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Der Israelit · 1908-02-20 · Heft 8 (20.2.1908) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
49 (1908)
Issue
Heft 8 (20.2.1908)
Date
1908-02-20
Page
– (sequence 11)
Language
German
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20. Februar 1908: Der Israelit yatr:n bv wo: ib^ON wib i:irri ^"ia wo: amai •npnsai hdn3 dn ^a nowb yatr: Nbi Nwb »vh uh Ebenso schreibt Kimchi in seinem Wörterbuche s. v. Nb wn PI wo:2 n ‘"i yair: bvv th by idn wo: Nwb Nir: ohne Weiteres hinzuzufügen. Gegen diese Erklärung richtet Elia Levita seine Note NimromaD □‘»yw dwpitd: Nwb n"n nbon nnnpi NTyr i"'i »b» wni wo: *npi wo: ama •wo: nrmp:a Ausfichrlicher schreibt Levita im mivvN riilOO (41.9), wo er das vorgebliche amai np ablehnt und wo: als einzig richtige Leseart behauptet, wobei er mit einer ganz neuen Mitteilung überrascht, nämlich i""! ruopn unp nipmion nniooa rum ioa noDbo tayo ransp ititd Nyrnp i^i in nt»vt wo: Nlirb Nir: Nb pi Nyvp i"'i oibtr im: nN •Kjr»»p ,'D mbir 'nw *wn nwioon ba by :N '•nndh’i, ana awi pi wo: "ipi wo: ama nih Dba ■d'hoid myo «in m poo b mioon manci: (Hiob 33, 28) nrwa -oyo wo: mo pai m pa iyvi pamai ybn n"d oy rto: Nin pi wo: np «mir n:w mn ,pvy n:o: Nb wo: Nwbi i 'v rnpi i">i i"*in pn NiTDp niN imp Nb ''D bbam Nyvp NbN •mab Die Einwendungen, welche Muscato und iiiorzi gegen Elias masioretische Angaben erheben, können wir übergehen, da sie selbst die Schwäche ihrer Gegen gründe gest ehen. Nur ein neuer Beitrag, der aus dieser masioretischen Diskussion gewonnen wird, sei noch erwähnt, und zwar .auf Grund des alten Massorah-Werkes nbaNl nb2N, welches wir jetzt in der editio Frensdorf besitzen. Die dort unter Nr. 136 mitgeteilte Liste enthält alle die Schriftstellen, welche am Schluffe des Mortes ) haben, für das ' zu lesen ist - aber unsere Psalmstelle befindet sich hierbei nicht. Den Gegenstand noch weiter auf Grund weiterer masioretischen Verzeichnisse zu verfolgen, dieser Aufgabe werden wir überhoben, wenn wir die vorzüglich auf Levita zurückgreifenden Mitteilungen Salomo Geigers in seinem gründlichen Buche nbnp man (Frankfurt q. M. 1862) S. 10—13 mitteilen und zwar in deutscher Übertragung: „Elias Levita hat darin recht, daß, weil die Psalmstelle 24, 4 wo: nicht mit in das masioretische Register pamai l//v> p*ipi V/v) ausgenommen ist, daraus geschlossen werden muß, daß den Mafforeten wo:, gelesen wie geschrieben als richtig gegolten hat. Auch mit der Bezeichnung njntöp V/Vi hat er das richtige getroffen. Denn im Anfänge der großen Masiorah wird die alphabetische Liste der klein geschriebenen Buchstaben aufgestellt [f. dieselbe auch in Ochlah Weochlah sab. Nr. 84] und werden hierin mitgezählt TVna nN Dibirn i und Nwb i Nir: Nb; letzteres ist natürlich in Nir: nb Nwb ’i liro: zu emendieren (wie Geiger noch weitere Verbesserungen für dieses Register nachweist). Die Zusammenstellung dieser beiden Stellen, in denen ein kürzeres l figuriert*), läßt uns die anderweitig bereits bekannte Bezeichnung der ersten Stelle mit nyittp 1 auch auf die zweite Stelle ausdehnen, bei der ebenfalls nur ein sozusagen diakritisches Zeichen gegeben ist (aus einem Grunde, der noch zu erörtern sein wird), dagegen aber die Lesart *wo: selbst unverändert bleibt. Denn das abgebrochene 1 soll durchaus nicht, wie die Erklärer meinten, das ' erscheinen lassen, um WO: zu lesen, vielmehr andeuten, daß wo: — iro: sich darstellen soll, aus anthropomorphistischem Grunde, wie ibn Esra erklärt oder auch das j?2tr:n iro: einschließen, wie Kimchi annehmen will. (Geiger erklärt dann auch die Stelle in oibtr m'na mit dem nywp i"'i nach Kidduschin 66b in anderer Weise, was nicht hierher gehört). In jedem Falle ist nach Elias Levita, schon früher nach ibn Esra, wo: zu lesen, das sich auf die Person im Anfänge m ina nbjr w bezieht. Denn Gott redend hier einzuführen, geht nicht an, ha in dem ganzen Psalm David, nicht aber Gott als Redner erscheint. Gleichsam paragogisch erscheine uns somit das durchbrochene *) Dagegen giebt es wieder zwei Waw mit verlängerter Form- Lev. 11,42 in nn: und Ester 9,9 in Nnm« Waw, um iro: darin zu erkennen, bezüglich auf TH trfij, wie bei ibn Esra, oder jntwn trfi^, wie bei Kimchi.— Nimmt nian Elias' Grundlage als richtig an,, so ist man auch im Stande, den Irrtum utit dem aus alter Zeit übernommenen ama: Hp zn erklären. Die große Massorah hatte ursprünglich für wo: die Schreibung mit einem verkürzten 1 vermerkt. Die kleine Masiorah hatte daraufhin 'p wo: angegeben, was aber späteren Abschreibern auffällig erschien, sie faßten das klein oder kürzer geschriebene l als auf, und notierten wieder, aber falsch 'p wo:. Eine solche unrichtige Angabe kursierte wahrscheinlich bereits zur Zeit Raschis, dem, wie sonst bekannt, oft nur unvollständige massorettsche Tabellen zu Gebote standen. Jetzt dürfte es für mich an der Zeit sein, meine spezielle Aufgabe zu verfolgen, die durch Elia Levita und Salomon Geiger gewonnenen Resultate, nämlich die feststehende Lesart wo: mit der Bezeichnung nyiDp VP festzuhallen, um sie für das Verständnis der Schriftftelle selbst zu verwerten. Es ist merkwürdig, daß alle die Exegeten, jüdische wie christliche, bis zur Gegenwart, durch den landläufig gewordenen Irrtum des amai "ip zur richtigen Erkenntnis der Schriftstelle entweder gar nicht gelangt find, oder sie nur teilweise streifen. Der Psalter ist hier, wie so häufig, auch an anderen Stellen der Interpret des pentateuchischen Ausspruches. Mit dem Ausspruche Nir: «b WN newb yair: Nbi wo: Nwb wird eine Parallele für das Gebot im 2. Buche Moses 20, 7 geschaffen, die sich uns in folgender Weise darstellt: Nirn N'b ist gleich dem Nir: Nb “wn, in der eigentlichen Bedeutung von tragen, d. h. aus den Lippen, wie der Gegensatz im Psalm 16, 4 bai moir by oroor nN nC’n; man vergleiche hierzu . die Erklärung des Nachmanides: Nll'v pi b)p 12 nww ->i2ya p na-n '2 i2i usw. Hier robN n uv hn Nirn Nb und dort wo: Nir: Nb "it^N, worüber wir noch schreiben werden. In Nwb TpbN 'i Dir nN Ncn Nb hier und im noTöb l?2tw Nbi ws: Nwb Nr: Nb "wn dort ist ein zweifaches enthalten, das, ähnlich wie im Talmu) und im Targum, im ersten und zweiten Nwb des Gebotes angedeutet N^pir? und NWb sein soll. Der Psatmist unterscheidet auch in seinem Ausspruche den Lug mit Nlirb und den Trug mit iiDTab y2irl Nbi — Nirb und HDiob, mit nachfolgendem b, nicht wie in anderer Verbindung mit bN, daher auch hier in ganz anderer Bedeutung. Den Namen Gottes aussprechen Nlirb bei dem Lug und ntnfcb bei dem Trug, d. h. für den Zweck von Lug und Trug hier das Gebot im Pentateuch, 'N /-i Dir nN Nirn Nb Du sollst nicht aussprechen den Namen Gottes und dort wo: Nlirb Nir: Nb "WN — wer nicht ausspricht zum Lug Seine Seele, die Seele der Welt, d. i. Gott, von dem es in jener Schriftstelle heißt wß:a7i y2ir:. , Damit aber wo: hier nicht den Gedanken $ Hervorrufe, als beziehe es sich auf den Dargeftellten, wie Manche annehmen, heißt es nicht Nwb wo: Ntr: Nb *wn, was eigentlich ausdrücken würde, er trägt seine Seele nicht zu Eitlem hin, sondern wo: Nwb Nir: Nb wn er spricht nicht für das Falsche aus WO:, Seine Seele, nämlich Gottt^ und sichtbar wird dies durch die veränderte Schreibweise des 1, gleichsam mnemotechnisch, in Erinnerung gebracht, wie es die ältesten Mafforettker damit bezwecken wollten. Auch an anderen Stellen bietet die Masiorah durch die abweichende Schreibung Anlehnungen an gewiffe Erläuterungen der Halacha oder der Haggada. Es sei nur an die ni21ßn p: und den Midrasch niwi mvon erinnert, den ich in meinem Buche: Pletat Soferim (1872) veröffentlicht habe, wo verschiedene Beispiele hierfürzu finden sind. Man könnte nun dem leise angedeuteten Rate Kimchi's folgen, hier in wo: — bNn wnd einen direkten Ausspruch Gottes zu erblicken; ich sage „leise angedeutet^, denn hier wäre es an der Zeit gewesen, daß Zkimchi offen gesagt hätte: Die Seite 11. Ro. 8 D’2in2 sind durch heilige Inspiration (irTipn Mia) entstanden, somit konnte hier die ganze Rede durch einen direkten Eingriff Gottes (wenn es so zu sagen erlaubt wäre,d.h.bl2'22) unterbrochenwerden. Allein erstens wäre noch ein Beispiel von solcher direkten Unterbrechung und Redeweise in einem und demselben Satze aufzufinden und nachzuweisen. Zweitens: Steht selbst bei der Lehre von der heiligen Inspiration noch nicht fest, ob nur der gedankliche Inhalt oder auch der sprachliche Ausdruck inspiriert sei, worüber noch zwischen Saadja und Dunasch Meinungsverschiedenheit herrscht. Daher dürfte es immer einfacher und natürlicher bleiben, diese Unterbrechung im Schrifttexte auf die ältesten Masioreten zurückzuführen, welche dem Leser oder Beter durch ein gegebenes Zeichen andeuten wollten, WO: beziehe sich hier auf Gott, gleichsam als wenn Gott selbst schreiben möchte, WO: d. h. Wir. Somit bleibe man bei der Lesung WN wo: Nwb Nir: N'b, denke, aber hierbei an Gott — an den überhaupt zu denken unser Erstes sein und unser Letztes bleiben muß! Exegetische Mizeelle«. Von jeher hat die Schriftstelle Ex. 33, 1—6 den Bivelerklärern Schwierigkeiten bereitet. Nach der Anfertigung des goldenen Kalbes und der Bestrafung, die für das entartete Israel nach der großen Versündigung erfolgte, wird dem Mojche a. a. O. noch die Kunde, baß „fortan die unmittelbare Führung Gottes hinter die durch seinen Boten vermittelte zurücktreten soll", *]NbD WnblTV Ich werde einen Engel senden- -papD nbyN Nb **3/ weil ich selbst — infolge deiner Sünde — nicht in deiner Mitte weiterziehen will. Dieses „böse" Wort hat seitens des Volkes Zweifaches im Gefolge: 1. ibaNPW »ste trauerten", o.er „sie versinken sich in Trauer", wie es von den bedeutendsten Exegeten übersetzt wird und 2. V>by iny V» mir* „Niemand legte seinen Schmuck an", oder „niemand behielt seinen Schmuck an". Auffallend ist zunächst die Hitpaelform ibaNn^l} hier wäre reckt gut der Kal ibaNI (f- Amos 1. 2.) am Platze gewesen; ferner ist zu beachten, baß daS Nichtanlegen des Schmuckes nicht mit iiby .... mV, sondern mit DiT'by . . . . mir hätte ausgedrückt werden müsien. Endlich muß es uns aber ganz besonders auffallen, baß das Wort mir cin Twir als Accent, also einen Trenner erbalten hat, woraus wiederum erhellt, daß die alten Punktatoren und Soferim dieses mV mit dem nachfolgenden vby in fein" Verbindung bringen wollten. (Ueber die Bedeutung des Twir s. *opD nilD § 62.) Will man aber trctz dieser Bedenken die Uebersetzung: „Niemand legte seinen Schmuck an" oder „behiett ihm an", passieren lasten, so sind, stteng exegetisch genommen, die Verse 5 und 6 unverständlich; denn wenn unS bereits in Vers 4 von der Beiseitelegung des Schmuckes erzählt wird, wozu bedarf es kann noch in Vers 5 hierzu eines ausdrücklichen Befehls und in Bers 6 einer nochmaligen Wiederholung von dein Vollzüge dieses Befehls? Wir versuchen darum eine von allen □W'iDD abweichende Erklärung. Es ist bekannt, daß die Form deS Hitpael sehr oft ein „sich stellen als ob" ausdrücken will, wie ia:nv| oder LWianQ / auch im vorliegenden Falle wäre ibaNni mit „sie stellten sich ttaurig", (vielleicht für den Augenblick de« Anhörens aus Schicklichkeitsgrünüm) zu übersetze. Ihnen war die Gottesnähe gar nicht lieb, wie sie es ja schon bei mm pv zum Ausdruck gebracht hatten (s. Kap. 20, 16), und das „böse" Wort war ihnm im Grunde genommen gar kein böses Wort, eS war ihnen vielmehr aus der Seele gesprochen- und darum mV N71 nahmen sie es sich auch gar nichtio zu Herzen,. Da? 7N mir Nbi- „ Die Ermächtigung zu einer Ergänzung im angedeuteten Sinne leiten wir aus den eigensten Worten unseres großm Bibelettlärers Rasch» her, der gleich Anfangs Brefchit beweist D:wb DHUpDir niNIpD "jb V- Diese oder ähnliche Erwägungen mögen die alten Punktatoren bewogen haben, unter das mV ein Twir zu setzen. iHy yr,y V N ist dann ein neuer Satz, der dem neuen Gedanken Ausdruck leiht: „Jeder behielt dm Schmuck auf sich." Wäre die Trauer Israels echt rmd ernsr gewesen, so hätte sich jedermann in Sack und Asche gehüllt, und der Schmuck wäre als erstes Zeichen der Trauer eittfernt worden. Aber daran hatte das Volk, weil es ihm eben nicht ernst mit der. Trauer war, gar nicht gedacht. Darum ergeht denn auch folgerichtig an Mosche in Bers 5 der Befehl zur Entfernung deS S chuuukeS, und in Vers 6 wird darauf von dem Vollzug LMBefehlS berichtet. Wolff-Aurich..

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