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Der Israelit · 1907-09-05 · Heft 36 (5.9.1907) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
48 (1907)
Issue
Heft 36 (5.9.1907)
Date
1907-09-05
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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H«S dem Macdsor für die twron D'D' •bvn nttnnp *]pin bann IV. (Schluß.) . r, p 12M nisnl n 2 1 v m mun yn n« p-oyo Aber Rückkehr, Gebet und Pflichttreue beseitigen das Böse des Verhängnisses, “jnbnn p "jeiw t mm1? nui Diyr1? nrp nen mö2 vsnn ***? t mm idtid 121^2 o» '2 nann iroo er ny o*?2pn TD 21^ DK Denn wie Dein Name ist Dein Preis, Schwer zu erzürnen und leicht zu besänftigen. Denn Du willst nicht den Tod des dem Tode Verfallenen, Sondern daß er zurückkehre von seinem Wandel umd lebe, Und bis zum Todestage harrest Du sein, Kehrt er zurück, Du sprichst sofort ihn rein. Leben, Tod und die dazwischen liegenden freud- und leidvollen Wechselsälle des menschlichen Daseins haben seit undenklichen Zeiten die davon Betroffenen dazu gedrängt, durch emsige Forschung diese ewigen Rätsel zu lösen und sich so seiner alles bewältigenden Macht zu entziehen. Die fortschreitende Wissenschaft war durch von ihr entdeckte Mittel das Leben zu verlängern und zu erhalten und dem Tod seine Opfer zu entreißen, mit Erfolg bemüht den Abstand zwischen •TIT 'D und niD1 ’D zu mildern. Sie hat gegen die verheerende elementare Macht von Feuer und Wasser erfolgreiche Maßnahmen getroffen, sie kann zwar Stiirme und Erdbeben nicht verhindern, aber sie doch vorher signalisieren, und sie tritt dem Hunger, der Armut und der Krankheit mit unvergleichlich größerem Erfolge entgegen, als dies früher der Fall war. Aber „Ihr sollt darauf achten, mein Opfer, mein Mahl, meine Feueropfer von lieblichem Geruch mir zur Zeit oarzubringen." Wir meinten genau dasselbe wie die Pentateuchausgabe der „orthod. isr. Bibelanstalt": ein Opfer, das für Gott von lieblichem Gerüche ist, konnten uns aber nicht entschließen, die stylistisch harte Fassung beizubehalten: „Den Duft zu meinem Wohlgefallen . . . darzubringen." wie winzig, wie unzulänglich und verschwindend erscheint all das mühsam Erreichte im Vergleich zu dem unermeßlichen Riesenelend, dem es steuern möchte. Sie hat vieles znr Verhütung und Heilung von Krankheit und zur Berscheuchung des Todes geleistet, aber sie hat neue, bisher unbekannte tückische Krankheiten nicht verhindern könnerr, so daß sich der Tod für die ihm entzogenen Opfer reichlich schadlos hält. Sie sucht durch Genossenschaften, philanthropische und charitative Stiftungen jeder Art der Armut und dem Elend zu steuern und schafft durch ihre Fortschritte des Geistes speziell aus dem Gebiete der Technik ein Maffenproletariat, wie es in dieser Breite und Tiefe noch nie bestanden hat. Es hat zwar zu jeder Zeit Parias, Heloten und Enterbte gegeben, aber sic standen durch ihre geringe Bildung des Geistes und des Herzens so tief unter dem Niveau der herrschenden Klaffe, daß sie die Zurücksetzung und Enterbung nicht mit der Schärfe, der Erbitterung und Verbitterung fühlten und erkannten, wie es heute der Fall ist. Unsere Zeit hat die Sehnsucht nach Wissen und Bildung in die tiefften Volksschichten gestreut und besitzt keine Mittel dieses geweckte Verlangen zu befriedigen. Sie erfindet Maschinen, die mit der Präzision und Intelligenz eines Menschen arbeiten und degradiert Aeichzeitig den Menschen zur Maschine. Sie hat die Herrschaft des Geistes proklamiert, und die Faust entscheidet. Sielehrt Duldung und duldet Verfolgung, sie schwärmt für Brüderlichkeit und führt den erbittertsten Rassen- und Klaffenkampf. Die Frage, ob die Menschheit durch den Fottschritt von Wissenschaft und Kultur wirklich glücklicher, besser, gesitteter geworden ist, ist leider längst keine Frage mehr. Ihre unbefangene, rückhaltlose Beantwortung bietet eine düstere Jllustratton des alten salomonischen Weisheitsspruches: „Je mehr Wissen, desto mehr Weh!" Leben und Tod, Freud und Leid, Krieg und Frieden, Glück und Unglück, allen diesen Momenten gegenüber, die unser ^p'in n:nn vor unserem geistigen Auge am ruvn twn vorüber ziehen läßt, erscheint der Götze des Tages, der wirkliche und gar der vermeintliche Fortschritt, iu seiner ganzen kläglichen Unbeholfenheit. Nicht auf den Fortschritt, aus den Rückschritt, den redlichen Vorsatz aufrichtiger Rückkehr zu Gott und seinem Gesetz, PD'iBTi, auf die Bitte um Kraft zur Ausführung dieses Vorsatzes, r6sn, und aus seine treue Verwirklichung durch die Tat, npTC, verweist daher mit Frakturschrist unser Machsor als auf die Talismane zum Schutze gegen die Wechselfälle des Lebens. Die mD wird zwar durch np-ßtt r6sn N21LM nicht aufgehoben. Aber es geschieht mehr als das. Die mtt bleibt, aber mtan yn wird beseitigt. Mag auch das Verhängnis weiter übert;nM^(wglten,; nicht mehr blind, es h at-seinen: Stach es - syntz) 7 h fp? / mit jedes Weh verloren,. sobald wir diesem Ruf rur Rücklehr Folge leisten- , Denn wir kehren 4 damit zu unserem Leben^hitteri zurück, untere welchem Bild uns Gott, seine "Herde suchend un6 besuchend, hier vorgesührt wird. Ein Versenken in jeden einzelnen Zug dieses Bildes hat die Kraft uns über alles Leid und Weh siegreich hinwegzuheben. Greisen wir aus dem Heere von 0 Nebeln, welche das menschliche Dasein zu trüben geeignet sind, irgend eines, und zwar das schwerste heraus, dasjenige, dem keiner entrinnt, das Hoch und Nieder in gleicher Weise früher oder später V trifft — den Tod! „Der ärgste Schlag ist doch' nur Tod, und Tod will seinen Eag." (Shakespeare, ■ König Richard II.) ' Die vielen Trostgründe, die es gegen den Tod giebt, lassen wir hier auf sich beruhen. Sie verraten durch ihre Kleinlichkeit oft mehr die Furcht als die Furchtlosigkeit derjenigen, die sie gesucht und gefunden haben. Die Furchtbarkeit des Todes bleibt, auch wenn er nichts als ein Uebergang von der Zeitlichkeit in die Ewigkeit ist. A An dieser Tatsache werden alle Erwägungen -f nichts ändern. Vertiefen wir uns jedoch in das J Bild einer Lämmerherde, die einzelne Tiere durch ff Raub oder durch den Tod verlörest hHt, so rj werden wir, wenn wir diese Tatsache in Worte * kleiden, uns nie auf sie beschränken, sondern es 1 wird immer mit dem Beisatz geschehen: Dem Hirten sind so und so viele Tiere durch Raub, durch den Tod dahingegangen. Wir beben damit dem Gedanken Ausdruck, daß das Lew, das der Herde zustößt, in erster Reihe nicht sie, sondern den Hirten trifft, daß er mehr als seine von Raub, Tod betroffene Herde durch diese Katastrophen in , Mitleidenschaft gezogen wird. Dabei ist der Hirte - ohnmächtig gegen alle seine Herde heimsuchenden Vs Unglücksfälle, sie treffen ihre Opfer ohne und , gegen den Willen des Hirten. Aber zurückgekehrt unter das Regime unseres; Lebenshirten, der, wie er das Leben spendet, auch , den Tod sendet, sterben wir unserm Hirten, wie - wir Ihm und nur Ihm gelebt haben.' Wie hoch j: in Gottes Augen der Tod derjenigen steht, i die Ihm ein Leben voll liebender Hingebung gelebt haben, VTDnV nmon 'n Tzn ip', das ist « ein Gedanke, dessen beglückende Konsequenzen der 116. Psalm in ergreifender Weise schildert. Diese Gedanken heben die von ihnen Durchdrungenen _• über alles irdische Weh und Leid hoch und immer höher zu Ihm, der, wie Ihn unser Pijut schildert, in der Tat die Liebe übt, die sein Name haucht, . - der schwer zu erzürnen und leicht zu besänftigen $ ist, der nicht den Tod, nicht einmal des bereits ■: ihm Verfallenen will, sondern die Rückkehr vom | verfehlten Wege in s neu zu gewinnende Leben, ,\4 die Heranwachsende Jugend in den Lehrlings- und Gesellenvereinen, da ist das Studentenwesen, das im Festzug der katholischen Studentenvereine — etwa 60 Wagen — geradezu imponierte, da ist's die rege Beteiligung an allen gottesdienstlichen Veranstaltungen, lauter Momente, die gar viel zu denken geben. Doch davon in einem weiteren Briefe, in welchem seinem Herzen etwas Luft machen möchte Ein Daheim gebliebener. (Zur Geschichte des Zionismus.) Als ein interessanter Beitrag zur Geschichte des Zionismus wird >er „Voss. Ztg." folgender Brief mitgeteilt, den der steichsfreiherr von Monstr, über den nichts räheres bekannt ist, unterm 15. Februar 1785 an Nos es Mendelssohn gerichtet hat. Er macht hierin >en etwas utopistischen Vorschlag einer jüdischen Aniedelung auf einem freien, reichsunmittelbaren Terriorium, dessen Lage nicht näher angegeben wird. „Ihre Kation, mein Herr, ist in der ganzen Welt mehr »der weniger unterdrückt; in keinem Lande genießt ie bürgerliche Rechte, in allen ist Ihnen die Zuziehung u öffentlichen Aemtern und Geschäften versagt. Wollen run etwa hundert Familien Ihrer Nation zu mir komaen, so sollen sie die Hälfte des zur Stadt bestimmten Grundes erb- und eigentümlich gegen einen mäßigen Grundzins und eine dem Werte des Grundes proporionierliche Summe haben; die andere Hälfte gebe ich 'hristen, weil Ihre Leute sich mit vielen Sachen nicht abeben, die doch notwendig sind. Die Landeshoheit nd einige Vorzüge behalte ich. Keine Lasten, Accisen nd dergleichen nie: eine Art von Magistrat, welcher us einer gleichen Anzahl Juden und Christen beehen soll und in welchem ich den Vorsitz behalte, >ll alles bestimmen, was zur Unterhaltung, der ffentlichen Bedienungen und Gebäude erfordert wird. Kurz der Punkt und die ganze innere Verfassung, welche die Rechte der Untertanen und des Herrn auf ewig bestimmt, soll festgesetzt werden, sobald ich mit einer gewissen Anzahl Familien kontrahieren kann; denn mit einzelnen würde ich mich nicht einlassen.. Ich rechne, daß 300 bis 400 Häuser Platz hätten; die Hälfte also für Juden. Zum Handel ist wohl keine bessere Gelegenheit in Deutschland; Freiheiten werden nirgends mehr gegeben werden. . . Reichtum verlange ich nicht dadurch zu erlangen, nur Gelegenheit,' einige Menschen glücklich zu machen und die Gewißheit der Welt zu geben, daß doch noch ein Fleckchen auf dem- Erdboden ist, wo wahre Freiheit ist, wo der Mensch denken uno sagen darf, was er will." Mendelssohn bleibt demgegenüber etwas skeptisch. Er will den Plan einer Gesellschaft aufgeklärter Freunde, zu denen auch Dohm zählt, anvertrauen. Er halte freilich eine öffentliche Bekanntmachung des Planes für geraten. „Ich setze voraus," meint Mendelssohn weiter, „daß Sie von Seiten des Kaisers und des Reichs gesichert sind und von keiner benachbarten Macht etwas zu befürchten haben, und daß Sie dafür die Gewähr zu leisten imstande sind, so werden Sie Subjekte genug finden, die sich Ihnen in die Arme werfen und die Bedingungen, welche Sie ihnen vorschreiben, herzlich gern annehmen werden." Monstr spinnt seine Plane noch eine Weile fort, ohne sie jedoch zur Ausführung bringen zu können. (SjRorci# Slosenfeld.) Die „Welt" schreibt: „Eine große Zahl jüdischer und nichtjüdischer Blätter, die seinerzeit den Tod Morris Rosenfelds meldeten, ist neuerdings einer weiteren Fälschung zum Opfer gefallen, dre sich übrigens bei einigermaßen sorgfältiger Prüfung sofort als solche hätte erweisen müssen. Es handelt sich um einen angeblichen Brief Morris Rosenfelds, der (wiederum angeblich) in der „Wilnaer Volkszeitung" veröffentlicht war, worin er (mehrere Tage vor seiner Totsagung, was merkwürdigerweise den Redakteuren der erwähnten Blätter nicht auffiel) gegen seine Totmeldung protestiert und diesen Gerüchten unehrenhafte Spekulationsgelüste seiner Verleger zugrunde legt. Die meisten Deatils. (so z. B., daß Rosenfeld von seinen sechs Kindern, von einem ihm durch Wucherer entrissenen Häuschen spricht, ferner davon, daß ihm von seinem Verleger nie Honorar gezahlt wurde usw.) sind so sehr „erfunden", daß sich sofort die Ueberzeugung einstellen mußte, daß man es hier mit einer groben Fälschung zu tun habe. Das „Lemberger Tagblatt" glaubt auch bereits dem Fälscher, einem minderwertigen russischen Schreiber, der sich in Ungarn herumtreibt, auf der Spur zu sein. Jedenfalls dient es nicht dem Ansehen des. schwergeprüften Dichters, wenn man ihnen mit dergleichen, glücklicherweise erfundenen, „Anklagebriefen" durch die Spalten der Blätter zerrt. Unsere amerikanischen Freunde, bei denen wir nähere Erkundigungen einzogen, teilten uns mit, daß Rosenfeld in einem Erholungsheim untergebracht ist, und sie fügten hinzu, daß die amerikanischen Juden ihn nicht im Stiche lassen werden. Daß auch seine Freunde in Europa ihn nicht vergessen werden, dafür war daS. warme Interesse, das sich in den letzten Wochen für den Dichter äußerte, ein erfreulicher Beweis." (Die Bibel i« der Esperanto-Weltsprache.) Auf dem in London stattgehabten Esperanto-Kongreß wnttw der Beschluß gefaßt, eine Uebersetzung der Bibel ins Esperanto herauszugeben. Der Begründer der Weltspräche ist ein jüdischer Augenarzt in Warschau, Dr. Zamenhos. Er wird in der nächsten Zett die Sprüche und das Hohelied und danach die Psalmen in die Esperanto-Sprache überttagen.

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