Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 48 (1907)
- Issue
- Heft 36 (5.9.1907)
- Date
- 1907-09-05
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Sette 1L «t. 36. Volk, das am Ende der Tage alle anderen Völker in sich einschließen wird in dem Glauben an den einzigen Schöpfer. Darum — wer unser Vaterland bedroht, oer bedroht Gott. Wenn ich das Vaterland verteidige, so verteidige ich nicht nur Fluren, Wälder, Flüsse und Berge, nicht nur Jerusalem und den Tempel, nicht nur die Menschen, die mit mir das heilige Land bewohnen, — ich verteidige bas Erhabenste, was -es Menschen Seele empfindet, oen Glauben an Gott und Gottes Endzweck: das Glück der Menschheit im Leben durch sein Licht!" Der Preis ist lächerlich gering für einen Doppelband in dieser feinen künstlerischen Ausstattung. Wir heben das ganz besonders hervor, weil wir sonst gewohnt find, für jüdische Erzählungen in gleichem Umfang Preise zu zahlen, die abschreckend wirken auf. jeden, der nicht sehr reich mit Glücksgütern gesegnet ist. ümin Wischer fiel igionslel) rer Ostpreußen. Am 21. und 22. Mai d. I. hielt der Verein jüdischer Religionslehrer Ostpreußens seine 18. Jahresversammlung in Insterburg ab. Die Verhandlung begann am Abend des 21. Mai mit der General-Versammlung des Vereins. Dieselbe wurde vom Vorsitzenden, Prediger Sturmann-Osterode mit herzlichen Begrüßungsworten eröffnet. In dem darauffolgenden Jahresberichte wies der Vorsitzende auf die Erfolge des Vereins bei seinen Bestrebungen zur Verbefferung der materiellen Lage der jüdischen Lehrerschaft unserer Provinz hin. Die in Gemeinschaft mit dem Verband der Shnagogengemeinden Ostpreußens bearüdete Penfronskasse floriert in schönster Weise. Trotz ihres kurzen Bestehens verfügt fie bereits über em stattliches Kapital und bietet Pensionen, wie fie sonst noch von keiner Provinzial- Hilfskasse für die jüdischen Lehrer geleistet wurden Auch ist es ihr gelungen, fast alle Beamten unserer Provinz bei sich zur Berficherung zu bringen. Diese Kaffe, deren höchst zweckmäßige Einrichtung hauptsächlich unserm stellvertretenden Borfitzenden Peritz-Königsberg zu danken ist, kann als Muster für ähnliche Jnstituttonen gelten. Dem Verein ist es ferner gelungen, mit dem Synagogenverbande unserer Provinz einen Normalvertrag fiir Anstellung der jüdischen Beamten in unseren Provinzialgemeinden zu vereinbaren, der den Beamten wesentliche Vorteile bietet. Die neueren Bestrebungen des Vereins gehen auf die Verbefferung der Gehälter besonders für die Beamten der kleineren Gemeinden. Die beim Gemeindeverbande einaeleiteten Schritte lassen erhoffen, daß auch darin bald eine Besierung eintreten wird. Im übrigen hat sich der Verein in reger Weise an den Arbeiten des Verbandes der jüdischen Lehrervereine im Deutschen Reiche beteiligt und auch bei den Verhandlungen über das neue Schulunterhaltungsgesetz die Interessen der jüdischen Lehrerschaft durch eine Petition an das Preußische Abgeordnetenhaus zu wahren gesucht. Der Vorsitzende berührte alsdann noch einige interne Angelegenheiten des Vereins und schloß seine Ausführungen mit dem Wunsche auf eine gedeihliche Weiterentwicklung desselben. Den. nun folgenden Kaffenbericht erstattete der Wereinskaffierer Karo-Allcnstein. Der Kassenstand zeigte erfreulicherweise einen kleinen Ueberschuß auf. Alsdann wurden die Wahlen vorzenommen. Die bisherigen Vorstandsmitglieder: Prediger Srurmann- Osterode, Waisenhausinspektor Peritz-Königsberg, Oberkantor Birnbaum-Königsberg, Kantor Karo Allenstein, Kantor Davidsohn-Rastenburg wurden wieder- und Lehrer Hoffmann-Königsberg neugewählt. Zu Delegierten für den am 24. unh 25. Dezember in Hannover stattfindenden Verbandstag der jüdischen Lehrervereine im Deutschen Reiche wurden Sturmann (Vorstandsmitglied), Peritz und Birnbaum und als Stellvertreter Hoffmann bestimmt. Am Abend desselben Tages wurde noch ein Punkt der öffentlichen Versammlung erledigt: ein Bortrag von Oberkantor Birnbaum über „H. Weintraub als S y n a q o g e n k o m p o n i st." , Der Vortragende gab eine wissenschaftliche Würdigung des sogen, „polnischen" Synagogengesanges und zeigte die hervorragende Stellung seines Amtsvorgängers Weintraub als Sänger und Komponist syn'gogaler Weisen. Das Referat, zu welchem auch Mitglieder der Gemeinde Insterburg erschienen waren, fand großen Beifall. Am folgenden Tage, vormittags 9x/a Uhr, begann die 18. ö f f e n l i ch e Versammlung. Die Morgenzüge hatten noch eine stattliche Anzahl Mitglieder gebracht. Der Vorsitzende Stur mann-Osterode hob in seiner Begrüßungsansprache hervor, daß nunmehr 25 Jahre verflossen seien, seit die erste Lehrerversammlung in Ostpreußen unter Vorsitz des verstorbenen Rabbiners Dr. Bamberger getagt habe. Er schloß mit einem Gebete und brachte zum Schluß ein begeistert aufgenommenes Kaiserhoch aus. Darauf begrüße namens des Vorstandes und der Repräsenranz der Synagogengemeinde Insterburg Herr Stadtrat Otto Eichelbaum die Versammlung. Seine trefflichen Ausführungen über Lehrerstand und Lehrerberuf erweckten lebhaften Beifall. Er schloß mit den besten Wünschen für dm Verein und mit dem Versprechen, im Verbände der Shnagogengemeinden Ostpreußens stets für eine materielle Besserung der Beamten eintreten zu wollm, denn diese bilde die Grundlage für i die soziale Hebung des Standes. Im Namen des Orts- « __fDer Israelit. komitees entbot Rabbiner Dr. B e e r m a n n-Jnsterburg der Versammlung seine Grüße- Redner wußte durch seine eminente Beredtsamkeit nicht minder starken Eindruck hervor zu rufen. Der Vorsitzende dankte den Rednern und verlas die eingelausenen Begrüßungsschreiben vom Verband der Shnagogengemeinden Ostpreußens, vom Verband der jüdischen Lehrervereine im Deutschen Reiche, vom westpreußischen jüdischen Lehrervereine und von vielm Einzelpersonen- Den ersten Vortrag hielt Rabbiner Dr. Ehrlich- Tilsit über das Thema: „Inwiefern soll die Abwehr äußerer Angriffe auf unser Judentum in der Schule zur Behandlung kommen?" Der Referent hebt hervor, daß die Schule zwar kein Kampfplatz seidoch der Kampf sei uns aufgezwungen worden. Während man auf der Unterstufe sich ganz der Abwehr zu enthalten und auf der Mittelstufe nur vorbereitend zu wirken habe, müsse man die gereifte Jugend zur Widerlegung der am häufigsten gegen uns gerichteten Angriffe befähigen. Zur Behandlung gelangen z. B. die hämischen Seitenblicke auf den „Judengott" als Nationalgott, den starken '.Rachegott", die jüdische Nächsten- und Feindesliebe, die Heimsuchung der Schuld an den Kindern, der Rechtsspruch „Auge um Auge, Zahn um Zahn" und endlich die angebliche Arbeitsscheu der Juden und ihre. Vorliebe für den Handel. Der Redner schließt mit der Hoffnung auf eine glückliche Zukunft, „wo der Glaube nicht scheidet, aber die Sitte eint,, wo Friede und Eintracht alle Menschenkinder verbündet." Das nächste methodische Referat des Vorsitzenden Sturmann -Osterrode behandelte die Frage: „Wie verbindet der Lehrer auf der Unter st ufe Biblische Geschichte mit Religionslehre?" Die Ausführungen ließen den langjährigen praktischen Schulmann erkennen und wurden mit Beifall ausgenommen. Die Frage der wissenschaftlichen Fortbildung der jüdischen Lehrer streifte das Referat des Rabbiners Dr. Beermann -Insterburg: „Unsere Bibliothek, ihr gegenwärtiger Stand und ihre wünschenswerte Ausgestaltung." Der Vortragende, der sich in dankenswerter Weise der Mühe unterzogen hatte, die Bereinsbibliothek neu zu ordnen und zu katalogisieren, gab wertvolle Fingerzeige für einen systematischen Ausbau derselben und ihre leichtere Benutzung. Auf seinen Antrag wurde eine Kommisiion zur weiteren Prüfung und eventuellen Durchführung feiner Einzelvorschläge ernannt und dafür gewählt: Rabbiner Dr. Beermann, Sekretär und Lehrer Rosenthal und Kantor Wollheim-Königsberg. Der Verein bewilligte auch einen laufenden Betrag zur ständigen Ergänzung des Bücherstandesauch soll der Verband der Synagogengemeinden um eine Subvention zu solchen Zwecken angegangen werden. Den Schluß der Verhandlungen bildete eine treffliche Darstellung der schulgemäßen Behandlung eines Stoffes aus der jüdischen Geschichte durch Lehrer B a d r i a n - Königsberg. Ursprünglich war dieselbe als Lehrprobe geplantda jedoch der Ferien wegen keine Klaffe gebildet werden konnte, wurde dieser Weg beschritten. Der reiche Beifall zeigte dem Referenten das völlige Einverständnis der Kollegen mit seinen Darbietungen aus einem der schwierigsten Fächer des Religionsunterrichts. Damit war die reichhaltige Tagesordnung erledigt. Es erübrigte noch, die außerordentliche Mühe des Ortskomitees, besonders der Herren Stadttat O. Eichelbaum, Rabbiner Dr. Beermann und Kantor Weinberg dankend anzuerkennen. Insbesondere aber sei herzlicher Dank gebracht der Shnagogengemeinbe Insterburg, die keine Kosten gescheut hat, um den Teilnehmern den Aufenthalt in Insterburg so angenehm wie möglich zu machen. Nach den geistigen Anstrengungen hat sie die Kollegen an beiden Verhandlungstagen aufs reichste bewirtetaber auch an den Verhandlungen selbst haben ihre Vertreter, an der Spitze Herr Stadtrat Eichelbaum, teilgenommen und dadurch ihr reges Interesse am Lehrstande bekundet. Die 18. Jahresversammlung der jüdischen Religionslehrer Ostpreußens wird, wie fie unzweifelhaft von nachhaltigem Eindrücke auf die Teilnehmer gewesen ist, auch sicher befruchtend auf die Tätigkeit der Kollegen einwirken zum Segen der Schulen und damit der Gemeinden unserer Provinz. Königsberg, im August 1906 M. Hoffmann, Schriftführer. Sprecdsaal. Zu der an dieser Stelle angeschnittenen Frage über das Verhalten eines Religionslehrers gegenüber Kindern aus nicht religiösem Hause möchte ich aus meiner Erfahrung eine Antwort erteilen. Der Religionslehrer muß ohne jede Rücksicht auf die verschiedenartigen häuslichen Verhältnisse der Kinder den Unterricht erteilen und die Kinder Gebote und Verbote lehren. Allerdings darf er keine Anspielungen auf die Elternhäuser machen, weder zum Guten no u zum Abschrecken. Würde der Lehrer Rücksichten walten lassen, so müßten die Kinder der Meinung werden, als sei das Gelehrte nicht der alleinige no**/ sondern dem Wechsel der Zeiten unterworfen. Die vom überzeugten Lehrer mit warmer Begeisterung vorgetragenen heiligen Lehren wirken auf alle Kinder begeisternd und werden auch dort, wo die häuslichen Verhältnisse ungünstig liegen ober wo der Schule entgegen- 5. September 1907. gearbeitet wird, immer einen Funken hinterlaffen, der bei individueller Behandlung zur Hellen und lebenslänglichen Flanune angefacht werden kann. Da es nicht ausbleiben kann, baß einzelne Kinder fragen, warum die Eltern nicht so leben oder die Bekannten einzelne Verboten übertteten, muß der Lehrer mtt der Antwort zugleich den Eifer und Ehrgeiz der Kinder anzufachen suchen und das geschieht am ehesten dadurch, daß er sagt: „Es geschieht aus Unwissenheit, daß viele Menschen Verbote übertteten oder Gebote nicht richtig ausüben. Nur wer richtig lernt, kann ein wahrer Jude sein " Offenheit und Furchtlosigkeit auf der einen Seite„ gutes und belehrendes Beispiel auf der andern find die besten Mittel die kommende Generation der Thauro und Awaudoh zu gewinnen und zu erhalten. G. An Spenden gingen ein: Für Erez Jisroel: Jsch mibetb Levi für R. M. b. H. 25 Kr. — 271. 21.25; I. in Gudensberg M. 3.50; — aus Fulda: von Meier Levi M. 5; Sel. Heß M. 3; Jac. Klebe M. 10; L. Kneip M. 5; B. Seelig, Solz M. 10; Jos. Birnbaum M. 10; Alex Plaut M. 3; Callm. Löbenstein M. 2; für R. M. b. H. 0.25, zusammen M. 48,25; Zionsfreund in Kempen M. 3; Jacob Schreiber in Sarajewo M. 12; Karl Kaufmann in Gr. Krotzenburg M. 20; Summa M. 108. Für Rumänien: Jsch mibeth Levi Kr. 3. Dr. I. Lorschy in S'Bahas Kr. 4, sammen M. 5.05. Für Talmid-chacham (Existenz): N. N. M. 3; Max Oppenheimer in Frankfurt M. 5; I. Heßp in Saarwellingen M. 3; Geschwister Gerschel in Weihenburg. M. 2; I. Gutborn in Bensheim M. 2; Weißberger in Czus M. 1; Gustav Levy in Neubrunn M. 5; A. Katz in Dormagen M. 3; G. R. in H. M. 6; H. Löwenstein in Jchenhaufen M. 2; I. Kissinger in Frankenwinheim M. 2; Mich. Levy in Weidenau M. 3.50; P. L. in Fürth M. 10; Fr. S. B. in Halbersiadt M. 3; Dr. I. H. in Hamburg M. 3; Leop. Ermreuther in Ermreuth M. 1.75; Jacob Simon in Karlsruhe M. 5; Ungenannt M. 5; H. Gundelfinder in Ulm M. 5: Summa Di. 69.25. Für rwsn Hilfe: Gustav Levy in Neubrnnn Di. 5; P. L. in Fürth M. 5 Summa M. 10. Sabbat-Anfang u. Ausgang. ORT: Anfang Datum Ausgang I Uhr iMin. 1907 5667 UhrlMin. | 7.Sept. 28. El»! Frankfurt a M 6 20 7 45 Berlin .... — — 7 29 München . . . 6 30 7 25 Straßchnrg . 6 15 7 40 Pose« .... — — 7 15 Bresla« . . — — 7 11 Nürnberg. . . — — 6 41 Stuttgart. . . 6 45 7 33 Prag. 6 45 7 15 Für den Reklameteil ist die Redaktto« nicht verantwortlich: insbesondere ist es ausschließlich Sache der Leser, die im Reklameteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angabe« religionsaesetzltchen Charakters auf ihre Znverläffigkeit zu prüfen. Kaiser Friedrich Quelle 6346) - OJTenbach a. 9. ——— „Gegen Gicht u. Rheumatismus bewahrt.4* illier Fräuleio, Sie reisseo ja ilie Mtglacke ab! o o o o was gibt's denn so eilig? — Ach, die gnädige Frau ist mit dem Nachtexpreß zurückgekommen und so erkältet, daß sie kein Wort sprechen kann. Nun muß ich mitten in der Nacht nach Fays ächten Sodener Mineral-Pastillen in die Apotheke laufen» damit sie morgen wieder gesund ist. Fays ächte Sodener sind ihr unterwegs ausgegangen und sie hat vergessen andere zu kaufen, sonst hätte sie sich gar nicht erkälten können, sagt sie. Nun geben Sie mir schnell drei Schachteln! — Fays ächte Sodener kosten 85 Pfennig die Schachtel und sind in jeder Apotheke, Drogerie und Mineralwasserhandlung zu haben. (5866) Bad Homlmrs Hotel nnd Restaurant Marx. Einziges Hotel und Restaurant am Platte, welches unter Aufsicht des ständigen rrwo (Aufseher) des Herrn L. Aronsohn, Frankfurt a. M. steht. Table <fh6te 2.50 an separaten Tischen. — Diner ä part — ■ Reine Weine. — >» - Besitzer: Wilhelm Marx, Elisabethenstrasse Np. 50 Wb vis—ä—vis dem Kurgarten. -WW Telephon Mr. 314. Pension im Hanse. Telephon Ir* 314.