Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 48 (1907)
- Issue
- Heft 33 (15.8.1907)
- Date
- 1907-08-15
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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eraKis arie E-Ä-ft. ■ iK . i; Zum Jemschalml (?) $eder KodascMm.) In feiner sogenannten Erwiderung (Israelit Nr. 29 Seite 11) erklärt Herr Fr., „daß er in vier bis fünf Wochen eine Kommission von Rabbinern und Gelehrten berufen werde, um ihnen die Handschrift (ich betone) und übrigen Dokumente zur Prüfung zu unterbreiten." Ich bemerkte dazu: „also besitzt Herr Fr. die Handschrift und Dokumente", was sich nicht mit dem von Fr.' in seiner Einleitung Erzählten zusammenreimt. Nun bereitet uns Herr Fr. neue Ueberraschungen. Bor mir liegt die Kopie eines von Fr. au den Waitzener Rabbiner gerichteten Schreibens und ftrner ein Schreiben von R. Wolf Rabinowitz in Brisk. Letzterer teilt mir Folgendes mit: Auf seinen R.'s Rat habe der Dajan Rabbi Abraham Jitzchak in Brisk an Fr. geschrieben, daß seine Edition verdächtigt werde, er möge darum alle Dokumente nach Br. senden, damit sie in Gegenwart des Oberrabbiners geprüft werden. Fr. sandte eine briefliche Antwort mit gedrucktem *nip Vip. In dem Briefe berichtet er, daß die erste echte Handschrift, welche er hatte, jetzt nur für eine sehr große Summe zu kaufen sei TOp*? 'fam 'n -w« pnn -q yy pro pi yfyhr aber sein Bruder fertige davon jetzt Photographien an, ferner habe sein Bruder eine von der'Hand des Gaon pviN' mv ta angefertigte vollständige Handschrift in drei Bänden (s. u.) i. pmy dtqt/ 2. nros nima, 3. mion pbm gefunden und chm gesandt, die er den Rabbinern vorleaen werde. Dem Waitzener yy berichtet er leichfalls von dem neuen Funde seines Bruders, en er für vieles Geld gekauft habe, obgleich er nicht wisse, ob er das Geld von Bibliotheken zurückerhalten werde, »b ’O roin epD3 TOpi D'nDDn ipv tod tod na ^3pa 'NIN'. Außerdem fertige ein großer Künstler in Paris Photographien der alten von ihm und vom Verfasser des jronrp kopierten Handschrift an, die er den Gelehrten vorlegen werde. Aus dem Mitgeteilten folgt also, daß die „Kommission" die alte (?) Handschrift nicht erhalten werde, wohl Photographien derselben. Herr Fr. ferne sogen. Erwiderung schrieb, stand die a l t e Handschrift ihm noch zur Verfügung, während er von einer neuen — die gar Josua Benveniste angefertigt hat!— noch nichts wußte. Nun Wunder über Wunder, eine neue Handschrift, drei Bände in schöner Ouadschrift *) Der Schluß des Artikels „Eine literarische Fälschung?" wird demnächst veröffentlicht werden. D. Red. **) Ich erinnere daran, daß Herr Fr. berichtet/ er habe aus feinem Stenogramm roTO3 noVff Hpßyn 71-Y1 .ION Nv' angefertlgt, - '"3D ^rrr Miw 'iv byn pain p'nyn im airo /Qybn nom (**mm no* nnnr* 2033 pwnn und die alte unerreichbar! Aber keine Sorge. Ein Künstler in Paris fertigt ja die Photographien der alten Handschrift an ritfiy nro pr? rw»n?vwa bin jdih •wm byn npnyn 3"j dddi '•npnyn DieHandfchrift muß also in Paris sein. Das mindeste, was man verlangen kann, ist, daß die Handschrift, von der die Photographien ja in Paris gemacht werden, einem Gelehrten — wir sind nicht so anspruchsvoll, eine Kommission zu verlangen — ja, Prof. Israel Levi, Redakteur der Revue ckes Ltuäes Juives vorgelegt werde, dann wird man ja hören, was von den Erzählungen des Herrn Fr. zu halten ist. Einer Kommission lediglich Photographien vorzulegen, ist wertlos, und daß man Herrn Fr. auch das glauben sollte, daß er eine von Josua Benveniste geschriebene Kopie erhalten habe, kann er nach allem, was man von ihm weiß, kaum erwarten. Also keine Winkelzüge mehr, die Handschrift werde vorgelegt — sonst ist der Fund rettungslos verloren! R. Nachschrift. Auf einer Ferienreise befindlich kommt mir die mir Hause nicht zugängliche Zeitschrift für hebr. Bibliographie zu Gesichte. Darin lese ich einen Artikel von Prof. Bacher über den Friedl. Jeruschalmi. Bacher macht darauf aufmerksam, daß das an der Spitze des ersten Briefes stehende Datum 5448 1688 eine unmögliche Jahreszahl ist, da Chajim Benveniste, dessen Brief auf diesen ersten Brief Bezug nimmt, im Jahre 1673 starb! Es wird wohl noch Gelegenheit sein, auf diese Besprechung zurückzukommenn. * * * Zu dem Artikel „Eine literarische Fälschung?" in No. 29 sendet uns Herr Fr. eine Erwiderung, in der er sich gegen die Bemerkung des Verfassers betr. das Verhalten des Herrn B. Ratner und des Brisker yy zum neuen Jeruschalmi (?) wendet. Er habe Herrn Ratner einige Druckbogen gesandt und derselbe habe während des Druckes eine rege Korrespondenz mit ihm gepflogen, die Briefe des Herrn Ratner könne er der Redaktion vorlegen. Beim Empfang des fertig gedruckten Exemplars habe dann Herr Ratner sein Bedauern darüber ausgesprochen, daß er durch Krankheit verhindert sei, die Verbreitung des Werkes zu fördern, und um einige Exemplare zur Verteilung an Gelehrte gebeten. Den Oberrabbiner von Brisk habe er, Fr., f. Zt. um ein Empfthlungschreiben ersucht (dies stimmt nicht zu der Mitteilung Fr.'s in der noipn, er habe sich nach Rußland wegen der Unruhen nicht wegen niDDDn gewandt. Vgl. den Artikel unseres R.-Mitarbeiters in No. 27. D. Red ). Drei Wochen später habe ihm auf eine Anfrage Rabbinatsaffessor A. I. Bleiweiß mitgeteilt, daß sich die Antwort durch eine Reise des 21 verögere. Später habe der Oberrabbiner sich dieseralb entschuldigt. Diesen Angaben stellen wir zunächst den Jnhaltzweier Karten, die Herr Ratner an unseren R.-Mitarbeiter schrieb, gegenüber. In der ersten, die vom 21. Jjar datiert ist, heißt es folgendermaßen : „Ihren Brief habe ich empfangen und vebauette Ihnen nicht sofort antworten zu können, da ich nicht wohl war. Den onßHp 'd *<D^£HT sandte mir der Herausgeber vor zwei Monaten geschenkweise. Vorher sandte er mir einige Druckbogm und bat mich ihm etwas über den Jeruschalmi zu schreiben. Ich antwortete ihm, daß ich nach einigen Blättern nicht über bas ganze Buch utteilcn könnte. Als ich später baS ganze Buch empfing, war ich anderweitig in Anspruch genommen. Kurze Zeit darauf habe ich daS Buch in gehöriger Weise geprüft und nach meinerAnsicht ist daS ganze gefälscht iniNDI n^TD/ ich weiß nicht, von wem es gefälscht ist, ob von dem Herausgeber . Friedlänber oder ob er ein '"3 gefunden hat. DaS Wahrscheinlichere ist jedoch, daß er selbst der lscher ist. Ich habe viele Beweise dafür und sende ist die Sache sonnenklar, baß der TOTVVP 'Seist. Und man muß die Wahrheit sagen, daß der Fälscher gewissenhaft gearbeitet hat und auf dm ersten Blick die Fälschung schwer zu erkennen ist." . . . Die zweite Karte ist dattert vom 15. Aw. Darin wird gesagt: „Ich empfing von Herrn Friedländer, dem Herausgeber des Jeruschalmi Kodaschim einen Brief, in dem er über Sie und dm Herausgeber des MMN 7N Beleidigungen auSspricht. Ich antwortete ihm, daß mir derartige Beleidigungm. zuwider find. Wegen beS Buches eröffnete ich ihm meine Meinung, daß es gefälscht sei." Was die Angaben Fr. betr. den Brisker 31 anlangt, so ist dazu zu bemerken, daß in einem Briefe von R. Jakob Salmon Libschütz in BriSk, der die rechte Hand des dorttgen Oberrabbiners ist, an unseren R.-Mitarbeiter folgendes gesagt wird: „Er (Fr.) har ... um eine nDDDD zu dem neuen Jeruschalmi gebeten. (Die Rede ist von dem Jeruschalim (?) Seder Kodaschim). Er (der Brieker yj) hat ihm nicht geantwortet, weil der Herausgeber verdächtig erschien, daß seine Worte vielleicht nicht so richtig wärm, zumal wir den Mann und ieine Art nicht kennm und nie etwas von ihm gehört haben." Von ganz besonderer Bedeutung aber ist, was sich jetzt bezüglich einer anderen nD2Dn> die Fr. vom Brisker 31 erhalten haben will, herausstellt. Es handelt sich dabei um den von Fr. zu dem alten Jeruschalmi herausgegebenen Kommentar. Bor längerer Zeit versandte Fr. eine Anzahl gedruckter niv3vn zu diesem Kommentar, darunter auch eine in sehr warmen und ehrenden Worten abgefaßte des Brisker 2i. Unser R.-Mitarbeiter, dem von Brisk aus mitgeteilt worden war, daß Fr. von dem 31 nie eine nöson erhalten habe, sandte has Blatt, auf