Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 48 (1907)
- Issue
- Heft 34 (22.8.1907)
- Date
- 1907-08-22
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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- Amoraim 1× ep/1003430
- Rashi 1× ep/1002670
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- «elF^Nr^84ff;'.V'"". »et 30tnä«.‘V ' . ' N:.' /'. -('■:' •;;‘ *-vr:^:^;-* •■;•---- ‘ -M August/1907 hat. Undz die MensHenhand bestätigt selber durch/ .. ihre Unterschrift die Richtigkeit der Buchung. //In seiner Scheidestunde, wenn der-Mensch in' die Ewigkeit einzütreten im Begriffe ist, werden ihm alle seine Handlungen einzeln 'vorgeführt. Man sagt'ihm: das und das hast Du an dem und dem Ort,. an dem und dem Tag getan, und er sagt: Ja. Man fordert ihn auf' es durch .seine Unterschrift zu bestätigen und er bestätigts, denn so ist es gesagt: „durch die Hand -eines' jeden Menschen - läßt er es bestätigen" (Hiob), und nicht nur das, er erkennt Gottes richtende' Waltung als mit Recht verdient an, indem er selber sagt, man hat mich mit Fug und Recht; verurteilt." (Talmud-Taanit Fol. 11). . Das trifft bei jedem einzelnen Menschen zu, wenn er-seine irdische Laufbahn'abschließt. Wenn; aber - erst der Schall des. großen Schofar die Gräber sprengt, um die darin Schlafenden vor: Gottes Weltgericht zu rufen, dann wird uns die' unerbittliche, unfaßbare Strenge des göttlichenZ Richterwaltens durch den Hinweis auf die Gottes^' . boten nahe gelegt, wie diese nicht einmal vor. Gottes Richterblick schuldfrei erscheinen:' -- Man mag unter von- Gott gesandte Boten oder die Himmelskörper, die Naturmächte, die so oft' als Boten Gottes bezeichnet werden, -denken, z von ihnen allen wißen wir, ]nr6h /ihkhs daß sie' niemals von-ihrerZ-gottgeivieseuesiBähnab-. weichen. Die Gestirne Kreisen ihre Bahnen mit 1 solcher Stetigkeit, Regelmäßigkeit und mathema-Z tischen Genauigkeit, daß ihre Bewegung Unsere Zeit und den 'Maßstab für ihre-Einteilung ge- ' schaffen Hat.' Wenn selbst diese .präcise, haarscharfe Pünktlichkeit nur' uns so erscheint, vor' Gottes richtendem Blick aber auf immer als mangelhaft und fehlbar gilt, so mag uns eine Ahnung von pnn pDiy, von der unergründlichen / Tiefe der richtenden Gotteswaltung aufgehen, "dieselbst die.Himmelsscharen beim Herannahen des Weltgerichts zittern /läßt.- , z ', h piya' 'k '; :: pin ppj? n-ion bk 1 ■ / pna “’ish pi*' './/■. : -. ' . : i // -tynp ' Gott der- Treue! Wenn Du anberaumend Dein. ' - - -/ Gericht Dringen wolltest in die Tiefe beim Gericht, Wer stünde schuldlos dann vor Dir -im Gericht! - ./. Heiliger! (Fortsetzung folgt). €in Brief an die 0wtz«$treticn -■■':';:/'^:;;yy.Baaen$v::: /;.//// Von Dr. Wohlgemüth in Berlin. /' (Fortsetzung). II. Besandere Nachweise und Erläuterungen (S. 39—88). '. -'^Einer. meiner. Bekannnten / hat. diesen Abschnitt der Denkschrift „die/ faulen. Allsreden" genannt. .' Ich. 'will ''nicht/so unhöflich' sein. Ich will annehmen, .daß die S. 39—88 der Denkschrift gegebenen Erläuterungen - nicht erst nachträglich gefundene . Beweismittel sind,' sondern die Motive/ enthatten) die gleich zu Anfang in jedem Einzelfalle für die Aenderung mitbestimmend wären-/ Trotzdem' erübrigt sich einnäheres. Eingehen . auf 'diesen Abschnitt., Denn was beweist ex im besten. Falle?. Daß die Verfasser des Ent-' Wurfs'sich/bei-jeder'Äenderüng iin Einzelnen und bei der/ Zusammenstellung des Ganzen etwas gedacht haben. .Aber das ist ja von Männern, die zehn Jahre zur Ausarbeitung des Entwurfs gebraucht haben, vörauszusehen. Freilich die Denkschrift /will mehr. Sie will dem Eiuwande 'entgegentreten, der" auch von/ liberalerSeite erhoben wurde, daß...der -Entwurf in sich Widerspruchsvoll und inkonsequent iväre.,/ Und dieser Beweis' 'ist . nicht/' gelungen. Er konnte auch nie - und nimmer gelingen, weil eben das Unternehmen des Oberrats von vornherein ein widerspruchsvolles war, weil seine eigene Gesinnung.— insofern sie in der Schaffung' des vorliegenden Gebetbuchs zum Ausdruck kommt — eine inkonsequente ist. Dieser Gesinnung -konnte nur ein. widerspruchsvolles Werk entspringen. Als der Wortführer der Sabbathschändeü und derer, „die essen das Fleisch vom Schwein", und um für diese „eine fast verschüttete Erbauungs- und Belehrungsquelle zu erschließen," unternahm er es -ein Gebetbuch für „beide Richtungen im badischen Judentum" zu (entwerfen?) -Ihm ist das Dogma von der Auferstehung der Toten — das leuchtet selbst,/ aus v den gewundenen Erklärungen der Denkschrift (hervor — nicht recht sympathisch. Trotzdem . sollte „dem Bedürfnis, auch an. eine Auferstehung zu glauben, - vollkommen Rechnun g getragen werden." Die Gebete um die Wiederherstellung des Opferkultus und das Erscheinen des /.persönlichen Messias bilden die zahlreichsten Fäden im Gewebe, des alten Siddur. »- Der Oberrat hat es unternommen, alle, diese Fäden/ ja manchmal nur einzelne Teile derselben herausl) Ich verweise auf die früher zitierte Anmerkung aus dem Verordnungsblatt. zuziehen und statt/ dieser/"an vielen Stellen andere einzusetzen.Und dann nimmt er-/es/übel, (wenn mau" sein Machwerk nicht ein schönes Gewand nennt, sondern eine Flickarbeit,: an der man überall die b unten Lappen sieht. (--Wüs/verschlägt es/ demgegenüber,' wenn aus' allen möglichen Riten ' und Gebetbüchern Lesarten--/ ausgegraben werden? / Selbst der - Wilnaer Gaon.müß, seinen / Tribut zahlen,/ wer lacht da! - Abgesehendavon, daß alle diese/ Aenderungen Und/Auslassungen nie prinzipieller Natur ivaren," würde/eine derartige Auslassung oder Aenderung - durch /eine Fülle anderer Lesarten und neuer Zusätze kompen- / siert, sodaß der - Geist der. Gebetordnung, -immer derselbe blieb, die Kontinuität -in dem Empfinden, Hoffen und Wünschen immer (gewahrt wurde- Das Verfahren der. Denkschrift/ kommt mir/so vor, als wollte. Einer' alle Erleichterungen, die je in der Halachä - von/ .rgend einem T anna,/ Amora, Decisor ausgesprochen' wären,- zusammen-/ z stellen und die Summen dieser Erleichterungen., -zur /Richtschnur / seines Handelns machen./ Er. könnte , sich für jede seiner. Handlungen auf die Meinung eines Alten.berufen,. seine Lebensweise hätte aber' verzweifelt wenig Ähnlichkeit mit' der.;eines Juden aus irgend einer Zeit,:'dem die Entscheidungen Z des Talmuds und der Rabbineu zur Norm dienen. ' .Ganz/ abgesehen davon,, daß ein. bekannter talmndischer Satz lautet:. ntinyn M.r Kips N"2 'hlpv) chipv/- /'//' // /- ,Noch ein Wort, aber ein. ivichtiges, über den deutschen Teil des Entwurfs. - Es heißt darüber, in der Denkschrift (S. 66 f.) : „Der in den Abschnitten 1—XIV dem hebräischen ' Text / zur -Seite gehende deutsche Teil des.-Entwurfs, ist meistens nicht wörtliche, sondern fr ei e lieber-/ tragung, die jedoch den Geist des hebräischen Textes für den Unbefangenen nirgends vermissenläßt." Mit Berjaub'! Das ist nicht wahr! Ich meine natürlich objektiv. Es kommt immer wieder darauf, an, mit welcher Gesinnung,/ mit welcher Gründanschauung man an. die rechte Erfaffungdes Textes, geht. Den Verfassern des Entwurfes, die in ihren liberalen Misfionsideen befangen -sind, erscheint das, was sie in ihrer Uebertragung gegeben haben, als .der Geist des Textes, für u n s/ in denen die Traditionen,, aus denen der alte Siddur erwachsen ist, noch lebendig sind, ist / diese Uebertragung tu vielen Partieen eine " Entstellung des echt israelitischen Gebetes. An allen Ecken und Enden lugt verstohlendie Tendenz heraus. Beispiele darüber habe ich bereits, gelegentlich der Besprechung der früheren Abschnitteder Denkschrift eine Reihe gegeben.' Hier nur. eine Kleinigkeit,. die aber den Charakter -.eines. unumstößlichen Beweises hat. Für den Wortlaut' unserer Segenssprüche - sind. gewisse Wendungen. . Habilitierungeines unschuldig - mit den: Schwerte Gerichteten kämpfte.*) Muß es nicht das allergrößt Bedenken erregen, wenn ein Staatsanwalt repliziert : „Bejahen Sie ohne Bedenken -die auf Mord gerichtete Frage, geköpft wird', er doch nicht!" Ist' denn, die Garantie des Staatsanwalts so . ganz zweifelsohne, ganz allgemein/ gesprochen,' namentlich in dem Falle,, wenn, der gnadenspendende Regent oder auch Präsident selbst ein enragierter Anhänger der Todesstrafe ist, sein-Urteil selbständig macht und den betreffenden Referenten einfach negiert! — Bedeutet die — wenn auch nur theoretisch verhängte/— Todesstrafe mit Straffolgen nicht auch gleichzeitig den völlig moralischen Tod des Angeschuldigten? . / Sollte es dem menschlichen Geiste denn nicht möglich werden,.hier angemessene Reformen, zu schaffen? Man' beachte nur das Gerichtsverfahren im alten Judäa! Nur auf Gmndzweier.Tatzeugen.konnte ein Angeklagter gerichtet .und zum Tode verurteilt wer-: den. (Pent. Deut., V.); Und wesentlch sicherer wurde das Urteil noch gemacht, durch die prozessuale Vorschrift über Qualität der Zeugen. Ganze Berufsstände" wurden/ beispielswe ise nicht zur Z eu g e ns ch a ft z u g e l a s fern (Talmud. Sanhedrin.). Im Volksmunde wurde ein Besbin (Gerichtshof), . der innerhalb, von 7 Jahren zwei Todesurteile fällte/ für mörderisch gehalten. ... ' ././/./.- ' Da weiters im Gesetze weher Ankläger noch Verteidiger vorgesehen, so war — so Paradox es etwa klingen mag — sofern der Schuldspruch ei n st i mm i g -. erfolgte) *) Wer denkt hier nicht an Drcvfus? Auch da gab's emcn kleinen „Rcchtsirrtum",-der. Drehftis an den Galgen— Teufclsinsel — brachte.- Nur seinerallen Torturen-trotzenden: Gciundheit dankt er die Rehabilitierung durch seinen Rousseau — Eniil Zola. der Beschuldigte' 'von der . Schuld. frei zusprechen! Motiviert wirb: dieses Paradoxon-.durch den Endzweck: »der Beseitigung jeglicher Voreingenommenheit nnö Ob er fl ä chlikeit, s o daß in jedem Gerichtshof dem todeswürdigen Verb re ch e r .per, ÜLturam ein Verteidiger / entstehe.n : mußtc. -' - / ';:/z ■;-■./ /. .'.' .- ^s ist'diese Reichtspraxis umsomehr anzüerkennen, - als /doch bekanntermaßen die Vergeltungstheorie als/ Richtschnur für die Praxis in scharfer Weise, oft -borge- Z zeichnet war. Aug um Aug usw." ' - / Soweit der Berfäffer/ der allerdings .mit seinem letzten Satz von der „Vergeltungstheorie" entgleist. Denn; jeder christliche Theologe, wird bestätigen, was schon zum so und sovielten Male gesägt wurde, daß-, hier nur an den Schadenersatz gedacht ist. Im übrigen könnte man noch vieles für die Trefflichkeit, des jüdischen Gerichtsverfahrens . anführen, wie ' die Kostenloflgkeit desselben,/ den Mängel der eigentlichen 'Gefängnisstrafen mit all dem Elend für Weib und Kind dcs Delinquenten, .den. Mangel eines Begnadigungsrechtes, die Fürsorge-. 'erziehüng Straffälliger u. s. f. Alles Dinge, die. noch, für die Gegenwart Probleme bilden. Doch das war nicht .oes Berfaffers. Aufgabe. . Uns genügt's, wenn man. jüdische Rechtslehren , heute noch als. mustergiltig z zitiert.: . (Aramäische Papyrusurkunden.) In der lchten Gesamtsitzung der-. Königl.- Preußischen .Akademie, . der/ Wiffenschaften berichtete.Prof. Dr. Sachau über drei aramäische Paphrusürkunden des ' Königlichen.Museums in Berlin' und legte dieselben in hebräischer Umschrift nebst ZUeversetzung und Kommentar vor. Die HaupturWd.e, die in zwei/. Exemplaren vorhanden/ ist, istein Schreiben - der Vertreter der jüdischen Gemeinde in Elephantine an den Statthalter von Judäa, datiert vom Jahre 407 v. d. g. Z. Die Schreiber ersuchen-den Adressawn um seine Hilfe zur- Erlangung der Erlaubnis/-für den Wieberaufbau/ihres 410 . zerstörten Gotteshauses. . Die dritte Urkunde berichtet von dem Erfolg der Petition. . (Die Raschi-Kapelle in: Worms.) Wie schon kürz mitgeteilt wurde,, soll die unter Denkmalsschutz stehende Raschi-Kapelle bei der.hiesigen Synagoge ausgeveffert 'werden. Nach einer Verfügung des hiesigen Kreis' amts ' darf die Schrift, am Raschi-Stuhl' nur gereinigt werden, und es soll eine Uehersetzüng'derselben angeferttgt werden. Eine daraufhin vorgenommene genaue. Besichtigung des/Raschi-Stuhles hatte' nun,das Ergebnis, daß sich, nicht nur eine Schrift an. der' Außenseite des Stuhles vorfand,'.sondern auch an den drei Jnnenseiten Inschriften aufgedeckt wurden^ /Man.hofft, diesez nach gründlicher Reinigung entziffem und mit Hilfe dieser Inschriften vielleicht einen wissenschaftlichen Streit betr. die Erbaüungszeit der Raschi-Kapelle entscheiden zu können. ' Durch Urkunden läßt sich nämlich feststellen, daß die jetzige Kapelle im Jahre 1624/ von David', Sohn des Josua Joseph Oppenheim, erbaut wurde... Der frühere/ hiesige Prediger De. Levysohn (Stockholm) behauptete nun, daß. Oppenheim die Raschi-Kapelle an. der Stelle eines früher, schon. bestehenden Baues wiederaufbauen ließ, indem er das Hebräische Wort ^doliod". mit „wiedererbauen!' / übersetzt.../Dagegen' vertritt der Alter-. tümsfbrscher A. E p pst e i n (Wien)./ dies Ansicht,, baß das, Wort /,oonöd" Z mit/„bauen" zu/übersetzcn sei,-/Und/bäß Oppenheim - die Kapelle neu erbaut habe,/.ohne daß sie' niit' Raschi in irgend einem Zusamnienhang.stehe; das Räschi-Lehrhaus habe sich vielmehr in dem heutigen israelitischen Hospital befunden. . v;' /