Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 49 (1908)
- Issue
- Heft 20 (14.5.1908)
- Date
- 1908-05-14
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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-MWW MWWWWMV^MW y» -hmj ."v 14. M at 1908. auch als Zionisten nicht nehmen und nicht verkleinern lassen. Ihnen und Ihresgleichen sprechen wir entschieden daS Recht ab, hieran immer wieder zu rühren. Auch die haben ein Prinzip, es macht Eie aber zum Snaven, denn es läßt Sie blind sein, wo wir sehen wollen, eS heißtTie verstummen, wo wir zu sprechen verlangen. „Der eine fragt: Was kommt danach? Der andre fragt nur: Ist cS recht? "Unb also unterscheidet sich Der Freie von dem Knecht." Achtungsvoll Joseph Hackenbroch. Briefkasten. L in F. Unser Bericht über die Liberale Versammlung ist zwar, wie fich ja aus der ganzen Form der Wiedergabe ergtebt, kein Stenogramm stammt aber von einem durchaus zuverlässigen Berichterstatter, der in unsrem Aufträge der Versammlung beigewohnt hat, und besten Aufzeichnungen wir selbstverständlich ohne irgend welche sachliche Aenderun e,< wiedergegeben haben. Dagegen w sten wir pofitiv, daß der in der »Allgemeinen Ze tung des Siudeytuws" veröffentlichte Bericht trotz seiner großen ussührlichkeit mancherlei nicht enthält, waL gesprochen wurce. M. L. in Altona. Wir konnten dort nichts rrmitteln. Fragen sie einmal den Rabbiner. Jakob M.iir ln Saloniki an. G. M Darf in der Weife geschehen. F W. in M. Ihr Gelegenheitsgedicht mag fich beim FesteSfchmause, wenn die Glaser klirren und die Herzen fich in Wonne auftun, reckt hübsch auSnehmen, eignet fich aber für die weite Oeffentltchkett nicht.. In Ihrem Berichte r nlerließen Sie cS anzugeben, um was für ein Jubiläum eS fich handelt. Ein kurzer streng-fach sicher Bericht nach dem Feste wird unS willkommen sein. I. T. in P. DaS Sujet Ihrer an fich hübschen Erzählung ist zu unbedeutend und nichtssagend, daher unverwendbar. Abo««, in A«. Sie erhalten direkte Antwort. S. F. in Fl. Die Sache ist doch gar zu unbedeutend und kaum geeignet, zu dem Charakterbilds des Mannes, wie Sie e - in heutiger Nummer gezeichnet finden, noch etwas beizutragen. UereinskaleiKler. Verein Mekor-Chajtm, Samstag, 16. Mai, Nachmittags 4 Uhr (Schützenstr. 3), ^»in^-Vortrag: Herr Redakteur S. Schachnowitz. inderecke Her Malocti. Bon Jrnuy Stiebel, Jerusalem. Thamar machte ihren ersten Schulweg. Wie wichtig erschien der Kleinen doch Alles heute im Vergleich zu sonst. War das der alte Steg, der über den klaren Bach führte und den sie schon so oft passiert hatte? Sie schaute sich um, vom Bach zur Schule war es nicht mehr weit. Immer beklommener wurde ihr zumute. Ganz verzagt blickte sie die sie c« der Hand führende, um zwei Jahre ältere Schwester an und richtete allerhand kindliche Fragen an sie. Doch plötzlich verstummte sie. Man war angelangt. Feierlich ängstlich ließ sie sich die Treppe zum Schulzimmer hinauMhren. Hoch klopfenden Herzens wartete klein Thamar auf den Lehrer. Tiefe Blässe über dem lieblichen Gesichtchen, stand sie mitten im Zimmer, bei jedem Geräusch die großen blauen Kinderaugen ängstlich auf die Türe haftend. Und endlich kam er. Thamar bekam ihren Platz angewiesen. Dann fragte sie der Lehrer allerhand, und zum Schluß brachte er ein prächtiges Bilderbuch. Thamar hatte alle Der JSraettt. Sette 11. R.. 20 Furcht verloren und ließ fich aufleuchtenden , Blicks das schöne Buch erklären. Während sie ' nun recht aufmerksam zusah und hörte, rauschte es neben ihr ganz plötzlich und dann hörte sie etwas niederfallen. Sie drehte sich rasch um, da lagen allerhand Näschereien und ein schönes Bilderbuch. Erregt und freudig überrascht schaute sie den Lehrer an. 'Der aber lachte und sagte: „Hast du es nicht rauschen hören?" Thamar bejahte. „Na siehst du", — fuhr der Lehrer fort, — „der Maloch hat dir die .schönen Sachen gebracht." „Wer ist'denn der Maloch?" fragte Thamar wißbegierig. /-Der Maloch", — erklärte der Lehrer, — „ist der sanfte, liebliche Gottesbote, der allemal den guten Kindern beisteht, sie beschenkt, wenn sie brav sind und sie beschützt, wenn ihnen Gefahr droht. Jede Bitte aus reinem Kinderherzen befürwortet der Maloch beim lieben Vater im Himmel." Ganz glücklich verließ Thamar die Schule. Zu Hause konnte sie nicht genug erzählen vom Gottesboten, vom Bilderbuch und vom freundlichen Lehrer. Ueber der großen Wiese, voll Glanz und Duft, lacht ein wolkenlos strahlender Himmel. Lerchen steigen jubilierend in die Höhe und große Mückenschwärme freuen sich ihres kurzen Sonnendaseins. Thamar benutzt den schulfreien Morgen, Blumen auf der großen Wiese für die geliebte Mutter zu sammeln. Das war ein Tau und ein Duft, ein Sang und Klang. Ganz eigen andächtig wurde der Kleinen zumute. Wer fühlte innerhalb solcher Naturfchönheit nicht die Nähe des Schöpfers? Sie reckt sich zu ihrer kleinen Höhe auf und lauscht, lauscht auf das Wunderbare des Sommermorgens. Nun gibt sie sich wieder mit Inbrunst ihrer Beschäftigung hin. Immer eifriger sucht sie und hat es somit nicht gemerkt, daß sie sich dem Fluffe genähert hat. Ganz nahe ist sie dem Abgrund, da rauscht etwas und berührt sie sanft. Thamar erschrickt und nun sieht sie den Fluß und wendet sich schnell hinweg. Am Himmel taucht ein rosa Wölkchen auf, gewiß ist dort der gute Maloch nach Hause gegangen, denkt Thamar mit Dank gegen den lieben Gott, der sie treulich beschützt hat. Und am Abend, als Thamar zu Bett geht, betet sie mit besonderer Innigkeit 'rtro 'Tpaa btt nrn? 'fftn Vjn — wd'id. Thamar steht im großen Zimmer, durch dessen Fenster man den Blick über die Wiese hat, vor ihrer kleinen Kommode. Sachte legt sie ihre Bücher nebst Hefte in eines der offenstehenden Fächer. Liebkosend streicht sie mit der Hand über jedes noch so abgenützte Buch. In ihren Augen schimmern Tränen. Die schöne Schulzeit ist nun zu Ende, für immer. Sie zählte 14 Jahre, da ist auf dem Lande in der Volksschutt die Ausbildung beendet. Ein heißer, weher Abschiedsschmerz packt das junge Menschenkind. Wtt war es doch so schön, wenn der alte grauhaarige Lehrer erzählte. Wie hingen alle Augen an seinen Lippen. Thamar mußte sich beim Schluffe des Erzählens oft besinnen wo sie war, so hatte der Bortrag des verehrten Lehrerihren Geist in ferne, herrliche Welten geführt. — Das war nun vorbei. Wehmütig, sinnend war sie an eines der Fenster getreten, nun stoffen ihre Tränen reicher. Da drüben stand es so friedlich, das weiße Haus, von einer Baumgruppe und wohlgepflegten Gärten umgeben. Und sie sollte nicht mehr Morgen, für Morgen hinübergehen, über den lieben, alten Steg, die traute Gaffe, ja, wie sollte sie denn das aushalten? Da fiel ihr mit einem Mal die Abschiedsrede ihres Lehrers ein. „So wie euch der Maloch bei eurem Eintritt in die Schule bechützt und beschirmt hat, so wird er euch auch ieim Austritt aus der Schule nicht verlassen. Er wird euch ins Leben hineinführen und vor )em Straucheln bewahren". Je länger Thamar dieser tröstlichen Worte gedachte, desto leichter wurde ihr zu Mute. Noch einen langen Blick warf sie durchs Fenster auf das SchulhauS, dann ging sie zu ihrex Beschäftigung und nahm sich M vor, des Wyloch nie zu vergessen und sich auch in ihrem flnmerein Leben stets von den Boten Gottes leiten zu lassen. Sabbat-Anfang u. Ausgang. .: [ Anfang Dntm» SÜWgtMD >UhrlMin- 19081 5668 UhrMta. 16 Mai 15. Jjär Srmckfmtta « 7 35 S 05 ftlcrlte ... — — 8 47 7 15 8 33 7 30 8 50 €t«tt$art. . . 7 15 8 50 g&rfcji . . — — 8 50 RSrtzhers . . — — 8 40 Hamdurg. . . - - S 15 Pr»g. . — — 8 35?aMillea*acbricbfeN. Geburten: Eine Tochter: David Ans da che r (Eschwege), Homburg v. d. H. — Einen Sohn: Max Daube. KönigSbach i. Bd. — Siegfried Halberstadt (Ettlinger), Verlebte: Bertha Sondheimer» Gustav Rosen» mann, Frankfurt a. M-LoNdon. — Bella Spiro» Dr. Philipp Frankl, fiulda-H'iberstadt. --- Johanna Kahn, Simpn Grünebaum, Egelsbach-Frankfurt a. M. — Eelma Letob, Moritz Klein, Berlin-Straßburg i. Elsaß. Verm&blte: Boris Messerer. Rosa geh. Abramsan, Frankfurt a. M.-Libau. — Mar Sichel, Selma geb. Maksenbacher, Oberseemen-BurghaSlach. Bsmliwohreler: Otto, Sohn von Moritz Preis, Austerlitz (Mähren). — Sigmund, Sohn von Salomo» Marx, Bödigheim. — Jsa k» Sohn von Hirsch PerlS, Kitsee. Kür de» 9tef(iu»e«eeU ist die «edaktio» nicht verantwortttchr insbesondere ist es ausschließlich Sache der Leser, die tat «eklaateteil enthaltene» Sntptahumaä» ritaester «are» oder to«stige «ngade» relitziv«saesetz» liche» «haratters ans ihre 3»»e«fftfflgfeit g» prüfe». früher Prinz «.Arkadien I. Ranges. Spezial-Ausschank der Brauerei Hirte, Aulendorf (Wttbg. Teutsch-Pilsner. Hirle-Brin. Feinste Küche, la. Weine. Vornehme Gesellschaftsriume. Ich gehe dmch eine« grasgrünen Wald aber die Böglern hör' ich kaum singen, da mich ein abscheulicher Husten quält. Die ganze Brust tut mir weh und der Hals ist mir ordentlich roh. Wenn ich nach Hause komme, versuch ich's auch einmal mit Fays ächten Lodener Mineral-Pastillen — die sollen ja bei allen Erkältungen, bei Husten und Verschleimung ausgezeichnet wirren. Bon anderen Mitteln habe ich übergenug und ich mag sie nicht mehr sehen. — Fays ächte Sodener sind seit beinahe einem Bierte jahrhunbert erprobt g g n alle katarrhalischen Erscheinungen des Halses und dev AtmungsovUane. Die Schachtel Löstet 85 Pfg. und man kann sie in jeder Apotheke, Drogerie und Mineralwassrrhandlung haben. Xusteilunx des Israelit! Sämtliche für unsere Post-Abonnenten bestimmten Exemplare liefern wir der hiesigen ZeitungSsielle Donnerstag abend ein, so daß jeder Abonnem innerhalb DeMschlandS spätestens Samstag in den Besitz der Zeitung gelangen muß Sollte in der Zustellung des Blattes eine Verspätung Vorkommen oder eine Rümmer gänzlich auSbleiben, so bitten wir dringend» bei dem Postamte am Wohnort deS Abonnenten reklamieren zu wollen. DaS betreffende Postamt ist verpflichtet, unverzüglich von dem hiesigen PostzeitungSamt Nachlieferung der fehlenden Nummer zü verlangen. Erfolgt jedoch auf diese Beschwerde hin» keine Remedur, so bitten wir, erst dann unS entsprechende Mitteilung zu machen. Nur Abonnenten, die unsere Zeitung uMer Streifband zugestellt erhalten, wollen direkt bei unS Reklamationen einreichen. Verlag des Israelit, 6. m. b. H. Frankfurt a. M., Hansabaas.