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Der Israelit · 1907-12-19 · Heft 51 (19.12.1907) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
48 (1907)
Issue
Heft 51 (19.12.1907)
Date
1907-12-19
Page
– (sequence 8)
Language
German
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; dkv A gelte 8. . Angest elften, die während des Sabbaths dienstfrei find, an den Sonntagen in der Zeit Von 9—12 Uhr mit kaufmännischen usw. "Arbeiten zu beschäftigen. Begründet ist dieser Antrag damit, daß die Antragsteller im anderen Fall durch die aus religiösen Gründen beobachtete Sabbathruhe und durch die gesetzlich bezw. ortsstatutarisch uorgeschriebene Sonntagsruhe zwei volle Tage für den Betrieb ihres Ge- Mäfts verlieren würden. Auf Vorschlag des MMchterstatters wurde beschlossen, den Antrag . nwter Beschränkung der Zeitdauer der Beschäftigung aNfzwei Stunden (10—12 Uhr vormittags) wie in München empfehlend zu begutachten. Coburg, 18. Dezbr. Trotz eines ablehnen- Mscheids der Regierung beschloß der hiesige wkstrat erneut, das Schächwerbot im städtischen Jachthause einzuführen. — Wir zweifeln nicht ran, daß die Regierung diesem Beschluß gegenßc ihren früheren Standpunkt nicht verändern; Md. Mannheim, 15 Dezember. Man teilt folgenden Fall mit, in wjeHem^die hies a herbeige- Kiestger Schneidermeister erhielt ilichen BeKMamt nachstehendes Mach Mtttettcha der Pöktzet-irektzen Oie zur Zeit bie ruMche Pötzn Ä Wr«ü Schweckergewerde. Wir haeäuf aüfmerffam, daß «ach einem ^h. Ministeriums des Inner« die ^uMndifcher Polen in Ihrem M untersagt ist und sehen daher Sn'chaffuns der CH. entgegen." ^_bSaNyttzN Nberalen Anschauungen ffchett Behörden Muß Man annehmen, daß Hgenden Falle um einen bedauerhmchest. Dönn es ist -Rh nicht es iM JNterefsd dO Staates l eine AusländöM, Hie sich wie ne Mädchen redWh hon Heer t &hä$et, bse rtzorüfe Bepmmung üfiterialerlaffes inAnwendung zu bringen. " " f 1 uns das Bestehen eines solchen kr Geist, der in her badischen upg herrscht, nicht vereinbexr, und es dürfte angezeigt sxin, oiese Wrsrhnung, die eineremß durch Sein Bedürfnis geordert wird, andrerüber zu sehr hart empfundener irrtümlicher endrmg führen kann, ganz zu beseitigen, hedenke, welches das Schicksal des 22jäyri- ^siMädchens hätte fein können, wenn fich nicht nach er Entlassung durch den Arbeitgeber humanikenbe Persönlichkeiten feiner angenommen! — sstzr Kall soll übrigens nicht vereinzelt da- M. Am so bedauerlicher ist, daß. wie man stellt, von seiten der leitenden Männer der »Wen Judenheit, der jüdischen Mitglieder des Herrats, nichts geschieht, um die Regierung zur -Hilfe zu veranlassen. Karlsruhe, 12.Dez. Pie Neuwahlen zur UrHAMchen Landesshnode werden voraussichtlich nicht vor März k. I. stattfinden. Oesternetrh. Wien, 13. Dezbr. In Sachen des Rekruten HerschKov its, über dessen trauriges Geschick &to Metts berichteten, haben der Mische AbgdordnMe Dr. Gabel und Genossen vorige Woche äM Jnterpellatton an den Landesverteidigungs- SttniMt gerichtet, die dieser mtt folgenden Ausführungen beantwortete: Dar Israelit. 4®. Dezembrr! Beantwortung der Interpellationen der Gabel, vetzreffeno die »rrschüMs bringe ich den ‘ lwsmtnistermM zur Set* _. . „ 2. -orpSkomuumdoS vom laufenden Jahres dem Hohen Haust zur Jgk d«r im kurzen Wege Atten am aenanntm Nachmittag Korporal Baltnt dem Herschkovits, im langsamen Marschtempo im Zugszimmer zu marschieren, was Herscbkovits auch tat. Sodann ließ Baltnt durch zwei Infanteristen zwei Bänke übereinanderftellen, damit H.-rschkovits über dieselben springe. Da er dies nicht ausführen konyte, ließ ihn Balint hurch die Bänke kriegn und rief schließlich, er werde Herschkovits erschießen, man solle ihm ein Gewehr bringen. Während ein Infanterist ein Gewehr holte, entnahm Balint aus seinem Koff.r ei le scharfe Patr ne, seiner Angabe nach einen „Versager". . Balint lud bas Gewehr, brachte es in Anschlag, dcr tzchuß ging los und Herschkovits stürzte lautlos zusammen (Rufe: Unerhört!) Die im Zugszimmer anwesenden Persrmen behaupten, den Eindruck gewonnen zu habem, daß Balint lediglich esnen SchErz machen wollte. Per militärgerrchtliche Augenschein Wurde dem Jnsanterieregim^nte Nr. 51 zur gerichtsyerrttchen .Entscheidung übersendet. Infanterist Hrschkovits sM bereits früher von dem Korporal Balintkörperüch mißhanbllt morden sein Der genannte Unteroffizier befindet sich in UntezsuMngshast. Ich kcmn nicht umhin, dem Gefühle der WrÄtPNg über diesen geradezu empörenden Vorfall Ausdruck zu gehen (lebhaf-erBeifpll) und hatte nur mit Rückficht auf die im Zuge befindliche Vnterfiichung mit einer schärfere« Verurteilung zurück. Ich rchmMch pMMn, M die ganze Armee die Wyechte -iGs traurige Porh,W»Mis in her Oeffentttchkeit Pl-tz gegriffen hat, im vollsten Maße teilt. (Beifall.) Nach Abschluß l es eingeleiteten Strafverfahrens, besten Beschleunigung ich betrieben habe, werde ich nicht verstblen, das Ergebnis mttzutetlev " Durch diese Mitteilungen des Ministers wird das bisher über den Fall Herschkovits bekannt Gewordene vollauf bestätigt. Es ist kaum zu bezweifeln, daß hier ein Mord vorliegt, der mit wohl selten vorkommender Kaltblütigkeit ausgeführt wurde. Und man wird abwardeu müssen, ob dex Minister die an seinen Bericht geknüpfte Beyficherung, den Geist der Rohheit in der Armee ausrotten zu wollen, auch dadurch verwirklicht, daß er geg«r die Geringschätzung jüdischer Menschenleben, wie sie der antisemitische Geist anerzieht, durch die Ergreifung geeigneter Maßnahmen Garantie«, schafft. Ungarn. - lieoiolle MnWacheft. (Bon »mserem Korrespondenten). Budapest, 9. Dezbr. por einigen Monaten wurde an dieser Stesse berichtet, daß die leitenden Männer des gesetzestreuen Judentums mit der Regelung des Jeschibahwesens . und der Reorganisation der PreßbuMer Rabbinatsschule fich eingehend befassen. Das Präsidium der orthodoxen Lanbeskanzlei hat auch einen diesbezüglichen Entwurf dem Kultusministerium unterbreitet, worauf die neologen Gewalthaber fich beeilten eines ihrer bekannten „Gutachten" zu verüben, dessen Inhalt die gehässigsten antisemitischen Ausfälle weit übertrifft. Wir wollten schon zu wiederholten Malen über das jüdische Rischus dieser jüdischen Gutachten, die in jüngster Zeit in erschreckender Weise sich häufen, unsere Betrachtungen und Sorgen der großen jüdischen Welt mitteilen, wurden aber an maßgebender Stelle aus Gründen politischer Diskretion davon zurückgehaltey. Nun hat aber die neologe Lanoeskanzlei selbst dafür gesorgt^ daß dieses famose Gutachten über die Preßburger Jeschibah in die Oeffentttchkeit gelange. Sie benützte einen kleinen Umweg bä der Pubttzierung dieses Dokumentes, das schon mehrere Monate vom Schreibtische des Referenten im Kultusministerium all acta gelegt wurde. Seit acht Jahren erscheint nämlich hier unter dem Titel „Magyar Szo" ein ungarisches Tageblatt, das als offizielles Organ der beiden reformierten Kirchen in Ungarn betrachtet wurde. Pie evangelischen Bischöfe, Dekane und Pfarrer waren ständige Mitarbeiter dieser Zeitung, die von einem jüdischen SchriststUer mit scharfer Feder redigiert wurde. Dex jüdische Redakteur mußte später feine evangelische Zuverlässigkeit dnM Annahme der Taufe bekund«,, wchß ihm Heine besonhere Srelerwein verurite, PuM M,iatz Mmm hat fich aber nicht Mr im RettgiouSwechstl, sondern auch in den »lttifchen Schwankungen stitte Geseiner neuen Ärche auf als konfessionelles Organ zu füngier«,. Da hatte der Judenstämmling eine glÄkliche Mee. Das ungarische Judentum hat noch kein konfessionelles politisches Tageblatt. Er ließ seine Zeitung nochmals rituell^ beschneiden, vereinigte sich mit einem Blatte, welches früher im Dienste der außerparlamentarischen Regierung gestanden, und.so hat die ungarische Judenheit seit einigen Tagen ein politisches Organ, das sich täglich in spaltenlangen Aufsätzen mit jüdischen Angelegenheiten befaßt. Dieses jüdische Blatt mit dem getauften Redakteur wird von der neologen Landeskanzlei inspiriert. Die neuauferftandene evangelischjüdische Leitung hat ihre Don fest ionefie Kirchenpolitik mit der Kritik der Rabbinerschulen refp. Heschiboth begonnen. Diese Aufsätze sollten bloß Borfpanndienste leisten zu einer Enthüllung, die in der heute erschienenen Nummer des „W. Sz." wie eine Bombe platzte. Unter der Ueberschrtft: „Zur Frage der Qualifikation der jüdischen SeÄsorger" erzählt der naive Meschumod an leitender Stelle, daß diese Frage allseits das größte Interesse wachKerufen und er sich dichtzrhalb an das Kultusministerium mit der Bttte gewandt habe, chm mitzuteile», wie das nu-arische Judentum amtlich (owl) über diese Frsme denkt. Und im Kuttusministeviüm war An passender Referent zur Hgnd, der es gswz aotzau wußte, welche Stellung das ungarische Jnß«,- tum (?) amtlich zu d^er Frage emnjwmt. Es würbe ganz emfach eine AbsHrift des neohMn Gutachtens der neuen Judenzertung zur BeMgung gestellt und so kennt heute die ganze Mgarrfthe Welt den amtlichen StMdpunkt tzes amtlichen Judentums i» her Mchihohfrage!" Wir wallen hier bloß eipe klchre Blumeustse des meiere Bagw umfaffeudenKeferats wjeSrgehen, damit «an west und breit einen Begriff habe, von dem gewaltigen jüdischen Anttjemitismus, den der gebildete, kultivierte, pGeiottsche und neolvge Fanatismus einer jützi- " scheu Behörde zu leisten imstande ist. Speziell hat es der Despot Dr. Franz Mezer auf die Preßburger Jeschibah abgesehen. Sie habe sich nicht entwickelt. Habe sich der Kultur nicht angepaßt. Habe die Paterlmchsttebe nicht gefördert. Für die Ausbildurch her Jugend nichts getan. In kultureller Bähung biete sie ein trostloses Bild, unwürdig des sich bahnbrechenden ungarischen Geistes. Sie verhindert die Entwickelung eines Teiles der Konfession und lähme die Entfaltung der sittlichen Zwecke. Sie verdiene den Charakter einer öffentlichen Schule nicht nur nicht in unserem Vaterlande, sondern dürfte diesen Anspruch nicht einmal in einem Lande erheben, das auf der niedrigsten Stufe der Kultur steht. In diesem Tone geht es durch fünf lange Spalten der Zeitung weiter und es wird dem großen Publikum vorgefpiegelt, daß Kandidaten mit Rabbinbrdipkomen aus der Preßburger Jeschibah bei der Aufnahmeprüfung in der unterst«, Klaffe des Rabbinerseminars und in der ersten Klasse der neologen Lehrerpräparandie gerade in den hebräischen Disziplinen dem erforderlichen Maße nicht entsprochen haben. Wir wollen für heute hier abbrechen und den Faden unserer Ausführungen demnächst tütet)« aufnehmen; fürietzt erklären wir nur folgendes : Wir schämen uns dieses gehässigen, denunziatyrischen Treibens aus tiefster Seele. Wir schämen uns vor ollen gebildeten und redlichen Mchtjuöen, vor Freund und Feind. Wir unterdrücken jedoch das Urteil, das sich uns auf die Lippen drängt pnd lassen es aus Rücksicht auf die Resommz der Sprache, in der wir schreiben, uuauHze- ""iS.»*-*«, .mn erra «nei mra rpwfvn

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