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Der Israelit · 1907-09-05 · Heft 36 (5.9.1907) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
48 (1907)
Issue
Heft 36 (5.9.1907)
Date
1907-09-05
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Wischen Literatur von Rabbiner Dr. KormgsVergLr- Pleschen; 2. Pädagogisches aus dem Talmud von Rabb. . Dr. Silberberg-Schrimm; 3. Posnania und Polonia von Prof. A. Berliner-Berlin - 4. Der Schtadlan im Pösener Ghetto von Rabb. Dr. Lewin-Kempen i. P.,' 5. Der große Brand im Judenviertel zu Posen am 15. April 1803 von Dr. phil. I. Landsberger-Posen- 6. Chamberlain, Harnack und Delitzsch in ihrem Kampfe gegen dc^ Judentum von Rabb. Dr. Lewin-Wreschen; 7. Das Buch des »Ewigen Lebens" und feine Bedeutung in der Literatur des Mittelalters von Rabb. Dr. Loewenthaltamburg- 8. Hebräische Gedichte von Großherzoalich essischem Provinzialrabbiner Dr. Hirschseld - Gießen- 9. Lag be-Omer von Rabb. Dr. Köniasberger-Pleschen- 1V. Chidufche Thora von Rabb. Dr. Krauß-Schtldberg - 11. Massa Schechem von Distrittsrabbiner Dr. Mannes- Schwabnch- 12. Sepher Chajje Olam (Edition) von Rabb. Dr. Loewenthal-Hamburg. — Die Schrift trägt das Bildnis des Herrn wabbiner Dr.Fei'chenfeld und ist von den Herausgebern Rabb. Dr. Koenigsberger-Pleschen und Rabb. Dr. ilberberg-Schrimm für den Breis von 5 Mk. zu beziehen. Münster, 20. Aug. Die hiesige Volksschule gehört zu den wenigen Schulen des Landes, die konfessionell gemischt sind. Die Zc hl der Schulkinder hat dermaßen zugenommen, daß besonders die unteren Klassen stark uberfüllt sind. Der Gemeinderat genehmigte darum die Errichtung einer weiteren Klasse. Bei dieser Gelegenheit wurde e.nem Wunsche der hiesigen israelitischen Familien Rechnung getragen, indem man dieAnstellung einesL e h r e r s israelitischer Religion beantragte. Die Regierung hat diesem Wunsche entsprochen und bereits einen israelinfchen L hrer ernannt, der vom 1. Oitober ab an der hiesigen Volksschule an gestellt wird und der für alle jüdischen Kinder den Religionsunterricht zu erteilen hat. Rheinheim (Hessen), 1. Sept. In der hiesigen Synagoge ereignete sich heule früh x/a 5 Uhr, als die Gemeinde zum Gottesdienst versammelt war, folgender aufregender Vorfall. Bei Beginn der niJT^D zog ein starkes Gewitter herauf, und nach einiger Zeit gab es plötzlich einen fürchterlichen Schlagim selben Moment erlosch bas elektrische Licht und die Synagoge füllte sich mit einem bläulichen Rauch. Ein Unfall ist glücklicherweise nicht vorgekommen. Da die elektrische Leitung nicht mehr funttionierte und kein anderes Licht vorhanden war, so mußte der Gottesdienst abgebrochen, werden. Berlin, 31. August. An die hiesige jüdische Gemeinde hat Prc fessor Dr. I u t r o s i n s k i in Charlottenburg zur Unterstützung früberer Zöglinge des Retchenheinischen Waisenhauses 33,261.*3 M. gestiftet. Berlin, 31. Aug. Von je hundert derjenigen Kandidaten des höheren Lehramts, die in Preußen die Prüfung im Jahre 1906 bestanden haben, waren 69,09 evangelisch, 29,85 katholisch und 1,00 jüdisch. Im Jahre 1905 lauteten tiefe Ziffern: 68.24, 31,45 und 0,31, im Jahre 1904 : 69,76, 29,500 und 0,74. Seit dem Jahre 1900 ist im allgemeinen eine schwache rückläufige Bewegung bei den evangelischen und eine allmähliche Zunahme bei den katholischen Kandidaten zu beobachten, während die Zahl -er jüdischen Kandidaten, die im Jahre 1900 2,20 v. H. betrug und im Jahr darauf auf 0,73 v. H gefallen war, zwar wieder in allmählichem Steigen begriffen ist, aber die frühere Höhe noch bei weitem nicht erreicht hat. Kassel, 30. August. Die Mtteilung, daß Herr Lazarus in Höringshausen dem israelitischen Waisenhause zu Kassel testameMarisch 20,000 Mark hinterlassen habe, ist dahin zu berichtigen, daß Herr Lazarus wohl in früheren Jahren eine Stiftung von diesem Betrage gemacht, aber in seinem Testament rer Anstalt nichts überwiesen hat. Königsberg, 28. Aug. Abgebrannt ist am Montag Abend ein Teil der Leichenhalle artt dem vor dem Kömgstorbelesenen neuen israelitischen Friedhof. Einige Frauen, die in der Halle bei einer Leiche Nachtwache halten wollten, hatten sich in einer an den zur Aufbewahrung der Leichen bestimmten Raum angrenzenden Kammer einen kleinen Ofen eingehetzt, ohne zu wissen, daß auf dem darüber befindlichen Boden Heuvorräte lagen. Diese wurden durch das erhitzte Rohr des Ofens entzündet und das Feuer verbreitete fich ziemlich schnell. Als die Wächlerinnen den Brand temerkten, schafften fie schnell die Leiche hinaus, während eine ron ihnen zur Stadt lief, um die Feuerwehr zu benachrichtigen. Gegen 2 Uhr nachts war des Feuer gelöscht. Petersburg, 2. Sept. Ein vom 21. August datierter kaiserlicher Ukas bestimmt, ergänzend zu dem Gesetz über die Glaubensireiheit, daß Juden, die früher zum orthodoxen Glauben übergelreten find, und jetzt wieder den jüdischen Glauben annehmen, ihr durch den Uebertrirt zur orihodoxe» Kirche erworbenes Bürgerrecht der ieren und in das Anfiedlungsgebiet auszuwcisen find. und am Sonntag früh eine gememschaftliche Sitzung der Korrespondenten des BervanbeS stattfinden. Die Hauptversammlung, die eine öffentliche ist, beginnt um 11 Uhr. Es-stehen-folgende Borträge auf der Tagesordnung: 1. Geh. Rat Prof. Dr. Cohen-Marburg: »Religiöse Postulate", 2. Prof. Dr. Philippsohn-Berlin: „Staatsinterlffen und Judenpolitik". Korreferent ist Rechtsanwalt Dr. Löb-Mainz. Norde«, 24. Aug. Der i(Sraelitische7Berein zur Unterstützung uno Erziehung armer, verwaister Kinder „Esrath Jessomim" im LandrabbinatSbezirk Emden hat in einer vorgestern stattgehabten Versammlung beschlossen, die Errichtung des seit Jahren geplanten eigenen Waisenhauses nunmehr in Angriff zu nehmen. Früher war der Beschluß herbeigeführt worden, erst bann mit dem Bau zu beginnen, wenn das Vereinsvermögen die Summe von 100 000 Mk. erreicht hätte. Das am Schluffe des 18. Geschäftsjahres 98163,31 Mk. betragende Vermögen hat inzwischen diese vorgeschriebene Summe überschritten. Zur Ausführung gelangt der Bau auf einem 4802 Ouadratmeler großen und im letzten Rechenschaftsbericht mit 10749 Mk. bewerteten Grundstück nach einem von dem Architekten Frtedheim aus Hamburg entworfenen rojekt. Personalien. Hannover, l. Sept Am Donnerstag früh starb in Kassel im Hause ihrer Tochter Frau Jacob Stern im Alter von 75 Jahren. Ihr vor 6 Jahren in Hannover verstorbene Ehegatte war ein Bruder des sel. Hamburger Oberrabbiners y'jjT- Als die Adatz-Jisroel in Berlin begründet wurde, ward er veranlaßt, seinen Wohnfitz von Steinbach in Kurhcssen nach der Reichshauptstadt zu verlegen, und das fromme Haus in der Klosterstraße bürste noch vielen in guter Erinnerung sein, namentlich den Studierenden aus jener Zeit, die dort zahlreich verkehrten und namentlich am Sabbath-Morgen daselbst frühstückten. Es geschah gegen Entgelt, aber man fühlte es heraus, daß man hier nicht bloß des Erwerbs wegen bewirtet wurde, sondern mit liebender Zuvorkommenheit und Aufmerksamkeit, um auch in den bescheidenen Verhältnissen einen Beitrag zu leisten zu dem r ligiösen Wiederaufbau, den der große Rabbi Israel Hildesheimer dort vollzog. Diese Gesinnung blieb in dem Hause heimisch, auch als die Familie später ihren Wohnsitz nach Hannover verlegte, und insbesondere bewährte fich die jetzt verewigte Frau ihr Leben lang, trotz ihrer c infachen, bescheidenen Verhältnisse, als ein Muster von rührender Nächstenliebe, rastloser Tätigkeit und selbstloser Aufopferung. Sie erfuhr denn auch das Glück, taß ihre Kinder, Schwiegerkinder und Enkel nicht nur in ihrem Geiste leben, sondern auch fich geachtete Stellungen in der Welt erworben haben. Heute wurde fie hier an der eite ihres Ehemannes bestattet und eine auserlesene Versammlung erwies ihr die letzte Ehre. Wir bemerkten außer den beiden Gemeinderabbinen auch die Stiftsrabbinen und den Rabbiner von Lübeck. Nach einer ergreifenden Rede des Herrn Rabbiner Dr. Gronemann sprach der Sohn der Entschlafenen, Herr Bibliothekar Dr. Stern aus Berlin, der Mutter in zu Tränen rührenden Worten den kindlichen Dank aus für ihr vorbildliches Leben und Wirken und gelobte für fich und seine Geschwister treues Festhalten an ihren Idealen. Dortmund, 2. Sept. Der Kaiser hat anläßlich der diesjährigen Kaiserparade in Münster dem langjährigen Vorsitzenden des Krieger- und Landwehrvereins zu Huckarde, Herrn Sam. Neugarten, das allgemeine Ehrenzeichen am Bande verliehen. Hannover, 1. Sept. Anläßlich der Anwesenheit des Kaisers in Hannover wurde dem Herrn Senator Leop. Fischer-Linden, 1. Vorsteher der Synagogengemeinde, der Rote Adler-Orden 4. Klasse, dem seit etwa 30 Jahren um die Armenpflege hochverdienten, dem Repräsentanten-Kollegium ter Synagogen-Gemetnbe anaehörenden Herrn Bernhard Löwen stein der Kronen- Orden 4. Klaffe verliehen. Bankier Emil L. Meyer, gleichfalls Mitglied des Gemeinde-Borstandes wurde zum Kommerzienrat ernannt. Sprechsaal. Oereinswesen. Berlin, 2. Sept. Die Hauptversammlung des Verbandes derDeutschen Juden findet, wie bereits mitgeteilt wurde, am Sonntag, 13. Oktober d. I. in Frankfurt a. M. statt. Am Samstag, 12. Oktober soll gegen Abend eine Vorbesprechung der Delegierten Ein Wort an die Kollegen in de» Landgemeinde«! Von Lehrer Sv. in S. In Nr. 34 des »Israelit" schilderte Jenny Stiebel, Schwester am Schaare Zedek Hospital in Jerusalem, in herzerschütternden Accenten die traurige Lage der Aermsten unseres Volkes, der kranken Armen in der heiligen Stadt. Sicher ist durch diese Schilderung bei manchem Leserund bei mancher Leserin dieses Blattes das Gefühl tiefsten Mitleids mit jenen Elenden wachgerufen und der Wunsch rege geworden: »Hier müßte geholfen werden!" Bekanntlich gibt eS da, wo ein Wille ist, auch einen Weg- und die Mahnworte der Verfasserin jenes Artikels am Schluffe desselben: »Wenn ihr wollt, ihr Brüder und Schwestern dort drüben in fernem Land, wenn ihr wollt, kann geholfen "werden," haben ficher im Herzen vieler Leser gleichwie in dem meinigen ein Echo gefunden, das nur auf die Anregung zu einer Hilfsaktion wartet. Nach dem Lesen jener Zeilen hat mich der Gedanke daran ykMttg beschäftigt und folgenden Plan, den ich alsbald in'die Tat umgesetzt habe, bei mir zur Reife gebracht. Zum Chewra-Lernen vor dem Minchagebet am Schabvos NHD *0 habe ich unter Zugrundelegung von Stellen aus der verlesenen rmD/ welche den Jehudi zur wahren Menschenliebe erziehen sollen, die Berhältniffe unserer leidenden Brüder in Anlehnung an die Darstellung dorr Schwester Stiebel geschildert, und wie immer hat sich auch hier bewährt 2.1 qyöm ^3 CPJOm tonen. Bereitwillig ist man auf meinen Vorschlag eingegängen, baß an den kommenden Selichaustagen im rVQ nach Hin in eine Sammelbüchse jeder rT21 too mindestens 10 Pfennig einwerfen solle, um auf diese Weise ein Scherflein zur Linderung der Not unserer leidenden Brüder und Schwestern beizutragen. Werte Kollegen! In den Tagen, da es den Jehudi treibt, die Trias der -12IVN OIL top zu üben, werdet Ihr noch mehr als sonst im Jahre em williges Ohr und eine offene Hand finden, wenn es gilt, unsere notleidenden kranken Glaubensgenossen zu un:erstützen Machet Euch meinen Vorschlag zu eigen, und der Erfolg möge ein solcher sein, daß recht vielen Kranken -pjQ tPlpn geho'fen werden kann. Dann üben wir praktischen Zionismus, der dielen zu gute kommt. -jNOVdt D& W FDIW) D^enT- (Wir empfehlen diese herzliche Fürsprache für die Kranken in Jerusalem der ernstesten Beachtung der Leser. D. Red.) > An die Redaktion des „Israelit", Hier. Gestatten Sie mir, sehr geehrter Herr Redakteur, zu einem Passus des Leitartikels »Entwicklungstendenzen im Sionismus" in Nr. 35 des „Israelit" einige berichtigende wrte, um deren Aufnalme in Ihrem Blatte ich Sie bitte, Ihnen zugehen zu lassen. Es heißt am Sct lusse des genannten Artikels: ..Seil Ludw. Aug. Frankl find alle in Palästina gegründeten Schulen bisher unmittelbar ober mittelbar Stätten der religiösen Zersetzung geworden." Diese Worte lassen den Glauben aufkommen, als ob es in Palästina keine Schule gäbe, in welcher in streng traditionellem Sinne gelehrt würde, und doch ist es die unter Verwaltung des Vorstandes des Bercins zur Erziehung jüdischer Waisen in Palästina flehende Lamelschule, die weder „mittelbar noch unmittelbar eine Stätte der religiösen Zersetzung" ist. Der Unterricht wird in streng traditionellem Sinne gegeben, wie auch die Lehrer durch ihren religiösen Wandel den Schülern mustergilttg sein können. Vielleicht hat der Verfasser diese Schule, von der er gewiß gehört -hat, in sein allgemeines Urteil nicht mtt einbeziehen wollen. Um aber kein Mißverständnis bei den Lesern aufkommen zu lassen, habe ich , als Mitglied der Verwaltung dieser Schule mich verpflichtet gefühlt, mit dieser Berichtigung hervorzutreten. Hochachtungsvoll Prof. Dr. A. S u l z b a ch. (Wie fich aus dem ganzen Zusammenhang unserer Darstellung ergibt, kam es uns ausschließlich darauf an, anläßlich der jetzt beabfichtitzten neuen Schulgründung vor einer Wiederholung des verhängnisvollen Fehlers zu warnen, der bisher bei der Errichtung europäischer Schulen in Palästina immer wieder begangen worden ist: vor der Ignorierung der rabbinischen Autoritäten der heiligen Stabt. Diese Ignorierung allein — wie auch der Lehrplan «ner Schule und ihr Lehrkörper in religiöser Hinficht beschaffen sein mochte — mußte destruktiv auf den religiösen Geist in Jerusalem wirken, der ja selbstverständlich weit mehr als in den westlichen Ländern auf der Autorität der Rabbinen beruht. Daß in der Lamelschule unter der heuttgen Verwaltung nichts Gesetzwidriges gelehrt wird, glauben wir gerne, un.d auch die Eveline de Rothschild-Schule hat das ernste Bestreben, ihre Zöglinge zu gewissenhaften Jüdinnen zu erziehen. Das ändert aber nichts an der Richtigkeit unserer wohlerwogenen Behauptung. D. Red.) Tamiliennacbricbten. (Unseren Abonnenten steht diese Rubrik kostenlos zur Verfügung. Nichtabonnenten haben für die Aufnahme jeder Notiz eine Gebühr von 1 Mk., die gleichzeitig einzusenden ist, zu entrichten. Die Sendungen müssen nnmer spätestens am Mittwoch» Vormittag vor dem Erscheinen der jeweiligen Nummer in Miseren Händen iein.)/L PgiVerlobt: Carolas Rotyjchild mit Immanuel Hftrz, Randegg-Luzern. — Fanni Lehmann mit Paul Svandow, Würzburg-Cöln. — Helene Seligmann mit M. I. Cohn, Cöln-Frankfurt a. M. — Rosa Schwab mit Hauptzollamts Assistent Leopold Hamburger, Rimpar-Aschaffenburg. Vermtthlt: Nastali Königshöfer mit Wer geb. Jacobsohn, Hamburg. p- ~ Geburten: Sin Sohn: Lehrer S. Heß, Düdelsheim (Oberhessen).—Eine Tochter; Moi'se Samuel Rein, Straßburg. ns=n

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