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Der Israelit · 1908-07-02 · Heft 27 (2.7.1908) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
49 (1908)
Issue
Heft 27 (2.7.1908)
Date
1908-07-02
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seite 18. «t 27. Der Israelit. 2 Juli 1808. sie in Italien nur sehr selten mit Schrift verleben find. Auch hier finden wir überraschend schöne Exemplare, teilweise mit ganz kostbaren Stickereien. Und hier kann man so recht er- Abb. L. BriS«ilohst«h tu der Synagoge zu Rom. kennet.., welcher ganz spezifischen Art Oiefc jüdische Kunst war. Sie hielt sich!an die Buchftabenmalerei, aber dabei brachte sie manchmal Erstaunliches zuwege. Man sollte nicht glauben, welche absonderlichen, aber immer höchst stilvollen und gelungenen Verzierungen an die hebräischen Buchstaben gehängt wurden. Insbesondere väS Lammed und das Kuph bieten dem Malerschreiber eine unerschöpfliche Gelegenheit, um immer und immer Vheder neue originelle Verzierungen daran zu hängen. Da sehen Wir ein Lammed, das in einen Storch ausläuft, oder gar in den Kopf eines Rabbiners, dort ein Kuph mit einem Fisch verziert u. f. w. Auf vielen Wimpeln ist dre Trauungsszene dargestellt, die Chuppa, Schützen, den Fisch,die Jungfrau. Oder es ist die Beschneioungsszene aufgestickt, oder der Borbeter mit der Thora in der Hand. Eine Wimpel, die des Eljakim Getschlik, Sohn des Joel, geboren am 27. Adar Scheni 5491 (1791), ist besonders originell dadurch, daß innerhalb der einzelnen Buchstaben noch ganze Worte und Erklärungen stehen. In den Schränken finden wir sonderbar aussehende Zettel, Jahrzeittabellen, teilweise mit kabbalistischen Zeichen versehen, Papier- und Pergamentamulette, Einzelblätter aus kabbalistischen Schriften, teilweise höchst originell und höchst seltsam und wunderbar in ihrer Anordnung der Zeichen und Zahlen. Dann die Kostbarkeiten der Sammlung: Schwere gestickte und durchwebte. Thoravorhänge, die reich mit Gold und Silber ausgestattet und oft mit dem Namen der Sttfter versehen, Decken und Tücher für alle möglichen rituellen Zwecke. Sedeichandtücher, Beschneidungsdecken, wunderschöne Thoramäntelchen mit herrlichen schweren Stickereien, teilweise aus dem 16. Jahrhundert. Eines dieser Mäntelchen enthält eine merkwürdige. Stickerei: einen Querbalken mit einem Schöpfrad in gemauertem Brunnen. An einer anderen Stelle sehen wir Thoraschmucke. Rimonim, die Bekrönungen derThorarollen, einzelne noch mit starken Anklängen an die ursprüngliche Form der Granatäpfel. Sodann die Kronen (Ketharim), darunter eine aus Stoff, also offenbar aus einer armen Gemeinde, die sich silberne oder gar goldene nicht leisten konnte. Des ferneren die Brustschilder und die Weiser (Jads), darunter solche aus Silber in sehr kostbarer Filigranarbeit. Am Ende des zweiten Lichthoses sehen wir einen veritablen Almemor. Er . stammt aus der Hier sehen wir eine große und wertvolle Sammlung von Chanukkaleuchtern in allen möglichen Formen. Insbesondere die italienischen, die in reicher Zahl vertreten sind, zeichnen 'sich durch stilvollen Aufbau und schöne Ornamentterüngen aus. Aber auch unter den deutschen finden wir sehr hübsche Formen. In den verschiedenen Schränktn ist noch eine Fülle aller möglichen Gegenstände. Da finden wir schöne Besomimbüchsen, in Silber, Messing, Holz und Z Blei. Oder auch zierliche und teilweise sehr'kostbare Gewürzbüchschen, die als Halsschmuckjgetragen wurden und wohl am Jom Abb. 4. Opferst»» In per Ly«ag«ge z» «ttze»ha«fe» i« H. Abb. 3 Schophar aus Indien. aufgelösten Synagoge zu Leimen in Baden und ist aus Nußbaumholz und ziemlich roh gearbeitet, während die Abbildungen der Almemors aus den Synagogen in Aleppo, Livorno us.w., die an den Wänden hängen, ein Bild davon geben, wie sehr sich die jüdische Kultuskunst auch die Holzschnitzerei nutzbar gemacht hatte. In der Nähe hängt' eine ganze Kollektion schöner Sabbatlampen. Auch hier sehen wir, was wir auch schon in de« anderen Teilen der Sammlung beobachten. konnten, daß die künstlerische Ausstattung umso mehr einer Abb. 6. Misrach aus PapierCancvas i« Glisabetgrab (Tüdrustlaud). Kippur ypn den Frauen in der Synagoge benutzt wurden, um die durch das Fasten erschöpften Lebensgeister wieder zu wecken. Kidduschbecher, Sedersteller, darunter höchst seltene, Mazzendeckchen, natürlich wieder reich bestickt oder bemalt. Dann etwas höchst Originelles. Zwei kleine silberne Schubkärrchen zur Aufnahme des Charoffes. Daneben liegt eine Ziegelmulde mit vier Stangen, Spaten und Holzstäbchen, alles in zierlichster und feinster Filigranarbeit, und ein wunderhübches Symbol der Ziegelarbeit in der ägyptischen Knechtschaft. Es fehlen nicht die Chanukkatrendel, in Silber und Blei, der Hamanklopfer, sogar der Chalizaschuh. Dort hängt ein Talith — es stammt aus der Familie Heine —, hier finden wir schöne geschnitzte Mesusahs, Tesillinbeutel, vornehm verziert, dort eine Reihe Siblonothketten, die der Bräuttgam der Braut zu schenken Pflegte. Es find lange aus Ringen bestehende Metallketten'' mit einem Griff, der zwei durch Ringe verbundene Hände darstellt. Schöne silberne und goldene Trauringe mit der Inschrift „Masel Tow"- dann silberne einmal'mit einer Violine« darüber u. s. w. Alle ent- I Klischeefabrikation weicht, als man sich unserer halten, kwenn sie überhaupt figürliche Zeichnungen I Zeit nähert. tragen / die Darstellung des Sternmldes, den Noch drei große Säle füllt die Ausstellung. Mb. ö. Behslter für Gr«w«azzoh. Gyir«g»-e ft* B«chh«le* Amulette meistens italienischer Provenienz, Beschrieidungsmeffer, LZmerbüchtein und originelle -Omer-Ekfihkalender und -Tafeln, Zinnteller für Schlachmanoth mit dem gehängten Haman in getriebener Arbett, auch einen Scheidebrtef, den

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