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Der Israelit · 1908-04-15 · Heft 16 (15.4.1908) · page 21

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Journal
Der Israelit
Volume
49 (1908)
Issue
Heft 16 (15.4.1908)
Date
1908-04-15
Page
– (sequence 21)
Language
German
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Der Israelit. Seite 19. Nr 1«. tb. d,pril 1908._ 4tt Edelsteinen angelegt, weil die letzteren in sicherem Bersteck gehalten und im Fälle eines Wegziehens auf die allerleichteste Weise transportiert werden konnten. Daher rührt es, daß die Juden sich rat Handel mit Edelsteinen schon seit frühesten Zeiten ausgezeichnet hatten." Schon im Jahre 1806 gab es in Amsterdam ca. 600 Familien, die ihr Einkommen aus dem Diamantengewerbe zogen. Und obschon die Verhältnisse nach einer kurzen Zeit sich gänzlich veränderten, so daß nur 200 Familien auf Beschäftigung rechnen konnten — im großen und ganzen war doch die Tendenz zu einer steten Vergrößerung der Industrie gegeben. Und kaum begann im Jahre 1671 der Import von Diamanten aus Südafrika, so stieg die Industrie mit einemmal auf das gewaltigste. Im Laufe eines Jahres (1872) hob sich die Anzahl der Diamantschleiferwerkstätten von 300 auf 6O0 und infolgedessen verdoppelte sich auch die Zahl der Arbeitskräfte, welche im Jahre 1873 schon auf ungefähr 3000 geschätzt wurden. Für die Diamantarbeiter trat die Zeit eines entschiedenen Aufschwungs ein. Der Lohn stieg bis zu einer säst unglaublichen Höhe, für das Spalten eines einzigen Steines bekam ein Arbeiter oft 40 bis HO Mark. f Diese Periode war aber'von keiner langen Dauer. Die guten Tage vergingen und schlechte traten an ihre Stelle. Die Konkurrenz um Arbeit wurde groß, die Arbeitslosigkeit immer schärfer und dauernder, die Löhne sanken rapide. Nicht zu unterschätzen ist die Rolle, die dabei die Einführung der Schneidemaschine und die Entwicklung der Technik überhaupt gespielt hat. Namentlich wurde der Konzentration der Produktion, dem Aufkommen großer Fabriken (mit H0O—60) Arbeitern) Tür und Tor geöffnet. Gegenwärtig zählt man Diamantenarbeiter 10—11000. Von diesen sollen 1300 Frauen, fast alle Jüdinnen sein. Bon den übrigen, den Männern, seien ca. 80°/° Juden. inderecke. Die 6änfefeÖer. (Ein Märchen.) Es war einmal eine alte Gänsefeder, die lag in einem kleinen Schränkchen zwischen Schulbüchern und Hefren, und wußte nicht, was sie dort sollte. Täglich kam der kleine Sohn des Hauses an den Schrank, öffnete ihn, nahm etwas heraus, oder tat etwas hinein, aber um die Feder nimmerte er sich nicht. „Ich bin nur neugierig", sagte sie, „wann ich endlich einmal zum Schreiben gebraucht werde". Die Hefte lachten darüber und der Federkasten sagte, „die Zeit, da die Leute noch mit Gänsekielen schrieben, sei schon längst vorbei". Dann wies er stolz auf Bleistift und Federhalter, verglich sie mit der Gänsefeder und fand die ersteren viel vornehmer. Die Feder über war ganz vom Gegenteil überzeugt, denn sie hielt sich für besser, als die übrigen, weshalb sie auch eine kleine Papierdüte, die neben ihr lag, hochmütig übersah. Die kleine Papierdüte langweilte sich ebenfalls und wollte schon oft eine Unterhaltung mit ihrer Nachbarin anfangen, aber diese schnitt ihr immer gleich das Wort ab. Aber mit den änderen sprach sie wohl und erzählte ihnen ihre , ganze Lebensgeschichte. „Ich war mit vielen Kameradinnen bei einer Gans in Stellung", sagte sie stolz. „O, welch «in prächtiges Leben führten wir da. Täglich gingen wir spazieren, oft auf dem Lande, manchmal auch im Wafftzh Wir hatten die beste Unterhaltung^ Dann wurde aber die arme Gans geschlachtet und die Federtl in die ganze Welt versandt. Wenn ich nur wüßte, was aus mir noch werden soll? Ich bin entschieden zu etwas höherem ausersehen." „Wir finden es keinen großen Vorzug, daß Sie bei einer Gans waren", sagten die Bücher spöttisch, „Gänse sind gewöhnlich sehr dumm". Die Bücher konnten nichts leiden, was nicht klug war, denn es war viel Weisheit in ihnen. Nein, mit den Büchern konnte die arme Feder nichts anfangen, aber die Hefte zeigten sich liebenswürdig gegen sie, denn sie waren ja noch nicht so klug wie die Bücher, sondern wollten es erst werden. So erzählten sie der neuen Gefährtin alles, was dort draußen vorging, daß das ganze Haus geputzt wurde, und daß bald Pesach sei. Da eines Tages, als das Schränkchen wieder geöffnet wurde, da griff eine Hand nach der Feder und der kleine Junge sagte zu seinem Papa: „Siehst du, diese Feder habe ich aufgehoben, nun wollen wir im ganzen Hause Nachsehen, ob sich noch ein Krümchen Brot findet." „Seht Ihr", rief die Feder, „ich sagte es ja gleich, ich bin zu hohem ausersehen, jetzt mache ich eine Weltreise." Und in ihrem Stolze sah sie nicht, wie der kleine Junge die Papierdüte in die andere Hand nahm, mit) hörte auch nicht wie die Bücher brummten: „Welch ein Glück, daß wir diese unangenehme Person los sind." Durch das ganze Haus ging die Reise, von Zimmer zu Zimnier. Ja, das tvar herrlich, der Papa hielt die Feder in der einen Hand und den Wachsstock in der anderen und leuchtete in alle Ecken hinein, aber er fand garnichts, so schön sauber war alles. „Halt", sagte er plötzlich, „ich glaube da liegt noch etwas". Rasch war der kleine Junge daneben und hielt die Tüte hin. Aber nein, es war nur ein kleines Stückchen Holz. Im selben Augenblick aber hatte die Feder auch die Tüte gesehen und nun kannte ihr Aerger keine Grenzen mehr. „Du" sagte sie zornig, „Dil kleines gewöhnliches Ding, was willst Du denn eigentlich hier. Was fällt Dir ein, mich auf meiner Reise zu begleiten?" „Ich habe dasselbe Recht wie-Du", sagte die Tüte, denn sie fühlte sich eben so wichtig, „wenn ich nicht da wäre, könnte man Dich überhaupt nicht gebrauchen". Wahrhaftig, die Feder wäre am liebsten umgekehrt, denn die ganze Reise war ihr verleidet. Aber das Schlimmste kam noch. Als der Papa mit seiner Arbeit fertig war, steckte er die Feder in die Tüte, band einen Bindfaden darum und hangle beide an einen Nagel. „Man muß nie so stolz sein", sagte die Tüte und die Feder tat vor Wut die ganze Nacht kein Auge zu. Am nächsten Morgen wurde das Chomez verbrannt. Im Garten wurde ein Feuer angezündet und die Kinder stellten sich rings herum und sahen zu. War das ein Vergnügen! Eins, zwei, drei war die Tüte verbrannt aber die Feder war nicht so behende. „Die Feder brennt abscheulich, sie riecht so", sagten die Kinder und hielten sich die Nase zu, „Papier brennt viel hübscher." Das mußte sie sich auch noch gefallen lassen, und sie war nur froh, daß die Bücher es nicht hörten, denn die hätten sie sicher ausgelacht. •nn Pefadifrage. Das erste diente den: jüdischen Haus Einstens zum frohen Festesschmaus. Die zweite im Pharaonenland Bereitet ward mit eiliger Hand. Und im Bunde ein dritter. Der schmeckt uns gar so bitter, Und rührt uns leicht zu Thränen — Alle die drei zu erwähnen In der ftohen Sedernacht, Ist uns zur heiligen Pflicht gemacht. tlebräifdies Rüffel. khre Blüte gar bald vergeht, Venn ein n in der Mitte steht,- Doch macht ihr einen n daraus, So findet Ihr'- in jedem Haus. Mit D es aber euch nennt Ein Fest, das heut' Ihr alle kennt. ♦ x-cn px? nps h'b n:a$rn mrus .n:nr: m ny2 --"nx ni: nSy: '"-n'n rase? npT’rr? nj;2B .npnapn i:-1?* 7N1N nrrS nrr: ins nrx p:h: ^s’37’ 2122 Bin?nxni fnsx m'trp nn nx^r 2njc 'n imBBn nrst ,2xnp rnpr nxi? nps ^62 n|2r pp; fpS -iTi'ns4: psnjr 2x "22 .pexnn :2xnp apnn njpPB £xTn2 no^rr nr.sr 22 sn: .nnnxn n-iB^xynp "’.B'SeiTp nx2n n:r2.. ^ppB Filrhne. Herrmann Berger. Der kvlttl. Erzählung von Ariedrich Rott. (Fortsetzung) euilleton. „Wer wird so reden, Alex, sind Sie denn ein Heide?" „Nein, ich bin kein Heide, ich bin vielmehr gläubiger Katholik und huldige als solcher selbstverständlich auch dem Marienkultus, darum sind wir doch übereingekommen, daß bei Ihrem Uebertritt die Madonna selbst Ihre Pache sein soll und Sie ihren Namen führen sollen." Bei diesen Worten des Barons glitt es wie ein Schatten über die sonst so klare Sttrn der schönen Frau. Er merkte es sofort. „Was ist Ihnen Malwine? — Sie haben Kummer gehabt." „Sie haben ein scharfes Auge, lieber Freund, ich habe seit wir uns gestern gesehen, schwere Stunden verbracht —" „Und ich war nicht da, das Schwere Ihnen tragen^ zu helfen! — Wie mich das schmerzt! wie mich das schmerzt! — Malwine," führ er fort, indem er sich neben sie setzte und den Arm um sie schlingend, sie an sich zog „ruhen Sie aus an meinem treuen Herzen, Las Ihnen so gerne jede trübe Minute ersparen möchte. Ach, wann wird es mir denn endlich vergönnt sein, öffentlich meine Rechte auf Sie geltend zu machen? — Dann, nur dann kann ich mein höchstes Recht geltend machen, Ihnen ein Hort zu sein in Kummer und Roth." Er wußte so innig überzeugend zu sprechen, Malwine schmiegte sich fester an seine treue Brust. „Alex, mein Alex!" „Meine Marie in op«, meine Himmelskönigin! — Aber nun beschwöre ich dich, Geliebte, telle mir mit, was geschehen, ist, damit meine Liebe Balsam träufle auf die noch nicht vernarbten Wunden." „Ja," erwiderte sie, tiefaufatmend, indem sie sich in seinen Armen aufrichtete und ihm voll in die dunkel flackernden Augen blickte „ich will dir alles Mitteilen, dazu war ich ohnehin entschlossen — Denn auch Du wirst einen Entschluß faffm müssen — hoffentlich wird er dir nicht allzuschwer werden." „Für dich wird mir nichts zu schwer, Ge-

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