Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 48 (1907)
- Issue
- Heft 50 (12.12.1907)
- Date
- 1907-12-12
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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AMWWUWM^WMWMWD Feuilleton-Beilage zu Nr. 30 des „Israelit". euilleton. 17 Der Enkel. Erzählung von Friedrich Rott. (Fortfetzuug.) „Mit Gottes Hülfe," sagte Gotthold „du machst mir eine große, große Freude, mein Sohn. Und wie ist es denn, hast Du in Wirklichkeit die Absicht, Dich von Grünseld unterrichten zu lassen?" „Ganz gewiß, ich weiß zu wenig, um meinen Sohn so erziehen zu können, wie ich mir gelobt hab>e, chn zu erziehen. Aber ich werde damit erst beginnen, wenn wir von unserer projektierten Reise zurück sein werden." „Wann beabsichtiget Ihr denn zu reisen?" „Malwine möchte, sobald sie sich erholt haben wird. Ich werde jedoch dem Sanitätsrat sagen, daß er es vor dem Pessachfest nicht erlauben darf. Es wäre zu ungemütlich am Pessachfeste nicht zu Hause zu sein." * * * Malwine erholte sich überaus rasch und auch ihr Söhnchen entwickelte sich herrlich. Es war .ein selten schönes Kind, der Stolz seiner Mutter, die Wonne seines Vaters und Großvaters, stundenlang konnte Theodor an dem kleinen Bette sitzen, den holden Schläfer bettachten und sinnen und planen. Malwine lachte und neckte ihn häufig, daß er seit der Geburt seines Sohnes ein Träumer geworden. Er widersprach nicht, lächelte nur glückselig in sich hinein. Mit seinem Schwiegervater war er aber weit leichter fettig geworden als er gefürchtet hatte. Er hatte es nicht für richtig gehalten demselben sofort mitzuteilen, daß er entschlossen war, am Sabbath das Contor nicht wieder zu betteten, er besorgte, vielleicht mit Recht, daß es dadurch selbst in Gegenwart der Wöchnerin zu unangenehmen Erötterungen hätte kommen können. Er hatte ihm daher vorläufig mitgeteilt, daß er während des Wochenbettes seiner Frau am Sabbath zu Hause bleiben werde, damit Malwine nicht durch die vielen Besuche, die an diesen Tageri kömwen könnten, * allzusehr angestrengt werde. Schröder hatte ihm verständnisinnig zu genickt, wo es sich um feine Tochter handelte, tat er gern auch ein Uebriges. Aber er ersuchte feinen Schwiegersohn, abends, wenn Besuche nicht mehr zu gewärtigen wären, ins Geschäft zu kommen, um mit ihm nochmals alles, was im Laufe des Tages vorgekommen war, zu besprechen, denn er hatte große Achtung vor dem geschäMchen Scharfblick des jungen Mannes. . Nachdem dieses sechs Wochen hindurch zu allseittger Befriedigung so gehalten worden war, war es ohne unfreundliche Erörterung zur Gepflogenheit gewogen, daß Theodor am Samstag erst Abends ins Geschäft kam, dafür aber gewöhnlich am Sonntag arbeitete. Sein Schwiegervater fragte chn zwar zuweilen lachend, ob Malwinens Wochenbett noch immer andauere und lachend erwiderte Theodor jedesmal, es gefalle chm so besser, und da das Geschäft nicht darunter leide, könne keiner dagegen etwas sagen. Malwine, längst wieder sttsch und blühend, war eifrig beschäftigt tnit Vorbereitungen zu der von ihr heißersehnten Reise. Am lievsten wäre sie ein volles Jahr unterwegs geblieben, dagegen wehrte sich jedoch nicht nur ihr Gatte, sondern auch ihr Vater, der den klugen Berater und tüchtigen Arbeiter nicht allzulange missen wollte. Länger als zwei Monate wollte er ihm nicht Urlaub geben, Theodor wäre eine kürzere Frist noch weit lieber gewesen. Malwine bemühte sich, nach Kräften für alles Erdenkliche zu sorgen. Sie fuhr persönlich mit der Amme nnd ihrem Söhnchen zu Frau Dr. Beer, der Cousine ihres Schwiegervaters, die es übernommen hatte die Pflege des Kindes zu überwachen, übergab ihr Teuerstes der Obhut der hochverehtten Frau und überhäufte sie im vorhinein mit Geschenken und Liebenswürdigkeiten, dann band sie der Haushälterin chres Vaters und der ihres Schwiegervaters auf die Seele, für die alten Herren gut zu sorgen. * * Sie waren bereits sechs Wochen auf der Reise, hatten sich mehrere Wochen in Patts auf gehalten, weilten jetzt in London, wollten einen Abstecher nach Schottland machen, dann zurück nach London, von dott nach Kopenhagen und dann die Heimreise antreten. Malwine hatte sich, wie sie sich auszudrücken pflegte, riesig amüsiert, dennoch war es während dieser Zeit wiederholt zu ernsten Mißhelligkeiten zwischen den Gatten gekommen. Der jungen Frau hatte es nämlich in manchen israelitischen Restaurationen nicht gefallen, sie hatte behauptet, auf Reisen brauche man eS nicht so genau zu nehmen, sie kenne verschiedene streng fromme Israeliten, die zu Hause einen streng koschern Haushalt führen, auf Reisen jedoch in den Hotels ersten Ranges an der Table d'hote speisen. Und das wollte sie auch. Nur durch die energische Drohung sofott und eventuell allein die Heimreise anzutteten, vermochte Theodor sie in Schach zu halten. Hinterdrein war sie allerdings noch jedesmal zur Einsicht gekommen, hatte, wenn sie ihn trübe und verstimmt sah, sich ihm an den Hals geworfen und ihn mit Zärtlichkeiten überhäuft und erklärt, sie sehe ein, daß sie Unrecht gehabt habe, doch bei nächster Gelegenheit wiederholte sie die ganze Geschichte. Theodor fteute sich mit jedem Tage, der sie der Heimreise näher brachte, er sehnte sich nach feinem Kinde, nach seinem Vater und last not teast nach dem endgiltigen Schluß der Szenen mit seiner Frau. Aber auch Malwine befreundete sich immer mehr und Mehr mtt dem Gedanken an die Heimkehr. Nicht daß sie Sehnsucht nach ihrem Kinde oder nach sonst jemanden empfand, aber-sie hatte sich allzuoft darüber geärgert, daß ihr Schwiegervater gewissenhaft sein Wort gehalten und sich täglich nach seinem kleinen Enkel umgesehen hatte. Dadurch war er doch auch tagtäglich mit seiner Cousine Eulalia in Berührung gekommen, die, wie Malwine behauptete, auf feine Hand spekulierte, namentlich da dieselbe, wie er schrieb, es als ihre Pflicht bettachtete, ihn an jedem Sabbath mit seinem Enkel zu besuchen. Am Sabbath fühlte sich Gotthold in der Tat sehr vereinfamt, wenn auch Bekannte und Freunde ihn hin und wieder besuchten und wenn er sich auch geistig beschäftigen konnte und es auch tat — das zuweilen geradezu schmerzhafte Gefühl des Alleinseins vermochte er nicht zu bannen. Dann ging er mit den Händen auf dem Rücken übereinander hin und her in den schönen, doch ver- (Fottsetzung siehe nächste Seite.) lamillennachrichten. (Unseren Abonnenten steht diese Rubrik kostenlos zur Bersügung. Nichtabonnenten haben für die Aufnahme jeder Notiz eine Gebühr von 1 Mk>, die gleichzeitig emzusenden ist, zu entrichten. Die Sendungen müssen immer spätestens am Mittwoch» Bormittag vor dem Erscheinen der jeweiligen Rümmer in unsere» Händen fejno Verlobt; Rosa Berge! mit Daniel Goldschmidt Frankfitrta.'M. Verm&hlt: Leopold Schwab mit Hanni geb. Erlanger. Frankfurt a. M. Geburten: Ein Sohn: Hermann Kobn (Schwab). Gerolzhofen. *- Sabbat-Anfang u. Ausgang. OKT: Anfang Datmn Ausgang UhrlMin. 1907 5667 UhrlRin. 14. Dez. 9. Tebeth. Frankfurt a. M 4 00 5 15 Berlin .... — — 4 42 München . . . 4 15 5 08 Strakbnrg ■ 4 30 5 30 Stuttgart. . . 4 80 5 11 Posen .... — — 4 28 Nürnberg . . — — 5 08 Hamburg . . > — — 4 55 Prag. — — 4 45 Für bett Rettameteil ist die «edaktio» nicht wörtlich: insbesondere ist eS ansschliestltch 0 Leser, die im Rettameteil enthaltene« 0« ritueller Ware» oder sonstige Angabe» rel _ liche« Charakters ans ihre Znberlästigkeit z» d der Eine vöMlicheVHr im Konkurrenz-Kampf Ist ein wirkungsvoll abgefasstes Inserat am richtigen Platze. Derartige Vorschläge hat für Sie kostenlos die Firma Naasaastela A Vogler, I. B., FraakfarC a. RH., znif 4SI. Nasskalte läget, eisige IMdrti das ist jetzt so die Regel und die' halbe Wett ist erkältet, aber darum braucht mau nicht zu verzagen. Fays ächte Sodener Mineral-, Pastillen räumen mit jeder Erkältung de» Luftwege gründlich auf. Schon der Owrauch einiger Pastillen bttngt Erleichterung auch in schweren Fällen, und verwendet man di» Pastillen weiter nach Borfchttst, dann wirb man stets — vorausgesetzt, daß nicht ein» Krankheit im Entstehen ist — in kürzeste» Zeit fein Leiden ws sein. Wer auch wenn nicht nur eine Erkältung vorliegt, wird die Anwendung der Pastillen immer nur i und nie schaden. Fahs ächte Sodener man in allen Apotheken, Drogetten und neralwasserhandlungen für 85 Pfennig die Schachtel. Jnbilän« der Firma LH. Sackrenter. Am i. Dezember feierte die altbekannte Frankfurter Firma Th. SackreMer Schillerplatz 5—7 ihr 50 jähriges Geschäfts-Jubiläum. Me . Firma, welche den Alleinverkauf zu Fabrikpeisen des wetti bekannten echten Christofle-GilberS hat, erfreut sich eines bedeutenden Rufes, der nur geschaffen wurde durch die mwedmgte T Dauerhaftigkeit ihrer vom echten Silber nicht zu unterscheidend«, J geschmackvollen Christosle-Tafelgeräte und durch die rech« 1' Grundsätze der Inhaber. ES wäre der Firma Sackest« schwerltch gelungen, sich diesen Ruf zu erhalten» wenn nicht die Güte der Fabrikate sich so hervorragend bewährt hätte. G» gibt soviel Nachahmungen, daß er ein Gebot der Vorsicht «tr auf Firma und Fabrikmarke zu achten.