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Der Israelit · 1907-08-29 · Heft 35 (29.8.1907) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
48 (1907)
Issue
Heft 35 (29.8.1907)
Date
1907-08-29
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Sette 12. Ult. 35. Der Israelit. brauchte Terminologie hin, die „als nur in Babylonien gebräuchlich" von ihm selbst festgestellt wurde. Er weist auch auf das merkwürdige r6apn p ncti *riy -wa (No. 31 S. 10, t), und auch auf eine Stelle Chullin 47» hin, deren Resultat allem widerspräche, was wir sonst über die Beziehungen gewisser Amoräer wissen. Das aus Chullin 45» von Bacher Besprochene ist ein würdiges Seitenstück zu dem Nr. 31 S. 11 aus Bech. 13» Mitgeteilten. Aus Chullin 29 » zitiert Bacher eine schon durch ihre Diktion auffallende Barajtha(?), deren Schluß lautet: pia from m wwra. Dazu bemerkt B. sehr treffend: „Merkwürdig ist der Umstand, daß was in dieser Barajtha am Schluffe im Namen desTanaiten Nechemja ausgesagt wird: pwica paa (es ist immer vntFB gedruckt, für die doppelte Schreibung des ' scheint Fr. ebenso eine besondere Vorliebe zu haben wie für v"v bei Namen; B.) — im ZWylonischen Talmud Chullin 48» als Praxis eines Äeichnamigen b abylonischen Amora 4. Jhdt. bezeugt ist rp)' a-n ma ^Dm ai. 5a n1? pia Jedenfalls ein sonderbares Zurentreffen!" iücherscha«. Israel in Enrope By G. F. Abbott London. Macmillan and Co. 197. XIX und 533 S. Pr. 10 sh. Eine Geschichte Israels, auch wenn fie fich nur auf Europa beschränkt, zu schreiben, ist kein kleines Unterfangen und dürfte namentlich einem Nichtjuden die größten Schwierigkeiten bereiten. Wir verübeln es Abbott nicht, daß er nur selten Neues bringt, daß er nicht unmittelbar auS den Quellen schöpft. Für uns ist die Anschauung wichtig, aus der er die stete Wanderung der Juden durch Europa schildert, und in dieser Beziehung verdient er daS höchste Lob. Schwerlich durften die Schicksale des hart geprüften Volkes mit solcher Liebe je behandelt worden sein, wie es in dem uns vorliegenden Buche geschieht. Alle Beschuldigungen werden entkräftet, jede Anklage wirb zurückgewiesen, und die Lektüre htnterläßt den betrübenden Gesamteindruck, daß eine gänzlich schuldlose Natton dazu verurreilt ist, flüchtig zu sein und von einem Lande Ms andere verstoßen zu werden. Das innige Mrtleid, das aus jeder Zeile spricht, überträgt sich auch auf den Leser. Es wäre zu wünschen, daß das Buch, ins Deutsche überttagen, die weiteste Verbreitung finde. Freilich wirb der orthodoxe Jude nicht alles aut heißen, waS Abbott vorbringt) namentlich wird er seine Ausführungen über dm Talmud und das Berhaltm der Gläubigm in der Synagoge in ihrer Allgemeinheit beanstanden. Aber darob wollen wir mit dem Verfasser nicht rechten, der als Nichtjude diese Materie nicht fassen kann. Seim wir ihm dankbar, daß er, ein wackerer Kämpe, eine Lanze für unS bricht. Dm Jnhatt des Buches mehr als anzudeuten, verbietet uns der Raum. Auch würde mit einem kurzen Auszuge wmig gedimt sein, daS Buch will gelesen werden. Bon dm 24 Kapiteln haben nebm dem ersten, eMleitendm HebraismuS und Hellenismus die über dm Wucher (8), die Renaissance (12), daS &$etto (13), die Reformation (14), Antisemitismus (23), Zionismus (24) Anspruch auf ein besonders Interesse. Die Geschichte der Juden in England (9, 17, 18, 20) ist eMe ganz selbständige Leistung. Hier zieht Abbott auch die Literatur in das Bereich seiner Bettachtung. Er beschäfttgt sich mit Marlowe, Shakespeare, Addtsson, Scott, Byron, Coleridge. Eingehend find die Analysen derJuden von Malta (Marlowe), des Kaufmanns von Venedig (Shakespeare) und des RomanS Jvanhoe (Scott). — Höchst lehrreich ist der Antisemitismus überschriebme Abschnitt, in dem der Versaffer die von Deutschland ausgehende und nach Oesterreich und Rußland einerseits, nach Frankeich und England andererseits übergretfende Bewegung bespricht. Für England speziell kommt das neue gegen die Fremden gerichtete Gesetz, die sogenannte Aliens Bill, in Bettacht, das nach Abbott im letzten Grunde eine antisemitische Tendmz hat. — Der Zionismus wirb erklärt, und waS für und gegm die Bewegung spricht, erwogen. GS giebt Werke, in denen manche Phase der Geschichte JSraelS ausführlicher besprochm wird) lex Wert des neuesten liegt teilweise . darin, daß eS bis auf die Jetztzeit sich erstreik und unS bereits die jüngsten ruffischen und rumänischen Gräuel vor Augen führt. Daß manche Wiederholungen unterlaufen, ist kein Wunder) daS hängt mit der Anlage des BucheS zusammen, das eine Ueberficht über die Geschichte der Jubm in dm einzelnen europäischm Länder nacheinander gibt, und leider find es« stetS dteselvm Ursachen, die dieselben Wirkungen hervorrufm. Zugleich hat die Einteilung dm Borteil, daß man sich leicht eine Ueberficht über die Juden eines besttmmten Landes verschaffen kann. Ein Setteuer Index erhöht die Brauchbarkeit. — Ein Irrtum lvbotts ist es, wenn er Sosnowize an die fibirische Grenze verlegt) es ist eine Stadt an der Grenze von Oberschlefien. Ich möchte von dem Buche nicht scheiden, ohne einige charakteristische Stellen in deutscher Uebersetzung anzuführen) der Leser wird aus ihnen die Gesinnung des Berfaffers erkennm. „Inquisitoren kommen und Inquisitoren gehen, aber Israel lebt ewig, und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft verlecht ihm die unbezwingliche Kraft, die Gegenwart zu ertragen." — «Glaube an Gott, das ist der Talisman, der die Jubm befähigt hat. triumphierend alle Prüfungen zu bestehen, die die meisten Rassen vernichtet hätten. Derselbe Windstoß, der ein Keines Feuer auslöscht, sacht ein großes zu einer noch mächtigeren Flamme an." — „Nach einer achtzehnbunbertjährtam Erziehung in der Vesten der Schulm — der des Leidens — traten die Jubm auf dm Plan, völlig ausgerüstet mit moralischen und geistigen Eigenschaften, die sie, sobald die Gelegenheit sich tarbot, instand setzten, dm ersten Platz unter dm ersten Böllern der Welt einzunehmen." — „Ungleichheit vor dem Gesetz mag an die Stelle des Blutbades tteten, ober Austteibung mag fich zu gesellschaftlicher Absonderung verfeinem) doch die Feindseligkeit ist stets vorhanden, wie fie auch ihren Namen ändere. Der Mensch ist ein unduldsames Tier." — «Die Hoffnung auf den Messias ist eine Leuchte in mancher langen Wintemacht gewesen, aber fie brannte am hellstm, wenn die Nackt am dunkelsten war. Wenn in solchen Zeiten die Juden mit ungewöhnlicher Zähigkeit fich an das prophettsche Versprechen hielten, wer kann sie darob tadeln? Diejenigen, die in der Gegenwart nichts befitzen, haben das beste Recht, einen Teil der Zukunft zu beanspruchen." C. Modernes Judentum im Morgen- und Abendland von Jacob Obermeyer. Wien u.Leipz. 1907. Das Buch, hervorgegangen aus dem Verlangen des Verfassers, „sich Klarheit darüber zu verschaffen, worin und warum das Judentum an feiner Urfprungsstätte im Morgenlande sich vom Judentum des Abendslandes unterscheide", gewinnt an erhöhtem Reize durch eine gewisse dramatische Lebendigkeit seiner inhaltlichen Ausgestaltung. Ein arabischer Jude, Großkaufmann, Sohn eines Rabbiners zu Bagdad, tritt auf und ergeht sich in gedankmreichen Reflexionen über modernes Judentum in Europa, vergleicht die aus blinder, blöder, öder Reformsucht wachsenden Entartungserscheinungen desselben mit dem unverdorbenen, naturwüchsigen, in warmen Talmudstudien wurzelnden Judentum der Ostländer. Kultus, Rabbiner, Borbeter, die verschiedenen Religionsparteien, Familienleben, Feste, alles, was nur auf dem Boden des heutigen Judentums interessiert, wird in das Bereich verständnisvoller Betrachtungen gezogen, in welche zugleich historische Untersuchungen Über einige gottesdienstliche Einrichtungen, wie Maskir, Kaddisch u. a. m. eingeflochten werden. Mit der freien Schonungslosigkeit eines für den lebendigen jüdischen Geist glühenden Eiferers werden die Blößen des Reformjudentums in Kultus und Leben in ihrer widerlichen Nacktheit aufgedeckt, nicht zum wenigsten die Berliner „Allgemeine Zeitung des Judentums" wegen eines „von krasser Unwissenheit" strotzenden, eine beabsichtigte Täuschung und Irreführung der unwiffenben Leser" darstellenden Leitartikels vom 20. Oktober 1905 in beschämender Krittk gegeißelt. Man lese in dem Buche die sachlichen und doch in ihrer Gelungenheit so wohltuenden, eindrucksvollen Spottschilderungen der modernen Reformtempel als „Stätten des Kunstgenusses, nicht der Andacht", und man fühlt mit dem Verfasser die Wahrheit des Wortes: vimcile est satiram non scribere. Doch will es uns scheinen, als laufe Verfasser, besonders in seinen allgemeinen Gedanken über das Kaddisch, Gefahr, das Kind mit dem Bade auszuschütten. Das Buch zeichnet sich durch logische Gedankenreihen sowie einen erlesenen, fließenden Stil aus. Wer an einer packenden Illustration jüdischer Zeitverhältnisse mit ihren unjüdischen Auswüchsen seine Freude hat, lese das Buch) er legt es befriedigt aus der Hand. Die jüdischen Zentren der modernen Reform werden in dem kristallenen Spiegel des Buches ihr erschreckendes Zerrbild schauen. «Tipn- Aus Israels Lehrhallen. Kleine Midraschim zur späteren legendarischen Literatur des A. T., zum ersten Male übersetzt von A u g. Wünsche. 1. Bd. 1. und 2. Hälfte. Leipz. 1907. Ed. Pfeiffer. Preis Mk. 2.— und Mk. 2.80. Der unermüdliche und fleißige Midraschforscher Prof. Wünsche erfreut uns wiederum mit einer neuen Gabe. Wer weiß, welch immense Schätze die Midrasch-Literatur birgt, den muß es mit Genugtuung erfüllen, wenn sie aus dem engen Kreis der Kenner hinaustritt in die große Oeffentlichkeit und das Seelenleben des Volkes, das sie geschaffen, Kar erkennen läßt. Wie ein Volk dichtet, daran erkennt man seine Eigenart, und jemehr diese Eigenart erkannt wird, desto mehr schwinden die Schränken, die Menschen errichtet haben, um sich gegenseitig abzusperren, denn man wird finden, daß trotz soviel Trennendem eK soviel Einigendes gibt, und daß kein Mensch seine Eigen-' art aufzugeben braucht, in der Masse untergehen muß, um den Anschluß an die anderen zu finden. Um die Kenntnis der Keinen Midraschim haben sich besonders Jellinek und Chaim Horowch verdient gemacht; diese sind es nun in erster Linie, die Wünsche berücksichtigt, er zieht aber auch den Jalkut in den Bereich seiner Arbeit. Es sind vorwiegend die Midraschim, die sich um das Leben der Erzväter und Moses und Aharon ranken, die hier mitgeteilt sind, wie auch das Leben Heuochs und die sehr interessante Legende von Schamchazai und Azazel. Wir dürfen nach dem Gebotenen mit Spannung den in Aussicht gestellten ferneren Arbeiten des Verfassers auf diesem Gebiete ent - gegensehen. 8. Eit. Sprechsaal. In dem Artikel der Nummer 31 des „Israelit"' „Das Recht auf Bildung" ist erwähnt „R. Jehudah, der Versaffer der Mischnah, sandte einst R. Amt und R. Asst aus . . ." Es ist auffallend, daß noch immer derartige Jrrtümer Vorkommen. R. Ami und R. Asst waren Schüler des R. Jochanan und R. Jochanan selbst war beim Tode des R. Jehuda Hanaffi höchstens 14 oder 15 Jahre alt und R. Ami und R. Asst konnten mithin erst nach dem Tode des R. Jehuda Hanaffi geboren sein. In dem betreffenden Berichte ist nicht R. Jehuda Hanaffi, sondern dessen Nachkomme im vierten Geschlechts R.Juda Nessta II gemeint. S. darüber ausführlich Dorlar. II S. 39 u. 40. Im Ganzen ist es nach den bahnbrechenden Forschungen Halevys falsch, von R. Jehuda Hanaffi als dem Verfasser der Mischnah zu sprechen. Dieser hervorragende Gelehrte hat dte Mischnah nicht verfaßt, sondern verfaßt war fie schon zur Zeit der Ansche Keneffes Hagdauloh. R. Jehuda Hanaffi fügte nur im Verein mtt den Gelehrten seiner Zeit der bestehenden Mischnah die Arbeit der zwei letzten Tanaimgeschlechter hinzu unk» schloß damit die Mischnah ab. Ueoer das Ganze s. Dor- Har. I den Teil über die Mischnah. K. Für de« Reklameteil ist die Redaktion nicht verantwortlich; insbesondere ist es ausschließlich Sache der Leser, die im Reklameteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Ware» oder sonstige Angabe« religionsgefetzliche« Charakters auf ihre Zuverlässigkeit z« prüft«. Kaiser Friedrich Quelle 6346) OfTenbacli a. H. „Gegen Gicht u. Rheumatismus bewährt.“ 4 Landeshuter t Leinen- und Gebild -Weberei F.V. Grünfeld Königl., Grossherzogi. u. Fürstlicher Hoflieferant Berlin W-, leipzlgsratratu 21-?. Grösste Aaswabl aller Wäscheartikel ffir dca Baasbedarf. üifertigiio laiztr Hisslattugei. Preisliste mit Abbildungen sowie Kosten* anscbläge zu Diensten. (7959) re n Künstliche u. natürliche Mineralwasser -Aepfelwetn Flaschenbier (6777) liefert frei inS HauS R. STlssenhaum, Frankfurt a. M., Ostendstr. 75. Telephon 5441 J 3a, was Henken Sie denn, lieber Herr? Weil wir so tief in den Bergen wohnen, sollte man Fays ächte Sodener Mineral-Pastillen bei uns nicht haben können? Wär ja noch schöner! Die werden von Touristen so viel verlangt und find so unentbehrlich, daß wir sie nie auSgehen kaffen dürfen. Ich bab noch keinen erfahrenen und vorsichtigen Touristen gesehen, der nicht immer auch eine Schachtel FavS ächte Sodener für alle Fälle in der Tasche gehabt hätte. — FahS ächte Sodener kosten die Schachtel 85 Pfg. und sind in jeder Apotheke, Drogen- oder Mineralwafferhandlung erhältlich. 4) sich letzt Wol Mel die dadr hin Gast den sie e HW seine könu wert Gäfi reisli seine trete öffen berec c halte die S verw hafte wöhr heute wollt späte Frag glaut untei eines ahnte A hier.

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