Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 48 (1907)
- Issue
- Heft 33 (15.8.1907)
- Date
- 1907-08-15
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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■» y*: iflilt '1Ö07. '-Tg^T's -T Der Israelit. Sette II. Nr. SS. -em die nv3vn abgedruckt war, dorthin und erhielt darauf die Antwort, daß dieselbe gefälscht sei. Der erwähnte R. Jakob Salmon Libschütz schreibt: ppsn paan poV n"r 3n3D oy^DTi tdSi xbn'D ioki noni vntnn nn"sw noö on-i kV du 121 1V 3N3 kV DViyö .3N3 iDsyötr d'i'do >3.1 KVm nnr Fr. hat also bei N. Chajim Soloweizig nicht einmal nachgesucht um eine NV3ON auf seinen Kommentar zum alten Jeruschalmi, um wie viel weniger eine solche erhalten. Var «rar Zabrvacb der Mircb- Ciferariscbett Serellrcdatt. Bon Dr PH Frankl in Fulda. Ein Blick auf die jüdische Geschichtswissenschaft der neuesten Zeit (Halewy und Jawitz) belehrt uns, was es auf dem Gebiete der jüdischen Wissenschaft, besonders aber auf dem Gebiete der jüdischen Geschichte noch zu bewältigen gibt. Sie zeigt «uns, wie viele Momente in der altjüdischen Geschichte sowohl, als auch in der des Mittelalters es giebt, die zurti Teil noch der Aufklärung harren, zum anderen Teil von den jMschen Historiographen des neunzehnten Jahrhunderts in einer Weise dargestellt worden sind, die eine völlige Revision der Akten notwendig erscheinen läßt. Bor uns liegt das Jahrbuch IV der Jüdisch- Literarischen Gesellschaft, die es sich zum Ziele gesetzt, Arbeiten, die der Sicherung der historischen Wahrheit auf jüdischem Gebiet dienen, zu fördern und dem weiteren Publikum zugänglich zu machen. Wie die ersten drei Jahrbücher, enthält auch dieses einige, wenn auch nur kurze Aufsätze historischen Inhalts, die uns die behandelten Themata in einem neuen und helleren Lichte erscheinen lassen. An erster Stelle sei Jawitz mit seinem Aufsätze: „Neue jüdische Geschichtsforschung und einige ihrer wichtigsten Resultate" erwähnt.' Wolf Jawitz, der Verfasser des für das Verständnis der alijüdischen Geschichte höchst 88eutsamen Geschichtswerkes (Vait^ nnVm, von welchem bis jetzt 6 Bände erschienen sind; das ganze Werk ist in 12 Bänden geplant) bespricht die Vorzüge des Halewy'schen Werkes „Doroth Horischonim" und dessen hohe Wichtigkeit besonders für die Geschichte der Tradition. Jawitz führt die häufig diametrale Gegensätzlichkeit gerade in den Auffassungen der jüdischen Geschichte auf den Unterschied in der Methode der Geschichtsforschung zurück, auf den Unterschied der deduktiven und induktiven Methode. Da die früheren Geschichtsschreiber der mischnaitischen und talmudischen Periode mit einer fertigen Geschichtsauffassung, die sie sich durch ihre allgemein historischen Kenntnisse gebildet hatten, an ihren Gegenstand herangingen und diesen nun per »nLloKiam behandelten, so mangelte ihrer Darstellung alles Charakteristische und Originelle der jüdischen Geschichte und Literatur, und die jüdische Geschichte ward in ihrer Darstellung — wie der Verfasser sich ausdrückt — ein römisches oder griechisches Skelett 'mit jüdischem Fleisch. Dagegen hat Halewy die, in der Behandlung der jüdischen Geschichte zweifellos richtigere, Methode der Induktion angewandt. Seine gründliche Kenntnis der beiden Talmude und der dazu gehörigen Literatur, seine Vertrautheit mit dem historischen Material ermöglichten es ihm, die jüdische Geschichte aus Grund der vorhandenen Geschichts- und Literatur-Quellen zu behandeln und in objektivem Lichte darzustellen: Von dem Stoffe, den er vollkommen beherrscht, ausgehend, bleibt Ihm nur noch übrig, denselben in *) Jahrbuch IV der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft (Sitz: Frankfurt a. M.) 1906-5667. 344 u. 118 S. um, Frankfurt a. M. eine geeignete Form zu bringen. Die Reich haltigkeit des Materials macht es ihm auch mög lich,dort auf neue Momente hinzuweisen, wo man deren' gar nicht vermutet hätte. Jawitz illustriert die Wichtigkeit der Halewy'schen Arbeiten auf Grund einiger Resultate, die für die ganze Auffassung der-Tradition, der 3» min, von hoher Bedeutung sind. Auf Halewy's Werk beruht auch die Arbeit über den „König Herodes" von Bondi- Mainz. Die Ansicht des Josephus über die Zwiespältigkeit im Charakter des Herodes geht dahin, daß der prunksüchtiae König sich die Mittel zu seinen verschwenderischen Passionen, die sich besonders in der Errichtung von Monumental - Prachtbauten äußerte, nicht ohne Be drückung und Aussaugung des jüdischen Volkes beschaffen konnte. Hmewy (D. H. Io) dagegen findet in diesem Moment noch äine genügende Erklärung für das Vorgehen des Herodes. Er geht in der Beurteilung dieser scheinbaren Charakterverschiedenheit viel weiter als Me, die sich bisher mit dieser Frage befaßt haben. Nach Halewy hätte dem ehrgeizigen Herodes als Endziel vorgeschwebt, dem jüdischen' Reich überhaupt ein Ende zu bereiten und sich dann zum Beherrscher des ganzen griechischen Orients emporzuringen. Zu diesem Zwecke hätte er Caesarea prachtvoll ausgestattet, während das jüdische Stammland, das die Mittel hierzu liefern mußte, selber total vernachlässigt wurde. Die von Herodes vorgenömmene Restaurierung hätte auch nur dazu gedient, den Juden sowohl, wie den Römern Sand in die Augen zu streuen und sie über seine eigentlichen Pläne hinwegzutäuschen. Augustus aber hatte ihn durchschaut und noch bei Zeiten dafür gesorgt, daß Herodes seines Vasallentums nicht vergessen sollte. Diese Auffassung würde so manchen Punkt in der Geschichte der herodianischen Zeit aufhellen. Man braucht jedoch in der Vermutung, daß Herodes auf eine Erweiterung seiner Machtsphäre bedacht gewesen, nicht so weit zu gehen, wie es der Verfasser nach Halewy tut, der ihn die Herrschaft über das ganze griechische Asien und über Aegypten erstrecken läßt. Herodes, dem die Juden und jüdisches Wesen verhaßt gewesen und der daher keinen festen Boden unter seinen Füßen fühlte, suchte eine Stütze in der Graecosyren, die er denn auch auf Kosten der Juden seines Landes favorisierte. Eine kurze Charakterskizze des Amoräers K3i zeichnet uns Funk-Boskowitz, der uns auf dem Gebiete der Geschichte der Juden Babyloniens kein Fremder ist. Der Verfasser erwähnt immer nur einen der Gesichtspunkte, die bei der Charakterschilderung Raba's in Betracht kommen und dessen Bedeutung ausmachen. Bei der hohen Bedeutung dieses Gesetzeslehrers, besonders was seinen Anteil an der Redigierung' des talmudisch-halachischen Stoffes anlangt, ist diese Skizze viel zu kurz, als daß sie uns einen Blick in die .Geisteswerkstätte und auf das Leben Raba's gestatten würde. Gerade von K3i, der in der Geschichte der schriftlichen Abfassung der Tradition eine große Rolle gespielt hat und dessen Name uns fast auf jedem Folio des «Talmud begegnet, hätte es sich verlohnt, eine auf den talmudischen Stellen über ihn und von ihm beruhende erschöpfende Biographie zu geben. In einer ausführlichen Lebensbeschreibung könnte auch den vollkommen grundlosen Angriffen entgegengetreten werden, die von Seiten der neueren jüdischen Geschichtsschreibung gegen die Träger der Tradition im Allgemeinen und besonders gegen K3i gerne im Munde geführt werden. (Der Verfasser erwähnt (S. 212 Anm.) aüch eine solche liebenswürdige Unterschiebung Graetz' Raba betreffend). Soll jedoch die vorliegende Arbeit nur der Entwurf zu einer erschöpfenden K3i-Biographie fein, so können wir heute schon den Verfasser des größten Interesses einer solchen Schrift gegenüber versichern. Eine recht verdienstvolle Arbeit ist die E d i t i o n des Kommentars zu /D. von Hip fJDrP (1070—1135) durch Eppenstein- Briesen, der dem Kommentar eine Studie über den R. Joseph Kara und seine Bedeutung als Exeget voranschickt. Der Verfasser hebt in dieser einleitenden Studie die besonderen Merkmale des Kara'schen Kommentars, in welchem die exegetischen Regeln systematisch in Anwendung gebracht werden, hervor. Im Gegensätze zu Raschi und zu anderen Erklärer« hat Kara in seinem Kommentar dem Midrasch nicht viel Platz eingeräumt. Ganz besonders wird die Stellung Kara's zu Raschi, dessen jüngerer Zeitgenosse er gewesen, behandelt, in wie weit er auf Raschi und Raschi auf ihn von Einstuß ist,- letzteres ist zweifellos mehr der Fall gewesen. Eppenstein stellt aüch die Edition des Kommentars zu 3T>K in Aussicht und es wäre sehr zu begrüßen, wenn alle bisher nur handschriftlich vorhandenen Kara-Kommentare zur Veröffentlichung gelangen würden. Ueber Kara als Bibelkommentator hat ftüher schon Einstein (im Magazin, Jährg. 1886) im Anschluß an den dort veröffentlichten Kommentar zu nVnp ausführlich geschrieben. Professor Berliner veröffentlicht eine aus 60 Briefen bestehende Korrespondenz fischen Zunz und Heimann Joseph Michael, dem Verfasser des bibliographischen Wörterbuches D'Tin HK. Diese Briefe, welche literargeschichtliche Einzelheiten in Hülle und FüW enthalten, werden nicht verfehlen, das Interesse aller, die sich mit jüdischer Wissenschaft befassen, zu erwecken. In einem Aussätze (Auszug aus einem Bortrage) „Bibel und Menschenrechte", tritt Prof. Lesman-Heidelberg denjenigen entgegen,die allen Fortschritt auch auf geistigem Gebiete allein der Naturerkenntnis zuschreiben. Dieser Ansicht gegenüber führt er aus, daß die höchsten Errungenschaften der Neuzeit in geistiger Beziehung in ihrem Ursprung auf das Buch der Bücher, auf die Bibel, zurückgehen. Ein Stück mittelalterlichen Barbarismus seitens bornierter Ratsherren gegen die Juden führt uns die Arbeit Stein's: „Zur Geschichte der Juden in Schweinfurt", vor Augen. Wir sehen hier aber, wie unter dem Drang der Verhältnisse die Juden zuweilen sich auch nicht duckten und sich nicht treten ließen, sondern ihre gerechte Sache mit vielem Mute vertraten. Es war, als man nach der Zerstörung Schweinfurts im Jahre 1554 durch das fränkische Bundesheer daran ging, die Stadt wieder aufzubauen und auch die Juden, deren übrigens nur eine sehr kleine Zahl dort gewesen ist, an dem Wiederaufbau der Stadt teilnehmen wollten. Als ihnen dies jedoch von den Weisen des Stadtrates verboten wurde, gingen sie in der Verteidigung des ihnen zustehenden Privilegs bis zur höchsten Instanz, bis zum Kaiser. Nicht minder interessant ft die Geschichte der Juden in dem kleinen bei Schweinfurt gelegenen Städtchen Gochsheim, in welche auch der bekannte Rabbi Joselmann aus Rosheim eingegriffen hat. Ueber einen der älteren Decisoren, über R. Jsak b. Mose „Or Sorua" handett Wellesz-N agy bit tfe. W. hebt als besondere Bedeutung des Werkes „Or Sorua" den Umland hervor, daß darin die kulturellen Verhältnisse der Juden im Mittelalter beleuchtet werden. Wir erfahren ferner, daß „Or Sorua" weniger in der ursprünglichen Form, die ihm der Verfasser gegeben, von der Nachwelt benutzt ward, sondern in der von R. Chaim, dem Sohn^ )es pns'' 'i, hergestellten Abkürzung des Werkes. Die '1VH ninan, die den jmt litt sehr häufig zitiert, beziehen sich nicht auf das ursprüngliche Werk, sondern auf die Abkürzung. Der Grund hierfür ist, wie W. meint, darin zu suchen, daß der große ynr litt nur selten zu haben war. Er hätte sonst bei seiner hohen Bedeutung als pDIS auch von größerer Einwirkung sein müssen, als er es tatsächlich gewesen. „Chronologisch-halachische Fragen" betitelt sich ein Aufsatz von Cohn-Straßburg, der einige kalendarische Probleme, die auch für den pn in Betracht kommen (so die betr.lVlv und nsipn), zum Gegenstände hat. Der Ver-