Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 49 (1908)
- Issue
- Heft 12 (19.3.1908)
- Date
- 1908-03-19
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Mr. 12. Sette 8. 19. März 1*0*. @elfentirdten, 5. März. Die Stadtverordneten bewilligten 33860 M. für den Bauplatz' des neuen Bakteriologischen Instituts, 137300 M. für den neuen kommunalen Westfriedhos. Sie beschloffen in die zu errichtende Schuldeputation zwei evangelische und zwei katholische Rektoren und außerdem einen J-raeliten zu wühlen, Eydtkuhnen, 8. März. Donnerstag Abend brannten in Wirbailen beim Besitzer und Borstenhändler Jubel O konowSky zwei Wohnhäuser, sowie Stalle und Scheunen ab. Der Schaden beträgt ca. 10.000 Rubel. Eschwege, 15. März Im israelitischen Lehrerseminar fand Dienstag die mündliche Prüfung unter Vorsitz des Provinzialschulrats Dr. Otto und Schulrat- Dr. Potiermann statt. Der Prüfung unterzogen sich 7 Kandidaten, welche sämtlich bestanden. Winnipeg, 15. März. Die Tagesblätter bringen die seltsame Kunde, baß am vergangenen Sonntag die Schaare-Schomaim-Synagoge während eines Trauungsaktes von Polizeibeamten geschloffen wurde mit der Begründung, daß nach dem Sonntagsruhegesetze jede Arbeit, also auch die Vollziehung einer Trauung, untersagt sei. Dieser originelle Einfall bildet baS Tagesgespräch unserer Stadt, zumal es sich um eine Trauung aus Kreisen der höchsten Gesellschaft handelte und die Synagoge von Festgästen überfüllt war. Es ist selbstverständlich, daß es bei einer so törichten Gesetzes-AuSlegung unmöglich bleiben kann. Qereinswesen. Frankfurt a. M., 15. März. Ueber das jetzt so aktuell gewordene Thema: „Die Ausgrabungen in Elephantine", sprach vor kurzem im hiesigen Nachlathzwiverein Herr Provinzialrabviner Dr.Htrschfeld aus Gießen in so eingehender und eindrucksvoller Weise, daß wir bei dem jetzt allenthalben ausgebrochenen Streit über die neuentdeckten Papyri, oft seine lichtvollen Erläuterungen uns inS Gedächtnis zurückrufen,, um der Sache mit Jntereffe und Verständnis zu folgen. Wie es der Redner verstand, alle einschlägigen Bibel- und Talmudstellen, die auf dm Oniastempel shindeuten, anzuführen und sie alle zu 'einem Material zusammenzufügen, das alle falsche Schlüffe von vorneherein unmöglich macht, (siehe Frankfurter Zeitung Nr. 71), so gelang es ihm auch, durch packende Sprache und lebendige Darstellung, alle Anwesendm von Anfang bis zu Ende zu feffeln und bei ihnen für das etwas altersgraue Thema das wärmste Jntereffe zu erwecken. Wir hoffen noch gelegentlich auf dm bedeutungsvollen Inhalt des Bortrages zurückzufOllUHEll. Si«ttffll*t(t. M., 19. März. Die gestern Abend in den.Räumen der „Frankfurter Loge" stattgefundene Purimfeier darf als Ehrenblatt in die Vereinschronik des „Nachlaß Zewi" eingereiht werden. Es war ein prächtiges, in allen Teilen wohlgelungenes Fest, dessen Nachklänge noch lange in unserer Erinnerung bletven werben. Was der kluge gelehrte Charbona dem grübelnoen Achafchwerosch aus dem Kapitel ^Frankfurt" der persischen Chronik vorlas, traf oft den Nagel auf den Kopf und gab manchem Anwesenden, den es anging, zu denken. Herr Oberkantor Peffachowitsch trug in bekannter Meisterschaft einige Jargonlieder vor und zeigte, welche bezaubernd hinreißende Gewalt in jenen elegischen aus der jüdischen Volksseele herauSgesungenen Ghettoweisen liegt. Die Lieblichen Mädchengestalten, die Borkämpferinnen deS neum Frauenvereins, trugen nicht wenig zur Stei- Serung der Feststimmung bei. Ebenso die lieben derbm tiroler Holzhackerbua', die so manches aus unserem Kehillaleben mit ihre., Beilen kleinhackten. Die Gesangsvorträge und Spiele des zweiten Teiles reihten sich dmm des ersten Teiles würdig an. Homburg v. d. H, 10. März. Der Rechenschaftsbericht des „Israelitischen Holzvereins und des Vereins zur Ausstattung israelitischer Mädchen zu Homburg v. b. Höhe" bringt, einen Festesgruß, da er mit dem 3. März 1908 sein neunzigjähriges Bestehen vollendet. Damals als noch in der alten trauten L tube das Holz als Heizmaterial allein herrschmb war, konstituierte fich dieser Verein und stiftete Segen während 9 Jahrzehnte hindurch. Das Holz wurde längst von der Kohle verdrängt, doch der Verein änderte seinen licbgewonnenen Ramm nicht und rergrößerte dm KreiS seiner Wirksamkeit in dem Maße, wie sich auch die Zahl seiner Gönner und Förderer vermehrte. Neben dem Zwecke, bedürftige Mitglieder mit Brmnmaterial zu versorgen, ließ sich der Deren auch angelegen sein, nach seinen Mitteln arme Bräute auszustatten. Auch darin hat der Verein den Wandlungen der Zeitm tapfer standgehalten, so wurden auch im Jahre 1907 an drei Bräute insgesamt 3500 Mk. Mitgift ausgezahlt. Was der Verein in dm 90 Jahrm seiner Tätigkeit geleistet hat, läßt sich ziffermäßig kaum mehr angeven, aber ein Rückblick auf die letzten 10—20 Jahre beweist schon, daß er unaufhörlich seiner Aufgabe getreu gebliebm. ES ist unmöglich, diesen Rückblick zu schließen, ohne deS Mannes zu gedenken, der den Verein in neue Bahnen geleitet und zu erhöhter Wirksamkeit geführt hat, Louis Lehmann s. A. Durch seine schlichte, innige Frömmigkeit, die mit der strengsten Einhaltung deS GotteSgesetzee, die größte persönliche Milde gegm Andersdmkende verband, gewann er die Sympathie aller, die in seine Nähe tratm. Und diese Sympathien, er benutzte sie, um seinem geliebtm Verein immer neue Gönner und Freunde zuzuführen, so daß die heutige Blüte deS Vereins, zum großm Teil als sein Werk betrachtet werdm muß. So wird denn auch, so lange der Verein besteht und gedeiht, sein Name unvergessen sein. /«olv»ach, 16 März. Rach einer zündendm Rede de» Herrn Louis Sahn aus Frankfurt a. M. wurde in unserer Gemeinde eine Ortsgruppe deS „BerbandeS der _Der Israelit. Sabbathfreunde" gegründet. Auch sämtliche Mitglieder der benachbarten Gemeinde HSsbach traten dem Vereine bet. Berlin, 12. März. Nach achtjährigem alltäglichen . Studium feierte die „«daß Jisroel" am 10. b. einen Sijium über ganz Mischnajot. Mehr als zweihundert Teilnehmer fanden fich zu dieser Feier in den ophtensälen" zusammen. Nach dem Vortrag der letzten Mtschnah durch Herrn Rabbiner Dr. Munk und der Erklärung der ersten Mischnah Berachot durch Herrn Rektor Dr. Hoffmann, begann der gesellige Teil des Festes, der bis zur vorgerückten Nachtstunde anhielt. Herrliche Reden hielten Professor Berliner, Dr. Munk, Dr. M. Hildesheimer, Rektor Dr. Hoffman« und der als Gast anwesende Herr Oberrabbiner Hirsch. Herr Dr. Hirsch Hildesheimer, gab in Versen dem Wunsche Ausdruck, daß Thorgeist und Thorastudium allezeit in der Adaß Israel lebendig bleiben mögen. Eine Reihe von vortrefflichen hebräischen und deutschen Tischliedern steigerte die Festesfreude. Die Veranstaltung wird allen Teilnehmern unvergeßlich bleiben. Berlin, 16. März. Im Anschluß an den in der vorigen Nummer veröffentlichten Bericht der „Bereinigung Jüdischer^Akademiker" zu Berlin (im „Bunde Jüdischer Akademiker") sei hierdurch noch das Ergebnis der Borstandswahlen für bas Sommer-Semester 1906 mitgeteilt. Es wurden folgende Herren gewählt: zum 1. Vorsitzenden cand. Math. Max Munkzum 2. Vorsitzenden Dr. Phil. Meier Hildesheimerzum 1. Sckriftführer stud. chem. Willy Halberstadt: zum 2. Schriftführer stud. Phil. Hartwig Carlebach - zum Kassenwart stud. med. Ivan Haarburger. Der Schriftführer Herr stud. chem. W. Halber st adt (BerliinLV/. 19, Lindenstraße 60—61) ist gern bereit, gesetzeslreuen Kommilitonen über die Ziele und die Tätigkeit der B. I. A., Über das Studium in Berlin rc. Auskunft zu erteilen. Berlin, 10. März. Heute fand wie alljährlich die ordentliche Generalversammlung des „Israelitischen Fortbildungsvereins Montefiore" statt. Die überaus rege Beteiligung lieferte einen neuen Beweis für das Interesse, dessen fich der Verein in weiten Kreisen zu erfreuen hat. Nach Eröffnung der Versammlung gab der Vorsitzende an der Hand des gedruckt vorliegenden Jahresberichtes einen Ueberblick über das abgelanfene Bereinsjahr. Als besonders bemerkenswert sei nochmals die bedeutende Ver größerung der Bereinsräume und die Einrichtung neuer Schiurim erwähnt. Dem Bericht des Vorstandes schloß sich unter starker Beteiligung der Mitglieder eine lebhafte Diskussion an, die dem neuen Vorstände eine Fülle von Wünschen und Anregungen brachte. Den Schluß der Versammlung bildeten die Neuwahlen des Vorstandes. Auch daS Jahr 1907/08 hat von neuem gezeigt, daß der Montefiore-Berein ein Faktor im Leben der gesetzestreuen jüdischen Jugend Berlins geworden ist, und wir wünschen ihm von Herzen auch für das kommende Jahr den vollsten Erfolg für seine Ziele und Bestrebungen. Kassel, 4. März. Im „Hessischen Geschichtsverein" dahier sprach letzten Montag vor einem sehr zahlreichen Publikum Herr Lehrer Horwitz über die „Geschichte der Hofjuden in Hessen." Bon den Kämpfen der Juden in Deutschland um ihre gesetzliche Gleichstellung ausgehend, schilderte der Redner die eigentümliche Stellung der Hosjuden. Ihre den Landesfürsten geleisteten Dienste galten nicht allein der Hofgesellschaft zur Besorgung von Edeliieinen, kostbaren Seidenstoffen usw., sondern fie schafften auch die Kapitalien an, die zur Kriegführung nötig waren, versorgten die Armeen mit Proviant und waren auch in diplomatischen Diensten tätig. Der älteste, der Hofsaktor Benedikt Goldschmidt, der aus Frankfurt stammte und 1642 starb, gehört noch in die Zeit deS Landgrafen Moritz. Ein weiterer Hoffaktor war Abraham David,, der 1711 den Schutzbrtef für Kassel erhieltes folgen die Gebrüder Moses und Sußmann Abraham, Baruch Holländer, David Feidel, Sußmann Hertz, Joseph Levh und Wolf Bretdenbach. Der Vortrag war reich an historischem Material, das der sympathische Redner'' sehr lebensvoll und feffelnd darzubieten verstand und bildete den Glanzpunkt des an noch anderen intereffanten Darbietungen reichen Untcrhaltungsabends. Würzburg, 5. März. Ein israelitisches Kinderheim für Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren soll hier ins Leben gerufen werden. Als Lehrerin ist Fräulein Stern von Stuttgart, die den dortigen Fröbelschen Kindergarten besuchte, in Aussicht genommen. Pr. g, 5. März. Der „Verein für israelitische Ferienkolonien" beschloß in seiner letzten Ausschußfitzung anläßlich des 60jährtgen Regterungsjubiläums des Kaisers dem Fondsvermögen des Vereines 2000 K. zu entnehmen, sie separat zu verwalten und als Stammkapital eines in späterer Zeit zu errichtenden Ferienheims zu verwenden. Basel, 5. März. Das jüdische Spital, dessen Präsident Herr I. Dreysus-Strauß und dessen AnstaltSarzt Herr Dr. E. Wormser ist, versendet seinen ersten Jahresbericht. Daß das Spital einem Bedürfnis entspricht, hat sich schon in diesem erste Jahre seiner Tätigkeit gezeigt. 53 Patienten, davon 9 in der 1. und 2. Klaffe, wurden ve»pflegt. 14 große Operationen wurden ausgeführt, an denen außer dem Anstaltsarzt 9 Aerzte und Professoren beteiligt waren. ES ist zu wünschen, baß die segensreich wirkende Anstalt, in der zur Zeit acht Patienten verpflegt werden, und die noch finanziell zu kämpfen hat, allseitig reiche Unterstützung findet. Basel, 15. März. Der Bericht der VerwaltungSkommisston des schweizerischen israelitischen Waisenhauses in Basel pro 1907 ist erschienen und den Mitgliedern zugegangen. Die Anstalt, die vom Phllantropen DretfuS- Neumann sel. in Basel anno 1908 gegründet wurde, hat schon in den erst«! fünf Jahrm ihres BestchenS diel Gutes gestiftet und fich als Segen für die ihrem Schutze anbefohlenen armen Waffmkinder erwiesen. Die Zahlen deS Berichtes beweisen, wie groß und warm das Jntereffe ist, das von allen Kreisen der schweizerischen Judenhett dieser Wohltätigkeitsinstitution entgegengebracht wird. Die ordentlichen Mitgliederbeiträge ergabm im Berichtsjahre die Summe von 12611 Frcs., während die außerordentlichen Spenden von Gönnern sich auf 6000 FrcS. beliefen. Die Anstalt zählt zurzeit 19 Zöglinge, neun Mädchen und zehn Knaben, von denen drei aus Rußland find. Die Kinder werden von den Hauseltern Herrn HaaS und Frau mit großem Geschicke und aufopfernder Liebe erzogen und zu tüchtige« Menschen wie guten Juden herangebildet. Auch der Vorstand und der Rabbiner der Gemeinde Basel find eifrig bemüht, den armen Waisenkindern die denkbar kräftigste materielle und ideelle Hilfe angedeihen zu lassen. Die Verwaltungskommisston hat es auch dieses Jahr erreicht, daß Basel, ja die gesamte schweizerische Judenschaft mit freudigem Stolze auf ihr Waisenhaus Hinweisen darf. Jerusalem, 28. März. Der Frauenverein miy UW} in Jerusalem blickt auf ein 13jähriges Bestehen zurück und lst während dieses Zeitraumes seiner Aufgabe, die darin besteht, arme Wöchnerinnen zu verpflegen, im edelsten Sinne gerecht worden. Seine Tätigkeit führte den Verein in die ärmsten Kreise, da wo Not und Elend am größten find und der Verein versäumte nicht, überall helfend und stützend einzugreifen, unbekümmert dessen, ob es im Kreise seiner statutarischen Wirksamkeir lag oder nicht. Das Asyl ür Unheilbare und Geisteskranke in Jerusalem ist auch eine der segensreichen Schöpfungen oeS Frauenvereins. Gegenwärtig werden außerdem 38 Kranke in einem komfortabel eingerichteten Heime vcm Vereine in .liebevollster Weise gepflegt. Noch mancher gute Plan zur Erweiterung seiner Hilfsarbeit ist vom Vereine entworfen und bedarf zu seiner Ausführung ter kräftigen Mithilfe der reichen Glaubensgenossen aller Länder. Der Appell, den der Frauenverein an di se erlassen, können wir nur unterstützeu und wärmstenS empfehlen. Rewhork, 8. März. Ein merkwürdiges Urteil hat vorige Woche, wie die Newyorker „Times" berichtet, der dortige Bezirksrichter L'Comte gefällt. Hiernach wurde dem aus Galizien stammenden Jsaac Teitelbaum, der seit mehr als zwei Jahren amerikanischer Bürger ist, das Recht abgesprochen, seine 11 jährige schwachsinnige Tochter, die jetzt in Begleitung ihrer Mutter, dem Vater gefolgt ist, zu übernehmen. Nach der Auffassung des Richters kann das Kind eines naturalisierten Bürgers nur dann auch, als amerikanischer Bürger betrachtet werden, wenn es zur Zeit der Naturalisation des Vaters bei diesem in Amerika, nicht aber in einem anderen Lande gelebt hat. In letzterem Falle wird ein solches Kind wie jeder andere Einwanderer behandelt und kann, falls es nicht gesund ist oder sonst nicht entspricht, ihm die Landung verweigert werden. Im Falle Teitelbaum wurde das 11jährige Kind als unheilbar schwachsinnig erkannt und muß daher deportiert werden. Was die Mutter betrifft, so ist gegen deren Landung nichts einzuwenden, da jedoch ein schwachsinniges Kind nicht allein zurückgeschickt werden kann, so erstreckt sichdie Deportierungsversügung auch aus die Mutter. Teitelbaum, der in ganz guten Verhältnissen lebt, ist ganz verzweifelt. Er hatte sich schon daraus gefreut, durch Fleiß es so weit gebracht zu haben, um seine Familie herüberkommen zu lassen, und nun ist er gezwungen, infolge dieses unsinnigen Rechtsspruches, sein blühendes Geschäft auszugeben und mit seiner Familie nach Galizien zurückzukehren. Personalien. Dr. Josef Guggeuheim u Frankfurt (Main), 15. März. Ein erschütternder Schlag hat die Familie des allverehrten Seniors unserer Gemeinde, Herrn Karl Guggenheim, und mit ihr weite Kreise unserer Stadt getroffen- Am 9. März wurde der Oberlehrer der Realschule der Israelitischen Religionsgesellschaft, Herr Dr. Josef Guggc nheim, im Alter von nur 33 Jahren durch einen jähen Tod mitten.aus segensreichster Tätigkeit herausgerissen. Wohl selten hat ein TodcSfall so allgemein lebhafte Teilnahme hervorgerufen. Ging doch mitDr. Guggenhcim Y'Stein hervorragender Mensch und Jude, ein vorzüglicher Lehrer und der beste Sohn und Bruder dahin. Es ist hier nicht der Ort zu schildern waS er in letzterer Eigenschaft gewesen. Nur möge darauf hingewiefen sein, wie unschätzbar der Einfluß war, den er durch die vorbildliche Erfüllung der Sohnespflichten auf die Jugend ausüb e. Und nicht nur diese Pflichten? Die peinlichste Gewissenhaftigkeit im Amte, die öenlbar genaueste und pünktlichste Erledigung aller Obliegenheiten, eine Unparteilichkeit und Gerechtigkeit, an die selbst die sonst so rasch urteilende Kritik der Kinder nicht zu tasten wagte, verschafften ihm eine seltene Verehrung seitens seiner chüler, die die schönsten Früchte zeitigte. Ihm zu Liebe bestrebten fich alle, ihren Pflichten nachzukommenkein höheres Ziel kannten fie, als seine Achtung zu erringen. Seine seltene Selbstzucht verfehlte nicht ihre Wirkung auf die Kinder. Wahrlich, auch -er pesfimtstifch veranlagte Beobachter mußte bekehrt werden, mußte an die Macht deS Guten glauben lernen, wenn er fab wie Dr. Guggenheim V'r emzig durch seine Persönlichkeit in seinen Schülern den Trieb zum Guten geweckt, die Liebe zum Edlen genährt, fie in kurzer Trist zur Gewissenhaftigkeit exogen bat. Auall dem mag man ermessen, welch wahrhaftes DVD VITp die Wirksamkeit de» Heimgegangenen an nicht-