Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 49 (1908)
- Issue
- Heft 11 (12.3.1908)
- Date
- 1908-03-12
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Ä5®wrv:^!^','r77r^".' ErklÄrunZ. Soeben wird ettte Gegenschrift gegen öas Sendschreiben" des Rektors des Rabbiner.^eminars zu Berlin, Herrn Dr. D. Hoffmann, zur Verbreitung gebracht, welche durch Hervorhebung, untergeordneter AeuHerlichkeiten die Aufmerksamkeit von der vernichtenden Kritif ablenkt, die 6er gefeierte Gelehrte an dem Gebttbuch Entwurf des badischen Gberrats geübt hat. In der hoffmannschen Aritik sind die Behauptungen, als ob jenes -Gebetbuch tzen Standpunkt, des überlieferten Judentums nicht verletze, als ob dasselbe mit den religiösen Anschauungen eines 2Naimonides und Ibn. Vaud vereinbar sei, mit nachdrücklicher Schärfe miverlegk worden. Wenn nunmehr der Verfasser der „Widerlegung" den Versuch unternimmt, durch Verdächtigung des sittlichen tLhatükters und der wissenschaftlichen Ehre des Herrn Dr. hoffmann das Gewicht seiner Ausführungen herab, zusetzen, so richtet sich diese durchaus unjüdische Äampfesweise in den Augen aller Gerechtdenkenden von selbst. Gegen' das Unterfangen aber, um eines Wahlerfolges willen, die Gesinnungslauterkeit und Wahrhaftigkeit eines hochangesehenen, im . Dienste der jüdischen Wissenschaft ergrauten Gelehrten vom Range und von den Verdiensten des Herrn Dr. hoffmann herabzuwürdigen, legen wir . vor der Veffentlichkeit nachdrücklichste Verwahrung ein, welche, wie wir überzeugt sind, bei den Gesitteten aller Richtungen ein volles Echo finden wird. vi»1rilctsrsbdiner Adler-Kitzingen, Dr. .tachk^{P4y*$erlin, Prof. Dr. Barth-Berlin, Rabbiner Dr. Bamberger-Hamburg, Rabbiner Bamberger^Sennheim, Rabbiner Isr, Braun-Halle, Rabbiner Dr. Bamberger^A^aüchbeck, Prof.-Dr. A. Berliner-Berlin, Dr. Ed. Bibeirfeld-Berlin, Rabbiner Dr. Bloch-Dambach, Rabbiner Dr. BJoch-Sulz i. Wald, RabbinerDr. Brader-Aasbach, Rabbiner Buttenwieser-Straßburg, Rabbiner Dr. A. Cohn-Basel, Rabbiner Dr. Ehrentreu-Mönctien, Otzernchbiner Dr. FeÜchenfeld-Posen, Rabbiner Dr. Friedmasiti^Gfätz, Rabbiner Dr. H. Gradenwitz-Tamoeitz, Rabbner J. Gnggenheim-SaarUnion, Dr. tiamnwira*' Kdin, Ör. 1VL Hildesheimer-Berlin, Dr Hirsch Hildeshbimer-Be lin, Rabbiner Dr. M Kähn-Eßlingen, Disfriktsrabbiner Dr. Kohn-iAnsbacb, Rabbiner.De. ti! ^räussrScliUdberg, Rabbinats-Assessor (Crause-Posen. Rabbiner Levy-Sgenz. Oberrabbiner Dr. M Lerner-Aitoha, Rabbiner Dr. Liehernfian-Königsberg,,RabbiRer Dr. X9wefithal-Hamburg, aroßh. Rabbiner Dr. Marx-Darms adt, Rabbiner ßr. Moses Marx-Recklinghausen, Prov.-Rabbiner Dr. Munk-Marburg, Rabbiarr iDt E. Munk-Berlin, .Rabbiner Dr. J. Münz-Berent, Rabbiner J. NischkowskyTBerlin, Rabbiner Joseph NobeMfälbdrsfadt, Rabbiner Dr.. PetuchoWski-Bertia KgL Bibliothekar Dr. Pick^Berlin, Rabbiner Dr, Leopold Rpsenäck-Bremen, Distriktsrat)birer Dr. Adolf Salvetidl^Dö kbeim, Rabbiner Dr. Schiffer-Kaiisrtihc, Dr. Schlesinger-Marburg a. L, Rabbiner Dr. S. Schüler-St Ludwig, Rabbiner Dr. SStberberg-Schrimm, Dr. WarsChawski-Förth i, B.. Rabbiner Dr. A. Weib» Bßfljii,, ptez&ksrabbiner Pr. Wein^arten-Etps, Rabbiner Dr. Winter- Vtyslowitz, Docen.t Dr. J. Wohlgemuth-Berlin, RabbinerDr. Wolff-Bischheim, Rabbiner Dr» 7, . Wolf-Cöln, RabbinerDr. Wrescjmer-Samter. . ( orrespondeuzen ld Nachrichten Derrtsttzes Ileich. Berlin, 10. Mürz. Nach einem uns vom DeM^chen der HllichK^JWrAtte. rMMDk zügeKaugeHm PerW bellstfft sich m: Zahl der aus Uzab nach Casablanca gestüchteten. GkWVensgenoffen auf 115, die fich alle m höchst Zustande befinhsn? 7 Os Wd mMWA sM gchrschttche Wte, M Wetz' wochM Lmmen Bttpflegüng bedürfen. Neue, Flüchtlinge Men fast täglich ein. Am 28. Februar Amen. S6 J Vertriebe ne aus WchaA. AK diese p glückuchen ülürhen pufgeNommen ünL weroen wie oie anderen liebevoll verpflegt. - Hamburg, % HNrz. Das-Repräsentantenkollegium der DeuWdMrrWsiheck Gemeinde tagte unter Vorsitz' des Herrn I? Alexander. , Bor Eintritt in die Tagesordnung verlas der Bvreiu Schreiben des Geckeiudevorstandes,' wonach den Wünschen des Reprästntantenckollegiums ^betreffs der FrLejhofsaugelegen-eit ach Windel Rechnung^ getragen sei. Bet den nM vörgenommeneu Wählen wurde m bst Betwastuüg der DepoÄenEaffe mlldex Stiftungen der Gemeinde Herl- Ad. Bleichräder wiedergewählt. Es. Ilag Win Noch weiter ein Schreiben des' G^chelnMoDaüM vor, in ustlchech diefttz chtt^ tent, daß er M unt der Reorganisation der Gemeindebibtiothek einverstanden erkläre und für M notwchldiW BöchkbettM VtteKs den BeM^ non^3V0,M. 1D8 einWellt ^Zum M fe» Herr Gem ljed der BibllöchWkommissidn evorsteher M. Betth bestimmt m bi EG w>." ■vnntri lim Z? ücht das Kolleoium/ Wedtzr vo^üneymen7 & W-M M WM Lnrsianwrt. Den N' E' PrMTMder Ab- ^WüiWf DU Gustav Tuch. Er hob zunächst hervor, daß die Kommission dem Antrag eines Mitgliedes des Kollegiums, wonach die Gemeinde als solche keine Zuwendungen mehr ännehmen, sondern etwaige .Geschenke der Armenkommission zuweisen soll, micht züHmmen tzünütz. Die Kommission pertrete iden Wandpunkt,' baß es dem Gemeindevorstand überlasten blechen, müsse, welcher Justitution er die ihm übermittelten. Geschenke zuweisen wolle. ^Betreffs der Töchterschule und der Talmud-Tora- Meylschule wünsche die Kommission, daß ditzse; Institute alljährlich der Gemeinde ein genaues Budget einreichen, ferner den Lehrplan!upd Aufstellung der Zahl der Schüler,, welche laus den, einzelnen Klassen entlassen werden. Die Kommisfionsanträge fanden einstimmig Annahme, ebenso ein Antrag, wonach diejenigen Institute und Vereine, die der Gemeinde abrechnungspflichtig find, veranlaßt werden, bei Vorlage der Abrechnung einen Bermögensausweis mit einzureichgn haben. .Posen, 9. März. Gestern Abend fand im - Bazarsaale. die erste von der „Fre i e n B er- :eini.bMMg für die Jnteressenr'des!o r th--vRo'x d e nt u m s", ach hiesigen :Orte einheMWe.''Wen'tliche Pe^ammlung -statt, dle vdn 'über 5OO Personen besucht war und einen glänzenden Verlaus nahm. Vom Posener Gomite waren anwesend die H. H^ Dr. med. Max Calvary, S. Berget, M. Krause, Dr- Cobliner, P. Pleffner, E. Rzeszewski, vom Borstand und Ausschuß der „Freien Veretnigung -die Herren, Docent Dr. Wohlgemuth-Berlm, BcmÄirektor George Marx-KÜnigsberg, Facob 'Rosenheim-Frankfurt ä. M./ Aron Kober-Breslau. Außerdem nähmen an der Versammlung rell, Vertreter der Provinzgemeinden Rawitsch. Borek, Schrimm, Schwersenz, Samter, Rogasen, M. Goslin, Obornik und Pinne. Eröffnet wurde die Versammlung durch den Vorsitzenden, Dr. Calvary, der in eindrucksvollen Worten auf die in den heutigen Zeitverhältnissen begründete Notwendigkeit eines Zusammenschlusses aller ge-, isetzestreuen Elemente im Judentum wie aus die Psticht offener Betonung des eigenen religiösen Standpunkts hinwies, und Herrn Dr. Wöylgemuth das Wort zu seinem Bortrage „Die Leben.s'anschauung des gesetzestreu.en I u d ent u ms" erteute. Der Redner führte etwa fotzendes aus. Zur Richtsctzrür all seiner Handlungen müsse sich der gesetzestreue Jrwe die ^Wahrheit machen. All sein Tun iünd Mssrm, nicht nur die Erfüllung der reliowfen -PslichBur lim engeren Ginne).' sondern auch^ der Pflichten gegen den Nebenmenscheu und gege» sich.selbst ist Gottesdienst. Diese treue Pflichterftillung auf Schritt und . Tritt ist ihm jedÄh keine Laß, wie von gegnerischer Seite, behauptet wirb, dies beweise der Ausdruck Nyvv, eine Empfindung, die sich nicht demonstrieren, sondern nur selbst fühlen läßt. Zum Schluß beweist Redner an der Hand pön Beispi^en aus der Zeit des Talmuds unhdes spateren Mittetalstrtz, daß das Judentum dsirchE nicht Wissensfeindlich sei, sondern im Gegemell auf dem Gebiete der Wissenschaft anregend wirket Nachdem der Beifall, der HM Hehner M reichem Maße gezollt wurde, verklungen war, ergriff dergweite Referent des Abends, Herr Jacob R o sen y eim- Franffurt,. das Wort'zu seinem Referat: Ä af- <gaben und Z.iele der Fretefl Bereini-! guna, in dem er die geistige ÄD?ptzaMsche Wirksamkeit der Vereinigung als des organisierten Körpers des überuefetten' JtchentmnS .zu ‘ anschaulicher Darstellung brächte, wiederholt von stürmischem Beifüll d.er Persamnrlunq ütttetbrochen. In der därauffölgenben Disküsflon bchauptete Herr Wollbeim mniot die Freie BereiNistmg sei fsir die Staot Poftn überflüssig uüh hMe hier keinen Wirkungskrels, worauf der ReferentUnter lebhaftem .Beifall erwiherte, er fei nicht gekommen, um den Posenern etwas zu'bringensondern um im Gegenteil ihrö ütoMische, religiöse, materielle Kraft für die Gesamtheit der jüdischen Wsinnungsgeuoffeu nutzbar zu machen. Nach Hytr» Diamaut, der in warmen 'Worten für die Freie Bereinigung sprach, betrat Herr.Dr. Zeremias als Vertreterder „Ziomstifchen Ortsgruppe" die ^Tribüne.' Die Zionksten hätten das : größte Interesse an her ungeschwächten Erhaltung ' des gesetzestrenen Judentums, uM ix könne daher nicht nur als glaüvenstreuer JWö, ^söndwr auch als Zionift nur lebhaft wünschen,-daß dieses Überlieferte Judentum sich in der Bereinigung" eine recht starke Organisation, ein Bollwerk gegen die Asfimilation, schaffe., Herr Lchrer Höpp gab 'die Anregung, die Vereinigung möge m der Frage des HchülMterhaltungsgesttzes für die Provinzen Posen und Westpreüßen, das m nächster Zeit im Landtage zur Verhandlung kommen werde, energisch zugunsten der Konfessionsschule Stellung nehme. Herr Bankier.G H ' Loewy-Rawitsch wies auf den Grundsatz „Ganz Israel sei Bürge für einander" hin und berichteteüber den machtvollen Eindruck, den der Berliner. Vtzuinstag auf ausgeM habe. Besonders mü^U,wir deut» scheu Juden jetzt dafür sorgen, daß hi<r ussi sch e jOrthodoxie mtt Hülfe des russischen Bruders! Vereins der „Freien Beceinjgung",^ der neuge^ MchMMMOW