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Der Israelit · 1908-08-06 · Heft 32 (6.8.1908) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
49 (1908)
Issue
Heft 32 (6.8.1908)
Date
1908-08-06
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Sette 12. «r. Der Jsraeltt k. August 1102. vergangenen Jahrhunderte, auch unter den Naturforschern der Gegenwart, um nur diese den Monisten naheststehenden Vertreter der Wissenschaft zu nennen, es eine stattliche Zahl gibt, die sich zu dem Glauben ihrer Väter in aufrichtiger Ueberzeugung bekennen. (Schluß folgt.) CS50 m Hücherscha«. Gesammelte Schriften von David Kaufmann. Erster Band. Herausgegeben von M. Brann, Frankfurt a. M. Kommissions-Verlag von I. Kauffmann. 393 S. in 6°. Ein schöner Gedanke ist hier zur Ausführung ge langt: AuL Davids Kausmunns Schrifttum, bas er der großen Gemeinde seiner Freunde und Verehrer hinterlassen, Einzelnes herauszuheben und zu sammeln, damit es auch der Allgemeinheit zugeführt werde, und ein größerer KreiS der Leistungen dieses Genius sich freue, sich daran erquicke. Was der Verewigte einst von Zunz' gesammelten Schriften bemerkt hat (S. 365), läßt sich auch auf - ihn anwenben. „Wichtige wissenschaftliche Bücher bedürfen nicht der Sanrmlung, sie gleichen mächtigen Bauwerken, die der Brandung der Zeit widerstehen. Kleinere Abhandlungen aber werden gerettet, wenn sie nach langer Zeit gesammelt werden, es ist dann, als würden sie aufs neue on Lesenden geschenkt." Bon Kaufmanns Leistungen solcher Art, die er uns in Fülle gespendet hat, werden in diesem ersten Bande der Sammlung 28 Abhandlungen und Aufsätze uns aufs neue vorgeführt. Wie dem Herausgeber die Auswahl schwer geworden sein mag, so wird es mir schwer, aus den hier gesammelten Schriften das Bedeutendste herauszugretfen und als Probe zu bieten Denn alles darin zeugt von der gediegenen Gelehrsamkeit und der edlen Formbeherrschung, welche den Verewigten in hohem Maße, wie selten, ausgezeichnet hat. ES MUß genügen, nur auf einige Piöcen htnzuweisen, um auS denselben Weniges anzuführen, welches das glänzende Talent dieser der Wissenschaft m früh ent* rissen n höheren Persönlichkeit erkennen und bewundern läßt. Die englische Christin George Eliot mit ihrem Buche Daniel Deronda erfüllt ihn mit stammender Begeisterung. Er will ihr eine Ehrenstelle in der Ruhmeshalle des jüdischen Volkes bewahren, ihr, die verstanden habe, in einer Dichtung ein Lehrbuch des Judentums, eine Besprechung seiner Vorzüge, eine Unterscheidung zwischen ihm und anderen Religionen zu liefern. Er feiert fie als eine Dichterin, die Ueberzeugungen in Triebfedern, Gedanken in Nervenkraft umzuwandeln versteht, die es daher Hot wagen dürfen, ein der Mehrzahl der Gebildeten bis zur Unverständlichkeit fremd gewordenes Gefühl, wie die Sehnsucht nach der Austichtung des jüdischen Reiches, zur Seele ihrer Schöpfung zu machen. — Diese Sehnsucht nach einer Zukunft Israels als Nation bildet den geistigen Mittelpunkt, das Herz ihres Buches. Die Art und Weise, wie Kaufmann es versteht, die gefeierte Dichterin und ihr Kunstwerk darzustellen, bietet uns zugleich einen zweiten Gewinn, nämlich ihn selbst in seinem Glauben und Hoffen, in seiner Lehre und in seinem Leben kennen zu lernen, er offenbart sein ganzes Religionsbekenntnis, das seinen engeren Freunden im Verkehre mil ihm, in gegenseitigem Gedankenaustausch kein Geheimnis geblieben war. Vieles werden die modernen Zionisten aus Kaufmanns Darstellung für sich in Anspruch nehmen dürfen, als eine ihrem Streben geneigte Stimme, noch aus der Zeit vor Herzl, doch sollten ste hierbei nicht vergessen, daß Kaufmann von dem Bekern tnis erfüllt ist, daß „Nattonalitat" ohne „Religion" wertlos, aussichtslos bleibe, und daß er diesem Glaubenssätze sehr oft unumwunden geeigneten Ausdruck gegeben hat. Doch ich verliere mich ganz im Gedanken an ihn, der in dem vorliegenden Buche noch so viel Schönes und Herrliches darbtetet. In dem Aufsatz: „Die Wissenschaft des Judentums", den er auf Veranlassung L. Komperts geschrieben hatte, will er der christlichen Gelehrtenwelt zeigen, wie oft Unkenntnis und Anmaßung ein falsches Urteil über Judentum und jüdische Dinge erzeugt haben. Die gleiche Tendenz, aber in anderer Ausführung verfolgt auch der zweite Aufsatz: „Die Vertretung der jüdischen Wissenschaft an den Univerfitäten". Im 4. Aufsatze werden „Jüdische Jamilienpaptere" von W. Herzberg besprochen und hierbei dieses Buch als besonderer Stolz für uns bezeichnet, „weil die jüdischen Lehren darin vorgetragen werde.» und fiegreich und eindringlich zum Ausdruck kommen, siegreich gegen innere, fiegreich gegen äußere Eingriffe. Seit Moses Mendelssohn hat in keinem jüdischen Buche das Zeremonialgesetz einen so mächtigen Anwalt gefunden wie hier. ES ist eine der verdienstvollsten Seiten und gedanklich wie sprachlich eine der glänzendsten Partien unseres BucheS, gerade durch bas Zeremonialgesetz die Größe des Judentums vor dem Christentum in das hellste Licht gesetzt zu haben. Alle die vornehmen Etnwürfe, die tieferen sowohl wie die flacheren, die alten so gut wie die neum, finden darin Ausdruck — und dieZgebührliche Zurückweisung." In dem Artikel: „Wie heben wir den religiösen Sinn unserer Mädchen und Frauen?" bespricht Kaufmann die Wege und Mittel hierzu, um dm Acker unserer Zukunft bestellen zu helfen. „Nicht nur durch die Verödung, die ste in den Herzen der Empfangenden bewirkt, versündigt sich die Gleichgiltigkeit und der Kalrstnn in einem Volke, sondern mehr noch durch die Verheerungen, die fie unter den Spendenden anrichtet, durch die Blüten, die fie mordet, die Keime, die erstickt, die Quellen, die sie versiegen läßt. Ein neuer Frühiing wird neue Sänger wecken, jeder Erhebung der aufnehmmden Kraft in einem Geschlechte folgt eine Erhebung der schossenden, der schöpferischen Fähigkeiten in seiner Mitte. Vollends aber lohnt jeder Ausschwung des Frauenherzens in einer Gemeinschaft stch tausendfältigwenn eine Zeit klein und verfallen erscheint, so müssen ihre Fraum verarmt und gesunken seinauf dem Hochfinn seiner Mütter ruht Zukunft und Dauer eines Volkes. Die Hebung -es religiösen Sinnes unter Israels Mädchen und Frauen sichert den Fortbestand und eine neue Blüte des Judentums." Wie Kaufmann seine Lehrer und sonstige Gelehrte der neueren Zeit in ihrer Wirksamkeit, wie aus ihrem Schristtume charakterisiert, und ihres Wertes würdigt, kann hier nicht weiter mitgeteilt werden. Nur das eine Wort, das er von Zunz ansührt, um deffmStellung zu den im Schoße -er Jubenhett austauchenden religiösen Fragen zu zeichnen. „Ein Selbstmord ist keine Reform" lZurz, ges. Schriften I!., 199), dieses geflügelte Wort verdient als Ueberschrift seiner Aeußerungen in ü eser Richtung zu prangen, wie Kaufmann htnzufügt. In seiner Begeisterung für den Phonographen um diese Erfindung für das Gebiet des BlindenunterrichtS dienstbar zu machen, versteigt sich Kaufmann zu der Emphase : ,,E« ist die Erweiterung eines Sinnes ins Unendliche, ins Schrankenlose, welche wir am Ohre stch zurückziehen sehen. Was irgendwo und irgendwann laut und Laut geworden ist, wird damit für alle Hörenden vernehmbarwas einer gehört, gehört Allen. Die schwingende Membrane des kleinen Phonographen ist das Trommelfell der Welt." Ich werde müde, aus dem reichen Schatze des Schönen und Herrlichen, des Wahren und Richtigen einzelnes zu zitieren. Meine Müdigkeit vergrößert sich durch den Schmerz der (talmudischen) Klage: „Und solche Schönheit muß im Grabe modern!" Harz burg, am 9. Jahrzeitstage David Kaufmanns. Prof. Dr. A. Berliner. Prof. Dr. flug. Mnscbe. Die nichtjüdischen Gelehrten sind gezählt, die fich nicht nur mit Eifer, nein auch mir liebevollem Verständnis dem Studium des Midrasch und der haggadischen Teile des Talmud hingeben. Ein solcher Gelehrter aber ist Professor Dr. August Wünsche in Dresden^ der am vergangenen 22. Juli seinen siebzigsten Geburtstag gefeiert hat. Mit herzlichen Wünschen schließen wir uns den Gratulanten an. Denn wir freuen uns der Lebensarbeit, die Wünsche vollbracht hat, und sind ihm danlbar dafür, ob wir auch naturgemäß keineswegs mit allen Ergebnissen seiner Forschungen übereinstkmmen. Seit 1869 bis in die jüngste Zeit war er als Lehrer an der städtischen höheren Töchterschule in Dresden tätig und hat dabei unermüdlich in unseren Quellenschriften geforscht und — das ist sein wertvolles und bleibendes Verdienst — das errungene Verständnis benutzt, in zahlreichen deutschen Übersetzungen unsere Literatur Gelehrten- und Laienkreisen zugänglich zu machen. Aus der Fülle seiner Schriften sei hier nur einiges genannt: Der Jerusalemische Talmud in seinen haggadischen Bestandteilen (Zürich 1860), der babhlonsche Talmud in seinen haggadischen Bestandteilen 5 Bände Leipzig 1886—89), eine Anzahl Teile aus Midrasch Rabbot u. a. Einen vortrefflichen Ue erblick gewährt sein mit A. Winter zusammen veröffentlichtes „Die Jüdische Literatur seit Abschluß des Kernon" 3 Bände (Trier 1894—96). Mit tiefem Gemüt und echtem Bewußtsein weiß W ünsch e Inhalt und Form des Bibelwortes zu erfassen, das zeigen die Bücher, „die Freude in den Schriften des Alten Testaments" (Weimar 1896) und „die Schönheit der Bibel", Möch e es Wünsche gelungen sein, durch seine emsige Tätigkeit Sinn und Herz für den geistigen und sittlichen Gehalt des Judentums in weiten Kreisen zu erwecken. angegebene Ausdruck n^Qtsn by gewählt. Ich möchtedeshalb darauf Hinweisen, daß diese Aenderung nach meiner Ansicht ungerechtfertigt ist. Meinem Großvater y'üT/ dem Herausgeber, des in vielen Auflagen erschienenen 3pjr» nob DTD#/ war selbstverständlich, die in D'pDIDl O"V angegebene Lesart ebenso gut bekannter hat aber auf Grund seiner Ueberlieferung die allgemein angenommen und eingeführte 7)^0» ITI3D by 7)313 betvehalten, weil wir nicht berechtigt find, ni313n P1DU M» DO W’N 11T)13»D II^SplP zu ändern. Bor zirka 13 Jahren wurde bereits mein Vater ^) und mein Schwiegervater von einem ungarischen 33 darüber befragt, weshalb in 3pyi n'3^> ni'D» nicht die in D"®f p'pDIOl enthaltene Lesart angeführt sei. Auf eine hierauf an den bekannten S. H. Hurwitz bJ,}tt in Leipzig ^gerichtete Anftage, ob bei einer Neuauflagedes 3pJP rV3^ PlTDH die 7,333 geändert werden soll, antwortete derselbe wörtlich : 1DD 1312 12VH '2 DVD IpD 121130 by H31OT& dp 2ki22k n"n y'ut min 1D^ 3pzn W2b mm »mw rrini )»d i^n ni Pjn n^oo niLv by jrroow n:n "nboon by„ *712; opDioni »ivin nDi: 111 D"t?2 UDO vfyo min ins v nison 111212 ncua 0“y nb» bon pinn iirri in» D»3 »*n rrpii p»n fy niD^no »"v D''aoi fy nnampn i:t»2»d diidd p»i n^aon by -p2D ^120^ in» r"n ni2ia pi "nbov.i by i"02p»//,, ray injrw rn»i nra niDi2 pyi mip »y yars'L» in» -jiDns' by idi» yaip »itkso nnro ntsnyn nrriin pio yi2p!? 1121 » 'd b"di iO'v i"i'ai nnro nirrv w Dipoa nftwrvn by p^n yno viD »y nnro 12'3 l'D 7I31D D^vil'3 PI 1 ibv 110^13 yiDH 11 npbm niao by I"3p» -7112 7131171 11 by l'2120 r» i"ob *>niD» j"y I«k» 2"ino nni.13 f'yi ronrt cip*' p Don iis)»di b"i p»m ID» pts^ niivb .n'-i' pi 1'Pvi pna een: «"Sp n:no ibds it in« 3>SDiO 6-n 2'vv leie n p«:n nnaorr V'2VV »33m ainn 11V1 wib*? 18171', NV2VN1 xSl SJIBVI tihv. 1DV2VN'. B1B17I V22V bv 1BJT ^1171 :bj> psjn 'i' jiwbi u^bS ikiib* nnn vis xn fXD -V3XB |*X1 i::x :>71 272 S'in 1BB27 2'V,"27 7X «d"V7 px)1?2X pvbs "N^'2V 77SD 71212 l?21?7 ib 712127 B7p2»7 2"11N^> VlITlI 1BN2 '71BX 17 N7O 12777X7 71'1' psk121. 1117t12 B1°7NN sllXB 1^7 1VX .pilTl tr’X PVBB) Diesen herrlichen Worten ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Ich möchte nur noch bemerken, daß der allgemein übliche Ausdruck ni30 by gewählt sein dürfte, weil die ,1^1322 als niXD 1150,1 zu betrachtenferner unr den Gegensatz zu ona 7^'2v wenigstens durch die 77313 zum Ausdruck zu bringen, da bei TiB’X 7^'2v die 3333 eigentlich 121V gesagt werden müßte. — Es sollte daher auch lünftighin die 7i312 nach der althergebrachten Form 7n'2B nxo ^V beibehalten werden. Bad Kisiingen. Rabb. Dr. Bamberger. Zu dem im Kl. Feulleton der Nr. 30 des „Israelit" veröffentlichten Artikel des Herrn Dr. Rainer über die „Trinkbarmachung ungenießbaren Wassers nach der Bibel" macht uns Herr I. Bremer in Preß bürg auf eine Stelle in was» aipy aufmerksam, wo Me Trinkbarmachung des bittern Wassers in Marah entgegen den Ausführungen im besagten Artikel als 02 *pn2 bj erklärt wird. Die Stelle lautet: ptfiiBB NB2 nxii X12 iBix *?X'*?B3 p »1 71X P1DÖ2 77B1B 1"12 B31 175*2 '213V B1p BIpB ITT 1'211 IS'b' .1071 rix XB1B 1Ö2 X*7X p 11'X N"2p7! 12X 1B77 ♦BJ 12 mr^V1? '12 ^2nnj«7 121 "1"i ^2NV3 pj _Cittcrariscbc ßotizen. In der neuesten Zeit wurde sowohl in dem von Herrn Prov. Rabb. Dr. Kahn veröffentlichten „Reglement zur Benutzung und Instandhaltung der „Mikwa" als auch in dem von Herrn Rabbiner Dr. Münz veröffentlichten niin O'20 die allenthalben p»itsn niSIDn ^32 eingeführte nyao niüo by 7I312 geändert und der in O'pODI v"v Line unsichtige Lesart. Es wird Rabb. Dr. M. Petuchowski gewiß freuen zu vernehmen, daß die von ihm gewünschte Lesart 7103 O'O» in» (Siehe Litterarische Warte £8. Mai 19u8) tatsächlich in dem niwn b? ni^DH 110 (tde authorised Daily Prayer Book) von Rev. S. Singer London 5664 fich befindet. Nur heißt es da, wie auch in der 7I1VO ni71V021 O"V2l^ und in allen mir zugänglichen Ausgaben der Pirre Abot, und wie es mir vorkommt ganz richtig, und nicht Rotterdam. M. Cohen StiftSrabvmer. grar nicht Alte groß Test aus; / artü führ hoch) Sie auf deutl lesen ( dein der ihn tauf, nicht zeigt über lang nicht linge n n in e, Z Fren Anas Q Sre ment die d ist, r irrt Anas Pate: ander verw die L keit, entho Es v interi hat - „

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