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Der Israelit · 1908-07-09 · Heft 28 (9.7.1908) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
49 (1908)
Issue
Heft 28 (9.7.1908)
Date
1908-07-09
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Lette 9. 9h. 38 Der JSraelit Jesaja 16. 14 Die Macht Moabs wird in drei Jahren gebrochen werden. Jesaja 21. 16 Die Macht Kedars wird in einem Jahre zu Nichte werden. Jesaja 22. 19 Sebna wird sein Amt verlieren und Eljakim sein Nachfolger werden. Jesaja 38. 1 Hiskia wirb der nahe Tod geweissagt. Jesaja 38. 5 Hiskia werden 15 Jahre Leben ge weissagt. Jesaja 39. 6 Die Kinder und die Kostbarkeiten des Königshauses werden nach Babel kommen. Jeremia 20. 6 Pashur wird in Babel sterben. Jeremia 21. 7 Zedekia wird das Schicksal vorausgesagt. Jeremia 25. 11 (und an anderen Stellen) Das babylonische Exil wird 70 Jahre dauern. Jeremia 28. 16 Hananja wird im selben Jahre sterben. Jeremia 29. 32 Semaja wird keine Nachkommen haben und die Erlösung nicht erleben. Ezechiel 4. 6 Das Exil wird noch 40 Jahre dauern Ezechiel 11. 13 Der Tod Pelatjas in Jerusalem wirb im fernen Babel geschaut. Ezechiel 12. 13. Zedekia wird das Schicksal vorausgesagt. Ezechiel 24. 2 Aus dem fernen Babel wird der Beginn der Belagerung Jerusalems geschaut. Ezechiel 29. 12 Egypten soll 40 Jahre wüst sein. Hosea 1. 4 Untergang des Hauses Jehu und Zerstörung des Reiches Israel. Amos 1. 6 Die Aramäer werden nach Kir verbannt werden. AmoS 7. 17 Das Geschick Amazjas und seiner Familie. Micha 4. 10 Verbannung Israels nach Babel und Erlösung aus Babel. Die Auswahl der Citate könnte beliebig vermehrt werden, denn die Reden der Propheten sind bis an den Rand voll von Weissagungen, die sich auf Israel, auf Juda, auf fremde Völker oder auf einzelne Personen beziehen. Der Verfasser mag das in seinem Lehrbuch bestreiten, wie aber will er es aus der Bibel tilgen? Alles, was er über das Wesen der Prophetie sagt (S. 3 f.) ist teils tatsächlich unrichtig, teils verballhornt und verzerrt. Geradezu lächerlich ist z. B. der Satz: „Entscheidend für die Anerkennung des Propheten ist einzig und allein (N. B. von mir gesperrt« -er fittliche Charakter seiner Persönlichkeit, der sich in feinen Worten und Handlungen kundgeben muß". (--. 4). Diese profunde Weisheit steht etwa auf derselben Höhe, wie z. B. der Satz: „Entscheidend für die Anerkennung des Propheten ist einzig und allein der Umstand, daß er sprechen konnte und nicht taubstumm war." Ohne Zweifel war die Fähigkeit sich seinen Mitmenschen verständlich zu machen, eine Vorbedingung für das prophetische Wirken. Aber das allein machte doch noch nicht den Propheten aus. Gewiß war ein sittlicher Charakter die selbstverständliche Voraussetzung für den Gottespropheten. Aber das ist doch nicht die äikkerevtia speoikiea, die den Propheten von anderen Menschen unterscheidet. Jeder anständige ehrenhafte Mensch strebt doch nach einem sittlichen Charakter. Nach Herrn Dr. Coblenz wäre demnach, da doch einzig und allein der sittliche Charakter das entscheidende Merkmal des Propheten ist, jeder anständige Mensch ein Prophet. Zu solchen Sinnlosigkeiten muß es führen, wenn man die Logik auf dem Altar des Schlagworts und des Steckenpferdes opfert. Der Verfasser huldigt einem verflachten und verflachenden Rationalismus, aber nicht der biblischen und jüdischen Lehre. Das gilt nicht allein für das erste Kapitel, aus dem ich in vorstehendem einiges herausgegriffen habe, und das als ein ausreichendes Exempel für das Uebrige dienen kann, sondern das gilt für das ganze Büchlein. Es ist, einige wenige Partien ausgenommen, durchaus unjüdisch. Es ist das Produkt eines ungläubigen Menschen, dem die jüdische Religion nicht göttlichen, sondern menschlichen Ursprungs ist. Der Unglaube des Verfassers ist zwar durch klug erdachte Phrasen und Wendungen verbrämt und verschleiert, aber er offenbart sich für den, der Augen hat, mit erschreckender Deutlichkeit. Seine Ausführungen über die „Lehre von Gott" (Kap. 2) berechtigen sogar zu der Frage, ob ihm Gott ein wirklich und wahrhaftig existierendes Wesen oder nur menschliche Illusion und Konstruktion ist. Der Verfasser ist offenbar Monist. Monismus aber ist Atheismus. Die Einzwängung des Judentums in die monistische Philosophie ist eitel Blendwerk, aufgebaut auf Tricks und Sophismen. Zwischen der Dr. Coblenz 'sch en und der jüdischen Religion gähnt eine unüberbrückbare Kluft. Was verschlägt's, daß der Verfasser auch einige diplomatische Worte milder Duldung für die „Zerem onialgesetze des Judentums" übrig hat (S. 98), daß er es als im Interesse der Glaubensgemeinde liegend erklärt, neben der sittlichen Tat auch die Zeremonialgesetze des Judentums — nicht etwa zu beobachten, sondern — „in i hrer Bed eutu ng zu würdigen," daß er davor warnt, dieselben — nicht etwa zu übertreten, sondern — zu „mißachte n," daß er dafür plädiert, dieselben — nicht etwa beizubehalten, sondern — nicht ohne weiteres zu beseitigen"?! Ihm sind diese Gesetze nicht göttliche Gebote, unter die wir uns in Demut zu beugen haben, sondern die Formen und Bräuche, die sich aus dem Verlangendes Menschenherzens, den religiösen Stimmungen einen sichtbaren Ausdruck zu geben, allmählich gebildet haben, und die nach dem Zeitbedürfnis zu ändern die Glaubensgemeinde das Recht und die Pflicht habe. (S. 99.) Seine Voraussetzungen sind unjüdische, wie sollten da seine Schlußfolgerungen jüdisch sein, wie sollte das, was er lehrt, dem Geiste der _9 Jnl 1908. jüdischen Propheten entsprechen, wie sollte es ge' eignet sein in die Herzen der Zugend jüdische Gottesfurcht und jüdische Frömmigkeit einzitpflanzen? „Gott, wenn wir hochstehen, ist allesstehen wir niedrig, so ist er ein Supplement unserer Armseligkeit," lautet ein Goethe'scher Satz. Es heißt die Propheten zum Supplement der eigenen Armseligkeit machen, wenn man die eigene brüchige Auffassung des Judentums in die Schriften der Propheten hilteinträgt und allerhand Listen und Winkelzüge anwendet, um das als „p r op h e t i s ch e Religion" auszugeben, was in Wahrheit eigene Geistesrichtung ist. „Was hat das Stroh mit dem Korn gemein? — ist der Spruch des Herrn. Ist Mein Wort nicht wie Feuer — ist der Spruch des Herrn — und wie ein Hammer, der Felsen zerschlägt?" (Jer. 23. 28; j c A Die jährliche Generalversammlung der Jewish Cohnisation Association ist für die jüdische Gesamtheit in gewissem Sin Ne jedes Mat ein Ereignis,' denn die Erfahrungen, welche dieses größte jüdische Wohltätigkeitsinstitut auf seinem ausgedehnten Arbeitsgebiet üemacht, haben eine symptomatische Bedeutung für die materiellen Zukunftsaussichten der Rückführung des jüdischen Stammes zur landwirtschaftlichen Betätigung. Der Bericht, welchen der Vorsitzende Herr Narcisse Leven in der am 29. Juni stattgehabten Jahresversammlung erstattete, lautete durchweg befriedigend. Die argentinischen Kolonien, deren Bevölkerung von 12000 auf über 13000 gestiegen ist, umfassen ein Areal von 64000 ha, und die Ansiedler verfügen über einen Viehstand von 142000 Stück. Selbst diejenigen Kolonien, welche wie Moisesville unter ungünstigen klimatischen Verhältnissen früher sehr zu leiden hatten, befinden sich in fortschreitender Entwicklung und wo der eigentliche Ackerbau keine ausreichende Rentabilität abwirft, ist durch den Anbau von Lneerna und rationelle Viehzucht ein entsprechender Ersatz geschaffen. Die erfreulichste Erscheinung des Kolonisationswerkes ist das immer mehr erstarkende Solidaritätsgefühl unter den Einwanderern. Aus eigener Initiative haben sie vilr-m. Zum Wochenabschnitt. TDyntp dbo 'di no pnno d"dj6 n"apn man 'Dl □//Dtf> toyn *p bmw'b dwdji O'tDN ÜD^D /Dl Djta nana mroa ~pb „Auch den Heiden fehlte eS nicht an Königen, weisen Lehrern und Propheten, die aber tm Gegensätze zu den Königen und Propheten in Israel ihre Macht mißbrauchten, ihre Ueberzeugung derleugneten und mit der Gabe des Prophetentums heidnische Lehren verbreiteten. — Salomon und Nebukadnezar. — Der erstere baute ein Haus dem Herrn und verkündete in unzähligen Sprüchen seinen Ruhmder letz ere zerstörte den Tempel GotteS und lästerte seinen Namen. — David und taman: — Der erstere legte Größe und Macht, rone, Sieg und Reichtum in die Hand Gottesund sprach: „Denn von Dir kommt alles, und aus Deiner Hand geben wir Dir wieder." Der letztere sucht krast seines Reichtums ein ganzes Volk, weil einer auS besten Mitte seinen falschen Ehrgeiz gekränkt, auSzurotten. So auch Moses und Bileam! — Moses lehrt und leitet sein Volk und erzieht ihm die Reife für Gottesfurcht und Thorakenninis an, wie ja auch die anderen späteren Propheten Israels ihre Aufgabe darin erblickten, mit Prophetenauge die Wacht über die Geschicke ihres Volkes zu halten und ihre Prephetenstimme warnend und mahnend zu erheben, da es galt, es von abschüssigen Wegen zurückzuhalten. Bileam aber, der einzige Prcphet der heidnischen Völker, ist geneigt, zu fluchen und zu verwünschen, und selbst da, wo sein Seher-Auge ver> hrt und bewundert, aus unveredeltem Herzen heraus Tod und Vernichtung auf ein ganzes Volk herabzurufen." (Midrasch Rabba.) Das Wanken und Schwanken zwischen Gehorsam und Eigenwillen, ist der Grundzug Bileams, der sich durch seine ganze Geschichte hindurchzieht, scin Wirken und Wollen bezeichnet. Dieses n?D mal HTD ma, das Hin- und § erstreifen und Umhertrren des Geistes zwischen höchster rleuchtung und tiefster Umnachtung, zwischen wahrer Gotteserkennlnts und der Gewalt der dunklen heidnischen Zaubermächte, von der er sich immer von neuem Hinreißen läßt, (vp^) DDp um anpn nnb ppra nybn1 Es war, wie unsre weisen Lehrer sagen, kein *npij. keine offene sonnenklare Offenbarung, der n Bileam am hellichten Tage fähig war, sondern nur ein 'lpii und n^I, eine solche, die von Zufall geboren, von Nacht und ^insterniß umgeben war. In seiner Erkenntnis fehlte das wichtigste Moment des *np'l, das n, die Einheit und die Reinheit der Gottestdee. Gelegentlich, zur Nachtstunde und nur zufällig wurde auch sein Geist von einem warmen Strahl der Gotteserkenntnis beleuchtet, ohne jedoch in all seinen dunklen Teilen von demselben durchleuchtet und durchwärmt zu werden. Und daher diese Unentschlostenheit und Unficherheit, der Mangel an diese Unentschlossenheit und Unficherheit, der Mangel an geringem «wcaygewicyre, me Plycyowgie oes rrar «reuenden und übelwollenden. Bileam will nicht nach Moab gehen und möchte doch hin, um Gold und Eh-en einzuheimsen. Er west die Einladung zurück, er lehnt das verlockende Anerbieten ab und geht endlich doch, obzwar er die Zwecklofigkeit seiner Mission einsteht Der Wunsch, der bei ihm der Vater des Gedankens ist, läßt ihn noch hoffen und zwecklose Versuche anstellen und den Mund zum Lästern öffnen, wo ja nur Segensworte aus ihm hervorquillen können. Vielleicht läßt sich auf diese Weise auch die Schwierigkeit in unserem Abschnitte erklären, die sich daraus ergibt, daß i"n trotz der m Satze 20 Kap. 22 Bileam ausdrücklich erteilten Erlaubnis, mit den Männern Moabs zu gehen, doch später (nach Satz 22) darüber seinen Unwillen bekundet und seinen Engel dem Wandernden in den Weg stellt. Dieser .scheinbare Widerspruch in der Willensäußerung dessen, von dem Bileam selber begeistert sagt: anxm rrnrr pi dtdm «na ab kann noch am besten mit Zuhilfenahme einer kleinen sprachlichen Definition erklärt werden. Wir meinen die fein nuancirte Begriffsabgrenzung, wie fie in den beiden hebräischen Präpositionen nN und ay zum Ausdruck gelangen. ON tm Akkusativ bedeutet immer den engen Anschluß, die willenlose Unterordnung, die Aneignung stemder Denkart, py dagegen drückt das lose Zusammengehen aus, eine räumliche Annäherung die noch keineswegs eine solche des Geistes, eine Ideengemeinschast bedingt. (Siche Malbimi. Und nun dieses Wechselspiel der Wo te nK und oy in der Geschichte Bileams. Die Aeltesten Moabs und Midjans bekommen auf ihre erste Einladung keine bestimmte Zusage. Ihre Miffton ist ins Wanken geraten, ihr Verhältnis zu Bileam ist ein durchaus kühles und loses geworben rjy DEW Dy 2N1Q. (Satz 8 Kap. 22). Da trat Gott zu Bileam ein und sprach: OMAM 'v

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