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Der Israelit · 1908-06-18 · Heft 25 (18.6.1908) · page 31

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Journal
Der Israelit
Volume
49 (1908)
Issue
Heft 25 (18.6.1908)
Date
1908-06-18
Page
– (sequence 31)
Language
German
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An dieser Schlagfertigkeit, die ihr reiches Wissen jeden Augenblick ungesucht zur Hand hat, erkennt man die Gesinnung, mit der er forschte und lernte, lernte, um das Gelernte zu erfüllen und in Taten umzusetzen. Das hörte man aus jedem Worte, das er sprach und das giebt auch seinen [unterlassenen Schriften ihren eigenen Reiz. Man glaubt ihn noch zu hören, wenn man ihn liest, man glaubt ihn selber zu sehen, wenn man sich in die herrlichen Gedanken und Empfindungen seiner Schriften vertieft,! die in seiner Persönlichkeit, die in seinem Leben und Wirken verkörpert und verwirklicht erschienen. Er hatte die reichen Schätze seines hohen Geistes und seines tiefen Gemüts nicht nur im Kopfe und im Herzen, er trug sie in der Hand, sein ganzes Leben ging so ausschließlich in das eine Verlangen auf, sein Wissen und Wollen in Taten umzusetzen, daß man ihn an seiner Bahre mit den Worten feierte: vra niöim 'D die durch den Druck veröffentlichten Schriften. Welchen Geist, welche Zeit, welche Arbeitskraft aber die zahlreichen Berichte und Eingaben an Behörden und seine ausgebreitete, das ganze Erdenrund umspannende Korrespondenz erforderte, das entzieht sich heute unserer vollen Schätzung. Ein Jahr nach Gründung seiner Schule, also zu einer Zeit, die mehr als sonst den ganzen Mann verlangte, im Jahre 1854, begann er die Herausgabe der Monatsschrift ,,J e s c h u r u n“ von der 16 Jahrgänge bis zum Jahre 1870 erschienen sind, ln ihnen hat er seine tiefe Kenntnis des Judentums und der Zeit in seiner anziehenden, geistsprühenden und gemütvollen Form und Sprache bekundet, hier hat er das Judentum durch die Schilderung der gehobenen Momente seines Pflichtlebens in einer nirgends sonst erreichten Weise verherrlicht, hier hat er das Richtschwert über die Reformen der französischen Grand Rabbins, über die Geschichtsfälschungen von *7 I 'S?/?. j /tw »*» y »flU.' «A* w^3fc" »«M /K' s*-:yxjy — 7yJ - ,./ Jr J*-y J f /»'/ J?A «ylf ~~sr^y?~y/ ~-/„ - .v f* —^ — y— __,r.r ~ -v« ^.>7 fr/rJt^UZ Jyf*- 'y^r^'^/y y, . 5.- tri j~£Co ■ tL L. JL^L~ **.&£-’. -.£s J—y t iy£-x3'**j &*" J^y~— ^,S^2" '**£' i —-y~~ y~ ■"' ~~ y~~, -yy-'^sApr-/~ _ -•m«' ^i6»4v /.—^ yy^J44^'' ■“ J. y/ 3<y. " g; Z./' _ *U*&r~s — />» X/ PA J -s Jsu^U^? >—A ^*y*>4»S& **v /Cn n«ZAvn« “Vf y ^»a. -^ yr ~^ -7 *• Tr JT?*! i /■? ~ Verkleinerte Probeseiten aus einer Handschrift Samson Raphael Hirschs (Gedruckt im Jeschurun, Jahrgang 16 Heft 3.) Hierin liegt ein Schlüssel zur Würdigung der Eigenart und des ungewöhnlichen Erfolgs der schriftstellerischen und sonstigen Tätigkeit Samson Raphael Hirsch s. Wenn man diese Schriften auch nur äußerlich hinsichtlich ihrer Quantität betrachtet, ringen sie dem Beobachter die staunende Frage ab: Wo nahm der Autor mitten in seinem unablässigen amtlichen Schaffen und Wirken die Zeit und Muße her, diese Bücher auch nur zu schreiben? Und man muß ihn bei seiner Arbeit gesehen, muß einen Blick in seine Manuskripte geworfen haben, um diese Frage noch zu verschärfen. Das floß wie aus einem Guß und sprudelte wie ein Springquell mit derselben sicheren Lebhaftigkeit, mit der ihm das gesprochene Wort über die Lippen ging. Man findet in seinen Handschriften keine Korrektur, kein durchstochenes Wort, alles quoll fertig aus dem Kopfe und dem Herzen, als abgerundetes, formvollendetes Ganzes. Dabei besitzen wir nur Grätz, über die Traditionsleugnung Frankels geschwungen und alles mit einer Treffsicherheit und einer Vornehmheit der Sprache und Gesinnung, die selbst den überwundenen Gegnern imponierte. Noch in die Zeit, in welcher der Jeschurun erschien, fiel die Herausgabe des ersten und zweiten Bandes seiner Uebersetzung und Erklärung des Pentateuch (1867 und 1869), welchen dann die anderen Bände in den Jahren 1873, 1876, 1878 folgten. In diese Zeit fällt auch seine rege literarische und sonstige Tätigkeit für das preußische Austrittsgesetz (1876), das den Juden in Preußen das Recht brachte, wegen religiöser Bedenken aus einer jüdischen Gemeinde auszutreten, ohne deshalb aus dem Judentum ausscheiden zu müssen. Dieses Gesetz ist lediglich der Initiative Hirsch’s entsprungen, er hat viele Reisen dafür nach Berlin unternommen, um die Minister und einflußreichen Parlamen- 14

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