Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 49 (1908)
- Issue
- Heft 12 (19.3.1908)
- Date
- 1908-03-19
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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UHfi cf)e\X/art iiTerai;is Israel in Aegypten. Von Rabbiner Dr. A. Cohn in Bafel. (Schluß.) Aus dieser Eingabe erfahren wir die Tatsache, daß es in Elesantine ein uraltes jüdisches Heiligtum gegeben hat, das unserem Gotte geweiht war und in dem entgegen der bekannten Vorschrift der Thora V. B. M. Kap. 12, Vers 13 ff und III. Kap. 17, 2 ff. „Speiseopfer, Weihrauchopfer und Brandopfer" dargebracht wurden!? Die jüdische Gemeinde in E. muß sehr bedeutend gewesen sein. Denn klein war der Tempel nicht. Fünf Tore aus behauenen Steinen, vielleicht entsprechend den fünf Toren, die nach Midoth I 3 den Eingang zum Tempelberg eröffneten, deren Türen sich in ehernen Angeln drehten, führten in das Innere. Die Täfelung war aus Cedernholz, das, weil es von weither gebracht wurde, besonders kostbar war. Im Tempel befanden sich steinerne Säulen und Opse^schalen von Silber und Gold. Man sieht, wie die Juden, die, wenn wir von der früher erwähnten Mitgift des Miftachire einen Schluß ziehen dürfen, nicht sehr vermögend waren, .für das Heiligtum ihres Gottes aber freigebig gewesen sind. Dieses Heiligtum nun war im Jahre 911 — drei Jahre vor der Bittschrift von den Priestern des Gottes Chnub (ambis, in Abwesenheit des persischen Statthalter otritf (Arsares) mit Unterstützung eines hohen Würdenträgers Namens zerstört und demoliert, das Holz verbrannt, die Opferschale geraubt worden. Es war eine kleine Judenverfolgung, bei der die Juden, die gewiß nicht gleichgültig der Verwüstung des Heiligtums zuschauten,' zum Mindesten Angst und Schrecken, wenn nichts Schlimmeres ausgestanden haben. Allerdings wurden die Tempelschänder von dem persischen Statthalter strei g bestraft. Aber die Erlaubnis zum Wiederaufbau scheint den Juden verweigert worden zu sein. Darum wenden sie sich an den persischen Satrapen Bagoas mit ihrem Bittgesuch, er möchte ihnen gestatten, ihr in Trümmern liegendes Heiligtum aufs Neue zu errichten. „Seitdem nun der Tempel zerstört ist", rufen sie aus, „sind unsere Frauen geworden wie eine Witwe. Wir haben uns nicht mehr mit Oel gesalbt, »roch Wein getrunken, nnd Fasten und Trauer hat nicht aufgehört." Gleich nach der Zerstörung ihres Tempels, so bemerken die Briefschreiber, haben sie ein ähnliches Gesuch außer an Bagoas auch an Jochanan den Hohenpriester und an die Familienhäupter in Jerusalem gerichtet, sind aber ohne jede Antwort geblieben. Nunmehr erneuern sie ihre Bitte und haben zugleich die Fürsprache des Belajah und des Schelemjah der Söhne des Sanballat, des Statthalters von Samaria, erbeten. Das dritte Dokument enthält nun die Antwort, welche der persische Würdenträger auf das Gesuch der Juden erteilt hat. In der Hauptsache wird ihre Bitte erfüllt, und sie dürfen ihr Heiligtum wieder erbauen, und darin Speiseopfer und Weihrauch darbringen. Hiernach scheint ihnen Brand- und Schlachtopfer verboten worden zu sein, mit Rücksicht auf die Priester des widderköpfigen Gottes Chnub, denn ein Gräuel war es in den Augen der Priester, wenn die ihrem Gotte geweihten Tiere geschlachtet wurden j und diese Tieropfer waren vielleicht die Ursache zur Zerstörung des jüdischen Heiligtums durch fanatische aegyptische Priester. Die erste naheliegende Frage ist die, aus welcher Zeit stammt das jüdische Heiligtum in Elephantine, welches durch seine Opfer außerhalb der Gott geweihten Tempelstätte in Jerusalem so augenfällig dem jüdischen Gesetze widersprach? In der Eingabe selbst wird zur Empfehlung des Gesuches darauf aufmerksam gemacht, Kambyses, der König' von Persien habe das jüdische Heiligtum geschont, während er die aegyptischen Tempel zerstört hätte. Auch aus anderen Geschichtsquellen wissen wir, daß Kambhses den Apis-Stier getötet und daß er dem aegyptischen Kultus feindlich gesinnt gewesen ist. Wenn er den Juden gegenüber sich freundlich benommen, so hat er nur pietätvoll die Traditionen seines großen Vaters Cyrus gepflegt, derben Juden die Rückkehr in ihr Heimatland ermöglichte und der für die jüdische Religion vielleicht darum Sympathie empfand, weil den Persern, die nur an zwei Gottheiten glaubten, einen Gott des Lichtes und einen Gott der Finsternis, der Monotheismus der Juden viel näher stand als die Vielgötterei der andern Völker. Kambyses hat von 529—522. regiert. Der Tempel in Elephantine muß also vor dieser Zeit gegründet worden sein, er ist jedenfalls vor dem zweiten Tempel in Jerusalem, der im Adar 516 eingeweiht wurde, erbaut worden. Jeremias Kap. XXXXI1 erzählt von den Juden, die nach der Zerstörung Jerusalems seiner Mahnung und Verständigung entgegen, nach Aegypten eingewandert sind. Sollte die jüdische Kolonie in Elephantine von diesen freiwilligen Exulanten begründet worden sein? Ju diesem Fall dürfte das jüdische Heiligtum nicht lange nach der Zerstörung Jerusalems im Jahre 586 und während der Tempel noch in Trümmern lag gegründet worden sein. Dieser Umstand ist von Wichtigkeit. Die Bibelkritiker, allen voran Nöldecke, sehen nämlich in dem Bestehen des Tempels von Elephantine, der dem biblischen Gesetz Deuteronomium jKap. XII, 13 ff.j und Leviticus [c 17, 2] widerspricht, eine Bestätigung ihrer Behauptung, daß das Deuteronomium erst aus der Zeit des Esra stamme, damals also noch keine Gültigkeit gehabt habe. Wie hätten denn sonst Juden, die an ihrem Glauben hingen, es wagen können, in einem so wesentlichen Punkte den Gesetzen der Thora zuwider zu handeln. Nöldecke sieht sogar in diesem Beweis für das Axiom der späteren Abfassung-des Deuteronomiums das Wesentlichste an den neugefundenen Dokumenten. Aber mit Recht hat Prof. Dr. H. Müller in der Wiener Zeitschrift für die Kunde, dbs Morgenlandes (Bd. 21, Heft 4) diese Beweise widerlegt. Zur Zeit der Makkabäerkämpfe hat nämlich ungefähr um das Jahr 116 vor unserer Zeitrechnung, zu einer Zeit, wo das Deuteronomium selbst nach der Ansicht des Bibelkritikers schon 3 Jahrhunderte alt und den Juden in Fleisch und Blut übergegangen war, Önias, der Sohn des Hohenpriesters in Leontopolis in Egypten in jüdisches Heiligtum errichtet, das dein in Jerusalem befindlichen genau nachgebildet war und welches 2 Jahrhunderte lang einen religiösen Mittelpunkt für die Juden in Egypten bildete. Wie aus der Mischnah (Menachoth XIII, 10) hervorgeht, sind die leitenden Kreise des Judentums gegen diesen Tempel und die Priester, die dort fungierten, nicht allzu strenge vorgegangen, weil dieser Onias-Tempel in einer Zeit gegründet wurde, als die Hellenisten, die in Jerusalem herrschten, den Tempel entweiht und im Allerheiligsten ein Götzenbild ausgestellt haben. Auch der Tempel in Elephantine scheint zu einer Zeit entstanden zu sein, als der Tempel in Jerusalem in Trümmern lag und viele an seinem Wiederaufbau verzweifelten. Dieser Umstand entschuldigt die Abweichung vom Gesetze zwar nicht, macht sieaber erklärlich. Nun wird es uns auch klar, warum der Hohepriester Jochanan und die Aeltesten in Jerusalem den Hilferuf der Juden in Elephantine, ihnen zum Aufbau ihres Tempels behilflich zu sein, unbeantwortet ließen. Nach dem Gesetze der Thora war das Opfer in jenem Tempel eine Versündigung. Der Hohepriester und die Gesetzestreuen konnten nicht die Hand zu der Uebertretung eines heiligen Gebotes bieten. So erklärt es sich auch, daß die Juden von Elephantine sich an die Söhne des Sanballat, des Statthalters von Samaria wanden, der zur Zeit der Dokumente wahrscheinlich schon gestorben war. Sanballat ist uns aus dem Buch Nehemias als Feind des jüdischen Volkes bekannt. Die Angaben des Josephus, der ihn zu einem Zeitgenoffen Alexanders des Großen stempelt, sind nunmehr als falsch widerlegt. Die Samaritaner, die eine Art Halbjuden waren, und darum vom jüdischen Volke nicht ausgenommen wurden, hatten aus dem Berg Gerisim einen Tempel gegründet, der ihnen denjenigen von Jerusalem ersetzen sollte. — Die gegenseitige Sympathie der Juden in Elephantine und der Samaritaner ist daher wohl begreiflich, und so ist es verständlich, daß der Sohn Sanballats sich ihrer annahm. T einiger hatte, vorwe, Druck! gewalt Delegi beleibt verän! verkür Theoli ,,nichts brauch sich v usw. jüdisch Mädch Fuder und fi Tischt Ideen stehe l Eindr Zeugr Unge» und a danke» behau! die F tution der B jenige Refev Frage mit R durch, die i über i wie o ihren B.orw ist vo> herzig von £ sofern beschr, Mädck nannt Anti 6 gelehr Buche sahrui rach a das st über i Büchll r judeni iührer leicht könne» wir n Punkt ist. G