Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 49 (1908)
- Issue
- Heft 21 (21.5.1908)
- Date
- 1908-05-21
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 10. «r. 21. Der JSraeltt. 21. Mai 1908 Heim bezog, liebe- und vietätSvoll zu gedenken. Wie derselbe dafür testamentarisch gesorgt hat, baß Thorastudium und Gottesdienst in althergebrachter Weise für alle Zetten dem Hause gesichert bleiben, so mögen auch die Insassen und alle Gönner deS Stiftes nur in diesem Geiste und Sinne handeln und wirken. Nach dem Kaisergebete wurde in echter FesteSstimmuna gebetet, womit die erhebende Feier ihren Abschluß fand. 1. B. Köln, 19. Mai. Der „Verband der jüdischen Turnvereine" veranstaltet Pfingsten in Köln seinen ersten allgemeinen BörturnerkursuS. Die Teilnehmerzahl dürste voraussichtlich recht beträchtlich sein. BiS jetzt sind Borturner der verschiedensten Vereine auS Deutschland und Oesterreich angemeldet. Gelegentlich des Kursus findet eine allgemeine Besprechung über theoretische Fragen des Turnen in den jüdischen Turnvereinen statt. Ems, 17. Mai. Ueber die Tätigkeit des Vereins „Sanatoriums Emser Heilquelle" Unterstützungsverein für arme jüdische KurbedÜrstige, geht uns folgender .-Bericht zu. Es fanden im Sommer 1907 35 Pattem n, Männer und Frauen, unentgeltlich oder gegen germge Entschädigung Aufnahme. Dieselben gehörten den verschiedensten Berufen an (Lehrer, Kultusbeamte, Kaufleute, Handwerker) und stammten aus verschiedenen Provinzen Deutschlands, aus Rußland, Holland und Belgien. Elf arme Kurgäste, die wegen Ueberfüllung des Hauses zur Hochsaison keine Aufnahme finden konnten, erhielten ausnahmsweise Mittag- und Abendessen im Sanatorium. Die Einnahmen (Mk. 3876,03) blieben leider hinter den Ausgaben (Mk. 4085,89) zurück, so daß ein Defizit von Mk. 209,36 verbleibt. Es wirb daher jeder Glaubensgenosse gern dem Krankenvereine zu EmS sein Scherfl^in einsenden, um möglichst vielen Kranken den Gebrauch einer Emser Kur zu ermöglichen. Lorsch, 21. Mai. In Anwesenheit fast sämtlicher. Gemeindeangehörigen referierte am letzten Sonntag in unserer Synagoge Herr Kaufmann Aron aus Frankfurl a. M. über „Die Aufgaben des gcsetzestreuen Judentums in der Gegenwart". Redner wies auf die Ursachen des religiösen Niedergangs auf dem flachen Qmde hin und empfahl den Zusammenschluß aller gesetzestreu Gesinnten von Stadt und Land. Nachdem Herr Aron über die Ziele und Bestrebungen der „Fritten Bereinigung für die Interessen des: orthodoxen Judentums" einiges ausgeführt hatte, erklärten sämtliche Gemeindemitglieder ihren Beitritt zu derselben. Der. Verlauf der Berfammlung bewies zur Genüge, daß in unserer Gemeinde noch echte Frömmigkeit vorhanden ist, und daß sich dir von unserem früheren Lehrer Jaffe, währmd seiner langjährigen, hiesige a Tätigkeit eingepflanzte religiöse Geist treu erhalten hat. Crailsheim, 5. Mai. Dem biefigen Wvhltätigkeitsverein war die hohe Freude l eschieoen, am Sabbat «nnt* n)D die Feier seines 70jährigen Bestehens zu begehen. Am Morgengottesdtenste. in der Synagoge, hielt Herr Hehrer und Kantor Strauß, eine schöne Rede zu Ehren deS Tag S und wieS auf die Geschichte und die hohen Gegenwartsaufaaben der män hin. — Abends versammeltefich der Verein nochmals zu ein m gemütlichen Bankett, an dem wiederum Reden nd Borträge die Geselligkeit würzten und die Fester freude erhöhten. . Pmoaalkn. Neumarkt r. Schl., 10. Mai. Nach 40 jähriger segensreicher Amtstätigkeit hat fich der verehrte Lehrer und Kantor unfern Gemeinde, Herr Ph. Kanstein, in die wohlverdiente Ruhe be.eben. Möge dem Pflichttreuen Beamten im Hause seiner Kinder in Hameln, wo er seinen AufentAft nimmt, ein heitrer Lebensabend beschieden sein. Budapest, l5. Mar. 'Bei der in Altofen 'jüngsthin abgehaltenn Rabbinerwayl, wurde der Rabbiner der Preßburger neosogen Gemeinde Dr. Samuel Funk gewählt. ZsLmvek, 15. Mai. Rabbi I CH. Fleischmann ein jbDiD DDn TD^fV der b er 50 Jahre hindurch als Rabbiner wirkte, ist am 5. d. M. verschieden. Seinem streng konservativem Charakter ist es zu verdanken, daß die hiefigen Gemeindeinstitutionen von der modernen „Politur" verschont geblieben find. n"D2Dn- Petersburg, 10. Mai. Im Alter von 47 Jahren ist hier der Ingenieur und Herausgeber deS russischen Tageblattes „Rjetfch", I. Back plötzlich gestorben. Back stammte aus der Wilna er Gegend und war dir Sohn wohlhabender Eltern. Nach Absolvierung technischer Studien widmete er fich dem Eisenbahnfache, projektierte mehrere Bahnen, deren Ausbau ihm ein stattliches Vermögen brachte und wendete fich schließlich ganz der russischen Journalistik zu. Er nahm auch eine , hervorragende Stelle m dem Jca-Komitee ein, sowie in der Verwaltung der jüdischen Gemeinde von Petersburg und galt als der Größten und Mutigsten einer,. die in Rußland auf snediichem Wege für Recht und Freiheit kämpf n. Das Sevetvllcd ddk In Rr. 17 der A. Z. b. I. macht Herr Isidor Kahn, RettgtonSlehrer in Jöhlmgen, mit nicht geringer Schadenfreude darauf aufmerksam, daß in dem übersetzten Rödelhetmer Gebetbuche ODH n£W die Worte >>2 JTWnnbl VCb 'Vfiyb mit „und sie zwn neuen Leben führen in der zukünftigen Welt" und die Worte NDV2 TtflDi"! OViO mit „der die Seele auS dem Tode erweckt zum neuen Leben" übersetzt werden. Herr Cahn steht in dieser Uebersetzung die denkbar größte Verwischung, ja eine Abrogation der Glaubenslehren von der einstigen Wiederbelebung der Toten und der Unsterblichkeit Her Seele uud indem er noch konstatiert, daß „seit 30 Jahren in allen Auflagen diese Uebersetzung die gleiche geblieben ist", ist er „neugierig, wie die Gesetzestreuen diese radikale Uebertragung in ihrem orthodoxen Gebetbuche begründen oder entschuldigen " Um die Neugierde des Herrn Cayn zu befriedigen, sei vor allem festgestellt, daß seine Behauptung, „diese Uebersetzung sei seit dreißig Jahren in allen Auflagen die gleiche geblieben" eine krasse Unwahrheit ist, wie sich jeder, dcr das bezeichnete Geb töuch in der achten Auflage.von M Lehrberger äe Co. Rödelheim 19 06 besitzt, überzeugen kann. Die Uebersetzung der ersten Stelle lautet in dieser Auflage: „und fie dereinst Mir wiedergeben in der künftigen Welt", die der zweiten Stelle ganz einfach: „Der die toten Körper wieder beseelt". Diese Uebersetzungen lehnen fich an den hebräischen Wortlaut an und entsprechen auch dem Sinne dieses sich natürlich nur auf dyiDh rVYin beziehenden Gebetes vollständig. Wir w lleir indessen nicht glaub, n, daß Herr Cahn falsch zittert hat und nehmen vielmehr an, daß ihm eine ältere, vom Büchermärkte längst verschwundene Auflage — hier in Frankfurt ist eine solche unerhältlich - Vorgelegen hat, die die beanstandeten Stellen tatsächlich enthält. Wir müßten dann allerdings zugebcn, daß der alten Uebersetzung des nUVl eine naive Auffassung zu Grunde lag, die fie sowohl gegen die Ursprache als gegen den wahren Sinn dieses aus dem Talmud Be rächst 60 II entnommenen Gebetes verstoßen ließ. Was den eisten Uebersetzer dazu geführt haben mag, das Gebet statt, wie richt g, auf onon mrin auf ann zu beziehen, wissen wir nicht. Die Annahme, daß der alte Tefillohübersetzer nach Art seines späteren poetischen Nachfolgers damit absichtlich die Glaubenslehre von der Unsterblichkeit der Seele auf Kosten derjenigen von der Auferstehung geltend machen wollte, ist geradezu lächerlich. Jedenfalls war die Uebersetzung falsch und ist um Mißverständnisse zu vermeiden, daher auch schon 1906, also lange vor der von Herrn Cahn gemach en Entdeckung und Anregung beseitigt worden. Sch. Briefkasten. F. A. „Der Sabbath", Frankfurt a. M., Neue Zeit 63. R. H. in N. Sie werden von einer hiefigen Firma Offerte erhalten. D. B- DaS Hotel-Restaurant Frank in Ostende steht wie im vorigen Jahre mit Beginn der Saison (Anfang Juni) wieder unter Aufsicht von Rabbiner Bamberger-Brüffel. 2. Die drei Fasttage haben die gleiche Bedeutung und müssen auch gleich gehalten werden. Ihre zweite Frage ist mit Nein zu beantwortet. W. R. in M. „Schomre SchabboS-Berein", Frankfurt a. M., Schützenstr. 14. F. G. Wir glauben nicht, baß sich auf diesem Wege etwas erreichen läßt. Immerhin können Sie es mit einem Inserate im „Israelit" versuchen. D. M. E. Das deutsche Gewand, in welches Sie die „Poesie des alten Testamentes" gehüllt, ist zu wenig erwärmend. Manuskript folgt zurück. L. E in S. „Die fünf Megilloth", Band II, von Dr. Raphael Breuer wird, wie uns die Verlagsbuchhandlung A. I. Hofmann, hier, mitteilt, in einigen Tagen erscheinen. Utreinskalender. Verein Mekor-Chajim, Samstag, 23. Mai, Nachmittags 4 Uhr (Schützenstr. 2), Mikro-Bortrag: Herr Leopold Oppenheimer. **;_..•*”*«* Der einigung zur Pflege vonLiteratur und Gefelligker 1905. Sonntag, 24. Mai, 8*/, Uhr, im Hörsaale Schützenstr. 12, III. Referat- und Rezitattonsabend. Leiter: Herr Dr. M. Schüler, Referent: Herr '+ hil. Feist. Thema: „Tennyson." TamiliennacbricMen. ©ebnrten. PincaSBuchbinder (Heldenmuts»), Herbartstr. 2, einen Sohn. — Moritz Werth an (Levi), Friedrichstraße» einen Sohn. — Theodor Rothschild (Herrmann)» Oberweg 6, einen Sohn- Verlobte. Eva NeuhauS, Sigmund Katz, SalmünstevMieden. Todesanzeige. Josef Ettlinger, Karlsruhe, 54,Jahre. — Abraham Emmanuel,,Cölna. Rh. BarinlEWohfeler. Ferdinand, Sohn von""Wolf Selig, hier. Synagoge der iSrael. Gemeinde Börneplatz. Sabbat-Anfang u. Ausgang. 'npnanar OBT: Anfang Datum AuSgang UhrlMin. 1908 5668 UhrlMin. . 83. Mai. 22. Jjar Sfcaitffftrt a. M 7 45 9 10 «erlitt .... — — 9 — München . . . 7 15 8 43 Strasburg . 7 30 9 Stuttgart. . . 7 15 9 — «ose» .... — 9 — Nürnberg — — 8 53 Hamburg. . — — 9 30 «rag. — — 8 45 Für de« Reklarrrenteil ist die Redaktion nicht verantwortlich: insbesondere ist es ausschließlich Sache der Leser, die im Reklameteil enthaltene« Gmpfehlnnae» ritueller Ware« oder sonstige Angabe« reltgtonsgesetzltche« Charakters ans ihre ZnverlSsfigkeit zu prüfe«: |=| Landeshuter Leinen* und Gebild-Weberei F. V. Grünfeld Königl., Qrossherzogl. u. Fürstlicher Hoflieferant Berlin w.9 Leipzigentratti 21-2. Grösste Auswahl aller Wäscheartikel für den Baasbedarf. flifertigug gagzgr üisstatligigg. Preisliste mit AMrildungen sowie Kostenanschlägs zn Diensten. (?sss) Ich haiie eine “;, liehe Hams Die gibt mir abends beim Schlafengehen keine Bonbons, sondern zwei Fays ächte Sodener Mineral-Pastillen; und geh' ich zur Schul-, dann bekomm ich immer gleich sechs Stück, damit ich mich nicht erkälte. Uno ich bin auch nie krank und Mama sagt, daran wären nur Fays ächte Sodener schuld. Man kauft für «5 Pfennig die Schachtel in jeder Apotheke, Drogerie und Mineralwasserhandlung, weise aber jedwede Nachahmung mit Entschiedenheit zurück. 8 bi m Originelle Reklame macht augenblickl ch die Firma I. Michel u. Co., Hier, für das bekannte Putzmittel „Sidol", dessen General-Bertrieb in ihren Händen liegt. Um das Präparat recht populär zu machen, geht ein Mann mit echt römischer Rüstung, die blitzblank geputzt ist. durch die Straßen unserer Stadt und trägt ein Schild mit der Ausschrift: „So blank putzt nur Sidol!" Originell uud echt amerikanisch! Bad Salzschlirf. 15 Mai. Der vor 3 Jahren begonnene Bau des Neuen Badehotels in Bad Salzschlirf ist mit dem > heutigen Tage beendet. Das aus das komfortabelste eingerichtete Etablissement bat einen großen neuen Flügelanbau erhallen Im Parterre diese- Gebäudes befinden fich die Badezellen für koblensaure Sool- und Moorbäder während in den Stockwerken welche bequem durch Lift zu erreichen sind, eine größere Anzahl neuer eleganter Wohnräume für Badegäste enfianden find. Die Anlagen des Bades, welche mit dem Walde in Verbindung stehen, haben eine Vergrößerung erfahren. In unmittelbarer Nähe des Badehotels ist ein Gebäude für Medo-Mechanik mit Zanderapparaten entstanden. Die Saison hat am ersten Mai recht lebhaft eingesetzt. _ Bad Neuenahr ist durch seine intensive Heilkraft für Zuck rkranke und auch als Erholung-Platz für andere Leidende hinlänglich bekannt. Seine Bäder und Anlagen find weltberühmt. Durch das von Frau Kowalski dort eröffnen „Hotel L andskron" ist auch allen» die auf eine streng koschere,zugleich ausgezeichnete Kost, sowie auf moderne und komfortabel eingerichtete Wohnräume reflektieren Gelegenheit geboten den herrlichen Bade- und Kurplatz zu genießen. (NäbereS Inserat.) Mn der Eröffnung der großartigen Neubauten deS Jsrae- Mischen AstzlS für Kranke und Altersschwache in Köln, die als Musteranlaaen eines modernen Krankenhauses allenthalben die reichste Anerkennung finden, ist auch Mr die mdische Allgemeinheit einem bisher vielempfundenen Bedürfnis abgeholfen worden. Auf dem großen mit Gartenanlagen ausgestatteten Gelände sind außer den allgemeinen Abteilungen Mr Kranke .und Sieche auch die Pensionarabteilungen mr innere und chirurgische Mr Kranke und Sieche der begüterten Klasse und auch alle Einrichtungen zur Behandlung Nervenkranker in reichstem Maße geschaffen. Hydrotherapeutisches Institut mit Bädern und- Douchen jed. Art, Glühlichtu. Bogenlichtbäderelektrische und Kohlensäure-Bäder, Heilgymnastik, Lichttnstitut). Begüterten Kranken, die auf rituelle Verpflegung angewiesen sind, wird diese Mitteilung sehr willkommen kem. Dm leitenden Ober- und Spezialärzten stehen 4 Asststenzärzte zur Seite, die in der Anstalt wohnm. Geistes- und Gemütskranke sind nach den Satzungen. vonderlAnnahme ausgeschlossen. 5