Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 49 (1908)
- Issue
- Heft 19 (7.5.1908)
- Date
- 1908-05-07
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Celle 13. Ro. IS. Der JSraettt. . 7. Mai 1S08 Ueber dt« Segllm von mon nny. Die Frage, auf welche Weife der Begriff irwn noy am richtigsten zu definieren fei, ist eine alte und bisher noch nicht vollständig gelöste. Man hat dafür gewöhnlich den Beginn der astronomischen Dämmerung gesetzt, weil durch Beobachtungen festgestellt worden war, daß vor diesem Zeitpunkt auch nicht der geringste Schimmer von indirektem — durch Brechung in der Atmosphäre entstandenem — Sonne licht wahrzunehmen wäre. Die Sonne befindet sich dann noch 18 Grad unterhalb -es Horizonts. Für diese Annahme spricht auch eine Stelle ina"2 OTiDS, wo die Zeitdauer von imrn upjr bis Sonnenaufgang zu 4 pyo — 72 Minuten vorausgesetzt wird, und einem Bogengrad ja vier Zeitminuten entsprechen. Nun ist aber zu beachten, daß diese Umrechnung der Sonnentiefe in Zeitmaß nur für Orte am Aequator gilt, und auch dort nur genau in den Frühlings- und Herbst Tag- und Nachtgleichen, weil dann die Sonne ihren scheinbaren Tageslauf in einem sogenannten größten Kreise vollführt. An andern Orten und zu anderer Zeit wird die Sonne in 6/5 Stunden einen geringeren Sehungsbogen als 18 Grad beschrieben haben. Da nun a. a. O. in D'nDS vom Frühlingsanfang die Rede ist, ni'arpv,i uni'B py) «12V 'd jro nnao,/« rwe «"s rosia o"20ir6 pifi rpD 'aar 1O«O überdies die dortige Zeitangabe nur palästinensische Gegenden betrifft, so handelt es sich darum festzustellen, welche Tiefe unter dem Horizont die Sonne unter diesen beiden Voraussetzungen erreicht. Für Jerusalem, deffen geographische Breite 31V, Grad beträgt, würde man 15 V4 Grad finden / dementsprechend müßte insrn iivy gegenüber dem Beginn der astronomischen Morgendämmerung um 2ah Grad gekürzt werden. Für die Mchtigkeit unserer Behauptung spricht auch der Umstand, daß Jbn Esra (n//’>'« y2 2"' nbnp ,^1ttfoVl n"l) die „Morgenröte" 4/s Stunden 80 Minuten vor Sonnenaufgang bemnnen läßt. Das würde sich einfach dadurch erüären, daß ya"in in Toledo gelebt hat, wo die Dämmerung inr Herbst und Frühling fast 8 Minuten länger dauert-als in Jerusalem. Es soll jetzt noch untersucht werden, welcher Korrektion der nach dem bisherigen Modus berechnete oder aus Tabellen entnommene „Tagesanbruch" bedarf, um ihn auf die soeben erörterte Basis zu reduzieren. Eine einfache Rechnung zeigt, daß im Winter diese Reduktion kleiner ist als im Frühling oder Herbst und im Sommer und steigt im Verhältnis zur Zunahme der geo-?graphischen Breite. Für die Praxis hat die ommerliche Morgendämmerung keine große Bedeutung. Da ferner eine Zeitangabe von weniger als einer Minute keine Rolle spielt, und für unseren Zweck hauptsächlich Mitteleuropa in Betracht kommt, so begnügen wir uns hier mit den folgenden Resultaten: Für Orte auf dem 46. Breitengrade beträgt jene Reduktion im Frühling, Herbst und Winter 17 Minuten, für den 50. Breitengrad 18 Minuten und für den 55. Grad im Winter 20 Minuten im Frühling uud Herbst 21 Minuten. Man begeht somit kaum einen Fehler, wenn man für Deutschland zu dem Beginn der astronomischen Dämmerung am Morgen 18 Minuten hinzufügt, um der neuen Definition des in&M noy ju tragen. C.o-C, Lxegetircde iftiscellen. Bemerkung zur „Erwiderung" des Herrn Wolf in Rr. 16 d. Bl. Wenn ich mit einigen Wort.n auf die „Erwiderung" des Herrn Wolf gegen mette Kritik seiner Auslegung der Bibelstelle Ex. 33, 4. zurückkomme, so will ich die Argumente seiner Rechtfertigung nicht zu widerlegen versuchen, da ich nur dasselbe, was ich schon geschrieben, wiederholen müßtewas soll ich aber machen, wenn meine unzulängliche Fass ngskraft mich hindert, die Beweiskraft der Worte deS Herrn Wolf einzusehen? Mein mangelndes Beiständnis soll Herrn Wolf das Vertrat en zur Richtigkeit seiner E.klärung nicht rauben. Nur nebenher möchte ich bemerken, daß ich auch das ne e Moment, welches Herr Wolf in seine Verteidigung hineinträgt, nicht zu würdigen imstande bin. Targum gibt daS 1NV «bl u it i«v,v «b wieder, und -q*? «b (Ex. 7 23.) ebenfalls mit allerdings mit dem Zusatz was Herr W. verschweigt, also ein Beweis, daß die Erklärung von VW «bl »sie nehmen eS sich nicht zu Herzen" richtig ist. Das verstehe nun, wer es kann! Wie sollte denn Targum anders übersrtzen, da dem hebräischen daS chaldäische 'W entspricht? Wird doch auch 1'b)k fVtS^ 1V«2 (Ex. 21, 23) ebenfalls durch iiar vj nty wiedergegeben. Doch dies nur nebenbei, ich will ja nicht wid^rl gen, ich will danken! Danken dem Herrn W., daß er, wenn auch unbewußt, sich selbst widerlegt und daS Hauptargument meiner Widerlegung durch Beweise unternützt. Ich habe gesagt, es d. rste garnicht, wie Herr Wolf meint, Qviy ^n« mW «b heißen, das wäre sprachwidrig, das erfordere den Singular; ich habe es nicht für nötig gehalten, einen Beweis dafür zu bringen, und nun bringt Herr Wolf den Beweis dafür. Daß Herr Wolf mir imputieren würde, ich hielte den Plur l des Prädikats für sprachwidrig, das konnte ich allerdings nicht voraussetzeu, so unwiffend bin ich doch trotz alledem nicht, daß ich den Plural des Objekts oder einer adverbial n Bestimmung für unzulässig nach &'« hielt, das wa ja deutlich zu erkennen, daß ich also für fprachwibr g erklärte. Nun kommt Herr Wolf und beweist mir, daß bei ^'« wohl der Plural stehen kann, denn es heißt ja. V« 1«ün «b, gewiß! aber «Ipl «wOb b'OV, da heißt es in'3 NTiOV und nicht DrP2< und beim zweiten Beweis hat Herr Wolf das Entscheidende gesehen und nichts gemerkt: b« V'«1 121OT) innoWD und nicht OklNOVO- Für diese Unterstützung meinen besten Dank! Damit ist aber die Ange legenheit für mich erledigt. Oücherschav. Das Wettgesetz des ßleinften Kraftaufwandes in den Reichen der Natur von Gustav Partig. 2. Bd. (Max Kielmann, Stuttgart.) Bor nicht allzulanger Zeit wäre ein Buch wie das vorliegende unmöglich gewesen. Ein. Werk, das die Bebaüptung aufzüstelleN wagt, die Ergebnisse der modernen Naturwissenschaften seien hervorragend geeignet, ja fie zwingen zur Begründung einer theistischen Weltanschauung, hätte unter deL Alleinherrschaft der mechanistischmaterialistischen Weltanschauung nur mitleidiges Achselzucken erregt. Daß Portigs Buch erscheinen konnte, daß es erpste Brachiung seitens bedeutender Gelehrten efundttthat, ist ein erfreulicher Beweis des Umschwungs, der sich auf philosophischem Gebiete vollzogen hat. Wenn auch unsere Auffassung von der des Verfasst rs wesentlich ab reicht, ich nenne nur die Probleme Gott und die Seele, so muß doch zugegeben werden, daß die gewissenh fte Gründlichkeit und der tiefe Ernst, der aus dem Buche spricht, rn hohem Maxe geeignet sind, dem Werke die Sympathie deS Lesers zu gewinnen. Uebungsbuch zu Gefeuius-KaUtzschs hebräischer Grarrrmatik von Kautzsch. 6. Auflage. F. C. W. Bogel. Leipzig. 1908. Wer nicht ein besonders kräftig ausgeprägtes Sprachgefühl hat, wtrd auch durch reichliche Lektüre von Texten allein nicht Herr über die Formen einer toten Sprache werden. Andererseits wird auch ein eifriges Studium der Grammatik und fleißiges Einprägen von Paradigmen noch nicht die fichere Handhabung deS Sprachstoffcs ermöglichen. Ein Uebungsbuch erst, daS in methodischer Anlehnung an die Grammatik mit deutlicher Betonung . in Sätzen und Lesestücken Formen neben Formen stellt, das die Gelegenheit zur Rückübersetzung aus der Muttersprache bietet, erst ein solches Uebungsbuch läßt für den Durchschnitt der Schüler und der Studierenden die Formenlehre der Sprache lebendig werden und wandelt sie zu geistigem Eigentum. Ein solches Buch für die hebräische Sprache ist das wohlbewährte von Kautzsch. Hebräische und deutsche Uebunasstücke, an die Grammatik von Gescnius sich anschließend, bilden den ersten Teil, dann folgen größere zusammenhängende vokaltfierte Texte, zuletzt zusammenhängende deutsche Stücke zur Rückübersetzung. Wiederholt hat der Verfasser auch die Apokryphen herangezogen. Peinlich berührt in der Ueberschrift des Jako - behandelnden Stückes bas Wort „erschleicht". Wer das Buch benutzt, wird thm eine kräftige Förderung zu danker haben. — i Zur Frage der Falaschas. In dem Q'van '121 1OO (Metz y''in) des Elfter Aschkenast aus Tunis wtrd auf Seite 61 der Brief eines italienischen Gelehrten 1,1^« 'i am gebracht, den derselbe im Jahre 1438 von Jerusalem aus an seine Berwa dien in Ferara richtete und in dem er eine kurze Beschreibung der Juden tn Abefsynien liefert. Er berichtet daselbst i on einem attfeen Volksstamme mit Namen Habesch <«n"in d. t. Abesiynien), der sich dem Christentum zugewanbt habe, und bei dem sich auch Juden befänden, die eine eigene Sprache hätten, die weder hebräisch noch arabisch sei. Sie wären im Besitze der Thora und auch einer mündlichen Erklärung zu derselben, jeboch kennen fie weder den Talmud noch unsere Dezisoren. Aus einer'Unterhaltung über verschiedene Gebote habe er ersehen, baß dies : fich zum Teil mit den unsrigen decken, andererseits aber auch viele Vorschriften mit Her Ansicht der Karäer übereinstimmen. Sie kennen auch die Rolle Esther, wisien aber nichts von Chanuckah. Als geographische Bemerkung fügt der Brtefschretber noch hinzu, daß jener Dolksstamm von Jerusalem einen Weg von etwa 6 Monaten entfernt wohne und durch jenes Land der Fluß Gofen stch erstrecke. — Sind nun vielleicht die in letzter Zeit so häufig erwähnten FalaschaS mit den eben genannten, vor 470 Jahre geschilderten abeffynischen Juden identtsch? Rabbiner Dr. D., Rogasen. kiugegaugene Sucher. (Besprechung Vorbehalten.) Elia, Elisa, Jona. Sin Beitrag z,r Geschichte des S. und 13. Jahrhunderts von Wilhelm Erbt, l Eduard Pfeiffer, Leipzig.) Was ift Kultur? Bortrag von Kurt Latzwitz. (B. Elischer Nachf., Leipzig.) Die Bruderschatt der Religionen von tzlnnie Besant. Autorisierte Uebersetzung von Helene Lübke. (Th. Griebens Verlag, Leipzig.) Samson Cohn, christliche Religion. Eine Metamorphose von Trebron. (L uis Lamm, Berlin 1908.) Eine Erlösung. Ein Programmgebicht an die Juden von einem Juden. (Bruno Bolger, Leipzig 1908.) Chr. W Dohm, der Gegner der Physiokratie und seine Thesen von Dr. Mordche Rapaport. (Puttkammer u. Mühlbrecht, Berlin 1908.> 11N yy. Halachische Abhandlung von Abrh. Isaak K u k, Rabbiner in Jaffa. (Samuel Kuk, Jerusalem). Emigration und Immigration. Ein Wort zur jüdischen Auswanderernot von Eugen Doctor. (Louis Lamm, Berlin 1908.) David Kaufmann, Gesammelte Schriften, I. Band von Brann. (I. Kaufsm'nn, Frankfurt a. M. 1908.) Geschichte des jüdischen Volkes von F. Hem an. (Bereinsbuchhandlung, Stuttgart 1908.) The Ritual of Eldad hadani von Max Schle singe r. (Rudolf Haupt, Leipzig 1908.) Kulturhistorische Kriminalprozefse der letzten 40 Jahre von Hugo Friedländer. tContinent Berlin 1908). Die kapitalistische Mausefalle voa A. Gonoll (A Oven u. Co., Leipzig 1908.) Westöftl che Miszellen von S. Meise l. (Lenien- Verlag, Leipzig 1908.) 12'O 'IO«- Uebersetzungsbüchlein zu den Gebeten der Kinder, deutsch und französisch von 93. Taube. (Brin u. Co., Basel 1908) äiiiiiiiiiiii MMWMMMWWWMMMWjj