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Der Israelit · 1907-09-05 · Heft 36 (5.9.1907) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
48 (1907)
Issue
Heft 36 (5.9.1907)
Date
1907-09-05
Page
– (sequence 9)
Language
German
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„ . MW WWW WM ^efcßt imb ©6dflttn un6 FreigÄSi^kett geschaffen. Dank sei auch den Mitgliedern der Gemeinde, den Männern und Frauen, den Jünglingen und Jungfrauen, die nach Maßgabe ihres Könnens, beigetrqgen zu dem Werk, Dank dem Vorstand und den Herren des Baukomitees für die selbstlose Hingebung, die fie dem Bau gewidmet, Dank den Meistern und Architekten, die ihn entworfen und bis zur Vollendung gefördert. Der Redner geht dann dazu über die Bedeutung des nD3Dn rpa zu kennzeichnen. Gottesdienst ist dieses Hauses Zweck und Bestimmung. Was aber haben wir unter Gottesdienst zu verstehen? Gott dienen heißt Gott gehorchen. Nur als Voraus setzung für diesen Gottesdienst, als die Stätte, wo wir uns für den Gottesdienst draußen im Leben rüsten, haben Ivir die Synagoge zu betrachten. Ihren Wert erhält sie durch die Art, wie wir in unseren Häusern, in unserem Wirken und Streben den Pflichten des Gottesgesetzes ge recht zu werden suchen. Dieser Bestimmung sei das neue Gaus geweiht. Es find nun etwa, so fuhr dann der Redner fort, etwa 56 Jahre her, daß hier eine kleine Schar Gott begeisterter Männer der Not gehorchend sich in ein tleines Stübchen flüchtete, um da ihren Gottesdienst abzuhalten. Mit verächtlichem Lächeln sahen die Fernstehenden dieses Tun mit an. Wer hätte gedacht, daß das Häuflein sehr bald zum Bau einer Synagoge chreiten und daß sie diese später auf das Doppelte er weitern würden. Und nun ist auch diese große Synagoge M enge geworden. Wahrlich, kv, n«T nnvi 'l nt*D 1^50 Zum drittenmale begeht unsre Gemeinde das Fest der Synagogenweihe. Aber die heutige ist verschieden von den beiden ersten. Unwillkürlich kommt uns die Erzählung von den drei Brunnen unseres Stammvaters Isaak in die Erinnerung, von denen die beiden ersten ptpy, Streit, und Hinderung, der dritte lYDim/ Weite, genannt wurde. Die beiden ersten mußten unter der Abwehr feindlicher Angriffe und Hemmungsversuche gegraben werden. Bei der Herstellung des dritten aber gab's keinen Kampf mehr, darum nannte ihn Isaak rraim, paa wnoi Mb *1 mmn nny „denn", so sprach er, „jetzt hat uns Gott Weite gegeben und wir breiteten uns aus im Lande." Unsere Weisen erblicken in diesen drei Brunnen das Vorbild der drei Heiligtümer in Zion. Unter Kampf mit der Umgebung entstanden das erste und das zweite tfnpDn rva, unter der Anerkennung Israels durch die Allmenschheit wird einst das dritte errichtet werden. Die drei Brunnen sind auch bas Vorbild der von unserer Religionsgesellschaft erbauten Gotteshäuser. Es waren schwere Zeiten, mächtige Hindernisie waren hinwegzuräumen, schwere Kämpfe waren zu bestehen, als das erste und das zweite gebaut wurden. Jetzt, da wir das dritte erbauten, waren die schwersten Kämpfe vorüber. Die kleine Schar, die man einst nicht einmal unter die Zahl der übrigen Gemeinden einreihen wollte, ist heute anerkannt vor aller Welt, ja, fie ist die angesehenste gesetzestreue Gemeinde im ganzen deutschen Reiche geworden, niaim ist ihr Name, 12 "ttQ unoi Mb 'i a*»mn nny- In dankbarer, ehrürchtsvoller Erinnerung aber gedenken wir an diesem Tage des Mannes, der uns den Weg zu diesem Ziel bereitet, unseres großen Rabbiners, gesegnet sei sein Andenken. Wie König Davids Psalm schon die Einweihung des Tempelheiligtums besingen konnte, obwohl erst Salomo ihn erbaut, — weil David es vorbereitet und Salomo nur es ausgeführt — so hat auch S. R. Hirsch's geistiges Auge diesen Bau erschaut, wenn er ihn auch selbst nicht erlebte. Sein Geist wird hier fortwirken, sein Licht hier fortleuchten, sein Name verknüpft sein mit dieser Synagoge, solange fie besteht. Mit der Bitte um Gottes Segen sür das neue Gotteshaus, die Gemeide, die Vaterstadt, das Vaterland und den Landesherrn endete die Rede, die auf die Festversammlung eines tiefen Eindrucks nicht verfehlte. Das Maariw-Gebet bildete den Abschluß der Feier, die einen Markstein darstellt in der Geschichte der Frankfurter Israelitischen Religionsgesellschaft. Am Abend vereinigten sich etwa vierhundert Teilnehmer zu einem Festbanket im Saälbau, das in den üblichen Formen verlief. Herr Be st ho ff, der Leiter der Tafel, brachte in schwungvollen Worten das Kaiserhoch aus, worauf namens der Gemeindeverwaltung Herr Louis Feist die Versammelten begrüßte und in längerer Rebe einen Rückblick auf die Geschichte der Religionsgesellschaft warf. An Stelle des durch Trauer am Erscheinen leider verhinderten Rabbiners sprach Herr Rabbinatsafsefsor Posenden Mittelpunkt seinerAusführungen, die in ein Hoch auf Herrn Rabbiner Dr? Breuer^ ausklangen, bildete der Hinweis auf die Bedeutung des Thorastubiums für dm Bestand der Gemeinde. Namens der Gemeinde brachte Herr Jakob Rosencheim den Dank an die Verwaltung, die so manchen gärenden Most zu ertragen habe, an den Rabbiner für sein rückfichrsloseS und wahrheitmutiges Wort der Zurechtweisung und an die Vorbeter, die in dem alten GotteShause als wahrhafte 1128 TI'Dttf gewirkt, zum Ausdruck. Er kennzeichnete die erhöhten Pflichten, die fich aus der Entwicklung der Religionsgesellschaft zur Großgemeinde für die Wirksamkeit nach außm, insbesondere für die Unterstützung der jüdischen Gesamt- LettSzwecke ergäben, und schloß mit einem Hoch auf die in großer Zahl anwesenden Rabbiner und Vorsteher auswärtiger gesetzetztreuer Gemeinden. Namens der letzteren ergriff hierauf Prov.-Rabb. Dr. Cahn-Fulda Las Wdrt zu geistvollen, von launigem Humor getragenen Ausführungen, denen fich Herr Wolf Möller- Altona im Namm der- Vorsteher anschloß. Erst in rüher Morgenstunde _fasL^as Fest sein Ende. Im Laufe mm £ bildete oft n«re Shrmgoge infolge der veaetiterten Berichte der Zeitungen das Wanderziel vieler Tausender aus allen GesellfchaftSkreism der Stadt, sodaß .der Vorstand fich genötigt sah, begrenzte Stunden (Sonntag und Mittwoch von 10—12 Uhr) für die Befichttgung festzusetzen. Nach Ser Weide. Erloschen die Kerzen, Verklungen die Klänge Der heiligen Lieder, Durchflutend den Raum. Zerstreuet die Menge, Die tränenden Auges, Doch freudigm Herzens Die Weihe vollzog. Leise nur rauschen Die Wipfel der Bäume, Sich flüsternd erzählend,. Was jüngst sie gehöret, Was staunend geschaut. Da- Ein Zephirfächeln, Ein leises Tönen, Wie Aeolsharfen So süß und mild. Und sieh, aus dem Osten Ein Wolkengebilde Zart luft'ger Gestalten, Wie segnende Hände Umgibt es das Haus. „O Du, der Erfüllung „Bringt unserem Hoffen, „Du herrlicher Bau, „O sei uns gegrüßt. „Stolz, glänzend „Nach Außen, „Und wertvoll „Im Innern, „Als Sinnbild steh' uns „Der kommenden Zeit! „Wofür wir gekämpfet, „Das führe zum Siege: — „Zur Leuchte den Funken, „Vom Führer entzündet, „Zur Ernte den Samen, „Den einst er gesät. „O werde zum Quell Du „Frisch sprudelnden Lebens, „Erquickend die Menschen, „Befruchtend das Land: „Mit Liebe, die wirket „Sanft trocknend die Träne, „Die Not geboren „Und Kummer genährt. „Mit Treue, die knüpfet „In festeste Bande „Die Herzen der Brüder „Zu einigem Streben „Erstarkender Kraft. „Mrt Glaube, der krönet „Das Werk, das geschaffen „Demüttgen Sinnes, „Dem Bruder zum Heile, „Dem Höchsten zum Preis! „Ja, wachseerstarke „Und mache erstarken . . . ." Ein Zephirfächeln, Ein leises Tönen Wie Aeolsharfen So süß und mild. Verschwunden die Wolke, Aufstrahlet die Sonne Und küffet verheißend Die Türme des Baus. Die nachstehende Abbildung zeigt «den mäc ) a n u k a l e u ch t e r, den die Firma Lazarus Posen Wwe. für die neue Synagoge der Reltgionsgesellschaft angefertigt hat. Diesem schon wegen seiner Größe und seines Materialwerts auffallenden Stück haben die Verfertiger durch liebevolle und sorgfälttge Ausführung künstlerischen Wert verliehen. Der ganze Leuchter ist getriebene und geschmiedete Ciselierarbeit. Die schöne feuervergoldung läßt die fein gedachten Ornamente noch effer hervortreteten, und die geschmackvoll über den MMWWW en Leuchter verteilten Edelsteine beleben seine O )e, die fich von dem dunklen Marmorgrunde deS Oraunhakaudesch wirkungsvoll abhebt. Der unten reproduzierte n^D Leucht er der neuen Synagoge ist im kunstgewerblichen Atelier deS Juweliers Felix Horovttz ausgeführt. Der fünfarmiae Leuchter ist in vergoldetem Silber geferttgt. Seine Höhe beträgt bis zu den in Onyx gearbeiteten Kerzen etwa 2,30 m. Auf einem dreiteiligen Fuß, der auf Kugeln ruht, erhebt sich, nach oben fich verjüngend der vierkantige Schaft, aus dem fich die fünf Arme entwickeln, die ovm von einer fein durchbrochenen Querleiste zusammengehalten werden. Jeder Arm trägt oben eine Tülle, die je eine große Onyxsäule (für Gas eingerichtet), umgeben on 12 Wachskerzen, hält. Komposition und Ornamentik schließen fich dem Stil der Synagoge an. Pose«, 18. August. Die Festschrift zum 80. Geburtstage Rabbiner Dr. Feilchenfelds ist jetzt zur Ausgabe gelangt. Sie enthält folgende Abhandlungen : ^Griechische Mythen und ihre Parallelen in der

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