen solltön gehemmt und getroffen werden: Vernichtung der wirtschaftlichen Position des andern durch rücksichtslose Eindringung in dessen Erwerbsbezirk oder Entreißung der Früchte langer mühevoller Anstrengung. Di; Kriterien find: ariTÖ /NDVn p^D'O mtro 1CDJ2D vflJ mn tMTQ n;p H3HD- Unter diesen Kriterien fallen aber nrcht die unbequemen Wettbewerber, welche die Konkurrenzklausel ansschalten will. Ja es ist noch fraglich, ob die Uebertreter dieser Klausel zu den 7W2K nDiriD Lezählt werden, weil das Moment des ipjn 7QDD beim Prinzipal nicht erwiesen ist. Unbedingtes Vertrauen des Prinzipals hätte ja die Klausel überflüssig gemacht. Es gibt eine große Responsenlitteratur, die solche Rechtsscageti behandeln, sie liegen nun leider aber nicht vor. Zur Orientierung sei nur auf j-qW nTinD und nbm von demselben zu D"n §§ 156 und 237 und rawn inno zu Y'y> § 282 'n p-'o hw gewiesen. Waldenburg i. Schl., Jakob Bähc.. (Die Ausführungen des verehrten Herrn Einsenders gegen den Artikel „Trauungen" schweben unseres Erachtens völlig in der Lust. Gewiß: es wäre ein I d e a l, des Schweißes der Edeln wert, wenn unsere Lehrerseminare ihre Zöglinge soweit bringen könnten, daß ihnen mit gutem Gewissen pifcOin > niHil zu erteilen wäre! Aber Herr Bähr wird doch wohl zugeben, daß dies unter den heutigen Verhältnissen, bei drei-, selbst bei vierjähriger Ausbildungszeit einfach undenkbar ist. — Aus dieser nicht zu bezweifelnden Prämisse fußen die Ausführungen des Volksfreund-Artikels, während Herr Bähr von der gegenteiligen Voraussetzung ausgeht. Eine Meinungsverschiedenheit in der Sache selbst besteht garnicht, denn Herr Bähr wird ein halachisches Kurpfuschertum mit derselben Entschiedenheit ablchnen, wie wir selbst. — Was das bpi ni&M "PDK ar.geht, so bezieht er sich formal überhaupt nur aus landwirtschaftliche Verhältnisse, wird aber dem Geiste nach von y'jri in weiterem Sinne angewandt. GtzWde in den von uns angebenen Fällen trifft das HMermm DDPO «riTtD vollkommen zu. D. Red.) Briefkasten. Nr. 1000 M. Ist erlaubt. O. 8. Die hier bestehenden Stiftungen können für Ihren Fall nicht in Betracht kommen. S. H. in'^NÜrnberg. Wenden Sie stch direkt an den „Schomre Schabbos - Verein" Frankfurt a. M. Schützenstr. 14. Das gewünschte Blatt besitzen wir nicht I. M. R. in Oftrow. Das Buch ist bei Louis Lamm, Berlin, erschienen. 3. September 1903 D. in L. Kommt für uns zu spät. Manuskript erhalten Sie zurück. M B. in R. Wollen Sie stch bitte verständlicher ausdrücken. Bl. in Gr. Als treuer Anhänger unseres Blattes werden Sie es selber von ihm nicht verlangen können, daß es laüge Berichte, die jeden öffentlichen Interesses entbehren, aufnimmt. Al. A. in Bch. Erscheint in nächster Nummer. Uerein$kaleiuJer. Verein Mekor-Cbajim, Samstag, 5. Septbr., Nachmittags 4*/4 Uhr, Mikro- <. ortrag des Herrn Nathan Eschwege. lamMevnacdricdtev. Geburten: Eine Tochter: Jacob Roos (Hirsch- Frankfurt a. M, Uhlandstr. 81. Verlobte: Recha Meyer, Abraham Klein-Hamburg- Antwerpen. f Vermählte: Moritz Golde, Rosa geb. Haiberstadt» Frankfurt a. M. — Moritz Haas, Bertha geb. Weill, Frankfurt a. M. — Gustav Ro senmann, Bertha geb. Sondheimer, Frankfurt a. M. — Arthur Bodansky» Rone geb. Rapp, Berlin-Frankmrt a. M. — Josepd Hamburger. Binchen geb. Fiörsüeimer, Aizelrau-Höchft i. O. Verstorbene: Jenny Neumark geb. Kaufmann, Frankfurt a. M. 32 Jahre. — Frau Grünblatt, Frankfurt a. Dt. Bariqizwohfeier: Norbert, Sohn von Julius M. B i e r» Frankfurt a. M. in der Svnagoge der isr. Religions» gesellschast, Friedberger Anlage. Labbat-Anfang u. Ausgang. tan '2 OBT: Anfang Datum Ausgang UhrlMin. 1808 5668 UhrlMin. b.Septbr. 9. Tlul «rankfurt a. M. 6 30 7 45 Berlin .... — — 7 32 München . . . 6 3 ' 7 27 Strastburg . 6 15 7 50 Stuttgart. . . 6 45 7 37 Bose» .... — — 7 30 Nürnberg . . — — 7 31 Hamburg. - - 7 50 Prag. — — 7 20 Meine Herren, das war keine Kleinigkeit.1 Denken Sie nur, ich hatte mich total verstiegen; über mir Felsenschroffen, unter mir ein Abgrund von hundert Metern und keine Möglichkeit, vor oder rückwärts zu kommen. Zwanzig Stunden Hab ich so aushalten müssen und es war nur cin Glück, daß ich eine Schachtel .^ays ächte Sodener Mineral-Pastillen in der Tasche hatte, ohne die ich keine Tour unternehme. Die haben mich nicht nur vor Durst bewahrt, denen dank? ich's vor allem, daß ich ohne schwere Erkältung davongekommen bin. Zays ächte Sodener muß man ans jede Lsochtonr milnehmen. 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