Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 48 (1907)
- Issue
- Heft 35 (29.8.1907)
- Date
- 1907-08-29
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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MW^«MMMMMWW^WWMM!VMM.LWWWMM»FWMWWW>^^WWMNDM ct)e Wa r t merans Eine literarische Fälschung? (Schluß.) In der Einleitung erzählt Friedl. daß in seinem Jeraschalmi-Manuskript ,11132 rui^ion '727 p"*? '"122 Mini? 7D2 pis?2 onp Da wir nun wissen, dag der Mischnatext des Jeruschalmi vielfach,und zwar nicht nur was die Orthographie angeht, sowohl von dem in unsern Mischnaausgaben als dem im Babli vorliegenden Text abweicht, so erwarten wir natürlich auch bei Fr. einen palästinischen Mischnatext zu finden. Auf den ersten Blick jedoch überzeugen wir uns schon, daß dem nicht so ist. Zwar weicht Fr.'s Text vielfach von unseren Texten ab — manchmal stimmt er mit dem der Mischnaausgaben, manchmal mit dem des Babli überein, es kommt auch vor, daß ein und dieselbe i^q teilweise den einen, teilweise den anderen Text hat, während auch Texte geboten werden, die von allen bisher bekannten abweichen') — aber über Wert oder Anwert dieser Abweichuirgen zu sprechen, ist ja überflüssig, so lange man anzunehmen genötigt ist, daß überhaupt kein authentischer aus einem ulten Manuskript geflossener Text vorliegt. Hingewiesen sei jedoch darauf, daß Fr. selbst nur zum sehr geringen Teil auf diese Varianten aufmerksam macht, und daß es sogar vorkommt, daß er in seinem Kommentar einen anderen Text citiert, als den, welchen er selbst vorlegt8), ja daß er etwas kommentiert, was in seiner Mischna überhaupt nicht vorkommt«). Man kann auch daraus ersehen, mit welcher Gewissenhaftigkeit Herr Fr. gearbeitet hat. Seit 1883 besitzen wir die '221 mtd^ii mi'21D ■M21J?D und in ihr auch den palästinischen Mischnatext der letzten in unserem Jeruschalmi fehlenden zwei Sedarim. Mit diesem Texte stimmt der Fr.'s durchaus nicht überein. *) Chullin Fol. 6b (ed. Fr.) schreibt Fr. EnitIM rnEO) D'TDDI D7'2 und spricht von dieser Variante (?) - im Kommentar und in der Einleitung behauptet er, daß dieselbe Maimonides Vorgelegen. Aus ll'^VDI E1TQ möchte ich das Entgegengesetzte schließen. Jedenfalls findet diese Variante (?) sich sonst nirgends. 42a -jnn / unser Text hat -jm, das M21J7D '221 M1’21D nicht wie wir "jrnn sondern -jpnn liest, so daß es dem Sinne nach mit Fr.'s Bariante(?) übereinstimmte. — (Bechoroth 31 o hat Fr. msi »bv ''Mi ipan* iy statt «to *6 iidmip iv 1132/ das in Babli und M21J?D '221 MIT21D zu lesen ist. Unsere Mischnaausgaben haben übrigens auchM'2'V IV/ 11D2 vhv '-»Ml/ so daß Fr.'s Angabe rmPDDI '^2221 JTTD2 VÖW rnw IV ''2.1 11'2VD2V falsch ist.) 2) Chullin 21^ im Text!?'3W2 p Mb p7V21 1'2'DI/ im Commentar mit Quadratbuchstaben nprP i'2'D1 NM, wozu er erklärend bemerkt: 2ü 1' T prrp l'-'f1?D.1M2M2 7^2ll 3) Chullin 32* fehlt im Text 1^8? DM1 lbt3'2; aber Kommentar,121512 127Dpy.1V,12,22 2V DM1 Wir ist nur ein einziges Mal Uebereinstimmung zwischen Fr.'s Text und dem der j*n'21D M2iyD 1:21 bei Abweichung von unseren Texten aufgestoßen und die ist leicht erklärlich. Die letzte Mischna des zweiten Perek von Chullin beginnt dyqt owb nbiv owb 317V.1. so unsere Mischna und Talmudausgaben) bei Fr. und D"2iMrroriB steht statt dt,2T D'D^V, aber dieselbe Leseart hat schon und und findet man auch in den TII^VO mit bMiun mMDn.] Ich zitiere einige abweichende Stellen von ungleicher Bedeutung aus der M2iyD '221 M1'21D* ChullinIIl,2M1,1V Vr ,12DM 1"1V21 1221 lVö'24 * *), ibid. bei nrmn der Zusatz nViDS dim '1'2 ('222 l"yi). Letzte Mischna des Perek VI folgen auf '*>21 nM i'Sy nS2' MT die Worte 1D22' M*?7 *7*?2 D'22M2; Perek XI letzte Mischna 112112V statt unseres 112112V, siehe 3"l 189b v» In dieser Mischna fehlt in M2iyD '221 M1'21D ganz 721 1'VM"'D 21V2 '222 *?V 72MX 72 ipiyl, was Fr. wie unsere Texte hat, ebenso fehlt in I, 7 (Babli 26 b) ... mpon im *?D121 und .. . 12'M1 mpDl im ^D12, während Fr.'s Text die Worte hat. Zur Orthographie: Durchweg liest man bei Fr. M2'py mit m, während M2iyD '221 mi'21D und Jeruschalmi mit i schreiben. Bechoroth III hat Fr. OM wie unsere Texte, (Chullin III fehlt 1*>V OMI ,i*>v'2 ganz, siehe Anm. 3), während d"21 M1'21D dafür dim hat, wie das Wort im Jerusch* 2 a * * 3lmi3) vorkommt. In Betreff p27lp, das Jeruschalmi«) und M1'21D stets mit i schreiben, ist Fr. nicht konsequent. In der 12VD Chullin 12a schreibt er p2*?p, Bechoroth 36 b f'2^lp (wiederholentlich) und wo 5 a die 12VD Schekalim zitiert wird, p2*?ip. Ganz besonders mache ich jedoch auf ein Wort aufmersam, das wiederholentlich 7 * 9) in Friedländers Jeruschalmi vorkommt und zwar immer so wie im Babli und in unseren Mischnaausgaben, ich meine das Wort 121V, Mehrzahl IIM^IV. In dieser Form habe ich das Wort im Jeruschalmi nie gefunden und natürlich auch nicht in der M22Z)v '2 21 M1'21D, vielmehr heißt es dort stets ,127'V (mit oder ohne '), Mehrzahl 1127V!8) Unbegreiflich ist es auch, wie Fr. dazu kommt, in den iit^VD von mi22 fast durchweg«), in ryn zuweilen'«), ^72 statt oder «133 zu setzen, auch wo er in p^n aus 171733 citiert, lesen wir 1173 *) Fr's Talmudtext ist in Uebereinstimmung mit seinem (resp. des Babli) Mischnatext. 3) Jebamoth lld, ed. Venedig Q7M 127 DIM 1V22!22p2 ®) Schekalim 45<i, Kidduschin 606. 7) Chullin 23^, 26b, 27*, 32, Bechoroth 25b, 31* 2C. 8) Nafir 55d, 56c, Sotah 23«, Taanith 65«, Aboda Sara 42» (Plural). 9) 1, 2, 6, 7b, 9b, 18, 20 (11*, 29b roj). ») 43», 76*! (43a), während er in seinem Kommentar häufig 1122? an die Stelle setzt. Wie erklärt sich das in einer Handschrift aus dem 13. Jahrhundert? Ich breche ab, obgleich ich noch genüg Auffälliges notiert habe. Das Mitgeteilte wird wohl genügen, um dieser Edition gegenüber zur allergrößten Vorsicht zu mahnen. Mit Recht schrieben mir gelehrte Freunde, daß im vorliegenden Falle eigentlich nicht der Beweis der Unechtheit zu liefern war, sondern umgekehrt der der Echtheit — wenn er zu liefern ist. Und so lange er nicht unumstößlich gebracht ist, darf man diese Edition nicht als Traditionsquelle ben utzen. Die Person des Herausgebers ist in Dunkel gehüllt — Ungar — Russe — Sefardi Algafi, und noch weiß man nicht Alles (No. 29, S. 11 Note 3) —seine Antecedentien") sind derart, daß man in ihn weder Vertrauen setzen kann noch darf. Die Erzählung von der Herkunft und der Auffindung der Handschrift, mit allem, was dazu gehört — den famosen Briefen mit den falschen Unterschriften, den großen Unbekannten Bruder Elia, Jacob 137p und Soliman Benvenisti — ist ein Märchen, das kaum bi Kindern Glauben finden kann, und jede Kontrolle ist unmöglich, wird wohl auch unmöglich bleiben, es sei den», daß Herr Fr. sich nicht doch doch dazu entschließt, die Handschrift Sachverständigen vorzulegen — wenn sie überhaupt existiert! ‘ R. PS. Wenn man Bachers Besprechung, die mir zu meinem Bedauern erst zu spät zu Gesichte gekommen ist, sieht, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, daß B. gar zu gerne an die Echtheit dieser Edition glauben möchte, aber die Zweifel nicht zurückdrängen kann. Er weist außer der Romantik in dem Berichte des Berfaffers auf die in diesem Jeruschalmi (?) ge- ") In Nummer 33, S. 10/11 ist darauf hingewiesm, daß Fr. die 133D1 des Brisker 31 einfach gefälscht hat. Dieselben Blätter, auf denen jene 1133121 abgedruckt ist, enthalten noch mehr 17133DI, gegen die man fich eines Verdachtes nicht erwehren kann, ohne fürchten zu müssen, daß man D'1V22 1V11 ist, die aber leider nicht mehr geprüft werden können, da die Erteiler(?) nicht mehr am eben find. Aber eine derselben hat eine so deutliche Spur der Unechtheit, daß ich an ihre Echtheit allein dann glauben würbe, wenn daS Original vorgelegt würde, ich meine die 1333,1 des Jerusalemer Rabbiners Rabbi Elia David Rabinowitz y'jft. Mein Verdachtgrund ist folgender: In der Überschrift nennt Rabbi Elia David buVJ Friedländer '17JJ2D 'TT- Ich frage, wie ist taS möglich? Rabbi E. D. ist, wie sein Schwiegersohn, btt Oberrabbiner von Jaffe, schreibt, im Jahre 2"11 oder 2/711 geboren, wäre also, wenn er noch lebte, jetzt 64 oder 65 Jahre alt. Fr. ist, wie aus offiziellen Stücken ersichtlich, im Jahre 1862 geboren, also jetzt 48 Jahre alt. Wie konnte ihn also Rabbi E. D. ürjfl: '11J72D 'TT nennen? Selbst wenn man die 3'TZ?2 D' bis zu 30 Jahren ausdehnte, wäre ja Fr., als Rabbi E. D. 30 Jahre alt war, ein 11 jähriger Knabe gewesen. Und dabei sei davon abgesehen, daß Rabbi E. D. in einem rusfischen Städtchen lebte, Fr. in Ungarn geboren ist! wem L Vab j.. - --