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Der Israelit · 1907-11-28 · Heft 48 (28.11.1907) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
48 (1907)
Issue
Heft 48 (28.11.1907)
Date
1907-11-28
Page
– (sequence 14)
Language
German
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der LottrEarten diente, „wenn mich kleine Markus morgen in die Hand nimmt, schneide ich ihm in den Finger." : „And ich steche ihy," sagte das Trendelchen. ,Alle Nummern, die auf seiner Karte sind, sen sich verstecken, so daß er überhaupt nicht - gewinnen kann," schrie der alte Würfelc, „und wenn er dann wieder rebelliert^ nun, so-setzt es noch einmal Ohrfeigen." Der Würfelbecher war wirklich ein recht böser Patron und steckte die anderW mit an. „Ja, so .wirds gemacht,"? bestätigte der Chor.- Da erhob M ein Knistern, es war das Chanukahlicht, Ms am Verlöschen war, aber durch den Lärm auf dem Tische aufmerksam geworden, noch einmal das Köpfchen hob und hell aufstraylte. Der Schammes brannte nur noch mit ganz winzigem Flämmchen und ging aus, ohne des Lichtchens Rede zu hören. „Schämt Euch", rief dieses so laut über den Tisch herüber, daß Hammer und Glocke ihre Mondscheinpromenade unterbrachen und erstaunt zuhörten, „schämt Euch, wie könnt Ihr so boshaft sein, und Euch an einem kleinen Kinde räMN, das schon gestraft genug ist. Ihr könnt mft glauben, es war viel schmerzlicher für den Leinen Markus, daß ihn seine Mama bei Zubettgehen nicht küßte, als daß er das Spiel verlerten hatte." „Dann hätte er doch nicht zu toben ^chüchen", behaupteten die Lottokarten. „O wie einfältig Ihr seid", sagte das Chanukahlicht, „M könnt natürlich nicht begreifen, daß er nur weinte und schrie, weil er sich über sein kindisches Ätztragen schämte, weil es ihn wurmte, vor seinen Geschwistern seinen Aerger gezeigt zu haben. Ich ktznne ihn besser als ihr und weiß, daß er nicht wieder so unartig sein wird. Seht Ihr den kleinen Leuchter hier neben mir? Den hat er heute Abend so brav angezündet, daß es eine Freude war. Nebenbei seid Ihr eine recht undankbare Gesellschaft? Mir zu Ehren war's, daß Ihr aus Eurem staubigen Winkel hervorgeholt worden seid, darum habe ich auch hier zu befehlen. §hr laßt mir den kleinen Markus hübsch in rieben, 'und wenn ich morgen in Gesellschaft eines zweiten Lichtchens wieder hell strahlen wetde, dann wollen wft sehen, wer Recht bMt." Husch l .Da war es auch schon verlöscht und die' ganze Schar saß im Dunkeln. Das war gut,, denn so konnte" einer des andern betretenes Gesicht nicht sehen. - „Wir find müde," sagten endlich die Lottokiirten kleinlaut, „kommt Kinder," sie winkten den Sternchen und krochen in ihre Pappschachtel. Der Würfelbecher wackelte mißvergnügt hinter ihnen her, nur das Trendelchen tanzte noch so lange, bis es umfiel. VN. Die Chanuftfllidifer. Das schöne ChaNuküfest steht wieder vor der Türe. Bald werden die Lichtlein in ihrem Glanze erstrahlen, bald werden wir in dem schönen Moaus-Zur-Lied von den Wundern fingen, die der liebe Gott unfern Vorfahren getan, werden wir von den Kämpfen und Siegen jener tapfern Makkabäerhelden erzählen, die für Gott und seine heiligen Gesetze sich starker/Uebermacht entgegenstellten und in heldenmütigem Kampfe siegten. Mit Stolz blicken wir auf diese wackern Männer zurück, und zu allen Zeiten wurde ihr Andenken «feiert. Zu allen Zeiten wurden die Chanukattchilein angesteckt, aber nicht immer haben sie E und Jubel gebracht. Es gab einst it Zeiten, da unsere Eltern unter dem den Joche übermütiger Römer seufzten, M ihnen die Ausübung der göttlichen Gebote lÄenSgefährlich wurde. Selbst das Anzünden 8er Ehanmalichtlein hatte einmal schlimme Folgen für sie, und viele tausend Menschen büßten es mit dem Tode. Das war nämlich zur Zeit des römischen ÄüisM Traian. Als er einst mit seinem Heere auf einem KriegSzug begriffen war, schenkte ihm seine Gattin einen Sohn. Die Geburt des Prinzen wurde überall gefeiert und allerorten herrschte Jubel und Freude unter dem Volke. Nur die Juden konnten sich nicht an diesen Festlichkeiten beteiligen, denn der Geburtstag des Prinzen war gerade auf den 9. Ab gefallen, der für uns Juden ein Nattonaltrauertag - ist. An diesem Tage wurden nämlich die beiden heiligen Tempel — der erste durch den Babylonierkönig Nebukadnezar und der zweite durch den römischen Kaiser Titus — in Jerusalem niedergebrannt und die Stadt selbst zerstört. Während das Volk sich belustigte, saßen die Juden in ihren Synagogen, sangen ihre traurigen Weisen und weinten um den Untergang des jüdischen Staates. Natürlich eilten ihre Feinde, die es zu jeder Zeit gab, sofort zur Kaiserin, um sie zu verleumden. Sie sagten, die Juden seien nur aus Bosheit den Lustbarkeiten fern geblieben und der Kaiser müsse sie dafür bestrafen. Wohl zürnte die Kaiserin den Juden, als sie diese Klagen hörte, aber sie freute fich so sehr über ihren Sohn, daß sie alles Andere darüber vergaß. Inzwischen war Chanuka gekommen. In allen jüdischen Häusern rüstete, man. sich zu diesem Feste. Die Chanukaleuchter würden hervorgeholt und blaük geputzt und überall herrschte innige Freüde. Zum Anglü^für die Juden würde her junge Prinz gefähEchÄcänk und stmOMOW tage des Chanukafestes. Im ganzen Lande war nurj große Trauer und überall beklagte und beweinte man den Tod des Prinzen. Die Juden waren aber in arger Verlegenheit. Was sollten sie tun? Sollten sie die Lichtlein nicht anzünden? Unsere Weisen hatten es aber für alle Zeiten geboten, und man darf ein solches Gebot Nicht mißachten. Wenn sie die Lichtlein aber anzündeten, setzten sie sich da nicht der größten Gefahr aus? Würden dann die Judenfeinde nicht wieder mit ihren Verleumdungen zur Kaiserin gehen? — Lange schwankten sie und wußten sich keinen Rat. Endlich siegte ihre Frömmigkeit, Und sie beschlossen das Gebot der Weisen zu erfüllen und die Chanukalichter, trotz aller Gefahr zu entzünden. Sie hatten sich leider nicht verrechnet. Kaum erstrahlte der Lichtglanz in den jüdischen Häusern, als sie auch schon ihre Feinde bei der Kaiserin verklagten. „Siehst Du nun", sagten sie, „daß die Juden ein böswilliges Volk sind? Als sich das ganze Land über die Geburt des Prinzen freute, da saßen sie in den Synagogen und sangen Klagelieder, aber jetzt, da Alles um den Tod Deines Sohnes klagt und jammert, da beleuchten sie ihre Häuser und singen fröhliche Weisen." Diesmal war den Judenfeinden ihr Hetzwerk besser gelungen. Die Kaiserin schickte sofort einen Boten an ihren Gemahl und ließ ihm sagen: „Ehe Du wilde Völker in fernen Ländern bekriegst, züchtige doch lieber die Juden in Deinem Lande, die sich gegen Dich empört haben." Als der Kaiser diese Botschaft vernahm, schiffte er fich sofort mit seinem ganzen Heere ein und ein günstiger Wind brachte ihn, anstatt in zehn Tagen, wie er berechnet hatte, schon nach fünf Tagen in sein Land. Das schien ihm ein günstiges Zeichen. „Gewiß bin ich jener Adler", sagte er, „von dem es in der Bibel heißt: Vom Ende der Erde wird Gott ein Volk herbeiführen, wie der Adler herbeischwebt". Er fiel mit seinen Soldaten über die unschuldigen Juden her und richtete ein gewaltiges Blutbad unter ihnen an. Alle Männer und Kinder wurden ermordet, nur die Frauen ließ der Kaiser am Leben, um sie zu Sklavinnen zu machen Als pe fich aber standhaft weigerten, den Glauben der Väter zu verleugn^ wurden auch sie umgebracht. Ihr Mut floß in StrWe» unh vereinigte fich mit hem ihrer Märmer mch Kinder. : Drum, wenn wir die Heldentaten der tapst«, Makkabäer feiern, wollen wir auch dieser Mcwner und Frauen gedenken, die als wchre VWÄMr ihres Glaubens starben und HrEm selhst für ein Gebot unserer Weilen einfetzteü. (Rach dem MidrW. PreisrSlsel. Budiftabenräffei. Wortspiel (Hebräisch). 1. 2. Zwei Laute mix, Doch kam ich — ich siegte, Wer mich findet. Dem neigt sich alle Welt. 1. 2. 3. Nach Tages Arbeit, Nutzlosem Kampf ' Nach Hasten und Sputen Sie rasteten, — 4. 5. Ein Vierteljahrhun dert, Ein Menschenalter! Was wird es uns bringen, Segen, Gelingen? — Entsagen - Und Klagen? — In Gottvertrauen Mußt vorwärts schauen! 1. 2. 3. 4. 5. Ein Fest der Freude, Des Glanzes, des Lichtes, Ein Fest der Befreiung, Des Wunderberichtes! Geht unter die Sonne, Sinkt draußen die Helle, ' Nach des Hauses Räumen Sie wendet sich schnelle- Und in strahlender Leuchte Schimmer Auffiammen die Lichtlein, Sie mehren sich immer - Und widerstrahlen Aus Kinderaugen, Die ja so innig Zur Fröhlichkeit taugen, Und Jubelgesang aus voller Brust Verkündet jauchzend des Festes Lust Des Fest's, das erkämpfet Die Treue der Brüder- — Das herrliche Fest, Bald nahet es wieder! Nur kurze Geduld, Dann ist es da, Das liebe, einzige — Die Lösungen des obigen Rätsels find in poetischer Form abzufaflen. Die zehn besten poetischen Lösungen werdm mit Preisen bedacht. Silbenrätsel' ... r. 2.«.. Der Mutter Mühe, Des Vaters Sorgen, — Der Eltern Freude, Des Hauses Segen, — — Was mag das sein? — 3. 4. Traulich, gemütlich, Wandernd %u sitzen, Wir gerne sie benützen. Doch hüt', daß nicht An Heft und Buch Des Lehrers Aug' sie such'! 1. 2.' 3. 4. Ob sie wohl kommt! Es blättern die Kleinen Boss Eifer das Blatt, Sie suchen das Ganze. FreM in den Blicken, Wenw sie es fanden, EuttäusM wenn ihr Suchen BergehM nur war.

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