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Der Israelit · 1907-10-31 · Heft 44 (31.10.1907) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
48 (1907)
Issue
Heft 44 (31.10.1907)
Date
1907-10-31
Page
– (sequence 12)
Language
German
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rf fr. H-cherscha«. Geschichte der Jude» im Markprafeutum ft Bayreuth von Rabbiner Dr. A. Eckstein. B.?; Seltgsberg, Bayreuth 1907. j, Vll und 130 S. 8*. — 3 D». -WWW \i- Wiederum liefert uns der durch seine Arbeiten auf ¥ dem Gebiete der bayerischen Judengeschtchte bekannte Verfasser ein gediegenes, seinen Gegenstand nach jeder i‘- RdÄung ersckHpfendens Buch, für oaS wir ihm uneinl gefchräntten Dam auLsprechen können. Er behandelt omin die wechselbolle Geschichte der unter markgräflich- $ Sayreuther Herrschaft lebenden Juden von ihren ersten . Anfiedlungen um die Wende deS 13. bis mm Ausgang des 18. Jahrhunderts, schildert die etwa 200 Jahre ums sasimde Periode aufsteigender Entwicklung der jüdischen t 'Gemeinden des Landes, zeichnet ein lebendiges Bild von * der ungefähr gleich langen Periode der Anfeindungen und r Bedrüaungm seitens der Landtage und der Geistlichkeit >und erzählt uns sodann die Geschichte der sogenannten Prwllegien, die allerdings mehr oder minder diesen £ Namen kaum verdienen, kraft deren dm Juden Schutz i und Freiheit — zugesichert wurden. Wir erhalten Kenntnis von interessanten Einzelheiten wie z. B. der der gefamtm Judenschaft an die Gattin des asm, weil dieser selbst die „Ausschaffung" versprochen hatte und ebensowenig sein gegebmeS Wort , brechen konnte als die aus dem Judenschatz ihm erwachsenden Einnahmen verlieren mochte,' wir hören t «nryte Details über die Geschichte der bedeutenderen jv - Gemeinden wie Bayersdorf und Bayreuth, daneb«» aber ' auch Manches über Kulmbach, Hof, Wunfiedel und ge- L legmttich auch über Fürth und andere Gemeinden des t. RachbargMeteS. Die Geschichte der Hofjuden und ein p. Ueberbltck über die Rabbiner des Landes lassen uns t xraänches Neue über auch sonst bekannte Persönlichkeiten t «fahren. Text und Anhänge mthaltm wertvolles t. Artenmaterial aus staatlichen und gemeindlichen Archiven, und die Darstellung deS Ganzm ist gefällig und anregmd, fodaß das Buch trotz seines stellenweisen spröden Gegenzu einem recht lesbaren geworben ist. B. >> f* A» Horebs Höhen. (Zweiter Teil.) Zehn Predigten zum Feste der Gesetzgebung, gehaltm in der Synagoge zu Lübeck von Rabbiner Dr. Carlebach. Ich glaube, Carlebach ist der fruchtbarste der zeitgenössischen Homiletiker innerhalb der deutschen Jubenheit, jedenfalls einer der wenigen, welche die Wirksamkeit ihrer Predigten nicht auf die Kanzel ihrer Gemeindeu beschränkm. sondern mtt ihrer Veröffentlichung die Weltkanzel betreten. Für viele gehört dazu ein gewiffer Mut. Sagt P. C. uns dies doch selber in einer der trefflichsten Predigten > - dieser Sammlung:;> „Für die gleichailttgsten Dinge und für die mittelmäßigsten Redner findet fich ein Publikum, das zu hörm geneigt ist und selbst Geldopfer nicht scheut, um um nur Einlaß zu finden. Wer aber Gottes Wort > kündet, der spricht nur zu oft vor leerm Bänkm, der f kommt fich nur zu oft vor wie 121V2 iOlp wie l ein Prediger in der Wüste." (S. 67.) '? Run, auch die rnin ward in der Wüste verkündet, K und das hat ste nicht gehindert, Gemeingut von ungev zählten Millionen zu werdm. Auch die Wahrhett, die?■; aus dtesm Predigten spricht, und die geist- und gemütfi volle Form, in der es geschieht, fichern ihnen den Beifall! ' dm die Carlebachschen Publikationen bisher schon geftmden habm. |' Die Eigenart der Carlebachschm Predigten äußert t sich in verschiedener Weise. ES gmügt hier auf zwei markante Züge hinzuweifm. Fast alle Predigten unserer - modemm Prediger wie unserer alten Darschanim knüpfen - an die Thora oder an AuSsprüche der Agava in Talmud ' und Midrasch an. So lange dieses unser heiliges Schrist- - tum GemeMgut des jüdischen ZuhvrerkreiseS war, war es 1/ der natürlich gegebme Anknüpfungspunkt für alle damit * zusammenhängenden Betrachtungen. Das ist hmte leider r anders geworden und diese betrübende Aenderung wird von vielen Predigern verkannt. Die Thora ist vielfach - nicht mehr Gemeingut für daS Gros desjenigen Publt- . kumS, an welches sich die modeme Predigt wendet. 'V In richttger Würdigung dieser Tatsache habm die Carlebachschm Predtgtm einen anderen Anknüpftmgspunkt gesucht und ihn in unserer n*on gefundm. Sie ist dm - meisten Hörern bekannt und geläufig, für ihre s chwierig- \ ketten und Schönheiten haben fie Sinn und Verständnis, - ste ist der Untergrund, auf dem fich die Carlebachschm Predigten erheben. Das schließt selbstredend nicht aus, daß überall Worte der Thora und Aussprüche der „Meisen kunstvoll mit dem Ganzen verflochten find und ihre geistvolle Erklärung finbm. Die vorliegmden zehn Predigten haben die Schlußsätze von Mi und dm Anfang von pön» zum Gegenstand. Sie erklären formell in gründ- 8 vielseitiger WÄse dtese GebetstÜcke. in Wirklichkeö fie aber das ganze uns umflutenoe, vielgestaltige in mustergittiger Weise in den KreiS ihrer Betrachtung«». Die Form und Sprache, in der es geschieht, ist eine zweite Eigmart dieser Predigten. Sie suchen nicht durch bilderreiche Sprache zu glänzen und durch tönende Phrasm zu berauschen, fie sprechen so klar rmd schlicht, wie es »mr die Wahrheit tut, ste reden so herzlich und finnig, so einfach und selbverstänblich mtt dem Hvrer >T1^ QP-VW"dT "NMp/ wie man ebm mit jemand spricht, wenn man ihm ohne Klang »md Künstelei etwas, was ihn sehr nahe angeht, mttteilm will. HD» Darin liegt der Retz und der Erfolg dieser Predigten und daS, was fie von vielen ähnlichen homiletischen Leistungen scharf sondert. Sie werden allm Freunden der Wahrheit und besonders ihren berufmm Vertretern und Wortführern fich als erprobte Führer für die Kunst bewähren, »bte Worte der Thora angenehm zu machen in unserem Munde und im Munde von ganz Israel." Die Predigten find dem Schwager des Berfasiers, Herrn Dr. med. Ephraim Adler, und dessen Gattin anlMich ihrer filbemm Hochzeit gewidmet und der Reinertrag für eine arme, sehr würdige Braut besttmmt. Dr. Z. N. in M. Ghetto Comedies by Israel Zangwill. Leipzig H Verlag von Tauchnitz, Bezüglich des Titels sagt Zangwill in einer Rote, die er voranschickt: „Gleichzeitig mit der Veröffentlichung dieser. „Ghetto Komödien" ist eine neue Ausgabe der „Ghetto-Tra gödien" mit ihrem ursprünglichen Titel wieder erschienen. Nach herkö i mlichm Begriffen unterscheidet fich eine Komödie durch.. ihren glücklichen Ausgang Tragödie. So könnten Dante's -.Hölle und auch zu den Komödien gerechnet werben, eine grobe Auffassung des Unterschieds zw ödie und Komödie, den ich, besonders bei von einer egfeuer"" s ist dies Ken Traletzten dieser sonst anspruchlosen Geschichten, außer Acht zu lasten gewagt habe." In diesen Kömödien nun führt uns Z. in die Judenviertel Londons und New-Dorks, nach Galizien, nach Rußl and. Wohlverstanden, nicht jüdisches Leben schildert er, „Elijah's Gobbet" ausgenommen, nicht „jewish", nein „yiddish". Anderes dürfen wir nicht erwarten, doch mit dieser Beschränkung erfahren wir unendlich viel des Inte restanten, hier mtt Ernst oder Sarskasmus, dort mit Ironie, mtt Humor, ja, in „Holy Wedlock" mit der liebenswürdigen Kletnmalerei eines Heinrich Seidel geschildert. Jiddische Künstler, yiddische Boheme, Theater, Ateliers, Salons, Wirtschaften, die engen nackten Stuben der Not, Abgeordnete, Angestellte reicher Kaufleute, Schnorrer, alles yibdisch, aber keineswegs jüdisch, rus der reichen Auswahl seiner „Komödien" nehmen wir „The Yiddish Hamlet“ und „Somooborona“ gewissermaßen als Gegensätze heraus. — Sicher schildert Z. im ersteren Tatsachen, doch nmten fie uns wie Ironie, wie beißendenbe Sathre an. Das zweite Lomoodorona (Selbsthilfe, Selbstverteidigung) ist wie mit Tränen ge- Sjrieben. — Dort das in Bordertzrundstellen der Person, utorendünkel, der bis zur Karrikatur geht, einem Ensernble gegenüber, das schlau und verschmitzt, gegen seinen Willen Nutzen aus ihm zieht, hier ein völliges Aufgehen in dem höheren Zwecke, seinen Glaubensgenosien Rettung zu bringen, die verblendet, verbohrt in kleinliche Streitigkeiten unzähliger Parteien, seiner nicht achten und den Alltag weder sehen noch hörm. Und wie es so kommt, keine Bemühung, keine Uevung im Pistolenschießen, keine Selbsthilfe hätte genützt. Unsäglich traurig klingt sie aus, die Samooborona. Jüdische Bewohner einer ruffifchen Stadt werden durch einen Pogrom heimgesucht, vernichtet. Nichts Seltenes in unseren Draen hoher Kultur des 30. Jahrhunderts. Ganz einfach, selbstverständlich wird Artillerie geschickt, das jüdische Viertel umzingett, und die Bombm bringen die inhaltlosm Wortgefechte zum Schweig«», fie bringen Alles zum Schweigen.-Zangwill, der Führer der Territorialisten, läßt diese sowohl als bte Ziontstm alle mögliche „isten" sprechen, ohne seine eigene Anficht hier klar kund zu geben. Laffm wir ihm zum Schluffe nochmals das Wort - in „The Model of Sorrows“ schreibt er: „Denn 2000 Jahre für Ideen zu leiden, ist ein Vorrecht, das rmr Israel, dem „Gotteskämpfer", bewilligt worben ist. Das war keine Tragödie, sondern ein heroisches EpoS, gerade so, wie es der Prophet Jesajah vorausgezeichnet hatte. Die wahre Tragödie, die schwerste Pein liegen in dem Märtyrertum eines seiner Leiben unwürdigen Israel." M Die drei Wünsche, ein Chanuka-Festspiel von &r. A. Ackermann, auf Empfehlung der Jugendschriften-Kommtffion subvmtioniert von der Großloge für Deutschland U. O. B. B. Eine originelle Idee, mit Geschick verwertet und in eine , überall leicht durchzuführmde szenische Darstellung gebracht, das ist dieses nmeste Chanuka-Festfpiel deS durch ähnliche dichterische Versuche bereits vorteilhaft bekannten Verfassers. Die Verse find leicht und fließmd, die Sprache gehoben nnd doch einfach, das Ganze von einer warmen Begeisterung für daS echt Jüdische durchweht und überall auch dem ktndlichm Gemüt »md Auffaffungsvermögm Rechnung tragmd. DaS kleine Festspiel vor dem Chanukaftst Usch Lnm, zur Aufführung M Bereinm besonders fich «Mvtd bestens empfohlen werden. C. CK. 5plecdsaal. Zu der trefflichen Ausführung. des Herrn Rabbiner Dr. Kaatz in Zabrze in Nr. 40 Ihres geschätztm Blattes bezüglich der schwierigen Gebetstelle fvV erlaube ich mir, folgmde geistreiche ErklärMrg des upy hinzuzufügen: Will jemand ein gutes Werk tun, so will der Bersucher ihn davon abvringen und stellt fich ihm hindernd in den Weg. Befindet fich jedoch jemaird auf dem Wege zur Sünde, so steht der Bersucher ttt seinem Rücken und stößt ihn gleichsam mit Gewalt in die Sünde hinein, indem er ihm eir»redet, die Tat sei keine Sünde. Der Sinn jener Gebetstelle ist danach folgender: Entferne den Bersucher vor uns, wenn er ur»L von einer n)2tD zurückhalten will, und «»ferne ihn hinter Uns, wenn er uns zu einer rTTQy drängt. B. Pessen, Soldau. Wieder zu haben Sammelmappen z«m Aufbewahren der Israelit-Nummer« gegen Einsendung von Mark 1.—, zuzüglich Porto. Für de« Reklameteil ist die Redaktion nicht verantwortlich; insbesondere ist es ansschliestlich Sache der Leser, die im Reklameteil enthalte««» Gmpfehl««ae» ritueller Waren oder sonstige Angabe« religtonsgesetzliche« Charakters ans ihre Znverläffigkeit z« prüfe». Kaiser Friedrich Quelle 6346) OfTenbaeh a. I. ,Qeffen Gleht u. Rbeumatienme bewahrt.4* Eine vstzöLlicheWaffe im Konkurrenz-Kampf Ist ein wirkungsvoll abgefasstes Inserat am richtigen Platze. Derartige Vorschläge hat für Sie kostenlos die Firma Haaaenateln 4 Vogler, g. G., Frankfurt a. IN., Zeit 481. - ganze redende, singende Welt hat es ausprobiert und die glänzendsten Zeugnisse sprechen dafür, daß Fays ächte Södener Mineral-Pasnllen für jeden, der viel sprechen oder singen nmß, für den Parlamentarier, den Geistlichen, den Lehrer, den Schauspieler, den Sänger unentbehrlich sind. Fays ächte Sodener lassen im regelmäßigen Gebrauch keine Heiserkeit aufkommen, sie vertreiben jede JrwiSposittön, wenn sie aus irgendwelchen Ursachen eingetreten ist. Wer's noch rncht ausprobiert hat, soll int eigensten Interesse einen Versuch nicht unterlassen. 'Fays ächte Sodener kauft man in allen Apotheken, Drogenuifb Mineralwassers lungen für 85 Pfennig die Schachtel. ... «i/

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