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Der Israelit · 1907-12-19 · Heft 51 (19.12.1907) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
48 (1907)
Issue
Heft 51 (19.12.1907)
Date
1907-12-19
Page
– (sequence 13)
Language
German
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m: 51. iS. Dezember 1907 f)er 3$radtt. Seite» Kudapest 10. Dezbr. In der sattsam be- Hünnten auch im ^Israelit" ventilierten Affaire des Oudapester neologen Rabbiners Dr. Kahn, der zur Festtafel des Ministerpräsidenten am Geburtstage des Königs keine Einladung erhielt, ist ein neues Moment aufgetaucht. Wie die „A. §. Z." erfährt, war die Zurücksetzung des Neogen Oderrabiners keine zufällige, sondern eine positiv beabsichtigte. Voriges Jahr erhielt nämlich Dr. Kohn als Repräsentant des Neologen Judentums eine offizielle Einladung zum Hof- Muer. Der stolze Mann ist aber gegen seine * bisherige Gepflogenheit — zur Tafel nicht nur nicht erschienen, sondern er hat es nicht einmal . M nötig gefunden, sein Fernbleiben zn entschuldigen. Der Ministerpräsident wollte heuer -einen anderen Rabbiner einlnden, ist aber schließlich davon abgekommen, um nicht den alten Dr. Kohn durch Bevorzugung einer anderen Persönlichkeit zu beleidigen. Wir könnten uns auch mtt dieser keineswegs offiziösen Aufklärung schon zufrieden Kben. Wie es aber scheint, hat es die neologe Presse daraus abgesehen, die der- ^itige ungarische Regierung um jeden Preis als antisemitisch zu stigmatisieren. Und dsSweaen Wird Mn von dieser „Affaire" in sogenannten Mb i scheu Kreisen noch lange keine Ruhe Haben. Die Herren Neologen, die eS gewöhnt waren, bei den früheren Regierungen als Paradejuden zu antichambrieren, können es nicht verschmeißen, miß die schönen Tage von Aranjuez vorbei Md. werden zur Vernichtung der Orthodoxen keine MinisteriglverorhH«tMn faorizielch Per Kultus- MW will das einheitliche Judättum nicht "tzrevi. Neologe Gutachten, die das gesetzas- Judmttum' verhöhWn und denunzieren, i MchchWn. Die MnVerusünL AM einen Kongreffes wird von der KuttusrMe- HM mchd einmal, in EpMurm geWghu. W» orthodoxe Autonomie wird nicht konfisziert. AM ~ ° im des ijeiedesttLULU ÄE^entüÄks arbeitet-emfig'an de 6er autonomen orthi )oxen Regierung, ist deren Tagen solches geschehen kann, sollte nicht antisemitisch sein! Die neoloae Landeskanzler ist mit dem Gang der Mischen Kirchen- MÜtik höchst unzufrieden. Dr. Kohn hat sich auch itt^s Schm oöwinkelchen zurückgezogen, wett er WK Heu Mel „königlicher Rat" erHhllt. ES muß deshalb ein „Judentaa" abgehalten werden, um den rückschrittuchen StaatSrminnetn MMgl gründlich heimzuleuchten. Ob wohl die regnenden Staatsmänner diesen Wink verstehen werden? Csorna, 9. Dezbr. Auf einer Oersammlung der Rabbiner des Bezirkes OedenbuG war vor einiger Zeit die Anregung gegeben worden, einen Verein zur Wahrung der Interessen des gesetzestreuen Judentums Kr das Komitat Oedenburg zu gründen. Die Rabbiner von Csorna und Deutsch-Kreutz wurden mit der weiteren Behandlung der Sache beauflagt und sie beriefen, nachdem auch noch hie Henachtbarten Bezirke Eisenburg, Wesprem und Raab etnbezogen worden waren, eine konstituierende Versammlung auf den 8. Dezember nach Oedenburg ein. Als Hauptaufgaben des Hereins würden Maßnahmen zur Förderung der Sabbatheilrgung der kaufmännischen Angestellten, die Besorgung von rituell hergestelttep M sillin, Mesusoth und Zizis und oie Mtzche ber ritnellen Restaurants festgesteut. Ein von den beiden genannten Rabbinern Maffener Aufruf fand starken Widerhall. Die :rsamWlung am 8. Dezember war von etzva >0 PÄsonm besucht. Es waren vertreten die "mwbr, ^^omlthelp, (^tsettM^I, ^0^sd0rf> rkenbach, Deutsck-Kre.utz, Mattersdorf, Oeden- »urg, Csorna, Bsück Uno Fraukirchen. Herster lrenanwesend die Rabbiner KWWS UtzMbbvM Rabbiner »oA tu «t—fil—j ore BersaHmtung mit Ausfährungen über die Notwendigkeit des Vereins und der Darlegung seiner Ziele. Herr Akiba Paskusz verlas darauf die entworfenen Statuten, die mit einigen Modifikationen einstimmig angenommen wurden. Es wurde eine Ritualkomnüssion gebildet mit den Rabbinern von Beleb, Csorna, Steinamanger und Lakenbach als Mitgliedern, ferner ein Berwqltungsrat, in den man die Herren Steiner-Steinamanger, Albert Breuer-Oedenburg, Akiba Paskusz-Csorna und" Desider Korrein - Steinamanger wählte. Außerdem wurde ein Ausschuß von 22 Mitgliedern ernannt. Verwaltungsrat und Ritualkommiffion werden in Kürze zu einer Beratung über die Arbeiten des Vereins zusammentreten. Staftlattfr. Poltawa, 11. Dez. Der Ruffkoje Sslowo wird aus Poltawa telegraphiert, daß vier Bauern Ws dem Dorfe Weliki Chutor, die vom Bezirksgericht wegen einejüdischen Pogromim Kreise Solotonofhsk verurteilt waren, Allerhöchst begnadigt find. <jß«gUmfr. ein merfiiBQriHfies Pro^Rf. Manchester, 13. D^ember. Am vergMgerM Sonntag hat Mer «ne stark ^besuchte Bäsammlung der Jto stattgefunden, in der Zangwill eine große Rede Wer den Meritoriatismus hielt und ein Projekt ent- HWtte, dfls w dpr jüdiWn Oeffentlichkeit zweifellos großer Verwunderung begegnen wird. Der ‘ listenfühver sagtt selbst er halte es für ÄMich, dieses Projekt der Wett W entW- ' er güb sich -einer Täuschung hin die es finden werde. Zangwfll machte die bemerkenswerte Mitteilung, Herzt hacke ihn dem Schtttern des OstüstMchlanes gebeten, eine zionMphe Konferenz einzrchernfen, die Wer den Gedankl einer Erwerbung Maro kkos für die Mische Kolonisation diskutieren solle. Herzl Habe damals die gleichsam prophetische Aeußerung gsstay, in diesem Land, das besser sei als die Smäihalbmsel, werde ohnedies früher oder später eine Intervention der Mächte sich vollziehen. Er, Zangwill hWe ursprünglich Ml MoanM für hhantaMche gehalten, aher je Mchr er sich damit befaßte, desto mehr habe er eingesehen, daß eines der besten, wenn nicht das beste, Feld für jüdische Ansiedlung eben Nordostafrika sei. Das nur yalbbevölkerte, fruchtbare Land, mit seinem nirgends tropischen, sonderst durchweg gemäßigten Klima, seiner vortrefflichen Lage für den Handelsverkehr und seiner geringen Entseryung von den Centren der jüdischen Massen Osteuropas, dieses Land, das ja auch bereits eine jüdische Bevölkerung besitze, die als Kern der Ansiedlung dienen wird, könne sicherlich in dem einen oder dem anderen Teil eine Zufluchtsstätte des jüdischen Volkes werden. Zangwill erklärte, er könne augenblicklich Wer die Meinung der geographischen Kommission der Jto in diefcr Frage noch nicht ausführlich berichten, da ein Mitglied derselben, Dr. Paul Nathan, gegenwärtig auf einer Reise nach dem Orient begriffen sei. Bezüglich der vier anderen Mitglieder könne er mitteilen, daß keines derselben die Erwerbung eines marokkanischen Territoriums für unerwünscht oder unmöglich hält. Lord Rothschild indessen rate in Arwetracht der marokkanischen Wirren hie Sache aufzuschieben. Oskar Straus rate, in Wem Fall zuerst das Territorium durch Sachverständige sorgfältig, erforschen zu lassen. James Simon stelle 250 Pst», für diese Prüfung zur Verfügung. Dr. Mandelstam«, der urspMglich istchr zur Wahl transatlantischer Territorien »ygte, habe schließlich zugegchen, daß Pordafrika bessere Aussichten auf eüm Autonomie biete. Jedenfalls sei die Kommissum mtt ßM Jtü-Rate darin einig, daß der Gedanke der " ' - " My in oer T at « HG jHne'BesorgnÄ von ZtzchUG « K M) KM* lich mehr als sonderbar, daß man gerade ein Land, wo die bereits ansässigen Juden — nicht erst während den Wirren der neueren Zeit — tm so überaus leidenvolles Leben führen, zur Zufluchtsstätte für die gedrückten Massen des Ostens ausersehen hat. Das heißt jedenfalls nicht prakttsche Politik treiben. Die Jto wird, wenn sie nicht ihr Prestige einbüßen will, fstrder yy« solchen Phantastereien ablassen und sich an andere Ansiedlungsmöglichkeiten halten müssen, die sie ja nach der Erklärung Zangwills in reicher Auswahl zur Verfügung hat. bis Frankfurt che Frau llermircdter. o» 97», 17. enverein ( Dezember. Der . Frankfurt schreibt unS: „Es ist vielfach das Bedürsiris nach bilduugsstätten hervorgetreten, irr "3£r a. PL «USorrounas narren yervorgerreten, rrr tzme» junge Masche» unter der Leitung erfahrener und WÜ den Bestimmungen des Religionsg^etzes vertrancher Hausfrauen eine praktische hanswirtschaftliche Unterweisung erfahr«, die dann den elterlichen und später für den eine halt nutzbar gemacht werden kan«. A« enen SMS- ...g_tJr^ iyvuvUjvfi |i» auc v Monaten als Hausgehtlfium« < Ächtraer praktischer Hausarbeit terwerfen." Es wäre-zu wünsche«, Bereins vielseitig entsprochen „Asraelit" ist bettit, Zuschriften in der Angele-entznt weiter zu befördern. r. Sie Gemeinde Hurst« h» Sorgfatt zü Müdem auch die CT& & besteht und eiste a k s 300 Pr o zen t der ,. bebt, bedarf für den fern One M, riiife Kapitals vost i wünschenswert, wenn «e* reircke hiertu üche yerK». 1«. Eine Äe VE k-h# mc b«ti Btteft;srm Mine >e Stellest. — D iel von P<ml M. Aron-Si,^ Sabbathg^Mchte von ZudmÄ. — Sab! von Georg mrttner. — Simenrätsel von Maier. — Bakanzenliste. Berlin, 9. Dtzeucher. Äas Berliner unter der Spitznmrke „Nqturbutte^ Bericht, der auch für uns Amen von großem ist: „Was unter der Firma „prima natprreine Tafelbutter" verkauft wird, ~1 fr wieder einmal eine Verhandlung, die v Strafkammer des Landgerichts I besc *” * -- " NahrungSr "' Märkte in der ,^rrima natnrri April 1806 kaufte der m rn die te. Vergehens gegen das Rahrun'gsmittelgeseß vom 14.! 1879 und Uebertretung der Bestimmungen über Verkehr nyt Margarine waren angeklqK: Der terhändler Emil Beckmann, dessen Ehefrau Fr B., der Butterhandler Friedrich MeAr, die Emma Rosenstiel, der Hausdiener Reinhold Kleist und die Berkäuserin Marie Kleist. Es handelte sich um Butterfalschungen in größerem Umfange, ^ie tstotz aler ^pokizekrichen Kontrolle fast ^wer I a"h r e h i n d u r ch von "den Angeklagten betrieben waren. — Die Beckmannschen ^E^leüte betriebe» in der Forsterstraße ein größeres Buttergeschäst. Die aus Keinen Kaufleuttn Und wu^en aber auch die Wochenend Berlins besucht und mit rima naturreiner Tafelbutter" versehen. Mfaug Ängeklagte Meyer, der vorch« , für 40Q0 xrte eS mit älterin bei ihm war, weiter. Auf eine Anzeige eines'Abnehmers hin wuroen bei Meyer von der Polizeibehörde Buttere Sen entnommen und dem NahrungSmMeluntermgSamt zur chemischen Untersuchung Aermittelb dem Letter dieser Anstalt, de« Lhemikee Du Beier, und dem SerichSchemner ProjeKor Dr. JuöMack würde konstatiert, daß die angeblich reine bütter ans 46 Pritzent Schmalz und Und 60 Prozent Butter bestand. Andere bei Kunden beS Meyerschen GeschäM «ttnonmuu wurden, Ergaben einen noch höheren Pr^entsatz an BW- Mffchuüg von fogeNanntem „Neuttüktt" (a M eA t-^ Dänischem Schweineschmalz) und RargastinL In einem Falle wittde fttgar feflgestttlL dis,Maturbutter" 70 Prozen^M, »ahm in" d« DesWstiMmMst H«S die

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