Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 49 (1908)
- Issue
- Heft 16 (15.4.1908)
- Date
- 1908-04-15
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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d)e Wa r t Hiera ns y_* -- -q» Der INonkiimz Bon Dr. I. Wohlgemuth in Berlin. Daß der Monismus ein Thema von aktueller Bedeutung ist, das bedarf wohl nicht des Beweises. Wieder haben wir jetzt in Berlin ein Rededuell zwischen Vertretern des Monistenbundes und des Keplerbundes. Es widerstrebt uns aber, die durchaus an der Oberfläche bleibenden Auseinandersetzungen Plates, des Redners des Monistenbundes, hier wiederzugeben. Wir haben seine philosophische Vorbildung in den Artikeln über Pater Wasmanns Borträge genügend gekennzeichnet. Ebensowenig möchten wir heute auf eine Charakterisierung der Stellung eingehen, die die liberale Presse zu den Vorträgen von Plate und Reinke eingenommen. Wir müßtennur das noch einmal sagen, was wir sehr ausführlich s. Z. über die „Boss. Zeitung" bemerkt, daß nämlich der einseitigste und schlimmste Fanatismus der Fanatismus der Liberalen ist. Wir möchten heute auf eine krnste Publikation eingehen und über ein Buch referieren, das von den ephemeren literarischen Erscheinungen, die den Monismus zum Gegenstand haben, sich vorteilhaft abhebt. Es wird uns auch am besten Gelegenheit geben, auf die Kernftagen des Monismus näher einzugehen. Es hat zunächst den Vorzug, daß es das neueste größere Werk zu dieser Frage ist. Es ist 1908 erschienen. Es gehört ferner, wie gesagt, nicht der oberflächlichpopulären Literatur an, sondern tritt mit dem Anspruch auf, eine rein sachliche Auseinandersetzung zu geben. Es hält sich auch völlig fern von jeder heftigen und erbitterten Polemik, Und es kommt endlich eine Reihe von Autoren darin zu Worte, von denen ein jeder für ein bestimmtes Gebiet den Nachweis zu führen sucht, daß der Monismsts allein die beste Lösung aller Schwierigkeiten bietet, in den wichtigsten Fragen, die die Menschheit berühren. Der Titel des Buches lautet: „Der Monismus, dargestellt in Beiträgen seiner Vertreter"') Ein kleines Bild von der Vielseitigkeit des Inhalts gewinnen wir schon aus der einfachen Aufzählung der einzelnen Beiträge. Sie lauten: Arthur Drews, Die verschiedenen Arten des Monismus. W. von Schnehen, Monismus und Dualismus. L. Bech, Monismus und Individualismus. Otto Braun, Monismus und Ethik. Friedrich Strudel, Monismus Und Religion. Karl Wolf, Monismus und Kunst. Ehr. Schrempff, Monismus und Christentum. Max Dreßler, der Monismus des Gesetzes und das Ideal der Freiheit. Bruno Wille, Faustischer Monismus. ’) Der Monismus, dargestellt in Beiträgen seiner Bertteter. Band I Svstemati ches. Herausgegeben von Arthur Drews. Verlegt bei Eugen Diederichs, Jena 1908. Karl Paul Hasse, Parmenides. Sans Thoma, Die sechs Schöpfungstage, in solches Buch ist auch für die Gegner des Monismus von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Wir hören jetzt klar und deutlich aus berufenem Munde eine Darstellung des Monismus. Wir können uns ein Bild machen von dem Wesen der Theorie, von denr Werte, der dieser Theorie nach der Ueberzeugung ihrer Vertreter für das Leben des Einzelnen eignet und für die Kulturmächte, die in der Menschheit zur Entfaltung kommen. Das ist ein Gewinn. Denn Klarheit in den Ausführungen des Gegners erleichtert die Kritik. Freilich auf den ersten Augenblick erscheint das Buch als eine Gefahr. Als eine Gefahr, von unserem Standpunkt aus beurteilt, vom Standpunkt der Vertreter einer religiösen Weltanschauung. Mit dem Monismus eines Häckel wurde man leicht fertig. In den Augen der urteilslosen Masse oder der liberalen Zeitungsredakteure war er der bedeutende Naturphilosoph. Vor dem Forum der Sachverständigen war das Urteil über ihn als Philosophen längst entschieden. Es ist das in hunderten von Aufsätzen schon ausgesprochen worden, mit der größten Ausführlichkeit, der schneidendsten Schärfe und zugleich durchsichtigsten Klarheit in Adickes, des bekannten Kantforschers, größerer Schrift: „Kant contra Häckel", die bereits in zweiter Auflage erschienen ist. Hochinteressant ist es, daß das gleiche Urteil über täckel als' Philosoph auch in dem vorliegenden uch, also von waschechten Monisten, einstimmig ausgesprochen wird. Die drei ersten Verfasser, die den Monismus in seinem Verhältnis zu den philosophisches Streitfragen behandeln, begegnen sich alle in der Erklärung, daß mit Häckels Theorieen für den Monismus nichts anzufangen ist. Drews bemerkt über Häckel (S. 9 f.): Dieser Standpunkt sucht uns glauben zu machen, daß er das Problem gelöst habe, wie Materie und Seele eine Einheit bilden. Er entwirft eine „Stammesgeschichte der Seele", ja sogar eine „Keimesgeschichte" derselben und schildert mit der Miene höchster wissenschaftlicher Exaktheit, wie die Seele aus dem primitivsten, unbewußten Zustand der Atomseele sich durch die Stufen der organischen Wesen hindurch zu ihrer gegenwärtigen Höhe im Bewußtsein des homo sapiens entwickelt habe. Allein in Wahrheit tut er nichts, als daß er uns die Stufen der organischen Entwickelung aufzählt und die immer komplizierteren Molekularprozesje ans den verschiedenen Stufen unmittelbar für seelische Prozesse ausgiebt. Die unbestreitbare materielle Basis der Psyche wird hier nur einfach kritiklos mit der Psyche selbst identifiziert, das Protoplasma in „Psychoplasma" umgetauft und dessen Arbeit „Seele" genannt. Das Bewußtsein wird zu einer bloßen physiologischen „Funktion des Gehirns" herabgesetzt und dem „Substanzgesetze" unterworfen, das psychologische Problem in die Physiologie hineingezogen, und die Naturwissenschaft wird für diejenige Wissenschaft erklärt, die allein im Stande sei, wie alle übrigen „Welträtsel", so auch^llas Rätsel der Seele zu lösen. Das ist aber offenbar nichts anderes, als jener Standpunkt des Materialismus, dessen Unhaltbarkeit und Unzulänglichkeit die Vertreter der hylozoistischen Weltanschauung selbst nicht leugnen. Sie meiner:, über ihn hinausgelangt zu sein, und haben doch nur mit Worten gespielt, indem sie sich der psychologischen Aue drucksweise für physiologische und materielle Vorgänge bedient haben. Sie pochen auf ihre monistische Vereinigung von Materie und Geist — „die Materie kann nie ohne Geist, der Geist nie ohne Materie existieren" — und sind zu ihr doch nur dadurch gelangt, daß sie den naturwissenschaftlichen Gegensatz des Stoffes und der Kraft mit dem psychologischen Gegensätze der Materie und des Geistes oder aber der Seele verwechseln." Das läßt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Ebenso polemisieren auch Schnehen Seite 68—69, Veeh S. 106—108 gegen Häckel. Wir können ihre Ausführungen hier nicht wiedergeben. Für den Kundigen bedarf es auch keiner ferneren Beweise. Für jeden, der eine philosophische Bildung genossen, ist ein Anerkennen der naturphilosophischen Theorien in Häckels Schriften unmöglich. Um so ernster ist das vorliegende Buch zu nehmen. Eine Reihe von Mitarbeitern sind Männer von Namen, und der Herausgeber Arthur Drews eine Autorität. Sein Werk: „Die Religion als Selbstbewußtsein Gottes" ist eine bedeutsame und anerkannte Leistuftg. Sie alle treten mit Energie für den Monismus ein. Der Herausgeber sagt im Vorwort zum Gesamtwerke: „Die Gegner des Monismus jubeln neuerdings, daß der Monismus widerlegt und seine Rolle ausgespielt sei; sie haben hierbei nur eine einzige bestimmte Art des Monismus im Auge und triumphieren über die Abfertigung, die diesem von vielen Seiten zu teil geworden ist. Aus den vorliegenden Beiträgen können sie ersehen, daß der monistische Standpunkt auch noch ganz andere Auffassungsweisen zuläßt, als diejenige, die sie im Sinne haben, und daß der Monismus im Prinzip überhaupt nicht widerlegt werden kann, weil er unmittelbar in der Organisation des menschlichen Geisteslebens selbst begründet ist und ebenso die Voraussetzung wie oas Ziel aller wissenschaftlichen Erkenntnis darstellt." Darum nannte ich das Buch für den ersten Anschein eine Gefahr. Aber es ist es nur für den ersten Anschein. Ein näheres Eingehen wird uns zeigen, daß es sich im Monismus der neuesten Zeit um Probleme und Streitfragen handelt, die uralt sind, daß das Wort Monismus nur ein Sammelbegriff ist für eine Reihe von geistigen Bewc der % fundc Gewi trabii dem wie Erfol Erwk philo Grur Mon Hysil Recht desB Leser keine den i beige! über uns < Tatso dem ' durch diese Weltc Die * gehört noch gi gelöst Verties langt den ü interefs Schrift Schwic ilberau nach di ihren Aeßeru der Ei Willen Anscha der g hier dt Form diesem friedigt Die Ü D, der gÄ nommei der I« Wir kö im zwe nach de Große i Tinzeih biick fol kram al heute 1 absolut« der Da lebhaft Wissens, i> lickend iiehm gi De Labur» pttel 8 vierten