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Der Israelit · 1907-11-07 · Heft 45 (7.11.1907) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
48 (1907)
Issue
Heft 45 (7.11.1907)
Date
1907-11-07
Page
– (sequence 13)
Language
German
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euilleton. Der €#k<l. Erzählung von KriedMttz Rost. (Fortsetzrmg.) Das Mabl verlief in schönster Weise. Gotthold Hatte dafür gesorgt, daß alles nach Vorschrift vor sich gehe, die Neuvermählten waren die Ersten, die sich vor dem Egen Wasser über die Hände gießen ließen, zum nicht geringen Staunen des alten Schröder, der jedoch feinem Versprechen gemäß sich um nichts kümmerte und über nichts eine abfällige Bemerkung machte. Es wurden auch die üblichen Toaste ausgebracht, Tischreden gehalten usw. usw. aber es war verlautet, daß der Vater des Bräutigams aus naheliegenden Gründen das Esten nicht allzusehr in die Länge zu ziehen wünsche, die bekannten Dauerredner hatten sich dadurch veranlaßt gesehen, sich doch etwas kürzer zu fassen, andere hatten sogar auf das Wort, verzichtet, sodaß schon vor zehn Uhr das Eis serviert werdew konnte. Dann sprach Gotthold das Tischgebet und zwar mit einer Innigkeit, die alle tief ergriff. Seine Schwiegertöchter, die neben chm saß, drückte ihm nach beendigtem Gebet die Hand. . „Papa, ich gäbe was drum, wenn ich auch so beten könnte, willst Du es mich lehren?" „Gern, liebes Kind.' Aber für jetzt müßt Ihr mich entschuldigen, ich muß mich nach der Mama umsehen." „Wir werden uns auch sehr bald verlieren," flüsterte ihm Malwine zu. „Aber bevor wir nach Hause gehen, kommen wir noch ans einen Augenblick zu Euch, um zu sehen, wie es der Mutter geht," sagte Theodor. „Ja gewiß, düs tun wir," stimmte Malwine bei, „cs ist doch schön, daß wir so nahe zu euch wohnen" „Gewiß ist das schön. Wenn die Mlwtü wach sein wird, wird sie sich über Euern Besuch heute Abend sehr freuen.- Willst Du mich bei Deinem Vater entschuldigen, liebes Kind, es stehen dort so viele um ihn herum, daß ich mich nicht bei ihm empfehlen kann." „Werde *8 schon für Dich besorgen, gehe Du Nur ruhig nach Hause und grüße Mama von uns." ' „Besten DarU und auf Wiedersehn!" Hastigen Schrittes entfernte er sich, der Boden brannte ihm unter den Füßen und da. er zu dieser verhältnismäßig frühen Stunde noch Leinen Wagen in der Nähe .fand, eilte er zu Fuß nach Hause. Nahezu atemlos langte er dort an- Seine Lousine mm ihm schon tm Vorzimmer ärtgemM - - - i „Guten Abend, Louis. Freue mich,- Dir Hutes berichten zu können. Bertha hat bis vor Huex Viertelstunde unmfterbrochen HesHafen- Hat dann eine Taffe Milch gÄrunken und sieht nun fr frisch in die Welt * DE wirft stürmen." I „Gott sei Dank!" sagte Gotthold, „und Dir hebe EulMa, vielen, viüen!^mk. Du hast mir Hnen FM^chaMMkstHrwKfen) dett ich Me Vicht so leicht vergessen werde." ' . v „Aber Ltzuis, wer wird denn von einer solchen Kleinigkeit solch Aufhebens machen. AUr nun komme hinein." . Gotthold war in der Tat' freudig überrascht über die günstige Aenderung in dem Befinden der Kranken. Der mehrstündige Schlaf hatte sie gestärkt lind die Freude, die während des Tages sie nahezu erdrückt hatte, hob ihre Kräfte jetzt noch mehr. „Du siehst in Wirklichkeit wunderbar aus." „Ich fühle mich auch Gottlob wohl und frisch, ich glaube, ich könnte mich ankleiden lasten und zum Saalbau, fahren unsere Leutchen zu überraschen. Was meinst Du, Louis?" „Ich freue mich, daß Du das könntest, aber ich halte es doch für bester, daß Du es unterläßt, namentlich da die Neuvermählten uns noch einen Besuch zugedacht haben, sie dürften sehr bald hier sein." „Heute werden sie Euch noch besuchen?" fragte Eulalia, na, Ihr habt aber wirklich sehr brave Kinder." „Die haben wir", sagte die Kranke mit glücklichem Lächeln „Gott laste sie uns gesund." Nachdem Frau Doktor Bär sich entfernt und „weiter alles Gute!" gewünscht hatte, setzte sich Gotthold zu seiner Frau und nahm ihre Hand. „Weißt Du auch, daß Du von heute an die alte Frau Gotthold bist?" „Freilich weiß ich das, Malwine ist doch die junge Frau. Aber Du hast mir doch versprochen, ausführlich zu berichten, wie es beim Hochzeitsmahl zugegangen ist. Also bitte." — „Zuerst mußt Du noch ein Gläschen Beestea nehmen, dann fange ich sofort an zu erzählen." Lächelnd nahm sie das Gläschen, das er ihr reichte, und leerte es, in dem sie ihm dankend zunickte. „Nun also." — Eingehend berichtete er nun den ganzen Verlauf der schönen Feier. Wer gesprochen hatte und was jeder gesprochen hatte. „Und denke Dir nur, wie sich alles so schön und so korrekt gemacht hat. Ich hatte in die verschiedenen Aufsätze eine ziemlich große Anzahl Knallbonbons legen lasten und forderte mehrere religiöse junge Leute auf, sich derselben zu bedienen. Bald knallte es hierbald knallte es dort und die Betreffenden stülpten sich die bunten Papierkappen auf. Die andern lachten, man hielt das Ganze für einen Scherz und im Nu waren sämtliche Knallbonbons vergriffen, auf allen Seiten knallte es setzt, man hätte sich in einer Schlacht wkchnen Kmren und als es nun zu Tische ging, fcch MtM fast nirgends ein unbedecktes Haupte" „Das ist gesagt,?" -, vW Mt däR. Schröder dazu ^er,^ PWvtne .hat ihm einen * "Mt, er hat in der Aber er hat keine reisprtz at poffig ausgesehen. Ahnung, daß die bunten^ Kappen einem religiösen Brauch entiprechen sollten. Uebrigens hat er sich auch beim Beten sehr anständig gezeigt, ganz anders als wir gefürchtet hatten. Aber hält da nicht ehr Wqgm? — sollten das schon unsere Kinder fein?" Sie waren es in der Tat. Lauttos huschten sie die Stiege auswärts, um den etwaigen Schlummer der Mutter nicht zu stören, der Vater aber öffnete die Tür und rief ihnen entgeKN. ,Kommt nur herein, Mama schläft nicht und erwartet Euch voll Sehnsucht." Sie hatte sich halb ausgerichtet und streckte d'ey Eitttretenden Me Arme * entgegen. Beide eilten auf sie zu und umschlang«» Ke. „Meine KiUdch meine lieben, lieben Kinder!" „Mamachen! wie bin ich so froh, daß Du Dm wohfrr zu Wen Detnst." ' -.In d«e Tat, uebe Mama, Du siehst Gottlob wett frischer aus als am Tage." „Mama ssihlt, sich auch ganz anders, denkt * 8Nhf de« Steflaweteil ist die Redaktion nicht Knmt> woytttchr inSdesonbere ist eS ansfchliestlich Sache der Leser, dtt st« ReNameteil enthalte«»» Gnpsehl rituell« «Saxeu «der sonsti« Angabe« religio«! liche» M-schatteps auf ihre AwerlaWkeit z« pti Kaiser Friedrich Quelle 6846) —— OflTeebiBeh a. M. -— n6«ge» Qiehi wL ikeuMdsann bewikri“. 4 Landeshuter t Leinen- und Gebild-Weberei F. V. Grünfeld König!., Grossherzogi. n. Fürstlicher Hoflieferant Barlia LUytlunlmM M-2. firSssfc AanraU aller Wäscheartikel für in iHtMarf. iMn DutaMn Prsislist« mit AUildnBgra sowie KostuanssMIis zu Diensten. MM ä haasenstein &l/og/erfl-G Ohne den Punkt können Sie diesen Buchstaben nicht lesen; genau so unverständlich sind Ihre Inserate; wenn Sie sich nicht fachmännische Reklame-Kenntnisse kostenlos dadurch sichern, daß Sie die Veröffentlichung Ihrer Anzeigen Haasenstein & Vogler, A. G., FmAfllt i. JL Zeil 48 1 übertragen. Alf iminn ein ganz kleiner: eine Schachtel Fays ächter Sodener Mineral-Pastillen. )ch ranche nämlich viel und bin ab,nds und morge«» verschleimt Da nehme ich denn allemal vor dem Schlafengehn «n> dem Aufstehen zwei Pastille«, und ich werde nicht nur alle Beschwerden l« — die Pastillen wirken anregend auch änf de» Magen und wirklich erkäliet bin ich nie. And darum find Lays ächte Sodener mir eia Schätz, den ,ch nicht entbehren kann. Man Kruft ste für 85 Pfennig die Schächtel in allen ttpoiheken, Drogerien' und Mineralwasser- Handlungen. . ...... ..,,. v ■;

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