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Der Israelit · 1907-10-24 · Heft 43 (24.10.1907) · page 16

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Journal
Der Israelit
Volume
48 (1907)
Issue
Heft 43 (24.10.1907)
Date
1907-10-24
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Sette 12 und «»geprüfte Letzter. in Nr. 42 der „Blätter f. Erz. und U." entlicht der Vorstand der „Freien Bereinigung PMvischer Lehrer des Regierungs-Bezirks Bromverg" den Wortlaut der Petition, welche der gearmte Verein im Februar d. I. dem preuchen Kultusminister unterbreitete und die dann Gegeneingabe des Rabbinerverbands veranv bHte. Durch diese Enunciation ist eine gewisse KWrung der Sachlage eingetreten, oder vielmehr^ die Verwirrung, welche Kollege Becker-Wollstein durch einen Artikel in Nr. 39 der „Allgemeine £ Aeit. d. I." angerichtet hatte, ist nunmehr vylldig beseitigt. Erfreulich an der Petition die Tatsache, daß norddeutsche Lehrer in offizieller. Weise auf die Notwendigkeit Hinreisen, die n&Tlv mit dem Lehramt und dem Kantorat zu verbinden und dafür geprüfte Lehrer zu verwenden, ein Vorschlag, der bisher stets von K jener Seite perrhoresziert wurde. Das scheint k ans sogar der Kernpunkt der ganzen Frage zu N sein. Wir sind nämlich mit unseren Kollegen im E .Osten auch der Ansicht, daß ein Mangel an 9^ £ prMenLHreru nicht besteht*) — was bekanntlich von der Gegenseite lebhaft bestritten wird — aber fehlt es zweifelos an seminaristisch gebildeten Bewerbern für das Amt eines „Kantors, Schächters und Religionslehrers." Diese lassen sich nun bekanntlich nicht aus dem Boden *1 stampfen und die ostdeutschen Kollegen hätten jedenfalls gut daran getan, wenn sie in ihrer Petition eine Uebergangszeit beantragt hat- »- p. I: P?V i ten» Auch für diese kann dem weiteren Eindringen minderwertigen Elemente in den Lehrerstand Dadurch gewehrt werden, daß die neuaUzustellenden Kultusbeamten sich einer besonderen R e l i g i - onslechrerprüfung zu unterziehen hätten, die wohl am besten von dem Lehrerkollegium der .Müschen Seminare vorzunehmen wäre. ,, Der Vorstand des obengenannten Vereins spricht es in seiner Beröffentligung als selbstverständich aus, '„daß wir nicht wünschen, daß die gegenwärtig im Amte .befindlichen Kultusbeamten nach Willkür abgesetzt weroen sollen." Es wäre wünschenswert esen, wenn dies in der Eingabe an den usminifter etwas deutlicher zum Ausdruck igt wäre, als es tatsächlich geschehen ist. Nach bekannten Rundfrage schien die Position der Kultusbeamten wirklich gefährdet zu sein und daraus leitete der Rabbinerverband eine gewisse Berechtigung für sein Borgehen ab. Nur so ist es zu erklären, daß er sich anfangs die Sympaihien derjenigen Kreise erringen konnte, die die ganze Tragweite seiner Forderung nicht erwogen hatten. Die ganze Aufregung hatte sich vielleicht vermeiden lasten, wenn oie ostdeutschen Lehrer Nipp und Nar erklärt hätten daß sich ihre Wünsche nur auf Neuanstellungen beziehe. Im übrigen verweisen wir auf den Attikel in Nr. 41 d. Bl. „Die Vorbildung der jüdischen Religionslehrer," der den Standpunkt der gesetzestreuen Kreise Kar präzisiert. Wir hegen die sichere Ueberzeugung daß unsere Vertreter an maßgebender Stelle in diesem Sinne wirken und dafür sorgen werden, daß die religiösen Interessen der Gemeinde und die materiellen uno sozialen Interessen des Lehrerständes ausreichend Beachtung finden. ' Inwieweit ist eine Umgestaltung der hebräischen Uebersetrungr- ««terrichter «ach Ztottauswabl. Sttttvetieil««g «ud metbodischer Bebandluog notwendig? (Bortrag, gehalten Sei Ser 28. Gener lversammlung des Israelit. Lehrervereins für das Königreich Bayern in «schaffei.burg, von Seminaroberlehrer Ja tot» Statt in Würzburg.) (Fortsetzung.) Man glaubt vielfach den Intellektualismus im Religionsunterricht dadurch. überwinden zu *)Der Mangel an Lehrkräften für die kleinen Gemeinden Ist statistisch nachweisbar und nicht zu bestreiten. _ Red. d. Israelit. Der Israelit. Die Bibel selbst spricht fast immer in anschaulichen Sätzen zu uns, ihre Gebote und Verbote kleidet sie meistens in das Gewand konkreter Einzelfälle, selten in die Form von Allgemeinbegrissen und sie trägt so den geistigen Bedürfnissen der Kinder und des Volkes mehr Rechnung als die Verfasser der Religionslehrbücher. Einige Beispiele : Ihr sollt Mutter und Vater ehrfürchten, aber meine Sabbathe beobachten; vor dem grauen Haupte sollst du aufstehen...) du sollst dem Blinden keinen Anstoß in den Weg legen,— das ist doch unendlich anschaulicher als wenn gesagt wird: Gottes Gebot geht vor Elterngebot; das Alter sollst du ehren rc. Sämtliche Rechtsgesetze in O'VLVV find in Einzelfällen charakterisiert. In vielen Fällen gibt es keine bessere Erklärung der Bibelstellen für 5kinder als die der bewährten Kommentare) so das bekannte Beispiel zu lltsn kVi Dpn K1? Die cm den Bibelvers anknüpfende Besprechung drängt förmlich dazu, alle im Auschauungs- und Erfahrungskreis der Kinder liegenden Einzelfälle, die unter ein Gebot fallen, heranzuziehen, sie hat den Vorteil, daß der Zusammenhang zwischen der schriftlichen und mündlichen Lehre aufgedeckt wird, sie führt den Schüler in allen Unterweisungen zur biblischen Quelle und bedeutet obendrein noch eine Entlastung für das beim systematischen Religionsunterrichte stark in Anspruch genommene Gedächtnis. Im Religionsunterrichte ntug der Schüler lernen die Welt im religiösen Lichte zu betrachten. Denn Religion haben bedeutet, nicht nur . sich selbst, sondern die ganze sichtbare Welt von Gott bedingt wissen. „Wer darum Religion lernen will, wird sich zu. Füßen des Volkes Israel setzen müssen, denn aus seinen Schriften strömt der Hauch wahrer Religiösität über die Welt." Menschen, die sie uns vorführen, wissen sich fast alle Gott verbunden ) was sie an zeitlichen Gütern 24. Oktober 19£tfc können, daß man das System der Glaubenslehre heraushebt und als abschließendes Glied ans Ende des biblischen Geschichts- und Pentateuchunterrichts setzt mit der ausdrücklichen Betonung, daß das System Ziel und Norm des Unterrichts sein müsse. Dadurch wird das Uebel nicht geringer. Die so gefährliche Begriffsentwicklerei, der Mißbrauch, der mit den Anschauungen getrieben wird dadurch, daß man sie lediglich als Unterlage von Begriffen und Lehrsätzen betrachtet, dieses ganze didaktische Virtuosentum derGegenwart, wird bei diesem Verfahren immer wieder das Haupt erheben. Wissen, Begriffe, sind keine Religion. Gerade die Religion finden wir im Schoße des Unbewußten als einen dunklen Besitz und gerade so erweist sie sich nicht selten am mächtigsten, während das viele Reden über Religion mit seinem fortwährenden Zergliedern den Lebensnerv derselben oft geradezu zerstört. Nicht die Glaubenslehre, sondern das Glanbensleben ist das Ziel, dem der Religionsunterricht zuzusteuern hat. Damit ist nicht gesagt, daß der Religionsunterricht nicht das Wissen der Kinder zu vermehren hat: er kann und soll das unbewußte religiöse Leben in der Kinderseeke auch znm Bewußtsein bringen. Aber das alles doch mehr gelegentlich und mit der Freiheit, mit der das Gemüt überall das Wesentliche vom Unwesentlichen zu scheiden vermag. Es schadet nichts, wenn nichts Zusammenhängendes daraus entsteht. Ob die Schüler z. B. Gottes Eigenschaften am Schnürchen herzählen können, ist mir sehr gleichgültig. Daß Gott barmherzig, allmächtig, ewig ist, wird ihnen aus meinem Unterrichte im einzelnen schan zum Bewußtsein kommen. Damit hat aber das religiöse Wissen Beachtung genug gefundeneinen breiteren Raum einnehmen darf es nicht, wenn es nicht die Hauptsache, das religiöse Leben, gefährden soll. Die Kinder sollen nur lernen, wie man in der Praxis religiös lebt, dies alles an anschaulichen, konkreten Einzelfällen, nicht aber in Form theoretischer Lehrsätze. empfangen, nehmen sie hin als aus Gotteshand) was ihnen an Nebeln widerfährt, drängt'sie nur, sich noch mehr Gott htnzugeben. Und mehr noch: Gott selbst wird in den biblischen Erzählungen handelnd vorgeführt. Wir sehen ihn vor aller Welt als den Grund aller Welt) wir sehen ihn besorgt um seine Welt) wir sehen Wohltaten- K ströme über sie ausgießen) wir sehen ihn Bündnisse schließen mit den Menschen, wir sehen ihn unausgesetzt tätig zu ihrem zeitlichen und ewigen Wohlergehen. Das Problem, Gottes Beziehungen zur Welt anschaulich darzustellen, kann bewußt nicht trefflicher gelöst ^werden als es in der Geschichtschreibung der Bibel jgeschehen ist. Ihre Darstellung ist wahrhaft kindlich und insbesondere die Erzählunge Maiösen Ä en der Genesis sind die religiösen Anschauungen ftir Kinder. Gerade sie stellen den Leser mitten hinein in eine religiöse Welt, in eine Fülle religiöser Beziehungen. Die Luft in dieser Welt ist mit Religion geschwängert, mit jedem Atemzuge zieht der Leser Religion ein. Das wußten unsere Alten. Sie, denen die Bibel das einzige Buch war, hatten wahre Frömmigkeit. Wollen, wir diese unfern Kindern vermitteln, dann muß die Bibel-wieder unser Religionsbuch werden. Vor allem der Pentateuch! Aber nicht nur jene Partieen, denen wegen ihres Lehrinhaltes besondere Bedeutung zukommt, sind zu berücksichttgen, sondern ebensosehr Erzählungen und Berichte, die nicht unmittelbar religiöse Weisungen enthalten, aber doch, wie r. B. der Schöpfungsbericht, die Erzählung von der ägyptischen Knechtschaft und vom Auszug, die für die Gemütsbildung so wichtig sind, weil sie die Fülle der Weltdinge und die Kette des Geschehens in breitester Ausführlichkeit und in ihrer Abhängigkeit von Gott zeigen. Gleiche Berücksichtigung gebührt auch den Erzählungen und Poesien der biblischen Propheten und Sänger, da auch hier das religiöse Weltbild in einer Anschaulichkeit dargestellt wird, wie nirgends in der Weltliteratur. (Fortsetzung folgt.) euilleton. Der €nkel. li Erzählung von Friedrich Rott. (Fortsetzung.) Gotthold atmete abermals schwer auf. „Wenn es nicht anders ist, so muß ich mich vorläufig mit diesem Versprechen gegnügen, aber nur vorläufig. Soweit Menschen urteilen können, wirst Du doch dereinst alleiniger Inhaber des Geschäfts sein. Versprich mir, daß Du dann das Geschäft am Säbbath und an Feiertagen geschloffen haben wirst." „Das will ich Dir versprechen, jedoch unter der Voraussetzung, daß es mir nicht geradezu unmöglich gemach wird, dieses Versprechen zu halten." „Wenn Du alleiniger Inhaber des Geschäftes bist, wer könnte es Dir unmöglich machend Theodor hob die Schultern. „Was weiß ich l - Vielleicht irgend eine KlausA irr dem Testament meines Schwiegervaters. Soweit ich ihh kenne, würde er sich, um xitten landläufigen Ausdruck zu gebrauchen, noch im Grabe umdrehen, wenn er. ahnen würde, daß sein'Geschäft dereinst wegen des Sübbaths geschlossen bliebe. Und überdies dürfen wir auch nicht vergessen, daß ich doch nicht sein eigentlicher Erbe biv.^ „Das ist hoch nun wohl einerlei, ob Du oder DMetzraü?^ ir ' ' 24. auch ich e muß Jndl seher kanr nach Zeit die j Soh die doch in il mühi berei n eines wird wolle geme geht ritue gern gesag wohn mein, sind; schüft Mein glauk daß! . dem für u erste kann, ihm i der § sollte Gesch ichs t sehr! Frau Du e mich //<= einer wüßte Ich k wöhnl man l sehen rfi vorges gefalle „A unser r£ tüchtig FOri enthi! Kapelle — t Pensl Ixtib «e

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