Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 48 (1907)
- Issue
- Heft 51 (19.12.1907)
- Date
- 1907-12-19
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2446951-2449244-2449296--64041-2506614- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Wtz S1 Srttr iv Vitt JSMeltt. IS KMmber jung vor, dir grOe Posten gefälschter Butter zue förderte.. Das Gericht erkannte gegen Meyer auf KonatL Gefängnis und 200 Mark Geldstrafe, gegen Rosetsstiel auf 6 Wochen Gefängnis, gegen Rem- Kleist auf S Wochen Gefängnis und gegen Marte t aus 1 Monat Gefängnis. Und öffenüiche Bernntmachnng des Urtrilstenors. Vertkn, 5. Dmmrber Die ^Deutsche Tages-Zritn^ weiß. von folgendem Vorgang zu berichten: Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Lens batte bei dem Präsidenten des Kgl. Land- Hßrichts Thorn Beschwerde gegen einen Amtsrichter Niemer.Stadt Westpreußens erhoben/ der Seim Konstrrse eines Mischen Glaswarenhäichlers die Ernennung eines Juden zum Konkursverwalter mit Rücksicht auf 'die Religion abgelehnt hatte. Zur Begründung seiner ^Ablehnung erklärt her Amtsrichter: „Die Juden bilden einen Staat für sich, sie unterstützen sich gegenfettig und ergreifen einer für den andern Partei." «to Beschwerde wurde abgewiesen, mit dem Hinweis, daß der Amtsrichter überhaupt nicht verpflichtet gewesen fei, die Gründe feiner Ablehnung anzugeben um» deshalb' dieser Teil seiner Erklärung als außeramttich anzüsehen sei. Der Zentrawerein beruhigte MH dabei nicht, sondern wandte sich beschwerdefuhrend ^an de» .Oberlmtdestzerichtspräsidenten in Marienwerder und erhielt solgendenBej "dichter? ttff ofern Richter in Bezug auf das Judentum getanen Aeußc. Drangen memes Erachtens besser unterblieben wären. ' “■ von mir dem Amtsrichter eröffnet worden/' gsmiett dre Zügel schießen läßt. ' Dose», 13. Dezember. Die jüdische Bevölkerung rm Städtchen Sandberg nimmt stets ab; die.dort noch lebenden jüdischen Bürger schroffen sich an. die .storporstion in Gostyn an. Da"nun die Synagogen in Sandbera überflüssig geworden ist, soll diese im Wme des Meistgebyts verkauft werden. Wäsche«/ 9. Dezember. In der Rächt zum 5. d. M. wurden aus dem hiesigen jüdischen Friedhofe .1<Oradsteine gewaltsam umgerissen. Auf die iitomittejung der Missetäter ist eine Belohnung Drm 50 Mk. auSgesetzt. Attntzark, 35. November. Mne interessante Entfcheiduna wurde dieser Tage in der Klagesache eines Hotelbesitzers gegen einen Mieter gefällt. Ein Hewj Mrbotf hatte tot „Hotel Renaissance" Räume ge- , mietet fkevör er die Wohnung bezog, änderete er feine Absicht und suchte, den Mietvertrag zu lösen. Der Direktor des.Hotels erklärte sich erbötig, den Vertrag mit' Abbott auszuheben, wenn dieser als Ersatz einen anderen zahlungsfähigen Miete finde. Abbott annoncierte, und eS meldete sich ein Herr W. Salomon, ein Newyorker Geschäftsmann, der die WöhniMg Merten Ersatzmieter nicht 'aufnehmen könne, da der Eigentümer deS Hotels, Herr D. H. King jr., keine Juden in seinem Haufe zu haben wünsche. Abbott stellte aber keinen ankeren Mieter und wurde in der Folge von dem Hotel auf Zahlung des Mietzinses verklagt. Der Prozeß erregte begreiflicherweise in den hiesigen Mischen Kreisen großes Interesse. Auffallend war dabet, wie die „Tribüne" mitteilt, bog in der ganzen Verhandlung nur ein einziger Jrwe und zwar als Anwalt beteiligt war, und dieser trat für den antisemittschen Hotelbesitzer auf. Der Kläger behauptete, es sei notorisch, daß unter den Ehrrsten in Amerika eine Abneigung dagegen bestehe, mit Sttfcen zusammenzuleben und daß es mithin den Hotklters gestattet sein müsse, aus Rücksicht auf das verbreitete Vorurteil „Personen dieser Rasse" den Zutritt zu verweigern. Der Richter, ein Katholik, wies mit Lehaltigkeit die tatsächliche Behauptung des Klägers zurück und verwies auf die Wertschätzung, deren fuh die Juden bei hervorragenden Amerikanern, darunter dem jetzigen Präsidenten, zu erfreuen hätten. Das Urteil lautete wie folgt: „Stcherltch wird in keinem zivilisierten Lande ein Gerichtshof für Recht erkennen, oaß es ein hinreichender Grund sei, jemand als Mieter znrückzuweisen, weil er zur jüdischen Rasse gehört. Ich erkläre deshalb, daß der Kläger mit dem von dem Beklagten angebptenen Mieter hätte zufrieden sei nmüssen und gebe dementsprechend dent Beklagten ' recht." Uereit)$wc$en. Berli», li. Dez. Ter Israelitische FortbildungSoerein Montefiore, Berlin^» ve anstaltet am Samstag, 28. Dezei, ber, 9 Uhr abends, in den Mufiker-Sälen, Kaiser Wilhelmsttaße 18 m. einen äffmmchm Vortragsabend, an welchem der Großherzogl. Ämdrabbiner Dr. Mannheimcr, Oldenburg, über Charakter, Bildung und Erziehung, einst und jetzt" sprechen wird. Berlin, 11. Dezbr. Am 25. Dezembkr findet in .«Berlin eine vertrauliche Besprechung zwecks Gründung LttneS „BerbastdeS gefetzeStreuer Jugend- >eHe^tn e" ststk. We Bnxinehie einem solchen Verfitz cMWfeßeny pto» an der Ei^una tchlß .wvyenKchMechchb m HyrnEdmm deutsche Juden am Dienstag avend, S. Dezember,, im großen Spcisifaale des Sogterhauses ^Stadt Warschau" eine Feier für die zur Zeit hier weilenden zahlreichen jüdischen Auswanderer. An den weißgedeck.en Tischen saßm saßm ca. 500 Passagiere, deren Mienen ernste, erwartungsvolle Freude auSdrückten. Nachdem fie mit Obst Und Stochen bewirtet und beschenkt worden waren, hielt Herr Rabbiner Dr. Rosenak eine Ansprache, in der er zum Ausdruck brachte, daß die veranstalt te Geselchte, daß die Verbannten tnd schonungslosHiniüsaestoßenen auch in der F embe verwandte Seelen finden, die fie die Schwere des Unglücks vergessen ließen. Im Namen drr Emigranten dankte Herr Dr. Jakob Klatzktn, Geschäftsführer des Komitees, den Veranstalte, n dieser Feier, besonders Herrn Dr. Rosenak. In flteßnüem Hebräisch sprach Herr Dr. Klatzktn über die Bedeutung der Chanukahfeier und wies darauf hin, daß der jüdische Auswanderer, der doch ein Opfer deS Golus ist, den Sinn dieses Freiheitsfestes um so tiefer erfassen müßte. Sodann wurde daS Abendbrot gereicht.. Auf alle Festteilnehmer machte die stimmungsvolle Feier einen sichtlich tiefen Eindruck. Ire bürg u B., im Dez. Einer Einladung der Ortsgruppe des Verbandes der Sabbathfreunde folgend, sprach am 1. Dezember hier Herr Moritz A. Loeb aus Frai.ksurr a. M. über da. Thema: »Ziele und Erfolge des Verba des der Sabbathfreunde". Der Borttag fand bei dem zahlreich erschienenen Publikum reichen Beifall. Neuwied, 12. Dez. Am 8. d. M. hielt im hiestgen Verein für jüdische Geschiche und Lttteratur Herr Leo M u n k aus Kö n einen Vertrag über Wett und Wesen deS Talmud. Der Redner sprach be eistert von den Lehren, die der Talmud enthält, besonders von den Pflichten des Juden seinen Mitmenschen gegenüber. Mit Aufmerksamkeit folgten die zahlreichen Zuhörer den Ausführungen des Herrn Referenten, und unglteilter Beifall lohnte am Sctlusse des Bortrages b n Redner für die trefflichen Worte, die er zur Verherrlichung des Talmud gesprochen hatte. Die nachfolgende lebhafte Diskussion verlief in anregender Weise. Berlichiagen, 9. Dez. Am vergangenen Sonntag hielt der hiefige Frauenverein D’W man unter zahlreicher Beteiligung seine Gmeralversamlung ab. Die Präsidentin Frau S. Gottlieb erstattete den Kassenbericht. Herr Lehrer Strauß beleuchtete hierauf in kurzer Rebe die Bedeutung und Ziele der israelitischen Frauenveretne im allgemeinen und schloß mit einem warmen Appell an die Anwesenden, g-treu den Prinzipien des Vereins, zur Unterstützung Hilfsbedür tiger stets bereit zu ein. Einige Damen verar.staltetcn schließlich eine Sammlung zugunsten der notleidenden Juden in Palästina, die einen ansehnlichen Bettag ergab. Personalien. Hulüerftadt, 15. Dez. ' Als Nachfolger des unvergeßlichen R. Salomon Cohn y'jjj ist zum zweiten Klausrabviner Herr Dr. Philipp Frankl, ötsher Ravvinats- Asseflor in Fulda, gewählt worden. Hardt-eim (Baden). Am 18. Januar k. Js. blickt der in weiteren Kreisen wegen seiner groben Gewissenhaftigkeit und Pflichttreue bekannte Und beliebte Herr Lehrer Wert he im er ouf seine 25jährige Wirksamkeit am hiesigen Orte zurück. Brückenau, 15. Dezbr. Heute wurde dahier Frau Jettchen Frank im 69. Lebensjahre zu Grape gctragen. Die Dahingegangcne war eine von wahrer Frömmigkeit und innigem Gotlverttauen beseelte Frau. Mit ihrm freundlichem Wesen erfreute fie fich allgemeiner Bclübtheit. Ihrer Bahre folgte eine große Zahl von Freunden und Bekannien aus nah und fern. Am Grabe n idme e ihr Herr Lehrer Neumann auS Friedberg i. H., ihr Schwiege, fohn, einen herzlichen Nachruf. Strastburg, 16. Dez. Gestern erbend verschied nach kurzem Krankenlager Herr Abraham Asch, langjähriger Sekretär des Jeraelitlschen KonststottumS,. Jnhabrr des königlichen Kronenordens, im Alter von 79 Jahren. Asch war hier eine bekannte Persönlichkeit. Wer in trgmd einer Sache beim Konfistorium vorstellig werden wollte, wandte sich verrraumsnoll - an ihn und war fichcr, bei ihm bas freundlichste Entgegenkommen zu finden. Asch war fröf er Leh er in Lauterburg. Pari^, 13. Dezbr. Am 9. Dezemker tst unS Herr Rabbiner Salomon Kohn durch den Tod enttifsen worden. Der Verstorbene, ein Schwiegersohn des Kalmarer Oberrabbiners S. Klein war vor 55 Jahren nach Paris gekommen. Er war ein ausgezeichneter nio^ und besaß auch reiche profane Bildung. Seine Gastfreundschaft war bekannt. Ke'n O!aN 1'OTN passierte Paris, ohne ihn zu besuchen; sein Haus stand stets jedem Fremdling offen. Mit Rat und Tat stand er allen bei, die sich an ihn wandten. Wohl keiner hat hier so treu wie er allezeit fest gehalten am heiligen Thoragesctz und an jüdischen Bräuchen und Sitten. Von seiner Niederlassung in Paris an hat er ününte,brachen das Ehrenamt eines fc'vp in trefflicher, aller Hörer Wohlgefallen erweckender Weise oukaeübt. Ursprünglich Diamatoenhändler, würde er vor fünf Jahren von dm Juden auf Monma.tre iiittt Rabbiner gewäl lt. Tech KÄlststortoM erkannte chn stillsck weiger d alD Rabbiner an und be-villtzte ihm häS ^Gehalt' et, es Religion chlehretS. Den GäWhttst wär er «cher toegen seiner stets ein Mrnüw SWe Md artf umm- Trauung des Paares eine Ungesetzlichkeit begangen zu habeUnd daS Konfistorium entsetzt.: ihn seiner StEung. Man denunzirtte ihn sogar , bei der Behörde. Aber Staatsanwalt stellte nach genauer Prüfung -et Sachefest, daß gar ktin Verstoß gegen daS Gesetz dorliege. Die Aufregungen, die ihm die ungerechten Beschuldigungen seiner Gegner verursacht, hatten setoe Gesundheit untergraben, und nun, da daS Aonststottuw, wie eS schetot, seinen Fehler gut machen und chn wieder in sein Amt einsetzen wollte, entttß ihn unS der Tob zum Leid ber gesamten Pariser Judenheit. Sein Leichenbegängnis war eine glänzende Rehabilitation für chn. Ueber 2600 Pariser Juden — mehr als man vielleicht seit langer Zelt hier versammelt sah — nahmen daran teil. Alle Parcher - Rabbiner warm anwesend und wollten O'NVVN WtM- Aber der illuster Tote hatte vor seinem HelMAtMg Sen Wunsch geäußert, daß mau an seiner Bahre sticht sprecheu solle. Labbat-Anfang u. Ausgang. .TP1 , - ORT: Anfang «urgm«, UhrWu. 1007 s «07 UhrM«. tt.Dez. «.Tebeth. Frankfurt a. M 4 00 5 15« Berlin .... — >— 4 44 München . 4 16 6 io Strastburg . 4 30 5 25« Stuttgart. . . 4 30 5 15 Bolen .... — — 4 90- Nürnberg . . — — 6 €6 Hamburg. — — 4 55 Prag..... — — r. 4 W PamiNemachttchtru. VenaiMilt: Leopold Hamburger, Hauptzollvber- Konttollmr, mit Rosa geh. Schwab, Rimpar-KaiserSlauterm — Julis G anS mit Johanna geb. Mayer, Frankfurt a. M. . Geburten: sEin Sohn: Joseph H ackenbroch (Feuchtwanger), Frankfurt a. M. — Raphael Rosenbaum Kellermann), Frankfurt a. M. — Eine Tochter: Leopold Strauß (Stein), Frankfutt a. M. Versterben; Ludwig Schwarzschild,28I., Frankstrrt a. M. — Fritz Caro, 10 I» Frankfutt a. M. . Der heutigen Nummer des „Israelit" liegt eilt V erreich nis der zur Linderung der Hunglersnot in Palästina dem „Hilfskomitee sstr die notleidenden Brüder im Ausland" übermittelten Spenden bei. wrnassssss^^iim^^ssfsisBssBSBSSBSBmmmmmim^iim' Für de» Reklamenteil ist die Redaktto» nicht verachtwörtlich; insbesondere ist eS anSfchlietzttch. Sache der Leser, die im Reklameteil enthaltene« Gmpfeh» ritneüer Waren ober sonstige Änaabe« rottg' lichen AvaratterS auf ihre Zaderlitsstgkettz« Hmra. da Mit der erste Saue! So schreien die Kinder und freuen sich. Aber wenn der Schnee ouch Winterfreuden ankündtgt so kündigt er noch mehr die Leiben der rauhen Jahreszeit an. Nun ist t ie Zeit ber schweren Katarrhe mit all ihren quälendm und lästigen Erscheinungen und ein schwerer Winter ßebt einen Teil der Menschheit nie so recht gesund. Da muß man eben Mßig Fahs ächte Sodener Mineral-P.fiillcn gebrauchm. Die schützen die Schleimhäute gegen die gefährlichen Reizungen, die beseittgen jeden Husten, jede Httser» keit und Verschleimung und bekommm dabei dem Magen ganz ausgezeichnet. FayS ächte Sodener, die man für 85 Pfennig in allen Apotheken, Drogerim und Mineralwafferhandlungen kauft, sollte eigentlich jeder Mensch in der Tasche tragen. 4 Uuidesliuter Leinenand Geblld-Weberei Kdaigl., Qrossherzogl. u. FfirstttcherHolHefm>aot Berlin W., UtzüMNm N t (rlute AewaU aOer WSscbeartikel fir d» BnitAMhrL' PrBl*H8tt mt