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Der Israelit · 1907-11-14 · Heft 46 (14.11.1907) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
48 (1907)
Issue
Heft 46 (14.11.1907)
Date
1907-11-14
Page
– (sequence 10)
Language
German
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fcetk 10. Nr. « Der JSraelit. 14. SkorMöer Iflöfr' Uer, 8. Rov. Am 30. Okober er. verstarb HW im Alter von 45 Jahren Frau H. Kaufmann, Gochshetmer. Sie war seit dem Jahre 1898 Borr^e deS JSr. Frauenvereins und verstand es, den benz«r des Vereins gerecht zu werden. Bon ihrer BÄebtheit zeugte der imposante Lcichenzug. Alles, aus nah und fern, war herbeigeeilt, um der Verstorbenen das . leiste Geleit zu gebm. Am Grabe schilderte Herr Lrhrev Schoemann die Tugenden und Vorzüge der Ber- . strNbenen, insbesondere ihren ausgeprägten WohltStigkeitsstmr. Burgpreppach, io. Novbr. Bor kurzem wurde Herr I. .Braunold, Lehrer an der hiesigen Präparandenfckule, zu Grabe getragen. Die Anstalt, an der b« Verblichene 10 Jahre wirkte, verliert in ihm einen nm seltenen Geisteseigmschaften am gestatteten Lehrer. Dem urch Echteifrig im Berufe, verband er mit einem gMtzeEn Willen eine große Bescheidenheit, die ihn seine «Dene Persönlichkeil stets vor den anderen zurtzckstellen HW. In seiner freundlichen Meise stand er den jungen Kollegen immer gerne mit Rat und Tat väterlich zur Seite. Den Schülern, die er durch feinen anregenden itttfr interessanten Unterricht zu fesseln wußte, war er stets das vollkommenste Muster eines guten Jehudi. Groß ist die Zahl derer, denen er das Gotteswort vermittelte and die er hat bilden helfen zu tüchtigen Menschen und aesetzeStreuen Juden. Sein Unterricht zeitigte treffliche Erfolgedafür wurde chm noch im letzten Jahre feiner TÄigkcit die Anerkennung der hohen Kgl. Regierung zu tell. Die Gemeinde Burgpreppach betrauert in ihm ein Mitglied, das ihre Interessen stets warm vertteten und gefiedert hat. Er wußte flch die Zuneigung aller zu erwerben, die zu ihm in engere Beziehung ttaten. Unser Myzer Ort trauert denn auch um den trefflichen Mann. Wie große Schar von Freunden der Berstorbenen war h«beigeeilt, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Am Trauerhause hielt Herr Rabb. Dr. Cohn als Direktor der Präparandenfchule und als Vertreter deS Kuratoriums ein ^DN/ in dem er ein treues Bild von 'der von Pflichteifer erfüllten Persönlichkeit deß Heimgegangmen entwarf. Im Namen des Lehrerkollegiums und als Vertreter des Vorstandes des Jsr. Bayr. Lehrervereins, dessen Mitglied der Verstorbene war, widmete Herr Lehrer Reumann dem Dahingeschk denen einen warmen Nachruf. Er beklagte dm frühen Heimgang des Studienfreundes und Kollegen, der auf der Höhe deS Levens dahingerafft wurde. Am Grabe sprachen Herr Lehrer Matthes-Ditters wind im Namm deS Bezirkslehrervereins Burgpreppach, Herr Lehrer Ottensoser in Vertretung das isr. Kultusgemeinde und Herr Lehrer Zeilberger, z. Zt Burgpreppach, .alS ehemaliger Schüler des Heimgegangmm. Pinne, 11. Rov. Unter zahlreicher Beteiligung ist heute Herr Simon Marcus zu Grabe gettagen worden, der, von mehreren Generat onen unsrer Gemeinde cckS „RebSchaje" gekannt und verehrt, am letzten Freitag kurz vor rOV im ehrmvollen Alter von 90 Jahren aus unserer Mtttegeschtedm Ist. ES ist mit dem Berblichenm ein Stück Geschichte unserer Gemeinde von unS gegangendenn lein Leben war mit dem religiösen Leben der Gemeinde aufs engste und innigste verbunden. Jahrzehnte hindurch hat der BerklSrle als fcmp b)F2 Gottes Wort in der Synagoge verlesm, an den DWItt OTD1 mit ergreifender Andacht als nbDD fungiert, und unvergänglich find die Verdienste, die er fich als in der Gemeinde und in ihrem weiterm Umkreise erworben hat. Ganz besonders schmerzlich empfindet auch die Kngrnp inan dm Verlust ihres Borfitzenden, der mtt Liebe und Hingebung ihre Zwecke förderte. Sein Berufs- und Familienleben war geweiht von reltgiösem Geiste, und so war er ein von Angehörigen aller Bekenntnisse «schätzt« und verehrter Mann. Das zeigte denn auch d« Trauerzug, d« Simon Marcus das letzte Geleite gab. Der Schm«; und die Trau« weit« Streife um dm Verlust des ehrmürdtgen Mannes fanbm ihren Ausdruck in dem erg«etfmdm TDDn, das unser Rabbiner, Herr Dr. Grünthal am Grabe hielt und in dem er bewegten Herzens das Lebensbild des Heimgegangenen entwarf. Nachdem noch der Sohn des Verblichenen, Herr Hermann Marcus auS Frankfurt a. M., von dem Bat« mit innigm Worten Abschied gcnommm, wurden die irdischen Reste deS allverehrten Mannes in die Erde gebettet. Sein Andenken bleibt ein immerdar gesegnetes. Krakau, 10. Okt. Einen herben Verlust erlitt-die hiefige Gemeinde durch den am vorigen p"V)E> erfolgtm Tod des allgemein beliebtm und geachteten R. S. I- Feil y'f. Der Verstorbene, der ein Alter von 72 Jahrm «reichte, war ein guter Jude rom alten Schlage, b« sein« Gemeinde nahezu 37 Jahrm in Ehrm diente. Besond«s populär machte ihn der Umstand, baß « feit 47 Jahrm der gesuchteste st.-siv von Stralau und Umgebung war. Für ihn war diese Beschäftigung wirklich nur ein ni3Ö "ÜT, wofür « nie eine Entlohnung annahm. AuS feinem Mohelbuch ist zu «fehm, daß « Nicht wmig« als 20000 jüdische Skinbn in den rYH3 W3K DPTOn bv eingefüyrt hat, außerdem an neun pUt '13 und acht jüdischen ßKnaben, derm Brüd« nach d« Beschneidung gestorben warm, im Alt« von 10—12 Jahrm N1LV vollzogm hat. Der Verblichene, d« selbst nur wmig befaß, übte D'HDn über feine Skrüfte, indem « besonders jüngereren OniN2 ein un- «stbrtes Talmudstudium ermöglichte. An feinem Leichenbegängnis nahmen über 2000 Menschen teil, darunter ' ««h o« KulMSVorstand mtt dem Präsidenten Dr. TtlleS an d« Spitze. Im Trau«haufe hielt ihm ein Jugendfreund, H«r Rabbiner Dembitzer und in der Synagoge Herr Rabbiner Pinkas Dembitz« ergreifende > Briefkasten der Redaktion. L. in H. ' ES ist doch selbstverständlich, daß d« betteffende Schächter, d«, wie Sie schreiben, denSabbath entweiht, fich rasteren läßt, und die Schechita-Borschriftm teils nicht kennt, teils außer acht laßt, aus seinem Amt entfernt werden muß. c» * inderecke. Erlauschtes. Skizzen von S. R. Es schellt.Der Junge läuft zur Türe und kommt zurück. „Mama, eine arme Frau ist da", ruft er ins Zimmer. Die Mutter tadelt ihn ernstlich. „Wieso weißt Du, daß es eine arme Frau ist?" - „Sie ist so dürftig gekleidet." „Glaubst Du, daß alle Leute reich sind, die in noblen Kleidern gehen? Und wenn sie wirklich arm ist, muß es ihr nicht wehe tun, daß Du ihr das ansiehst? Aber komm, wir wollen sehen, ob Du recht hast, rufe die Frau herein!" Beschämt, zögernd gehorcht der Junge, noch zögernder, verlegen kommt die Frau, die einen schweren Korb schleppt, herein ins Zimmer. „Kaufen Sie mir was ab, liebe Frau," bittet sie. „Gewiß, gerne. Erst stellen Sie den schweren Korb ab, und setzen Sie sich." Erstaunt und fragend schaut die Frau mit müden Augen zur Sprecherin auf. „Ach, wie wohl das tut," sagt sie, „man hat mir schon lange keinen Stuhl mehr angeboten." „Haben Sie Kinder, Frauchen?" Ein Leuchten zieht über das blasse Gesicht. „Ja, sie sollen mir leben und gesund sein, ich habe brave, fromme, gute Kinder, für die arbeite und plage ich mich gerne; für sie schleppe ich den schweren Korb und freue mich den ganzen Tag auf die Stunde, wenn ich heimkomme zu meinen Kindern, die mir dann alle auf einmal den schweren Korb abnehmen möchten." Die Hausfrau kauft der Frau etwas ab und diese geht. — „Nun, mein Junge," sagt sie dann zu ihrem Kinde, „ist d i e Frau arm, die brave Kinder hat?" Wortlos legt der Junge seinen Arm um den Hals der Mutter und küßt sie innig. „Mutter, ich muß dir ein Geheimnis sagen!" „Da bin ich aber neugierig!" „Wirst du es auch niemandem sagen?" „Niemandem." „Auch dem Bater nicht?" „Warum soll es der Vater nicht wissen?" „Nur du sollst es wissen, Mutter!" „Warum nur ich?" ' „Weil ich weiß, daß es dir Freude macht." „Und macht es dem Vater nicht auch Freude?" „Ja, aber ich fürchte, er lacht mich aus!" „Also erzähle mir dem Geheimnis!" Und das Kind erzählt der Mutter flüsternd : „Als ich heute aus der Synagoge kam, da standen einige Arme im Hof, die verlangend die Hand ausstreckten. Geld habe ich ja keins; aber, weißt du, Mutter, die Bonbons, die du mir gegeben, hatte ich noch in der Tasche, und davon teilte ich den Armen aus, als es niemand sah. Und sie freuten sich wirklich damit, Mutter, ich hab's bemerkt und das macht mich so froh! Aber nichts erzählen, Mutter, nicht wahr?" ...... Hat je ein Krösus reicher gegeben? Einmal kommt die Mutter nach Kruse mb. findet ihr Kind in großer Aufregung. „Mama, denke dir nur, eine Hausiererin war da, und da ich ihr doch nichts abkaufen konnte, wollte ich ihr meine Pfennige schenken: Mer denke nur, sie nahm sie nicht, sondern sagte: „Geschenkt nehme ich nichts, mein Kind, ich will verkaufen." Warum hat sie es nicht genommen, Mama, ich wollte sie ihr doch so gerne geben!" Und nun erklärt die Mutter ihrem Kinde, daß es oft, sehr oft viel schwerer ist, zu nehmen, als zu geben, daß wir diese Frau sehr hoch achten müssen, weil sie sich ehrlich plagt, Geld zu verdienen und daß es ihr gewiß weh;etan, Almosen angeboten zu bekommen; nur habe sie es gewiß verziehen, weil sie sicherlich fühlte, daß ein gutes Herz die Triebfeder war. Und-so lange sprach die Mutter mit ihrem Kinde, bis es begriffen, daß zum Geben nicht nur Herz, sondern auch Verstand gehört. Tamiliennacbricbten. Verlobt: Helene Rosenberger mit Dr. med. D. Ascher, Frankfurt a. M. — Esther Abeles mit Samuel Speyer, Frankfurt a. M.-Antwerpen. Vermftblt: Beer mann, Markus, mit Betti, geb. Hirsch, Hannover. Geburten: Ein Sohn: Hermann L y p st a d t (KlibanSki)» Nürnberg. — Leo Löser Löbenstein (Henoch), Quierschied b. Saarbrücken. — Eine Tochter: Max Hirn heim (HirnSeim), Bamberg. Barmiznohfeler: Julius, Sohn des Herrn William Jacob Herzberg, Fulda. _ - Sabbat-Anfang u. Ausgang. ier«v OST: Anfang Datum Ausgang UhrlMin. 1907 5667 UhrlMin. 16.Nov. 10.KiSlew. Frankfurt a M. 4 15 5 30 Berlin .... — — 4 58 München . . . 4 20 5 17 Straßburg . 4 30 5 30 Stuttgart. . . 4 30 5 22 Polen ... — — 4 44 Nürnberg . - — — 5 16 Hamburg. . - — — 5 15 Prag. . - — — 5 00 Die Zeit für den letzten Saböathausgang in Straßburg war in voriger Nummer irrtümlich auf 5 Uhr, statt auf 4 Uhr 45 Min. angegeben. -—*---- ■■■“■ -- --C ■‘■i ■ .->? —lalfz— Zustellung des Israelit! Sämtliche für unsere Post - Abonnenten bestimmten Exemplare liefern wir der hiesigen Zeitungsstelle Donnerstag abend ein, so daß jeder Abonnent innerhalb Deutschlands spätestens Samstag in den Besitz der Zeitung gelangen muß. Sollte in der Zustellung des Blattes eine Verspätung Vorkommen oder eine Nummer gänzlich auSbleiben, so bitten wir dringend, bei dem Postamte am Wohnort des Abonnenten reklamieren zu wollen. Das betteffende Postamt ist verpflichtet, unverzüglich von dem hiesigen Post« zeitungsamt Nachlieferung der fehlenden Nummer zu verlangen. Erfolgt jedoch auf diese Beschwerde hin, keine Remedur» so bitten wir, erst dann uns entsprechende Mitteilung zu machen. Nur Abonnenten, die unsere Zeitung unter Stteifband zugestellt erhalten» wollen direkt bei unS Reklamationen einreichen. Vsrlag des Israelit G. m. b, JL Frankfurt a. M., Hansabans. * ----- * - vr*-. - „j,.,.

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