Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 49 (1908)
- Issue
- Heft 19 (7.5.1908)
- Date
- 1908-05-07
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Der JSraelit. 7. Mai 1908 «eite 10. Nr. IS. Reckliugbartfev, 5. Mai. - ÄS ist mit Freude zu konstatieren, daß die segensreiche Tätigkeit -es Vereins zur. Wahrung der religiösen Interessen Jbe8 Judentums m Westfalen immer mehr an fruchtbarem Boden gewinnt und sein erfolgreiche- Streben pöa TiDVVl TID -p-ub üterall zum gewünschten Resultate führt. Als sehr erfreulich ist eS zu bezeichnen,. daß nun uuch. hie Synagogengemeinde Herne unter Aufwendung von verhältnismäßig großen Opferst eilte eigene Schechita durch Anstellung eines vom Robb. Dr. Marx, ■ Recklinghausen empftrhsenen, zuverlässig frommen und tüchtigen Schachet einrichtete. Baisiugen» 4. Pjai. Am 2. Mai fand eine Bersammümg deS »Berbandescher Sabvathfteunde" statt, die sehr stark besucht' war. Die Versammlung Wurde vom »weiten Vorfitzmden, Herrn Max Kahn, in Vertretung deS verhMberten ersten Vorsitzenden, Herrn Lehrer Straßburger, eröffnet und.Herr Dr. Alfred Kabn, Baifingen, hielt ein belehränW und mit großem Beifall aufgenömmmes Referat jcher die Pfalmey, .in welchem er auf den kostbarm Schätzten wir iy ' haben und auf t ie dringende Pflicht, sich mit unserem heiligen Schrifttum zu beschäftigen, hinwies. An der Diskussion beteiligten sich Herr L. Kahn und Rabb. Dr. Kahn, Eßlingen. Der letztere, wies, darauf hin, wie die Psalmen Gemeingut der ganzen zivilisierten Welt wurden und wie überall neues Leben die jüdischen Kreise durchdringe, das in dea Organisationen wie »Freie Verewigung für die Jniereffm des orthodoxen Judentums", „Verband der Sabbathfreunde* re. seinen Ausdruck findet, wie selbst in den der Orthodoxie feinstebenden Kreisen, wie ».Hilfsverein der deutschest Juden", Logen rc., immer mehr die Tatsache zum Durchbruche kommt, daß nur durch die Rückkehr zum orthodox.« Judentum (?) das Judentum erhalten werden kann, und daß das Nichterfüllen der Gebote im Laufe der Generattonen zum Abfall, zu Mischehen, zur Taufe führen würde. — Mit einem schönen Schlußworte endigte die glänzend verlaufme Versammlung. Bosen, 20. April. In sehr feierlicher Weise fand am 12. April die Einweihung der in den Anlagen am Goethepark neu errichteten Flatauschen Waisenerziehungsanstalt für Mädchen statt. Nach einem Präludium (boruch haboh) begrüßte der Borfitzende des Vorstandes der Synagogen-Geweinde, Herr Schoenlank die Anwesenden und sprach dem Vorstände der Anstalt Dank und Anerkennung aus. Herr M. Werner, Vorsitzender der Waisenhaus-Verwaltung und der Repräsentanten dankte allm denen, die sich um die Förderung der Anstalt verdient gemacht, insbesondere den schon im Jahre 1871 vom Stifter, Herrn Isidor Flatau zu Ehrmdamen ernannten und jetzt als solche mit regstem Eifer für die Anstalt wirkenden Damen. Nach Abfingung eines Psalms folgte die Weiherede des Herrn Dr. Feilchenfeld, der wie immer durch den Zauber und die Macht seiner Rede alles begeisterte. Ein Zögling der Anstalt sprach voll Rührung und Dank ein Gebet für alle die Edlen, die ihnen das Elternhaus durch ein sonniges Heim zu ersetzen bemüht waren, worauf noch liebliche Chorgesänge folgten. Ein Rundgang durch alle Räume zeigte, daß hier kein nüchterner Kastenbau, keine düsteren Wohn- und Schlafräume, sondern ein modern-behagliches Heim für die geschaffen worden, welche das lüde Elternhaus entbehren müssen. Die neuen Räume der Anstalt, die jetzt 18 Waisen zählt, find für eine erheblich größere Anzahl berechnet, doch muß die Verwaltung leider noch so lange weitere Aufnahmeaesuche zurückweisen, als nicht größere Mittel ihr zur Verfügung stehen. Personaliee. Fürth, 3. Mai. Am zweiten Tage des Peffach ist in Frankfurt a. M., wohin sie sich zur Barmizwahfeier ihres Enkelkindes begeben hatte,Frau Therese Cramer von hier unerwartet und rasch verschieden und am 3. Tage Eholhamoed hier an der Seite thres^ihr im Tode vorausgegangenen Gatten, des Herrn Salomon Cramer, zur ewigen Ruhe gebettet worden. Die großartige Beteiligung aller Stände und Klaffen, sowohl in Frankfurt bet der Ueberführung der sterblichen Hülle, als auch in Fürth bei der Beisetzung derselben, gab von der hohen Wertschätzung und Achtung Kunde, deren die Heimgegangene sich allenthalben erfreut hat und brachte die vielseitige Trauer imposant zum Ausdruck, von welcher des Festes wegen an der Bahre nicht gesprochen werden durste. Mit Frau Therese Cramer ist eine Frau, reich an edlen Vorzügen deS Herzens und deS Geistes, dahingegangen. Ihr Haus war eine Stätte des Wohlseins und deS Friedens, der Gottesfurcht und Nächstenliebe. In chm verstand fie es, jene Frömmigkeit zu pflegen, welche nicht allein Heiterkeit und Lebensgenuß nicht ausschließt, sondern fie zum wesentlichen Bestandteil jüdischer Lebensführung wacht. Darum weilte man gern in diesen Räumen, in welchen herzlicher Glaube und ruhige Freude wohnten. Treffliche Kinder vollen eten das Glück des Herzens, gehegt und gepflegt von dem Zauber ihres liebenswürdigen Wesens und dem Zartfinn ihres anspruchslosen Charakters. Jhc Andenken wird nicht nur den Ihrigen, sondern auch allen bmen teuer sein, die fie durch Freundschaft ausgezeichnet hat und die ihre milde Bertraulichkett so gern genoffen haben. fl^DSDn* Krombach, 4. Mai. Ein braver Mann und Mer eehudt wurde am Freitag unter ttefer Trauer seiner amilie und unserer ganzen Gemeinde zu Grabe getragen Herr Gally Oetttnger ist nach langem schwerem Leiden im Alter von nur 58 Jahren gestorben An der Bahre widmete ihm Herr Lehrer Cahn einen kurzen, würdigen Nachruf. n"-nnn. Gelingen, 1. Mai. Unsere Gemeinde hat einen herben Verlust erlitten. Am Sonntag, 26. April, verschied nach kurzer Krankheit daS älteste Mitglied unserer Gemeinde, Herr Joseph Feist, im Alter von fast 83 Jahren. Schlicht und etnstlch, wie er gelebt, so wurde er auch am Mittwoch, 29. April, zu Grabe getragen. C einem Wunsche gemäß wurde von einem 1DDD abgesehen. Welch großer Hochachtung und Wertsctätzung sich der Entschlafene in allen Kreisen der hiesigen Bevölkerung erfreute, bewies das große Trauergefolge, daS sich aus allen Stänken und Konfesstcnen zusammensetzte7 Sein Andenken wird ein gesegnetes sein. n":i!WrV Unterriedenbach, 30. April. Einen schmerzlichen Verlust erlitt die hiesiege Gemeinde, durch den Tod des Herrn Isaak Engelhardt, der nach vterwöchentlicher, schwerer Krankheit in der ersten Sedernacht verstarb. Die zahlreiche Beteiligung bei der gab Zeugnis von der allgemeinen Beliebtheit der Verblichenen. Alle, die ihn kannten, werden ihm ein gutes Andenken bewahren. Genf, 30. April. Am 27. April starb hier Prof. Joseph Wertheimer, Großrabbiner von Gens, im Alter von 78 Jahren. Professor Wertheimer wurde in Maltau geboren, absolvierte feine Studien in Straßburg, Altona und Metz und war seit dem Jahre 1858 Grand Rabbin in Genf. Rabbiner Wertheimer entwickelte eine rege literarische Tätigkeit. Zu seinen bekanntesten und anerkanntesten Werken gehören die im Jahre 1874 erschienenen Arbeiten: „Juives d^Orient et d’Occident“ unh „IntroduCtion ä l’Etude de la Luiguistique“. In religiöser Beziehung stand der Verstorbene auf radikalem Standpunkte. Ohne sich je als Reformstürmer geriert zu haben, huldigte er doch sowohl in seiner Lehre, wie in seinem Leben und Wirken als Rabbiner der extremsten Ncologie. Wer die Verhältnisse in der israelitischen Gemeinde Genf und den anderen dem Rabbinate Genf angehörenden Gemeinden der französischen Schweiz kennt, weiß, daß dort vieles in religiöser Hinsicht ungetan geblieben ist. Dagegen ruhte ein mit ridi^cs Herz in der Brust des Verstorbenen, ein Herz, das warm schlug für seine Glaubensgenossen aller Länder, ihre geistigen und materiellen Interessen. Hunderte russisch-jüdische Studenten hatten die Möglichkeit ihres Aufenthaltes und Studiums in der Schweiz Prof. Wertheimer zu verdanken, hunderte von heimatlosen Emigranten, denen er kraft seines Ansehens und Einflusses bei den höchsten Regierungskreisen in der Schweiz und in Frankreich Heimatberechtigung und Mittel zur Extstenzgründung besorgte. Die Beerdigung, die unter Beteiligung der Staats- und Stadtbehörden, der Universität, an der er als Lehrer der semitischen Sprachen wirkte, der israel. Gemeinden von Genf und vielea anderen L tädten der Schweiz am 29. April stattfand, gestaltete fich zu einer äußerst imposanten Trauerkundgedung. In der Synagoge, wo die Bahre aufgestellt wurde, hielt Herr Rabbiner Dr. Wolff auS Chaux-Fonb die Trauerrede. Am Grabe sprachen u. a. der Präfident der israelitischen Gemeinde zu Genf im Namen der Gemeinde und Herr Professor Duproix im Namen der Universität. Die aber nicht sprachen, jandern in tiefer stummer Trauer zu hunderten die Bahre ihres väterlichen Führers, ihres Wohltäters umringten, die Armen und Hilfsbedürftigen, sie werden am meisten Grund zur Klage und Trauer haben. Gsztergom, 1. Mai. Sr. Majestät der König hat dem hiefigen Rabbiner Dr. Weiß in Anerkennung seiner eifrigen Tätigkeit das goldene Berdienstkreuz r erlichen. Briefkasten. H. W. in C Die Auskunft steht noch aus. R. F. Die Mitteilung, daß fich Juden bei einem Sporte auszeichneten, ist recht erfreulich, kann uns aber wenig interessieren. Als Leser unserer Zeitung werden Sie ja auch wissen, daß dieselbe weniger dem Muskeljudentum als vielmehr der Pflege und Entfaltung der jüdischen Geisteskräfte gewidmet ist. — Ueber das betreffende Spital ist uns nichts bekannt. H. in W. Wollen Sie bitte das betreffende Werk näher bezeichnen. Ps. S. in H. Im Verzeichnis des Vereines „zur Förderung ritueller Speisehäuser" ist das genannte Hotel nicht ausge führt. Näheres wissen wir über dasselbe nicht. Ab. A. in K. Unsere Recherchen sind noch nicht abgeschlossen. A. Win T. In den bekannten jüdischen Buchhandlungm erhalten Sie auch eine reiche Auswahl an hebräischen antiquarischen Werken. B. D. in S. Der Wagen darf sowohl an Juden, als auch an Nichtjuden verkauft werden. Zprecdraal. Hamburg, 27. April 1908. Löbl. Redaktion! Ein großes Verdienst hat fich der »Israelit" damit erworben, als er im Vorjahre darauf hinwieS, baß der alte Spruch unserer Weisen: iiv'D Jppa ID'AV MD bD DPd pny arp »b pwnpl noch heute seine volle Geltung hat und auf die Uebelstände aufmerksam machte, die durch Nichtbeachtung desselben entstehen. In bem s. Zt. zur Erörterung stehenden Falle wurde nur meines Erachtens der Umstand zu wenig betont, daß dem betr. Lehrer die elementare Kenntnis fehlte, daß eS bet einem vD nicht genügt, daß die Frau ihn überhaupt erhält, sondern daß eS unumgänglich erforderlich ist, daß der Mann oder sein ihn der Frau übergibt! Leiber find die Fälle, in denen durch die Unwissenheit deS pttMTp 11DD die größten entstehen, so zahlreich, daß eine Aufzählung aller unmöglich ist, einen besonders krassen Fall möchte ich hiermit nur angeführt haben! In einem kleinen Orte meiner norddeutschen Heimat befindet sich eine alte jüdische Gemeinde von ca, oO—60 Familien, dem orthodoxen Judentum sind selbige fast ganz entfremdet, sodaß der brave, schon lange Jahre im Amte befindliche Lehrer viele Mühe hat zu retten, was noch zu retten ist. Jüngst hat daselbst eine Hochzeit stattgefunden. Der Lehrer als pwlTp “HDD hatte, wie er mir erzählte, die größte Mühe, den flsnip 2V des sklN zu erfahrenseit der ri^MD N"*Q hatte derselbe ihn natürlich vergessen. Das wäre ja nun nicht so erheblich gewesenebenso große Sorge bereitete ihm die Beschaffung er D'nyS Die Gemeinoemitglieder, welche in ihrer Mehrheit N2V '7^NQ find und NNIOdk NI^IAO essen, wollte er nicht hinzuziehenauf meine Anfrage, wie er fich nun geholfen habe, erwiderte der Lehrer, er habe einfach selbst als iy fungiert und seinen erwachsenen Sohll'hinzugezogen! Kommentar überflüssig! Hochachtend M. Jacobsen, Kieler Allee 15. Qmin$kalen<ler. Verein Mekor-Chajim, Sonntag, 9. Mai Mikro-Vortrag. Herr Markus Hirsch. Für de« Reklamenteil ist die Redaktion nicht verantwortlichinsbesondere ist eS ausschließlich Sache der Leser, die im Reklameteil enthaltene« Gmpfehlnnge» ritueller Ware« oder sonstige Angabe» religionsgesetzliche» Charakters ans ihre Zuverlässigkeit zu prüfe». früher Prinz v. Arkadien I. Ranges. Spezial-Ausschank der Brauerei Härle, Aulendorf (Wttbg.) Teutsch-Pilsner. Härle-Bräu. Feinste Küche, la. Weine. Vornehme Gesellpchaftsräume. Non prangt der Wald im jungen Grün und alle Welt Pilgert hinaus. Mer man wagt dabei oft zuviel, man erhitzt sich und erkältet sich dann und hat, wenn alles gut geht, doch ein paar unbehagliche Tage. Wer nun klug ist, der nimmt ber dem ersten Anzeichen gleich ein Paar Fays ächte Sodener Mineral-Pastillen — die Helsen solch ein beginnendes Uebel ohne Umständlichkeiten und sicher und angenehm bekämpfen. Fays ächte Sodener gehören in jeden Haushalt. Man kaust sie für 85 Pfennig die Schachtel in jeder Apotheke, Drogerie und Mineralwasser- Handlung. > j Landeshuter Leinen» und Gebild »Weberei F.V. Grünfeld Königl., Grossherzogi. u. Fürstlicher Hoflieferant Berlin W., Ltijll|iritmsi 21-2. Grösste Auswahl aller Wäscheartikel für dsa lausledart IiMiii inzer' Preisliste mit Abbildungen sowie Kostenansshligs zn Diensten. (wo) 67