Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 49 (1908)
- Issue
- Heft 14 (2.4.1908)
- Date
- 1908-04-02
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 12. No. 14. Der Israelit. 2. April 1908 volle Leser und Käufer wünsche, lasse ich noch einige ergänzende Ben erkungen folgen, die sich mir bei der Durchftit ergeben haben. Maier Raudnitz (Nr. 24) vgl. Mtsch. 1881 p. 553. Abraham Visier (Nr. 30) war vermutlich der Sohn des 1695 verstorbenen R. Jtzig Rahles, Rabbiner in Lifsavgl. Lewin, Geschichte der Ju>n in Li a p. 176. Zu Mordechai b. Rüben (das.) vgl. Lewin ibid. p. 309. Der bei R. Bendit (Nr. 36) genannte Natan Heibyrn hatte einen Sohn Mosche, der zuerst in Gelnhausen und dann in Fulda Rabbiner war, wo er na b ruhmreichem Wirken 1777 starb. Zu Jakob Cleve (Nr. 41) vgl. Kaufmann-Freudenthal, Die Familie Gomperz p. 311 wo tas hier Mitgeteilte zur Ergänzung dienen kann. Das von Joseph Präger (Nr. 47) verfaßte ’D (p- 43) ist in Mtsch. 1887 p. 201 ff. abgedruckt. Zu Aron Emrich (Nr. 53) vgl. Kaufmann—Fi eudenthal l. c. S. 167 ff. Zu Jakob b. Jehuda Pferfen (Nr 61) vgl. Löwenstein, Blätter für jüd. Geschichte und Literatur i 37. Daß die Familie Trauv (Nr. 63) ihren Ursprung auf R. Jakob Weil in Nürnberg zurückführte, ersteht man auch aus einer Approbation des Würzburger Rabbiners Wolf Traub zu *nna mnno ruow r&nj- Jechrel Wallich (Nr. 69.) fehlt in der die Geschichte der Familie Wallich behandelnden Monographie von Schultze (Mtsch. 1905 p. 57 ff.) Zu Familie Schnapper (Nr. 77) vgl. Löwenstein, Kurpfalz p 252 n. 1. Hendel Bacharach (Nr. 95) war bis 1764 Borbeter in Bayreuth was in der Geschichte der dortigen Juden, on Eckstein nachzutraaen wäre. Bon Hirsch Janow (Nr. 97) findet sich eine Abhandlung am Schlüße des von seine " Schwieae, Vater Rafael Kohn herausge gebenen fron 2V) ( ltona 1792). Zu Rate Ellingen vgl. Löwenstein, Kurpsalz p. 172 n 2 und Grünfeld, zur Ge chichte der Juden in Bingen p. 30er starb am 4. Elul (14. August 1839 in Bingen. Zur Familie Katzenellenbogen (P. 110) vgl. Löwenstein Kurpfalz p. 240 und 322. Einen Nachruf für Salomon Weinheini (Nr. 114) enthält der treue Z onswächter V, 351 (Weinheim liegt nicht im Elsaß, sondern in Baden). Bon Mo che Mendelssohn (Nr. 117 efitzt Referent noch Originalbriefe in tlasstschem hebräischen Stil. Schemaja Halevi (Nr. 131) genoß seinen ersten talmudischen Unterricht bei Rabbiner Löwenstein in Gail ngen, dem Verfasser des m)i1I9 m)2D- L. Ueber Masierrjuggeftron und psychische Epidemien von Prof. Dr. Gudden, München. Verlag von Otto Gmelin. Der unter obigem Titel in B'vschürenform erschienene Bortraa des Herrn Prof. Gudden, wird nicht verfehlen, die Aufmer samkeit weiter Kreise auf sich ztl ziehen. Unsere Geschichte ist mit solchen psychischen Epidemien trauer Art zu eng verknüpft, als daß wir nicht für ihre Entstehung und Bewe tung das > rößte Jntereffe haben müßten. In ihrer Unabwendbarkeit und Wirkung sind be den furchtbarsten elemenra en Kataftrop en vergleichbar, ö:e allen menschlichen Gesetzen entrückt sind. Das Büchlein bietet eine Reihe hochinteressanter Bele rungen die auch der jüdischen Lebensauffassung nicht fremd sind. Funktionen der Vereine □'icri 81211 /D^in Dp2 Vttmp 812N nvjpis onw 8«rnp 812m zu Halberstadt. Die Vorschriften über die Funktionen des V^VQI 12)71 von den idd D)^D2 gewidmeten Vereinen der Gemeinde Halberstadt schließen sich unter Wahrung lokaler Eigentümlichkeiten im wesentlichen dem auf diesem Gebiet vorhandenen Material an. Sie übertreffen es in Bezug auf die Behandlung weiblicher Toten sowie durch den Wink, daß niemand, der sich eine Verletzung zugezogen hat, den Toten berühren solle - diese Mahnung tu mit Rücksicht auf das Gebot D2VWD2^> ON1I2V2) sehr beachtenswert. Die mit Fleiß und Hingebung gearbeitete Broschüre ist besonders verdienstlich, weil sie anderen die keine feststehende Ordnung der 8V1p 812N^Funktionen haben, als Muster und Anleitung dienen kann. 1^,12 118 von Moses Samuel Glasner, Rabbiner in Klausenburg. Selbstverlag. Ein ausgezeichnetes Merkchen, das scharfsinnig geschrieben nie das Endziel aus den Augen läßt und überall aus den scheinbar kompliziertesten Abhandlungen eine reine klare Entscheidung über irgend eine aktuelle religiöse Frage zu gewinnen weiß. Das Werk wird Gelehrten, die sich mir halachischen Fra. en zu befassen haben, unschätzbare Dienste leisten und ist ihnen sehr zu empfehlen. Sch. Extgttiseht Mi§ce«len. In Nr. 12 des „Israelit" wird auf eine Schwierigkeit im Buche Esiher V. 5. K. 7 hingewiesen, die sich aus der Entrüstung des Königs über den Vernichtung^ plan gegen dieJuden ergie t, nachdem doch dieser selbst Hamnn die erbetene Genehmigung rückhaltslos erteilt hatte. In einer Abhandlung „das Buch Esther im Li te des Talmuds und Midrasch" im .Israelit" (44. Jahrgang, Nov. 19 und 20) habe im nackzuwe sen versucht, daß es dem Könige tatsächlich unbekannt war, daß der Mordanschlag, den Juden galt. Hat doch Haman in seiner Anklage nichts weiter gesagt als „Es giebt ein B»lk, zerstreut und abgesondert in örinem Reiche — ohne daffeloe namhaft zu machen. Er halte allerdings allen Grund zu ver chweigen, daß er die Juden damit meine, weil er mit Recht jü chte e, wenig Gegenliebe beim König damit zu finden. Hat doch e>st kurz vorher der Jude Morde chai durch die Vereitelung des Mordanstlags gegen den König von der Königstreue seiner Glaubensgenossen den glänzendsten Beweis geliefert. Daher auch die Ueberraschung > nd Entrüstung, die die Mitteilung Esthers bei Ahaswerosch heivorrufen mußte. Rabb. Nischkowsky, Wongrowitz. kingegangene »Scher. (Besprechung Vorbehalten) Sexitalethik und Sexualpädagogik von Dr. Fr. W. Förster. (Verlag von Joseph Kösel, München.) Georg Chr. Lichtenberg. Satiren, Fragmente, Briefe von Wilhelm Herzog. (Verlag C. Diebe rich, Jena.) ^81W n)^nn* ^olo und Chorgesänge für Synagogen von M. Cohen-Linaon. iL.ipzig, W. Kaufmann.) rrayn pts^il pte, Heft I tvon lE. Ben Jehuda. Jerusalem. (Berlin, Langenscheidt.) Altjüdische Sprache, Metrik und Lunartheosophie von B. Marr. (Dux, K. Sch ein th an er.) Der Ewige mein Panier von Arnold Kalischer (Brislau, Körbnersche Buchhandlung.) Reise in das moderne Mexiko von MLetze Diener. (Wien, A. Hartleben.) Der Teich Bethesda zu Jerusalem von Dr. Carl Mo m e rt, (Leipzig, H a b er la nd.) Schemaja. ein zionistisches Bild von Dr. G. D. Tyr ka. (Dresden, Grum b kow 1907.) Raees and Jmmigrauts iu Amerika, by John- R - Commons. (New-:hork, The Macmillan Company 1907.) Modernismus und Judentum. Eine Apologie von Dr. Heinrich Leo Hirsch. (Leipzig, Wilhelm Braunmüller 1908.) Moses. Bühnendichtung in 5Akten von CarlHauptmann. 'München, Georg Callwey) ver €»kel. Erzählung von Friedrich Rott. (Fortsetzung) euilleton. Der Baron wußte gut zu erzählen, namentlich war er bekannt wegen seiner geradezu packendeit Naturschilderungen. Nur gab es Leute, die behaupteten, daß er die Schöpfungswunder, die er in solch unvergleichlicher Weise zu schildern wußte, nicht mit eigenen Augen gesehen, sondern guten Reisebeschrerbungen entnommen hatte. Das konnte übrigens den Zuhörern vollständig gleichgiltig sein. Edwin hätte ihm Stunden zuhören können, aber Clementine duldete es nicht allzulange und als gehorsamer Neffe mußte er ihrer Aufforderung entsprechen, und sie auf ihren Streiszügen weiter hinein in die Waldungen begleiten. Die beiden zurückbleibenden vermißten die Kinder nicht. Bon diesem Tage an war Baron Brandow Malwinens täglicher Frühslücksgast im Walde, und täglich blieb er dort bis nach dem Mittagsläuten. Das waren für beide Teile köstliche genußreiche Stunden. Denn wenn der Baron es auch in erster Linie auf die Schröderschen Millionen abgesehen hatte, so war Malwine doch auch eine faszinierend schöne Frau, die zu denen gehörte, die am Ende der Zwanziger noch schöner sind als am Anfang derselben und wohl imstande, leidenschaftliche Gefühle einzuflößen, auch ohne Hinblick auf ihr Geld. Und wenn der Baron sich auch in seiner änße.en Erscheinung in keiner Weise mit ihrem verstorbenen Gatten messen konnte, so imponierte ihr, abgesehen von seinem uralten Adel, auch sein interessantes, wenn auch blasiertes Aeußere, sein vollständig farbloses Gesicht mit dem tiefschwarzen Schnurrbart und Augenbraunen und den häufig zwar etwas müdeu aber doch großen schwarzen Augen. Auch seine llnterhaltung fand sie überaus anziehend. Nur am Sonntag ließ er sich selten blicken, nur hin und wieder auf einige Minuten. Einmal hatte er Edwin ersucht, ihn seinem Großvater Schröder vorzustellen und er hatte sich redlich bemüht, dem alten Herrn zu gefallen, aber das war ihnr nicht gelungen, denn dem alten Schröder war der Ruf seines langjährigen Gutsnachbarn nur allzu bekannt. Gern hätte er seine Tochter ausgefordert, den Baron nicht allzu oft zu empfangen, aber er kannte sie, wußte, daß er durch eine derartige Warnung leicht das Gegenteil von dem hätte erreichen können, was er erzielen wollte. *- s * * Der Sommer neigte sich zu Ende, die Tage wurden kürzer, die Dämmerung-hMch von Tag zu Tag früher herein. Das war für das gesellschaftliche Leben in der Billa Edwin nicht vom Vorteil. Zwar war es auch abends in den schönen hell erleuchteten Räumen Überaus traulich, aber die meisten der fremden Besucher zogen es doch vor, den Heimweg nicht in dem früh hereinbrechenden Dunkel zurückzulegen. Auch das Frühstücken im Walde mußte bereits aufgegeben werden, zum Gehen war die Witterung freilich noch sehr angenehm aber zum Sitzen im Freien war es morgens und abends doch zu kühl. Gotthold hatte gewünscht, daß seine Angehörigen zu dem herannahenden Neujahrsfeste wieder ihre Stadtwohnung beziehen sollten, aber Malwine erklärte um ihres Knaben willen, so lange als möglich in der Billa bleiben zu wollen. Da' aber die Eltern während des Festes ihr Töchterchen nicht missen wollten, mußte Clementine schon Tags zuvor nach Hause. Dadurch fühlte sich Edwin sehr vereinsamt, denn seine Mutter, so angeregt und anregend sie sich in Gesellschaft zu unterhalten wußte, allein mit ihrem Kinde gebrach es ihr stets an Stoff. Doch in diesen stillen Tagen bewährte sich Baron Brandow wie Malwine sich ausdrückte, als echter Freund. So oft er die Bewohner der Villa allein wußte, war er bei ihnen, und wußte sie trefflich zu unterhalten, auch den Knaben. Für Malwine waren daher grade diese Tage die allerschönsten. Als bald darauf jedoch echtes Herbstwetter eintrat, wilde Stürme die Villa umbrausten und heulend durch die Wälder fuhren, da fand sie den Aufenthalt draußen zwar auch noch romantisch, wunderbar schön. Aber der Sanitätsrat tat einen Machtipruch, der zarte Knabe mußte zurück in die Stadt und die Mutter selbstverständlich mit ihm. Aber ihr treuer Freund hatte ihr heilige Eide geschworen, daß er sie fleißig besuchen werde, wo immer sie sein würde. Darauf baute sie, sonst hätte sie den Abschied schwerlich überstehen können. Edwin besuchte nun wieder die Schule. Am Beginn des vorigen Semesters war sein Name nnter denen genannt worden, die in eine höhere Klaffe versetzt worden waren. Da er jedoch volle sieben Monate sich mit den in der Schule genommenen Gegenständen nicht hatte befassen dürfen ÜÜ Ütii MM,