Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 49 (1908)
- Issue
- Heft 25 (18.6.1908)
- Date
- 1908-06-18
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2446951-2449298-2449324--64573-2507171- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
mm. «Sette 8. Rr. 35. 2)Cl ^fiXQCitt 4«. AM?ÄM Selbstverständlichkeit erst feierlich konstatiert wird. Daß aber diese Feststellung notwendig ist, beweist eine Debatte, die vor nicht zu langer Leit in der Repräsentantenversammlung einer großen jüdischen Gemeinde stattgefunden hat. .Einer der Repräsentanten äußerte die folgende merkwürdige Ansicht: „.Die Verbrennung ist eine ebenso würdige Beerdigung, wie jede andere und aus sanitären ästhetischen Gründen vorzuziehen. .Mit der Religion, das sagt selbst die „Kreuzzeitung", aber hat das nichts zu tun: Und wenn es selbst "bte „Kreuzzeitung" sagt, da können wir von einem liberalen Manne wohl verlangen, daß er das Gebet (ge. bei der Beerdigung einer Urne) spricht. (Aus dem Berichte des Jüd. Volksblattes vom I. 11. 1907, Nr. 44, S. 430). Die „Kreuzzeitung" als jüdische, religionsgesetzliche Autorität! Die '„Kreuzzeitung" an Stelle des Schulchan Aruch zitiert! Man möchte lachen, wenn es nicht gar so traurig wäre. Weil die „Kreuzzeitung" ein konservatives Blatt ist, wird ihr Standpunkt als der für das Judentum maßgebend in Anspruch genommen. Der Gedanke, daß das Judentum am Ende gar eine eigene Anschauung haben könnte, trübt die Erkenntnis des liberalen Repräsentanten keinen Augenblick. Also sei cs hier ausgesprochen: Das Judentum schreibt die Erdbestattung als HPV N1XQ als unverbrüchliches Gebot vor. ^er da lehrt, daß die Feuerbestattung erlaubt > der verletzt damit ein Gebot des Judentums. — Schriften über die Feuerbestattung ^jnan häufig die Behauptung, daß die mvEkbrennung im alten Israel geübt oder alMmt Hduldet wurde. Als Beleg pflegt auf H^roretlst'ung der Leiche des unglücklichen 10^08!* Angewiesen zu werden. (Vgl. abgesehen davon, daß fc!rinz.iA^'Fall von Leicheuverbrennung i« E^Btoel vorkommt, daß er also Mstehe„der Vorfall keinerlei ^^^bAeseheu davon, muß man tragische Episode Man bedenke: Die iw^zEDände seiner er- ‘SW W77?c treiben Spott häjMst R(P(mF$jeI Stadtmauer zur cmfoet Mamachen nch un^MSLeiche des te^ÄbtÄ^uWW^st^br^.jveitere MIe<MchEli - enüfa/ ge mmmD my ISSBiW E^andD K^Mchen. jMÄeu ^StrkifeM r * *ynnd«mr w r mrr AM«!nMD -MnE «Wyt Uebertretungen des Gesetzes ist der Satz r6rn nöt^V ftvay anwendbar. Nicht unerwähnt möchte ich lassen, daß 'an zur Stelle eine andere Auffassung des angezogenen Verses vertritt. Meine Ausführungen sollen aber zeigen, daß der Vorfall auch dann nichts beweist, wenn man sich streng an den Wortlaut der Stelle hält. Wer sich aber nicht dazu entschließen kann, dieser Stelle die Beweiskraft abzusprechen, dem nlöchte ich zu bedenken geben, daß der unglückliche König ja auch, um der Schändung durch beu Feind zu entgehen, Hand an sich selbst legte. Sollte etwa daraus folgen, daß der Selbstmord vom biblischen Standpunkt zu billigen, als allgemein erlaubt zu betrachten ist? Angesichts der Tatsache, daß die Beerdigung ein unverletzliches Religionsgesetz ist, würden wir an ihr festhalten, auch wenn die Feuerbestattung noch so große Vorteile brächte. Eine Nachprüfung der Argumente zeigt aber, daß die Erdbestaitung nicht mit den Nachteilen verbunden ist, die ihr vorgeworfen werden, und daß anderseits die Feuerbestattung nicht so große Vorzüge besitzt, wie ihr nachgerühmt werden. Dagegen entspricht die Beerdigung der Leichen dem edleren menschlichen Empfinden, während die Verbrennung sich dieses Vorzuges nicht rühmen kann. Die sanitären Gründe, die gegen die Beerdiguttg und für die Einäscherung sprechen sollen, besitzen die ihnen' zugesprochene Beweiskraft nichtdie Erdbestattung bringt keine sanitären Nachteile und die Feuerbestattung ist von schweren Bedenken vom Standpunkte der öffentlichen Gesundheit nicht freizusprechen. Die Friedhöfe haben, soviel bis jetzt bekannt ist, zur Gefährdung der öffentlichen Gesundheit kaum beigetragen. Die Frage ist nicht einmal theoretisch geklärtdie Sanitätswidrigkeit der Erdbestattung wird sogar von Wissenschaftlern der öffentlichen Hygiene bestritten Die Gefährdung könnte übrigens hauptsächlich nur durch Verunreinigung des Grundwasfers zustande kommen, wenn es durch die Friedhöfe sickert und in die Brunnen dringt. Nun muß aber auch aus anderen Gründen für einwandfreies Trinkwasser gesorgt werden, sodaß die Infektion des Wassers durch die Friedhöfe nicht in Betracht kommt. Sind somit die Vorwürfe sanitärer Art, die man der Erdbestattung macht, unbegründet, so kann anderseits gezeigt werden, daß auch die Feuerbestattung nicht frei ist von Nachteilen für die öffentliche Gesundheit. Diese Nachteile erwachsen freilich nicht von der Verbrennung selbst, sondern durch andere, ihr notwendig anhaftende Begleiterscheinungen. Die Errichtung eines Krematoriums ist eine recht RUpielige Sache. Es ist klar, daß die hohen Kn von wenigen kleinen Stadtgemeinden Mzfgebracht werden können. Es müßte sich also relativ viele Kommunen zu einer Bestattungs, gemeinschaft zusammenschließen, das hätte dann zur Folge, daß die Leichen bis zum Krematorium durch mehrere Ortschaften durchgeführt werden müßten. Das ist aber schon in normalen Zeiten bei einer Scharlach-, Dyphterms- oder Typhusleiche recht bedenklich. Geradezu gesähr.ich. würde aber ein solcher Transport zur Zeit von Epidemien. Die Feuerbestattung bringt also nicht nur Vorteile mit-sich, es stehen ihr vielmehr schwerwiegende Bedenken öffentlich hygienischer Art entgegen. (Schluß folgt.) va5 russische kiiaungrprovlem. vn. Die Rabbinerschulen. In den Rabbinerschulen, die vom Staate in Wilna und Sitomir gegründet wurden, hat man die erste greifbare Frucht, welche die Bestrebungen der jüdischen Bildungspioniere in Rußland gezeitigt haben. Diese Anstalten in ihren Grundzügen wurden in der von der Regierung im Jahre 1842 nach St. Petersburg einberufenen Rabbinerversammlung festgestellt. Diese Versammlung, zu welcher die ersten rabbinischen Kapazitäten Rußlands zählen, an deren Spitze R. Jtzel von Wolosin und Rabbi Mendel, Verfasser des ptx nox 'D flanden, bürgt hinlänglich dafür, daß ihr Programm, nach dem diese Schulen geleitet werden sollten, vollständig alten Ansprüchen entsprach, welche von gesetzestreuer Seite gestellt werden könnten. Aber dieses Programm ließ man auf dem Papier stehen und richtete die Anstalten nach einem ganz anderen Programm ein. Die Rabbinerschule zu Wilna wurde 1848 eröffnet. Wenn man alle Details schildern wollte, wie die jüdischen Lehrer dieser Anstalt den Bestrebungen der Regierung in die Hände arbeiteten, den Talmud mit Stiel auszurotten, so wäre der Leser leicht geneigt, diese Schilderung für übertrieben zu halten Es möge daher hier im Auszuge ein Brief folgen, der nie für die Oeffentlichkeit bestimmt, der so recht zeigt, wie man im Volke das sichere Gefühl von der Absicht der Regierung hatte, unter der Maske der Fürsorge für das Judentum, dieses dem sichern Untergang durch Gründung solcher Anstalten entgegenzuführen. Der Brief ist im Jahre 1856 von einem der angesehensten Mitglieder der Wilnaer Gemeinde :ipjr p pns'1 '"i an den bekannten Gelehrten R. Jzchak Bär Lewinson in Kremeniz gerichtet und wurde zum erstenmal im Atlas Zeitschrift o-cn im Jahre 1887 veröffentlicht. Der Brief lautet: „Am Sabbath gegen Abend besuchte mich ein junger Mann aus dem Gouvernement Sitomir mm m livchs FGSrMrgE stwMchSüschWerzMr .»rMalsy AM« W .«vjchMMÜ eyjzmH'/aArrMMk W -Ayl SMvWeMM MMiMr, sMnUmMtz afosdh#})«! jMhr«z -Hs "Wölkchen.dunkelte die Sonne ihMswWllKUomLd in.-c " .MyWKtwiiM Mnüwr RiP:.«Klttfc rVäHnvirds üÄ"3<t>ic3 'TrMMntznimühe^ÄMn imi* n&Ä oütt .nfeföäfri t tslv«r, k'sda ,'B^Wne öi-test' däNhUürdw^r wottnbÄd „ , irMni Hin oiivi n io’iL1: ..mhiii, jtiiir/l wMsstttein,E.. rakter, der stets der Stutze anderer bedutstH,^,E.,st: ./WtzerlM'; ''fflLmLj»- , ..... , .v«.v,'eii^. RlEi^am3''D&ftfe 'WreKcLeb«tS>dWie Womw S0jr>towm MexAWbLMtvW'G P'J o'm jnfrA n .if?TqimnrA-nsmtnrE nio] diru. nomuia Verbracht. Der Morgen war angebrochen, ern klarer, KMe sMM'dGatdüiuM die tb^'^ihrUDMttzi'Ä'aV'ZrichVtm-hr üdr Hmorgen. Die Kranke schlief noch immer fest Leise.verließ Bernhard das Krankenzimmer, Mch wenigen Minuten kehrte er zurück. Talis und Tefitlin herbeigeholt einer Andacht und Inbrunst urcht mehr getan hatte. 4dH3kMHtz>jchi<zocrrlahMtiver hinter sich ein unterdrücktes "-DchÄ»chzemsH(krschLochUtzj wandte er sich uni, und Hulda, Mas ghlvebldrsiMW NAßuMfrecht in ihrem Bette, und ^Mön^nst Tv^ne Mlnffvtzbesz.ihre bleichen, abgehärmten irWstktzdüttzlErHMe,hGbst,jsinh bedeckte ihr Antlitz mit ,sMUMttSrävi-l nmkt KHssrnm m Ita ,.Nein, mein geliebtes SäMtz heiliger Ernst. iÄei»Le Macht das ,Divd„vzjcktzm meinen guten Borsätzen schwankend machen rönnen. Aus tief- Omvscheirzew danchiMjchem „MgstM'n„dgsü^daß er ^chch,iiMeilw)ULeue«k,^yr^ifwiH>eKgtzHMt. lyerde Glaubtzwijnd iMkinWiMott^Aleihaböäfch')tlMs gksUM Alfstw mchijvon ifvmz -non xod itm d-jr;(tir^8L^iiS_^il |bi„ ,a?1 '.iVldmi-n * - ni'jdfjo ii J3di) §sni3m wiG nos AM W'nheft ' ... uh#H?- fircktch-ätzch ljMste Bmmcttßchs (Könige II. Cap. 13. V. 3 u. 25) Erwähirung getan wird. Die Inschrift wurde in der Nähe eines syrischen Dorfes entdeckt, dessen Name der Forscher M. Pognon, französischer Konsul in Aleppo, vorläufig noch verschweigt, da er. noch mit der Sicherstellung des Rechtes der Inschrift beschäftigt ist. Die Entstehung der Inschrift dürste ungefähr in das Jahr 800 vor unserer Zeitrechnung fallen und ist dennoch die älteste heute bekannte aramäische Inschrift. .Wie so viele andere senriiische Denkmäler aus iener alten Zeit, dürste auch die Säule, aus welcher diese Inschrift gefunden wurde, zum Danke für einen erfochtenen Sieg oder für die glückliche Abwendung einer Gefahr errichtet worden sein. Zakir, König von Hamath und Lakosch errichtete dieses Denkmal, um kundzutun, wie er von seinen Feinden Ben-Hadad und seine Be.rbündeten, die ihn umlagert hatten, gerettet wurde. Der Text selbst wirft einige gramatische Konstruktionen auf, die denjenigen der hebräischen Sprache der Bibel ganz analog sind. Pognon beklagt sich bitter über die kolossale Unkenntnis der Eingeborenen, in deren Mitte diese semitischen Jn- Eingeborenen, in deren Mitte diese semitischen Inschriften entdeckt wurden. Sie glauben, daß die ausgegrabene Säuie Gold und andere Schätze enthalte, und daß -die Inschriften entweder die Stelle bekmmtgeben, wo ,j!;ch,Äie Schätze befinden, oder aber Tatsachen verraten, die Europäer einen Anspruch auf syrischen Besitz erheben könnten und natürlich auch erheben ,MrÄ<Wo?-Djpsx^Besürchtungen veranlassen die EingrihoxfwM. mit den ihnen unverständlich:» d3MchrsttMiSMeMfn.„^^ lim dirti msrsti ni i]ts& )ts jo nod ,dn3dlk rN .'jirtiio! hia Jhdjtaat'jQmu ttnrthj ■VWUfi Oi §10 7472t53s! ckmi tO^