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Der Israelit · 1907-08-15 · Heft 33 (15.8.1907) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
48 (1907)
Issue
Heft 33 (15.8.1907)
Date
1907-08-15
Page
– (sequence 12)
Language
German
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regt auch bie Frage an, wie sich der pi 4ü den von den Tagesreiten abhängigen niSD zu R den Erscheinungen der Mitternachtssonne und der ^^mittäglichen Finsternis auf den beiden Hemis- -hären verhalte. Ebenso, wie man sich zu der & infolge der täglichen Drehung des Erdkörpers tun seine Achse entstehenden Zeitdisferenz zu ß. stellen habe. Im Anschluß an die zweite Frage erwähnt Cohn, daß unsere Weisen dem Untert. schiede zwischen Jerusalem und IpttV rttinjm C der Erscheinung des Neumondes durch Einführung des 'IV v"' Rechnung getragen habe. Ich ver- JL‘ weife hier auf das iznv^ pn 'D von Vst TilVHö Tn-fc-W yi, das in einer Abhandlung über den v"' diesen nicht nur UWü *;.iKDV'1, sondern auch ]’in 12Q als geboten be- . trachtet, und zwar wegen der, auch von Cohn erwähnten, zeitlichen Divergenz des 'NvtM 171V vom 'v^vttn 171V. - Wir vermerken ferner die Aufsätze: „S P r a ch- £■- lichesundSachlichesausdemTalmud" Lxvon Ehrentreu-München, „Ein handschriftlich es hebräisch-mathematisch es Werk b eSfflloxb efyai (So m tino(15.$a riH Teil" von Silberbergl Schrimm, „Deutsche Einwanderungen in po'lnischeGhetti" vonLewin-Kempen. Ferner: „Die Grenz en des Westjordanlandes bei der Besetzung durch die aus Babel heimkehrenden Exulanten von Jsaac Gold hör in Rosch-Pina. Dieser Beitrag, der für die Topographie und Landeskunde Palästina's nicht der Wichtigkeit entbehrt, kann als eine Fortsetzung der Arbeit betrachtet werden, der sich der Herausgeber des „Jahrbuches zur Beförderung einer wissenschaftlich genauen Kenntnis des jetzigen und - des alten Palästina", A. M. Lunz, eine. Reihe von Jahren hindurch in verdienstvoller Weise rmterzogen hat. Miscellen und Berichtigungen mit Bezug auf die früheren Jahrbücher buben den Schluß des inhaltvollen Buches. Der hebräische Teil enthält den Kara-Kommentar zu O'VSIV und die oben erwähnten Briefe von Zunz und Michael. r: J- . x f* Hücherscha«. ND^tnii ruwon hy dtoith' ircb« pi3i ISO H11 n V p 1D T Olvllp n]b 11^11 v'bpV 'DDD y» «111' Ino 3in p y» iij^k yino 1t*13Q n"r»y Israel Landau. Brody 8666 (1906). Wir haben hier das posthume Werk eines Urenkels des mirpa jnil vor uns, vom Bruder des Verfassers herausgegeben zum Nutzen aller derer, die sich eingehend mit Traktat der bisher wenig Erklärergefunden hat, beschäftigen wollen. Eine, dem Werke vorangehende Biographie des Verfassers aus der Feder des Herausgebers macht unS mit diesem nähet bekannt. Es folgen alsdann Erläuterungen, meist pilpulistischer Art zu Mischnah und Jeruschalmi Schekolim, woran stchnoch Miscellen aus dem handschriftlichen Nachlaß des Vaters des Serausgebers anschließen. Der Bruder hat dem Bruder durch erausgabe des Werkes ein ehrendes Drnkmal gesetzt, wir haben Gelegenheit, das umfassende Wissen und den Scharfsinn des Verfassers zu bewundern, der uns manchen Lichtblick in dunkele Stellen eröffnet. Diese Vorzüge werden nicht wesentlich beeinträchtigt dadurch, daß bisweilen die Erörterung eine kürzere hätte sein können, wie z. B. die Lösung der angeblichen Schwierigkeit (I, 1.), welche niVQ fjdd zu Rambam Schekalim 3, 11 bietet und bie in Wirklichkeit keine Schwierigkeit ist, denn die Frage gegen v"3, daß uni niiJr6 1«!? niÜD ist hier garnicht angängig. Ebenso ist eö III, 1. nicht erstaunlich, wmn Rasct i Megilla 21 d erklärt, daß Priester die Abhebe aus den Sctekelkassen vorgenommen habenein Blick in Esra und Nehemia zeigt uns, woraus Raschi dieses entnimmt. Desgleichen ist aus dem. Umstand, daß, wie die Mtschnah betont, derjenige, welcher die Staffen erttleert, nicht beschuht die Lischka betreten darf, nicht gegen Raschi zu erweisen, baß von einem Nichtkohm die Rede sei, weil der Priester doch ohnehin den Raum deS Tempelgebäudes nicht beschuht betreten dürfe, denn dieses erledigt sich du.ch Jebamoth 102 d, wo bteserSatz als ein 1O1^ "p72 pur aufgefaßt wird Solche kleine Verstöße mindern jedoch nicht den Wert des Werks - bei Pilpul, wenn er auch noch so gründlich ist, muß man auf so kleine SchvnpflSsterchen gefaßt fein, für welche die Entschuldigung gilt. IDIIN 31** pl *^>. Das Werk sei bestens empfohlen. 5.- Gemitifdie Sprachwissenschaft von C. Brockelmann. Sammlung Göschen. Leipzig 1906. Das Buch gibt zunächst eine knappe Charakteristik sämtlicher semitischer Sprachen. Daran schließt sich eine Besprechung der semitischen Schrift, und bann folgt die tauptsache: eine vergleichende Grammatik der semitischen Prachen. Das alles auf 160 Seiten in dem bekannten Format der Sammlung Göschen. Abgesehen von den Partteen, die unserer Auffassung des Judentums und des A. T. widersprechen, ist die Arbeit, wie man das ja von der bewährten Kraft Brockelmanns nicht anders erwar et, gediegen und zuverlässig. d. Lehrbuch der altegyptischen Dogmatik von C. E. Gernandt. Leipzig 1906. Kommissionsverlag von Karl W. Hiersemann. Einen tiefen mystischen Sinn sucht der Verfasser in den altegyptischen Buchstaben und Wörtern und will daraus Erkenntnisse über dcn altegyptischen Gottesbegriff gewinnen. So sehr der Ernst und der Fleiß des Verfassers Anerkennung verdient,, so wenig kann ihm die Wissenschaft auf diesen seit den Tagen Champollions endgültig verlassenen Irrwegen Gefolgschaft leisten. Das Buch, das Prächtig ausgestattet ist, wird ein merkwürdiges Zeugnis dafür bleiben, zu welch j änderbaren Aufstellungen die Sehnsucht nach dem -Geheimni. vollen und Ueberirdischen den menschlichen Geist führt. d. Crotalia anrea (3111 Dv7 1DD) von Vtctorio Castiglioni. 125 hebräische Gedichte. Frank-, furt a. M. I. Kauffmann. JD"7H- Bon tiefer Frömmigkeit und warmer Herzlichkeit sind diese Gedichte erfüllt, deren Verfasser in Triest geboren ist und in Rom eine rabbinische Stellung bekleidet. ES sind zum Teil Gelegenheitsgedichte, die sich an Verwandte und Freunde des Verfassers sowie an hervorragende Gelehrte richten, zum Teil find sie die poetische Fassung, der Gedanken und Gefühle, die der Gang des jüdischen Jahres und überhaupt die jüdischen Angelegenheiten im Herzen erwecken. Die schlichte Sprache und der einfache Satzbau macht die Gedichte zu einer auch für den Ungeübten leicht genießbaren Lektüre. d. V. r.D.-c* euilleton. 8) Der €nkel. Erzählung von Friedrich Rott. (Fortsetzung.) „Ihr habt euch mit Alberts Brief gefreut," s wiederholte Theodor, indem er mit einem eigentümlichen Blick zu den Eltern hinübersah. „Nun, tßdas ist ja schön, das freut mich. Aber mit -k meiner Verlobung habt Ihr euch auch gefreut, s ich weiß es ganz gewiß, wenn auch Mamachen fr.. noch einen Seufzer zum Himmel schickt. Doch V. ich muß mich in oer Tat'auf den Weg machen. p- — Adieu liebe Mama! — ich. darf doch meine , Braut von dir grüßen?" „Gewiß, liebes Kind. Und heute Abend seid *»- Ihr bei uns zum Abendbrod." £ ■ „Besten Dank. Ich werde Deine freundliche Einladung meiner Braut übermitteln und ich zweifle nicht, daß sie derselben gern entsprechen?5"wird. Aber mache Dir nur keine Umstände, Mama." „Nun, nun, liebes Kind, wenn schon, denn schon " «Nein, ich bitte dich in der Tat, liebe Mama, Mauvine legt auf dergleichen nicht den geringsten WÄ." „Wird Dein Schwiegervater vielleicht mtt Wommen?" fragte Gotchoto, „meinst Du vielleicht, WH ich zu ihm gehen, sollte, ihm Massel tow zu sagen und ihn zu bitten, uns heute Abend mit euch das Vergnügen zu machen?" Theodor schüttelte verneinend den Kopf. „Nein, bitte nein, vorläufig nichts derartiges. Er hat ausdrücklich erklärt, alles hätte Zeit bis nach der andern. Woche. Er ist ja in mHrfacher Beziehung ein etwas eigentümlicher Mensch, der alte Schröder." „Ein mehrfacher Millionär darf Schrullen haben", sagte Gotthold lachend. „Freilich darf er Schrullen haben, ich erwähne es auch nur, weil ich glaube, daß die Schrullen des Vaters die kleinen Eigentümlichkeiten der Tochter entschuldigen können. Doch nun muß ich wirklich gehen. Auf Wiedersehn!" Er reichte den Eltern die Hand und verließ das Zimmer. Gotthold trat zu seiner Frau und legte den Arm um ihre Schultern. „Nun Alte, wie fühlst Du Dich als Schwiegermutter?" Sie atmete tief auf und lehnte den Kopf gegen seinen Arm. „Sage mir, Louis, sage mir aufrichttg, bist Du ganz ruhig über die Zukunft unseres Sohnes?" „Aebes Kind, ich bin nur ein Mensch. Aber soweit Menschen urteilen können, sind die obwaltenden Verhältnisse die denkbar günstigsten. Er hat sein Bräutchen von Herzen lieb und sie ist über und über in ihn verliebt." „Das ist es ja eben", sagte sie seufzend, „ihr unweibliches Wesen." — „Theodor hat doch recht, die Schrullen des Vaters sind geeignet die Eigentümlichkeiten der Tochter zu entschuldigen, das darf man nicht vergessen." „Nun, wenn Du denn in der Tat ruhig bist." - - „Ja, liebes Kind, ich bin ruhig, denn wenn man sich sagen kann, daß man nach jeder Mchtung hin seine Pflicht getan hat, dann darf mangetrost in die Zukunft fchen, die ja bekimnÜrch irr Gotteshand liegt. Mo daß ich in dieser Angelegenheit nach jeder Richtung hin meiner Pflicht entsprochen habe, das weißt Du. So sympathisch mir die Verbindung unseres Sohnes mit oer Tochter des alten Schröder, auch ist, so habe ich meine Zustimmung zu derselben doch nur unter der Bedingung gegeben, daß sie ein echt jüdisches Haus gründen." „Das ist wahr und Theodor hat daraufhin versprochen, daß sie einen echt koscheren Haushalt führen werden — aber ob man sich darauf verlassen kann oder vielmehr darf? — er wird sich doch nicht um den Haushalt kümmern." „Aber seine Frau auch nicht. Er hat doch schon gesagt, er würde Dich zur Zeit ersuchen, Dich nach einer streng frommen Haushälterin für sie umzusehen." „Aber wenn nun seine Frau sie einmal in einer launischen Anwandlung fortschickt. „Aber liebes gutes Kind, wenn Du mir nicht immer mit Deinen wenn's kommen würdest. Weißt du nicht, wie es in dem bekannten Liede heißt: Der Mann, der das wenn und das aber erdacht, hat sicher aus Häckerling Gold schon gemacht. — Und das könntest Du auch, wie ich mit Bestimmtheit glaube." „Was glaubst Du, daß ich könnte?" „Gold machen," erwiderte er lächelnd- „nicht olches, das man in den Tiefen der Erde findet, andern solches, das man in dem tiefen Schacht edes reinen Herzens findet. Das könntest Du, wie ich mit Bestimmtheit glaube, aus dem Herzen unserer künftigen Schwiegertochter zu Tage fördern, indem Du sie liebreich unterweisest in allem, was eine jüdische Hausftau wissen muß. Bedenke, welches Verdienst Du Dir dadurch erwerben würdest." „An mir wird es nicht fehlen — wenn unsere Schwiegertochter Belehrung wird anneymen wollen." — „Gewiß wird sie Belehrung annehmen wollen, denn ich bin Hbecheugt, nur in Weise wirst. Du ihr dieselbe zu Teil

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